Unbekannte und vergessene Kürbisse: Schätze fürs Gemüsebeet

Unbekannte und vergessene Kürbisse: Schätze fürs Gemüsebeet

Zehn seltene Kürbissorten, die einen Platz im Garten verdienen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 27. Januar 2026  durch Pascale 6 min.

Moschus-Kürbis und Bisam-Kürbis dominieren oft Herbstmärkte und Gärten. Doch zehn vergessene Sorten überraschen mit Formen, Aromen und Geschichte – ein Schatz botanischer Vielfalt.Kürbisse.

Schwierigkeit

Seltene Kürbissorten für Vielfalt im Gemüsegarten

Alte, seltene Kürbisse anbauen: Sie bereichern Küche und Garten, sind oft robust und lagerfähig – und bewahren die Vielfalt unserer Kulturpflanzen.

Alte französische Kürbissorten

Unsere Reise zu vergessenen Kürbissorten beginnt folgerichtig in Frankreich, in Regionen, die oft erstaunliche Sorten mit sehr ausdrucksstarken volkstümlichen Namen bewahren. Das gilt auch für unseren ersten Kürbis.

Sucrine du Berry

Der Sucrine du Berry, auch „Sucrette du Berry“ genannt, stammt aus dem Herzen Frankreichs. Es handelt sich um eine sehr alte Sorte des Moschus-Kürbisses (Cucurbita moschata), die durch ihre Zurückhaltung und ihr intensives Aroma begeistert. Die spät reifende, rankende Sorte bildet birnenförmige Früchte, die meist 1 bis 2 kg wiegen. Ihre Schale ist zunächst dunkelgrün und wird bei Reife ockerfarben. Das Fruchtfleisch leuchtet orange und ist außergewöhnlich mild und aromatisch.

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Der Sucrine du Berry

Sein süßes, muskatartiges Aroma macht ihn ideal für Suppen und feine Pürees, aber auch für süße Zubereitungen wie Marmeladen und Kuchen. Gerade darin entfaltet er sein ganzes süßes Potenzial.

Dank seiner langen Lagerfähigkeit von mindestens sechs Monaten lässt sich der Herbst verlängern.

Galeuse d’Eysines

Der Galeuse d’Eysines ist ein Riesen-Kürbis vom Typ Cucurbita maxima und unverwechselbar. Sein Aussehen wirkt wenig ansprechend: Die lachsrosa Schale ist mit beigefarbenen, verhärteten Korkwarzen übersät. Doch hinter dieser Hässlichkeit verbirgt sich ein Fruchtfleisch mit außergewöhnlichem Geschmack.

Die aus der Region Bordeaux stammende Sorte entstand Ende des 19. Jahrhunderts durch natürliche Hybridisierung und wirkt beinahe, als leide sie an Lepra. Genau das macht sie so besonders.

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Der Galeuse d’Eysines

Trotz der wenig einladenden Epidermis ist das Fruchtfleisch dieses Kürbisses ein Genuss: gelborange, dick, fein, fest und sehr süß. Traditionell wird er für gehaltvolle Suppen, Aufläufe, Tartes und Marmeladen verwendet. Dieser Kürbis ist ein perfektes Beispiel für die Schönheit, die sich hinter Hässlichkeit verbergen kann. Der mutige Gärtner wird mit einem intensiven Geschmack und hervorragenden Kocheigenschaften belohnt.

Unbekannte Kürbisse mediterraner Herkunft

Italien, das Land der Sonne und der Fülle im Garten wie in der Küche, schenkt uns zwei Kürbissorten von beeindruckender Größe.

Pleine de Naples

Pleine de Naples (Cucurbita moschata) ist ein länglicher Moschus-Kürbis, der oft mit einer Keule, einem Stößel oder einer Geige verglichen wird. Er kann ein beträchtliches Gewicht von bis zu 25 kg und eine Länge von über 60 cm erreichen. Da eine Pflanze 3 bis 5 Früchte hervorbringen kann, ist sie ausgesprochen ertragreich. Unter der gleichmäßig dunkelgrünen bis graugrünen Epidermis verbirgt sich reichlich festes, süßes, muskatartig schmeckendes und sehr aromatisches Fruchtfleisch von gelb-orangefarbener Färbung.

weniger bekannte Kürbisse

Der Kürbis Pleine de Naples (Lunga di Napoli)

Dank seiner Textur ist er vielseitig verwendbar: Er eignet sich hervorragend für Suppen und Pürees, wird aber auch für Ratatouille und Konfitüren geschätzt. Außerdem ist er äußerst ergiebig, denn eine Frucht kann eine große Familie mehrere Tage lang ernähren. Seine Lagerfähigkeit ist bemerkenswert.

Tromba d’Albenga

Ihre aus Ligurien stammende Verwandte, die Tromba d’Albenga (Cucurbita moschata), ist ebenso spektakulär, allerdings auf andere Weise. Dieser Kürbis windet sich schlangenförmig um sich selbst und hat am Ansatz eine Verdickung.

Diese Kletterpflanze kann zudem wie die Longue de Nice in zwei Reifestadien verzehrt werden. Jung ist ihre Epidermis hellgrün. Sie wird bei 30–40 cm Länge geerntet und wie eine Zucchini zubereitet, mit einem besonders feinen Geschmack. Bei Reife, wenn sie ockerfarben geworden ist, bildet sie einen ein Meter oder längeren Schenkel mit einer Verdickung am Ende, die die Samen enthält.

seltene Kürbisse

Der Kürbis Tromba d’Albenga

Sein festes, zartes Fruchtfleisch mit nussigem Geschmack ist außergewöhnlich lange haltbar, manchmal fast ein Jahr, und eignet sich perfekt für Aufläufe und Suppen sowie roh für Salate – eine seltene Verwendung bei einem Winterkürbis.

