„Ich hätte gerne einen schönen Garten, aber ohne Pflegeaufwand.“ Das hören Landschaftsgärtner das ganze Jahr über.

Barfuß durch das Gras laufen, die Blüten bewundern, unter Bäumen ein Nickerchen machen, verborgen hinter einer Hecke … ein Traum.

Mähen, Spaten, Unkrautstecher, Gartenschere und Heckenschere zur Hand nehmen: Willkommen in der Realität!

Ein Garten ohne Pflegeaufwand: Ist das möglich?

Bevor Sie nun davonlaufen, sage ich es Ihnen ganz direkt: Den Garten ohne Pflegeaufwand gibt es nicht. Andernfalls handelt es sich nicht um einen Garten, sondern um eine pseudo-pflanzliche, dekorative Landschaftsgestaltung, die starr, leblos und ohne Seele ist. Sie können den Pflegeaufwand im Garten jedoch durchaus begrenzen. So geht es.

Den Pflegeaufwand in der Praxis begrenzen: Wie geht das?

Der Pflegeaufwand im Garten ist relativ und hängt vom Temperament des Gärtners sowie von seinen Ansprüchen ab. Was für die einen ein Vergnügen ist, empfinden andere als lästige Pflicht. Zu den anfallenden Gartenarbeiten gehören jedoch vor allem das Rasenmähen, der Heckenschnitt und das Unkrautjäten, die häufig am meisten gefürchtet werden.

  • Weniger und seltener mähen

Die Zahl der Mähvorgänge im Garten zu begrenzen, ist nicht einfach. Es gibt jedoch einige Lösungen.

Die erste besteht darin, in einen Mähroboter zu investieren. Darauf gehe ich hier nicht näher ein, denn wir haben bereits hier darüber gesprochen.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, bei ausreichender Gartengröße gestaffelt zu mähen.

Garten ohne Pflegeaufwand: weniger mähen

Ein schönes Beispiel für gestaffeltes Mähen – Quelle: Pinterest

Diese Mähmethode ist von der ökologischen Pflege von Grünflächen inspiriert. Sie besteht darin, nicht den gesamten Garten zu mähen, sondern Inseln oder Streifen mit unterschiedlich hohem Gras stehen zu lassen. Wenn Sie bestimmte Bereiche natürlich wachsen lassen, verringern Sie in der Hauptsaison die wöchentlich gemähte Fläche. Gestaffeltes Mähen ist überall möglich und eignet sich besonders für Obstgärten.

Die dritte Möglichkeit besteht darin, bereits bei der Aussaat auf eine pflegeleichte Rasenmischung zu setzen. Diese enthält zum Teil Mikroklee, wächst langsamer und bleibt auch im Sommer ohne Bewässerung grün.

Beachten Sie außerdem, dass Gras in einem kleinen Garten keineswegs unverzichtbar ist – es sei denn, Sie haben kleine Kinder oder Enkel. Einen aufwendig zu pflegenden kleinen Rasen können Sie vorteilhaft durch großzügige Beete mit niedrigen Sträuchern und Stauden ersetzen, die gegebenenfalls von Holzstegen durchquert werden.

Entdecken Sie in unserem Video Louis’ natürlichen Rasen.

  • Der Heckenschnitt: Es lebe die freiwachsende Hecke!

Bei der Anlage eines Gartens lautet der zweithäufigste Wunsch: „Ich hätte gerne eine Hecke, die schnell wächst.“

Die Wahrung der Privatsphäre gehört häufig zu den Prioritäten, und das ist durchaus verständlich. Damit eine Hecke schnell hoch und dicht genug wächst, um wirksam Sichtschutz zu bieten, müssen Sie die Sträucher eng pflanzen. Kurzfristig führt das zu häufigem und starkem Rückschnitt.

Diese abwechslungsreiche Hecke bietet wirksamen Sichtschutz, erfordert aber regelmäßige Pflege

Um diese lästige Arbeit zu vermeiden, sollten Sie, wann immer möglich, eine freiwachsende Hecke bevorzugen. Pflanzen Sie die Sträucher versetzt und mit ausreichend Abstand entsprechend ihrer späteren Größe. So erhalten Sie eine schöne Hecke, ohne sie jedes Jahr schneiden zu müssen.

Die freiwachsende Hecke: platzraubender, aber nahezu pflegefrei – Fotoquelle: Pinterest

Wenn der erforderliche Platz nicht ausreicht, können Sie stattdessen einen Sichtschutzzaun oder eine Sichtschutzwand aufstellen. Wählen Sie möglichst eine etwas durchbrochene Ausführung, damit kein Gefühl der Enge entsteht, und begrünen Sie sie mit Kletterpflanzen. Das Ergebnis ist ebenso ästhetisch wie eine Hecke in Form einer grünen Wand – und nahezu pflegefrei!

  • Unkrautjäten: Schluss mit dem Albtraum

Das Unkrautjäten ist zweifellos die am meisten gefürchtete Arbeit im Garten. Das erklärt den Erfolg von Pflanzfolien, die jedoch keine langfristige Lösung sind. Um die Jagd nach „Unkraut“ zu begrenzen, können Sie ganz einfach Folgendes tun:

  1. Bereiten Sie den Boden sorgfältig vor, indem Sie alle Wildkräuter und möglichst viele Wurzeln entfernen.
  2. Mulchen Sie großzügig und ergänzen Sie die Mulchschicht in den ersten Jahren regelmäßig.
  3. Pflanzen Sie Bodendecker, denn die Natur scheut das Vakuum. Diese Stauden oder Sträucher sind wahre Meister darin, Flächen zu bedecken – auch unter schwierigen Bedingungen wie an Böschungen oder im trockenen Schatten unter Bäumen.

