Es gibt zwei Arten von Gärtnern: diejenigen, die schon als Kinder mit dem Gartenvirus infiziert wurden, oft ein wenig von einem leidenschaftlichen Großvater oder einer begeisterten Großmutter angestoßen, und diejenigen, die sich alles selbst beigebracht haben.
Wenn Sie zur zweiten Kategorie gehören, kann ich Ihnen sagen: Gärtnern kann man lernen – durch praktische Erfahrung und indem Sie einerseits Fehler sammeln, was zwar effektiv, aber langwierig ist, und andererseits von erfahrenen Menschen lernen … aber auch aus Büchern.
Sehen wir uns heute also die Möglichkeiten an, die angehenden Gärtnern jeden Alters offenstehen, um den Anbau von Blumen und Gemüse zu lernen.
1) Gartenbaukurse, Workshops und Lehrgänge
Noch vor zehn Jahren waren Gartenbaukurse und -workshops kaum bekannt. Heute gibt es sie in zahlreichen Regionen. Ob als Lehrgang, als Einzelkurs oder in Kursreihen mit ein oder zwei Terminen pro Monat – häufig geht es um Gemüsegarten, Permakultur oder biologisches Gärtnern. Die Kurse finden in renommierten Gartenbauschulen, in Versuchszentren oder direkt in den Gärten der Kursleiter statt. Sie verbinden den Vorteil, dass sie sowohl theoretische als auch praktische Inhalte vermitteln.
Einige Adressen:
- In der Region Paris bietet die renommierte École du Breuil in Vincennes auch Kurse für Erwachsene an – als Einzelkurse oder als Jahreskurs. Die Themen sind sehr vielfältig: praktische Themen wie das Anlegen eines Staudenbeets oder die Auswahl und Pflanzung von Sträuchern, umfassendere Themen wie die Pflanzenkunde sowie aktuelle Themen wie Permakultur oder Gärtnern ohne Boden.
- Im Ausbildungszentrum von Terre Vivante im Département Isère und fast überall in Frankreich bei einem kooperierenden Gartenbaukursleiter, etwa in meiner Region im Jardin des Pépins oder in den Jardins Rocambole, können Sie ebenfalls lernen, wie Sie einen Garten gestalten, einen Gemüsegarten anlegen, auf Hügelbeeten anbauen oder Obstbäume sanft zurückschneiden. Auch Korbflechten oder Hühnerhaltung werden angeboten.

Alles über das Kompostieren: ein Lehrgang im Jardin des Pépins in der Bretagne
2) Garten-Coaching
Beim Garten-Coaching erhalten Sie Unterstützung, damit Sie Ihren Garten selbst gestalten können. Dieses Angebot wird meist von Landschaftsplanern und Gartenberatern durchgeführt. Sie lernen dabei grundlegende Techniken wie das Pflanzen eines Baumes oder von Stauden, das Anlegen eines Beetes oder das Mulchen. Gleichzeitig gestalten Sie Ihren eigenen Garten. Diese Einzelkurse haben den Vorteil, dass sie individuell auf Ihre zeitlichen Möglichkeiten und Ihre konkrete Situation abgestimmt werden. Allerdings sind sie teurer.
3) Bücher
Aus Büchern zu lernen, hat manchmal einen negativen Beigeschmack. Das ist schade, denn sorgfältig ausgewählte Bücher helfen Ihnen, die theoretischen Grundlagen zu verstehen. Außerdem können Sie damit Ihre Kenntnisse über Pflanzen deutlich erweitern. Sie werden schnell feststellen, dass es sehr viele Bücher über das Gärtnern und Gärten im Allgemeinen gibt, deren Qualität unterschiedlich ist. Achten Sie auf den Verlag – so können Sie die Auswahl schnell eingrenzen!
Zu meinen Lieblingsbüchern für Anfänger gehören:
- „Je démarre mon potager bio“ von Jean-Paul Thorez – Éditions Terre vivante
- „Le Guide du jardin bio : potager, verger, ornement“ von Jean-Paul Thorez und Brigitte Lapouge-Déjean – Éditions Terre vivante
- „L'Encyclopédie Flammarion du jardin“ von Alain Baraton – Éditions Flammarion
- „Les Arbustes“, „Plantes vivaces“ und „Dingue de Plantes“ von Didier Willery – Éditions Ulmer
4) Gartenzeitschriften
Eine oder mehrere Gartenzeitschriften zu abonnieren oder regelmäßig zu kaufen, ist eine gute Gewohnheit. Seien wir ehrlich: Wenn Sie noch keinerlei Erfahrung im Gärtnern haben, werden Sie sich anfangs wahrscheinlich etwas verloren fühlen. Nehmen Sie sich trotzdem die Zeit, die Zeitschriften zu lesen. Ihre Fortschritte werden Sie schon bald überraschen!
Wie bei den Büchern ist das Angebot an Gartenzeitschriften groß, und die Qualität der Veröffentlichungen sehr unterschiedlich. Meiner Meinung nach zeichnen sich jedoch vier Zeitschriften durch besonders hochwertige Inhalte aus.
„L’Ami des jardins et de la maison“, „Détente jardin“ (monatlich) und „Rustica“ (wöchentlich) sind zuverlässige Zeitschriften voller Ideen und praktischer Ratschläge – sowohl für den Ziergarten als auch für den Gemüsegarten.
Wenn Sie zu den „großen Anfängern“ gehören und das Gärtnern für Sie auch eine Lebensart ist, empfehle ich Ihnen außerdem die monatliche Zeitschrift „Jardin d’ici“. Sie ist einfach und lehrreich und zudem sehr ansprechend bebildert, teilweise von der talentierten Florence Dellerie.
Schließlich wird „Les 4 saisons du jardin bio“, die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift von Terre Vivante, alle begeistern, die naturnah gärtnern möchten und sich außerdem für biologische Küche sowie ökologische Alternativen in den Bereichen Wohnen und Gesundheit interessieren.

