Wussten Sie, dass 2016 das Internationale Jahr der Hülsenfrüchte ist? Das mag zunächst etwas seltsam erscheinen, doch nachdem Sie die Website der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen besucht haben, werden Sie verstehen, dass dies keineswegs abwegig ist. Doch kehren wir in den Garten zurück …

Was sind Hülsenfrüchte?

Typischer Blütenstand und typische Hülse der Hülsenfrüchtler

Typischer Blütenstand und typische Hülse der Hülsenfrüchtler

Nun, das kommt darauf an! In der Botanik versteht man darunter im allgemeinen Sprachgebrauch alle Pflanzen aus der Familie der Schmetterlingsblütler (ehemals Papilionaceae). Gemeinsam ist ihnen, dass sie Hülsenfrüchte tragen, wie zum Beispiel die Akazie, der Blauregen, der Pfriemenginster oder die Lupine … Im Gemüsegarten zählen dazu alle Bohnen, Erbsen und Ackerbohnen, aber auch Gründüngungspflanzen wie die Wicke, die Platterbse, der Klee und andere. In der Küche bezeichnet der Begriff Hülsenfrüchte jedoch getrocknete Hülsenfrüchte, also Bohnen – allerdings solche, die Sie aus den Hülsen lösen und trocknen sowie später verzehren können –, Ackerbohnen, Erbsen, ob Kichererbsen, ganze Erbsen oder Spalterbsen, aber auch Linsen, die Erdnuss und Sojabohnen … Ich möchte mich ausnahmsweise dieser Sichtweise anschließen, denn schließlich bauen Sie Ihren Gemüsegarten auch an, um etwas zu essen. Also: Warum sollten Sie Hülsenfrüchte anbauen?

Grund Nr. 1: Sie sind einfach anzubauen

Mit Ausnahme der ausgesprochen winzigen Linse haben all diese Pflanzen große Samen, was die Aussaat erheblich erleichtert. Sie stellen nur geringe Ansprüche und passen sich an eine große Bandbreite von Böden und Klimabedingungen an. Auch die Ernte ist denkbar einfach.

Grund Nr. 2: Sie sind gut für den Boden

Hülsenfrüchte haben eine manchmal wenig bekannte Eigenschaft: An ihren Wurzeln befinden sich kleine Verdickungen, sogenannte Knöllchen, in denen Bakterien der Gattung Rhizobium leben. Diese verleihen ihnen ihre bemerkenswerte Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft im Boden zu binden.

Um wirklich alles zu verstehen, sehen Sie sich diesen hervorragenden Vortrag des Gnis an:

Das ist also sehr praktisch, um den Boden sowohl im Rahmen der Fruchtfolge als auch durch Mischkultur anzureichern.

Grund Nr. 3: Sie lassen sich lange und bei Raumtemperatur aufbewahren

Das Gute an getrockneten Hülsenfrüchten ist auch, dass sie sich in einem einfachen Vorratsschrank aufbewahren lassen. Wenn sie richtig getrocknet und an einem gut belüfteten Ort gelagert werden, brauchen Sie weder Sterilisieren noch Blanchieren, Einmachgläser oder ein Gefrierfach: Einfache luftdicht verschließbare Behälter reichen aus. Ihre empfohlene Haltbarkeit beträgt ungefähr ein Jahr, doch Sie werden nicht krank, wenn Sie sie etwas länger aufbewahren.

Grund Nr. 4: Sie können neue Geschmacksrichtungen entdecken und neue Rezepte ausprobieren

Hülsenfrüchte sind etwas in Vergessenheit geraten, dabei sind sie in der Küche ausgesprochen vielseitig – ganz gleich, ob es sich um traditionelle Rezepte handelt (was wäre ein Cassoulet ohne Bohnen?) oder um exotische Gerichte. Zu meinen persönlichen Favoriten gehören Chili sin Carne, Hummus, Erbsenpüree, ein portugiesischer Ackerbohnenaufstrich und eine Suppe aus roten Linsen mit Kokosmilch … Da läuft einem doch das Wasser im Mund zusammen, oder?

Grund Nr. 5: Sie sind gut für die Gesundheit … und für den Planeten!

Aus ernährungsphysiologischer Sicht haben Hülsenfrüchte viel zu bieten. Überzeugen Sie sich selbst:

  • Sie sind reich an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen,
  • ihr Energiegehalt ist beträchtlich, gleichzeitig sind sie fettarm,
  • sie sind gute Quellen für Vitamine und Mineralstoffe

Gerade in einer Zeit, in der über die ökologischen Auswirkungen der Tierhaltung diskutiert wird und eine stärker pflanzlich ausgerichtete Ernährung zunehmend an Bedeutung gewinnt, kommen Hülsenfrüchte wie gerufen. Denn getrocknete Hülsenfrüchte stellen, vor allem in Kombination mit Getreide, eine interessante Alternative zu tierischen Proteinen dar, deren Erzeugung bei gleicher Menge bis zu zehnmal mehr Wasser benötigt.

Sind Sie überzeugt? Welche Hülsenfrüchte werden Sie in diesem Jahr in Ihrem Gemüsegarten anbauen?

Für Ackerbohnen ist es etwas spät … aber für Flageolet-Bohnen, die wunderschöne Zwergbohne zum Auslösen Flambo, die Kichererbse Twist oder Linsen ist es noch nicht zu spät!

Weiterführende Literatur:

  • Ich kultiviere Erbsen, Ackerbohnen, Bohnen … Proteine aus meinem Gemüsegarten – Blaise Leclerc – Verlag Terre vivante
  • Fabelhafte Hülsenfrüchte – 140 traditionelle Rezepte – Claude Aubert – Verlag Terre vivante