Wenn Sie die Anlage eines Beetes oder eines Gemüsegartens frühzeitig planen, können Sie Unkraut außerdem durch Abdecken beseitigen. Legen Sie dafür einige Monate lang eine Plane, ein altes Stück Teppichboden oder Pappe auf die Fläche. Das sieht zwar nicht besonders schön aus, ist aber wirksam und erfordert kaum Aufwand.

  • Jedes Jahr Blüten – ohne wiederholtes Pflanzen und Gießen

Verdient ein Garten ohne Blüten überhaupt diese Bezeichnung? Nein! Pflanzen Sie statt Einjährigen lieber verwildernde Blumenzwiebeln, Stauden und Ziergräser, die jedes Jahr wiederkommen.

Bei ausreichender Pflanzdichte bedecken sie schnell die gesamte Fläche. Ihre Pflege ist einfach und besteht meist aus einem Rückschnitt im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr. Wenn Sie das Schnittgut grob zerkleinert auf dem Boden liegen lassen, schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Es dient als Mulch und Sie müssen weniger Unkraut jäten!

Viele Stauden sind winterhart, pflegeleicht und sogar für Gärten ohne Bewässerung geeignet. Wolfsmilch, Salbei, Garbe, Federgras, Fetthenne, Silbriger Beifuß und Argentinisches Eisenkraut sind nur einige Beispiele. Diese Pflanzen sind wahre Kamele. Sie überstehen selbst sehr trockene Sommer und bieten häufig eine schöne Blüte.

Sedum 'Autumn Joy', Verbena bonariensis, Walzen-Wolfsmilch und Stipa tenuifolia: pflegeleichte Pflanzen, die ohne Bewässerung auskommen.

Die Gartengestaltung: ein entscheidender Schritt, um den Pflegeaufwand zu begrenzen

Auch wenn spätere Anpassungen immer möglich sind, entscheidet sich vieles bereits bei der Gartengestaltung. Wie wir gesehen haben, sollten Sie für weniger Arbeit eine freiwachsende Hecke und Stauden bevorzugen. Bedecken Sie den Boden außerdem mit Mulch oder Bodendeckern.

Auch die Aufteilung des Gartens spielt eine wichtige Rolle. Nichts ist nach dem Rasenmähen ärgerlicher, als für die unvermeidlichen Nacharbeiten noch den Rasentrimmer holen zu müssen. Um Ihnen diese zusätzliche Arbeit zu ersparen, legen Sie Beete mit einfachen Formen an. Wählen Sie an den Ecken großzügige Rundungen. Diese eignen sich besonders gut für den Wendekreis Ihres Aufsitzmähers.

ein Beispiel für eine Rasenkante, die das Mähen erleichtert – Quelle: Pinterest

Verzichten Sie auf erhöhte Beetkanten und bevorzugen Sie ebenerdige Rasenkanten. Sie können die Beete auch mit dem Spaten abstechen und einen ungepflanzten Streifen für die Räder freihalten. Das ist einfach und spart Ihnen viel Zeit.

Entscheiden Sie sich schließlich für einen lockeren und natürlichen Gartenstil, etwa einen ländlichen oder englischen Garten. Er ist deutlich weniger anspruchsvoll als eine zeitgemäße Gartengestaltung mit strengen Linien, die keinerlei Nachlässigkeit verzeiht.

Der Kiesgarten: ein Garten ohne Pflegeaufwand?

Ein Kiesgarten im japanischen oder mediterranen Stil wird häufig als Lösung für Zeitmangel oder fehlende Motivation vorgeschlagen. Er besteht meist aus großen, mit farbigen oder naturfarbenen mineralischen Materialien bedeckten Flächen, die hier und da mit einigen Sträuchern und Ziergräsern bepflanzt sind.

In bestimmten Regionen sowie auf mageren oder kalkhaltigen Böden kann das gut funktionieren, wenn Sie akzeptieren, dass der Garten der Dynamik spontaner Aussaat folgt. Ein Beispiel dafür sehen Sie hier in Dungeness:

Derek Jarmans Garten – Dungeness (Kent) – Quelle: Wikipedia

Wenn Sie bei diesem mehr oder weniger elegant neu interpretierten Gartenstil glauben, den ursprünglichen Zustand ohne Eingriffe bewahren zu können, irren Sie sich.

Mit der Zeit werden sich wandernde Pflanzen ebenso wie Wildkräuter auch hier ansiedeln. Sie fallen dann besonders stark auf und lassen sich nur schwer entfernen. In einem natürlicheren, üppig bepflanzten Beet würden sie dagegen kaum auffallen.

Zum Schluss möchte ich sagen: Das beste Mittel gegen den Pflegeaufwand im Garten besteht darin, wirklich mit dem Gärtnern anzufangen – und nicht mehr nur „aufzuräumen“. Das mag etwas widersprüchlich klingen. Wenn Sie jedoch intelligent pflanzen, also anspruchslose und winterharte Pflanzen am richtigen Standort und mit passenden Abständen setzen, verringern Sie langfristig die Zahl der nötigen Arbeiten. Dann wird der Garten vor allem eines sein: ein Vergnügen – und natürlich auch die Freude über das Geschaffene!