Ameisen im Garten: Bekämpfen – ja oder nein?
Warum? Wie? Unsere Antworten!
Inhaltsverzeichnis
Ameisen und Gärtner – eine komplizierte Beziehung? Viele wollen sie sofort loswerden. Doch oft beruht ihre Abneigung auf Unkenntnis.
Sind Ameisen im Garten wirklich problematisch? Stimmt ihr schlechter Ruf? Können Sie sie einfach in Ruhe leben lassen? Unser Ratgeber klärt auf!
Ameisen sind eigenartige Insekten
Ameisen sind wie Bienen und Wespen Hautflügler und gehören zur (großen) Familie der Ameisen (Formicidae). Weltweit wurden bisher mehr als 13.000 Ameisenarten erfasst. Und zweifellos sind wir noch lange nicht am Ziel … Ameisen kommen überall auf der Welt vor, außer in der Antarktis und in Grönland. Also natürlich auch in unseren Gärten!
Sie sind eusoziale Insekten, bilden also soziale Gruppen mit verschiedenen Kasten sowie fruchtbaren und unfruchtbaren Individuen. Daher besitzen manche Ameisen Flügel: Königinnen und Männchen sind fruchtbar und verlassen das Nest zur Fortpflanzung. Andere haben keine: Arbeiterinnen, Soldatinnen … sind unfruchtbar und bleiben ihr ganzes Leben im Ameisenbau. Doch bei „geflügelten Ameisen“ handelt es sich keinesfalls um eine eigene Art.
Ameisen sind faszinierende Insekten, deren Lebensweise mehrere umfassende Bücher füllen würde. Ihr Verhalten ist zudem Gegenstand eingehender wissenschaftlicher Untersuchungen.

Oli meint: Das Präfix „myrmeco“ bezieht sich auf Ameisen. So bezeichnet „Myrmekofauna“ einen Teil der Fauna, der ausschließlich aus Ameisen besteht (fast 10 % des Gewichts der gesamten Fauna eines natürlichen Lebensraums), während ein „Myrmekologe“ ein Wissenschaftler ist, der Ameisen erforscht …
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Zikade, Schaumzikade und KuckucksspeichelDie Rolle der Ameisen im Garten
Aufgrund ihrer großen Zahl und ihrer Lebensweise spielen Ameisen in der Natur, aber auch im Garten, eine enorm wichtige ökologische Rolle.
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Eine wichtige Rolle als Räuber …
Ameisen sind gefürchtete Räuber zahlreicher Larven, Raupen, Würmer, Insekteneier und anderer „Schädlinge“ im Garten. Damit helfen sie Gärtnern in ihrem vergeblichen und ewigen Kampf gegen Schädlinge aller Art.

Ameisen spielen im Garten eine unbestreitbare ökologische Rolle!
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… und als Beute
Doch Ameisen sind auch eine beliebte Nahrung für viele Gartentiere: insektenfressende Vögel (Grünspecht, Heckenbraunelle, Meisen …), Spinnen und kleine Säugetiere, insbesondere Spitzmäuse …
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Bodenlockerung
Ameisen graben zahlreiche Gänge und lockern dadurch den Boden. Keine Panik also, wenn Sie einen Ameisenhaufen direkt neben Ihrer Lieblingspflanze entdecken. Ameisen schädigen deren Wurzeln nicht (oder nur geringfügig).
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Myrmekochorie
Chorie bezeichnet die Ausbreitung von Pflanzensamen. Es gibt verschiedene Formen (Anemochorie, Hydrochorie, Ornithochorie …); eine Variante der Entomochorie wird Myrmekochorie genannt. Pflanzen dieser Ausbreitungsform nutzen Ameisen: Stiefmütterchen, Schöllkraut, Schneeglöckchen, Bärlauch, Pfaffenhütchen … Ihre Samen besitzen ein fleischiges Elaiosom. Die Ameisen fressen dieses, lassen den Samen aber unversehrt und verbreiten ihn dadurch.
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Recycling pflanzlicher und tierischer Abfälle
Ameisen recyceln sämtliche Abfälle im Garten, sowohl pflanzliche als auch tierische. So reichern sie den Boden an und verhindern zugleich die Ausbreitung von Krankheiten. Fast 90 % der Tierkadaver landen in Ameisenhaufen.
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Mutualismus und Symbiose mit bestimmten Pflanzen
Manche Pflanzen leben in Mutualismus oder Symbiose (der Unterschied: Eine Symbiose ist zwingend, Mutualismus nicht) mit Ameisen: fleischfressende Pflanzen, Kakteen, Bromelien, Mimosen der Gärtner … Diese Pflanzen nennt man Myrmekophyten. Bei einigen Myrmekophyten bietet die Pflanze den Ameisen Schutz, während diese sie mit Insektenkadavern versorgen. Bei bestimmten fleischfressenden Pflanzen spricht man von Myrmekotrophie. Bei anderen schützen die Ameisen die Pflanze vor möglichen Schädlingen, während die Pflanze ihnen Nektar liefert. Dazu gehören insbesondere Süßkirsche und Mimose der Gärtner, die Ameisen mit Nektardrüsen am Blattstiel anlocken.
Ameisen im Garten: Blattläuse als Problem
Zwischen bestimmten Ameisenarten (bei uns vor allem Lasius niger, die Schwarze Wegameise) und einigen Blattlausarten besteht eine wechselseitige Beziehung: Man spricht von Myrmekophilie. Diese friedliche Gemeinschaft bringt beiden Seiten Vorteile. Die Ameisen schützen die Blattläuse vor ihren natürlichen Feinden, während die Blattläuse ihnen als Nahrung süßen, mineralstoff- und vitaminreichen Honigtau liefern. In diesem Fall sagt man, dass die Ameisen Blattläuse züchten. Das ist jedoch nicht immer so: Andere Ameisenarten können Blattläuse auch jagen – ebenso wie die „Züchter“ von gestern plötzlich ihr Vieh als Nahrung nutzen können.
Wie Sie sicher schon verstanden haben, bringt dieses höchst ungewöhnliche Phänomen im Garten etliche Nachteile.
Auch wenn Ameisen an sich kein Problem darstellen (sie fressen keine Pflanzen und ihre Gänge richten keinen Schaden an), ist ihre Blattlauszucht problematischer. Denn Blattläuse leben mitunter in sehr großen Kolonien und saugen Pflanzensaft, wodurch die Pflanzen geschwächt werden. Außerdem kann der ausgeschiedene Honigtau, wenn er nicht rasch aufgenommen wird, Rußtau auf den Pflanzen verursachen: eine Pilzkrankheit. Glücklicherweise beseitigen Ameisen und sogar einige Fliegen den ausgeschiedenen Honigtau sehr wirksam. Außerdem können Ameisen die Größe ihrer Herde regulieren.

