Es ist ein winziges Insekt, das seit einigen Jahren große Waldflächen verwüstet … Es wird Buchdrucker genannt, trägt den botanischen Namen Ips typographus, und breitet sich inzwischen in fast allen französischen Fichtenwäldern aus. Warum und wie stellt dieser Schädling unsere Waldgebiete auf die Probe, und was können wir gegen ihn unternehmen? Wir erklären Ihnen alles.

Schäden durch Buchdrucker an Fichten
Vom Buchdrucker zerstörte Alpenwälder

Zunächst: Was ist der Buchdrucker?

Borkenkäfer oder Buchdrucker sind winzige holzfressende Insekten mit einer Größe von 2 bis 7 mm und dunkelbrauner Färbung. Sie befallen vor allem Nadelgehölze, insbesondere Fichten. Sie bohren sich durch die Rinde und vermehren sich im Inneren des Baumes, in der weichen Schicht, die als Kambium bezeichnet wird. Anschließend legen die Weibchen Brutgänge zwischen Rinde und Holz an und ihre Eier ab. Die Larven fressen diesen Bereich unter der Rinde, in dem der nährstoffreiche Pflanzensaft zirkuliert. Wenn sich zahlreiche Larven im Baum entwickeln, können sich dort zwischen 60.000 und 80.000 Käfer und Larven befinden. Das gesamte Gewebe wird dann aufgezehrt und der Baum stirbt schließlich ab. Beim Bohren ihrer Gänge in die Rinde übertragen die Käfer außerdem Viruserkrankungen und pathogene Pilze.

Borkenkäfer kommen weltweit vor. Einige Arten sind an eine bestimmte Baumart gebunden. Besonders problematisch sind sie jedoch in Nadelwäldern. Inzwischen gelten sie weltweit als die größten Schädlinge dieser Wälder.

Buchdrucker
Ips typographus, der Buchdrucker

Unter normalen Bedingungen erfüllen Borkenkäfer jedoch eine wichtige Funktion für die natürliche Waldverjüngung: Sie befallen geschwächte Bäume und schaffen Lücken, in denen junge Bäume wachsen können. Anschließend beschleunigen sie den Abbau von Totholz und tragen so zur Bildung von Waldhumus bei. In einem gesunden Wald können sich die Bäume mit ihrem Harz verteidigen. Es verklebt die Insekten, die ihre Rinde anbohren, meist und begrenzt ihre Ausbreitung auf natürliche Weise.

Doch steigende Temperaturen, eine Abfolge heißer, trockener Sommer und milder Winter beschleunigen die Entwicklung dieser Insekten. Ihre Fortpflanzung ist möglich, sobald die Temperaturen über 15 °C steigen. Beim Buchdrucker hat sich die Zahl der Generationen von einer auf drei pro Jahr erhöht. Dadurch wächst der Druck auf die zunehmend geschwächten Bäume.

Das Ausmaß der Buchdruckerschäden in Frankreich und Europa

Seit einigen Jahren gehören Borkenkäfer zu den größten Bedrohungen für die Bäume in den französischen Wäldern. Die Käfer richteten zunächst Schäden in den Wäldern der Regionen Grand Est, Burgund und Franche-Comté an. Dort hatte man nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem Fichten zur Gewinnung von Bauholz gepflanzt. Die Borkenkäfer waren dort indigen. Das Zusammenspiel mehrerer Faktoren machte sie jedoch zu ernsthaften Feinden der Wälder.

Einerseits schwächen Hitze und Trockenheit die Bäume sogar in höheren Lagen. Gleichzeitig fördern die warmen Bedingungen die Entwicklung dieser Insekten. Hinzu kommen Fehler in der Forstwirtschaft, die Monokulturen begünstigt haben. Damit waren alle Voraussetzungen für die starke Vermehrung der Borkenkäfer seit 2020 gegeben. In den Fichtenwäldern der Landesmitte, insbesondere im Département Puy-de-Dôme, begann die Epidemie 2021. Eine weitere Borkenkäferart, der Kupferstecher, befällt auch See-Kiefern in der Gironde. In den durch die Brände im Sommer 2022 geschwächten Wäldern der Landes ist eine starke Vermehrung zu befürchten.

Schäden durch Buchdrucker an Fichten

In weiten Teilen Europas beobachtet man dieselben Phänomene einer chronischen Massenvermehrung der Borkenkäfer: Extreme Wetterereignisse wie Stürme schädigen die Bäume. Nährstoffmangel durch ausgelaugte Böden und Trockenheit schwächen die Bäume ebenfalls und begünstigen zugleich diese Insekten. Besonders groß sind die Schäden in Wäldern, die als Monokulturen bewirtschaftet werden. Außerdem stehen weitere exotische Borkenkäferarten vor unserer Tür.

Welche Lösungen gibt es?

Prognosen zufolge könnten Borkenkäferkolonien in 50 Jahren mindestens vier Generationen pro Jahr hervorbringen. Das würde die Situation weiter verschärfen. Bei der Bekämpfung befallener Bäume werden die betroffenen Bäume entfernt, um ihre Ausbreitung zu begrenzen. Das erfordert jedoch einen großen Aufwand und verursacht erhebliche Kosten.

Das Fangen erwachsener Käfer mit Pheromonfallen wird zwar eingesetzt, ist jedoch kostenintensiv. Damit die Methode wirklich wirksam ist, müssten außerdem mehrere Fallen pro Baum aufgestellt werden.

Bei der vorbeugenden Bekämpfung werden die Baumarten an den Standort und das Klima angepasst. Vor allem soll die Vielfalt der Wälder durch Mischbestände erhöht werden. So können sie Borkenkäfern und anderen Parasiten besser widerstehen. Straßen und Kahlschläge zerschneiden die Wälder und schaffen mehr Waldränder. An solchen Waldrändern wachsende Fichten reagieren nachweislich besonders empfindlich auf Wasserstress und Borkenkäfer.

Kurz gesagt: Mehr Vielfalt und weniger Druck auf die Waldökosysteme gehören zu den Lösungen gegen die Ausbreitung der Borkenkäfer und gegen viele weitere Folgen des Klimawandels.

Pheromonfallen gegen Buchdrucker
Pheromonfallen zur Bekämpfung des Buchdruckers