5) Gemeinschaftsgärten
Gemeinschaftsgärten sind Orte, an denen der Austausch im Mittelpunkt steht. Das Prinzip ist einfach: Mehrere Menschen schließen sich zusammen, um gemeinsam auf einer Fläche zu gärtnern, und teilen anschließend die Ernte. Im Gegensatz zu Familiengärten, in denen jeder sein eigenes Stück Land bewirtschaftet, nutzen sie eine gemeinsame Parzelle. Diese geselligen Gärten fördern den sozialen Austausch und sind der ideale Ort, um das Gärtnern kennenzulernen. Auch hier steht häufig der Gemüsegarten im Mittelpunkt. Dank der erfahrensten Mitglieder lernen Sie jedoch auch die wichtigsten Handgriffe, etwa wie Sie eine Aussaat durchführen, einen Baum pflanzen oder mulchen. Machen Sie sich keine Sorgen: Sie müssen noch nicht gärtnern können, und kleine Fehler werden Ihnen immer verziehen. Das sagt Ihnen eine Gärtnerin, die zu Beginn durch großzügiges Gießen an einem Augustabend etwa fünfzig Tomatenpflanzen vernichtet hat …

Gemeinschaftsgarten „Du Poireau agile“ – Paris – Foto: Alice Le Roy
Alles über Gemeinschaftsgärten in der Stadt und auf dem Land erfahren Sie auf der Website des nationalen Netzwerks der Gemeinschaftsgärten.
6) Menschen mit Erfahrung
Nicht selten entdeckt man in der Nähe des eigenen Zuhauses Gärten, die mit viel Geschick gestaltet werden. Nichts entsteht völlig zufällig – dahinter steckt oft viel Erfahrung. Zögern Sie nicht, das Gartentor zu öffnen und mit Ihren begabtesten Nachbarn Kontakt aufzunehmen. Sie geben Ihnen häufig gern Ratschläge. Vielleicht gehen Sie am Ende sogar mit einigen Jungpflanzen oder Stecklingen nach Hause!
7) Das Internet
Ja, heutzutage besteht der erste Reflex bei der Suche nach Informationen darin, Google zu befragen. Die Menge der im Internet verfügbaren Informationen ist schlicht überwältigend. Ihre Zuverlässigkeit ist jedoch teilweise fragwürdig.
Lassen Sie sich nicht von verlockenden Versprechen täuschen. Überlegen Sie gut, bevor Sie kostenpflichtige Inhalte abonnieren oder Wundermittel gegen die Angabe Ihrer E-Mail-Adresse herunterladen. Statt sich auf manche Forendiskussionen zu verlassen, in denen sich Tipps und Tricks – teilweise äußerst abwegige – nur so häufen, sollten Sie auf seriöse Quellen zurückgreifen.
Bei promesse de fleurs finden Sie für jede Pflanze eine Kulturanleitung, in der ihre wichtigsten Bedürfnisse wie Standort und Boden zusammengefasst sind. In unserem Ratgeberbereich finden Sie außerdem thematische Beiträge sowie zahlreiche Anleitungen zum Pflanzen, Pflegetipps und Informationen zu passenden Kombinationen – für den Ziergarten ebenso wie für den Gemüsegarten oder Obstgarten. Nutzen Sie diese Inhalte gern: Wir haben sie für Sie verfasst und möchten, dass Ihr Garten gelingt!
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