Überraschend bunte Kürbisse

Zur großen Kürbisfamilie gehören auch wenig bekannte Sorten mit überraschenden Farben.

Der Riesen-Kürbis ‘Bleu de Hongrie’

Der Riesen-Kürbis ‘Bleu de Hongrie’ vom Typ Cucurbita maxima ist rund und abgeflacht. Seine einzigartige, pudrig blau-graue Epidermis macht ihn zu einem besonders dekorativen Blickfang.

Die in den 1980er-Jahren nach Frankreich gebrachte Sorte besitzt gelbes bis orangefarbenes Fruchtfleisch. Es ist sehr dick, weich und fest zugleich, mit einem ausgeprägt süßen Geschmack, der oft mit dem Aroma der Esskastanie verglichen wird. Der Kürbis eignet sich hervorragend für Pürees, Suppen und süße Rezepte und ist lange lagerfähig. Seine äußere Farbe täuscht: Beim Kochen bleibt sie nicht erhalten, der köstliche Geschmack jedoch schon.

außergewöhnliche Kürbisse

Die Riesen-Kürbisse ‘Bleu de Hongrie’ und ‘Marina di Chiogga’

 

Der Riesen-Kürbis ‘Marina di Chiogga’

Zurück nach Italien, in die Nähe von Venedig, geht es mit dem Riesen-Kürbis ‘Marina di Chiogga’ (Cucurbita maxima). Die runde, stark abgeflachte Frucht wiegt bis zu 4 kg. Ihre Epidermis ist buckelig, gerippt und warzenförmig und reicht farblich von Dunkelblaugrün bis Bronzegrün. Unter der winterharten Schale verbirgt sich fast rot-oranges, sehr festes, dickes und besonders süßes, mehliges Fruchtfleisch. Diese mehlige Konsistenz macht den Kürbis zur perfekten Grundlage für Krapfen und Marmeladen. Vor allem gilt er jedoch als der klassische Kürbis der venezianischen Küche: Traditionell wird er in Spalten geschnitten und in Olivenöl gegrillt oder für Gnocchi und Suppen verwendet.

Seine Lagerfähigkeit von etwa 4 bis 8 Monaten macht ihn im Winter besonders wertvoll.

Kleine, originelle Kürbisse

Diese kleineren oder ungewöhnlich geformten Kürbissorten sorgen für einen originellen Akzent.

Der Kleine Türkenbund

Der Kleine Türkenbund, auch Kleiner Türkischer Turban genannt (Cucurbita maxima), ist ein kleiner, turbanförmiger Kürbis mit orange-grüner und weißer Panaschierung. Die 6 bis 7 Früchte pro Pflanze sind mit 100 bis 800 g relativ leicht. Der äußerst dekorative Kürbis wird häufig als Tischschmuck verwendet. Sein helloranges, festes und mild schmeckendes Fruchtfleisch ist jedoch durchaus essbar, etwa gefüllt und im Ofen gebacken oder in Suppen. Seine handliche Größe ermöglicht eine elegante Präsentation in der Küche.

Der Delicata-Kürbis

Der Delicata-Kürbis (Cucurbita pepo) ist eine alte amerikanische Sorte: klein, länglich und zylindrisch, mit dünner, essbarer Schale, die dunkelgrün und cremefarben gestreift ist und sich bei Reife stärker orange färbt. Sein Name „Delicata“ passt perfekt: Das gelb-orange Fruchtfleisch ist fein, mild und schmeckt zart nach Haselnuss oder Esskastanie. Neben dem Riesen-Kürbis ist er einer der wenigen Winterkürbisse, die nicht geschält werden müssen – ein großer Vorteil in der Küche!

Er eignet sich hervorragend zum Rösten im Ofen, in Scheiben oder Halbmondstücke geschnitten und oft mit Olivenöl, Honig oder Gewürzen verfeinert – eine schnelle und köstliche Beilage.

wenig bekannte Kürbisse

Im Uhrzeigersinn: Kleiner Türkenbund, Delicata-, Feigenblatt- und Blue-Hubbard-Kürbis

Der Blue-Hubbard-Kürbis

Der Blue-Hubbard-Kürbis (Cucurbita maxima) ist eine alte amerikanische Sorte mit großen, länglichen Früchten, die an den Enden spitz zulaufen. Ihre blau-graue Schale ist manchmal leicht warzenförmig. Die Früchte sind sehr groß: 5 bis 12 kg schwer, 30 bis 50 cm lang und etwa 20 bis 30 cm dick.

Das gelb-orange Fruchtfleisch dieses Kürbisses ist dick, trocken, mäßig süß und von guter Qualität. Es wird für Püree, Suppen oder Aufläufe verwendet. Durch seine trockene Struktur eignet es sich hervorragend für Kürbisbrot oder Kuchen. Zudem ist er besonders lange lagerfähig: über sechs Monate, manchmal sogar ein Jahr.

Der Feigenblatt-Kürbis

Der Feigenblatt-Kürbis (Cucurbita ficifolia) ist der ungewöhnlichste Kürbis dieser Gruppe. Bei Reife zeigt die große, längliche Frucht mit grüner, cremefarben gesprenkelter Schale ein weißes, faseriges Fruchtfleisch, das sich beim Kochen in lange, spaghettiartige Fasern zerteilt. Traditionell werden diese Fasern vor allem für die berühmte „Engelshaar-Marmelade“ verwendet, eine süße Spezialität. Junge Früchte können jedoch wie Zucchini verzehrt werden. Auch das gekochte Fruchtfleisch eignet sich hervorragend für Aufläufe (wie beim Kürbis-Spaghetti) oder Suppen.

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