Sie nennen sie „altmodisch“? Ich nenne sie „unverwüstlich“, „unermüdlich“, kurz gesagt: „unverzichtbar“ – ein Plädoyer für die Rückkehr der Japanischen Aukube und der Skimmie in unsere Gärten!
Diese beiden Strauchgattungen haben viele Gemeinsamkeiten: die gleiche Artenzahl, den gleichen asiatischen Ursprung, das gleiche immergrüne Laub, die gleiche Toleranz gegenüber Schatten und Luftverschmutzung, und beide sind diözisch – sie bilden männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen aus. Und auch ihr schlechter Ruf ist ihnen gemeinsam! „Alltäglich“, „altmodisch“ oder sogar schlichtweg „hässlich“ – wie grausam und ungerecht diese Bezeichnungen für diese doch so unkomplizierten Sträucher sind!
Unkompliziert? Ja, denn genau das macht ihren Charme aus: Sie wirken vertraut und gutmütig. Ihre Silhouette ist im kollektiven Unterbewusstsein fest verankert, weil man sie seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in großer Zahl auf öffentlichen Plätzen gepflanzt hat.
Weder an die Bodenart noch an dessen Fruchtbarkeit stellen sie besondere Ansprüche. Auch mit unterschiedlichen Feuchtigkeitsverhältnissen kommen sie zurecht, und ihre Standorte müssen nicht besonders sonnig sein. Sie sind kaum krankheitsanfällig und benötigen nur wenig Rückschnitt und Pflege … Kurz gesagt: Sie erfüllen alle Anforderungen, die moderne Gärtner an ihre Pflanzen stellen. Ganz gleich, unter welchen Bedingungen sie wachsen, Skimmien und Japanische Aukuben sind ausgesprochen genügsam und verlangen kaum mehr als einen passenden Standort! Besonders unübertroffen sind sie, wenn es darum geht, einen schattigen Platz zu begrünen – am besten einen frischen, aber auch den schwierigsten: trockenen, tiefen Schatten unter Bäumen oder an einer Mauer.
Im Sommer geraten sie leicht in Vergessenheit, um im Winter zum Vorschein zu kommen, wenn die Konkurrenz in der Dormanz verharrt. Ihr leuchtendes Laub – bei den Japanischen Aukuben – oder ihre roten Früchte – bei den Skimmien meistens – und bei weiblichen Japanischen Aukuben manchmal sogar beides, bringen angenehme Wärme in klare, aber kalte Wintertage. So war es auch an jenem Februarwochenende im Park von Beaujoire in Nantes, an dem diese Fotos aufgenommen wurden.
Das letzte Wort überlasse ich gern dem berühmten englischen Gärtner Christopher Lloyd, der bereits in den 1970er-Jahren schrieb: „Geben Sie der Japanischen Aukube eine Chance – im Schatten, wenn Sie möchten, aber in einem schönen, feuchten und nicht zu dunklen Schatten. Schneiden Sie sie in Form, wählen Sie Ihren Kultivar sorgfältig aus, und Sie werden belohnt werden.“* Das gilt ebenso für die Skimmien …
[*im Original: „Give the aucuba its chance - in shade, if you like, but nice damp shade and not too dark - prune it for shape, choose your cultivar carefully and you will be rewarded“ (in: Lloyd, Christopher (1973) Foliage Plants. Gardeners Book Club (Collins), Newton Abbot, S. 63.)]




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