Blattlauszucht
Dennoch bedeutet ein Blattlausbefall bei unseren Pflanzen oft Probleme. Es gibt jedoch einfache, biologische und wirksame Lösungen, um die Schädlinge fernzuhalten.
→ Befolgen Sie unsere Tipps zur wirksamen Bekämpfung von Blattläusen.
Oli meint: Blattläuse sind in der Natur und auch im Garten durchaus nützlich. Sie dienen Marienkäferlarven, vor allem aber bestimmten Schwebfliegenlarven als bevorzugte Nahrung. Schwebfliegen sind Zweiflügler, die kleinen Bienen zum Verwechseln ähnlich sehen, und äußerst effektive Bestäuber, insbesondere von Obstgehölzen. Die Jagd auf Blattläuse schadet daher letztlich den Schwebfliegen und verringert erneut die Zahl der natürlichen Bestäuber, die durch Pestizide und den Verlust an Biodiversität ohnehin schon stark dezimiert wird.
Ameisen vertreiben: wirksam und tierfreundlich!
Wenn Sie einige Ameisen wirklich so sehr stören, dass Sie eingreifen möchten, sollten Sie sie am besten vertreiben, statt sie zu töten. Verzichten Sie also auf alle Insektizide (ohnehin verboten) und andere tödliche Methoden, um die Ameisen loszuwerden, etwa das Übergießen eines Ameisenhaufens mit kochendem Wasser …
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Vertreibende Pflanzen: Minze, Lavendel, Basilikum, Studentenblume …
Das stinkt! Zumindest nach den Maßstäben der Ameisen, die davonlaufen, sobald dieser Geruch ihre Fühler erreicht (ja, darüber läuft das bei ihnen). Pflanzen Sie diese Arten ruhig in allen Ecken des Gartens.

Einige Pflanzen gegen Ameisen: Minze, Studentenblume, Lavendel
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Zitrone
Ameisen hassen den Geruch von Zitrusfrüchten. Wenn Sie an einer bestimmten Stelle keine Ameisen sehen möchten, legen Sie dort halbierte, leicht verdorbene Zitronen aus. Auch andere Zitrusfrüchte wirken, allerdings weniger erfolgreich.
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Weißer Essig
Mit einem Liter Wasser verdünnter weißer Essig kann über einem Ameisenhaufen versprüht werden. Der Geruch überlagert die Kontaktpheromone der Ameisen, die dadurch die Orientierung verlieren. Nach dem allgemeinen Frust ihrer sechsbeinigen Nachbarn verlagern sie den Ameisenhaufen bald an einen angenehmeren Ort.
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Weiße Kreide
Wenn Sie mit Kreide einen Kreis um etwas ziehen, das nicht vom Ameisenhaufen in der Nähe vereinnahmt werden soll, entsteht für westliche Ameisen eine unüberwindbare physische Barriere (andere tropische Ameisenarten opfern sich, um eine kleine Brücke zu bauen, über die ihre Artgenossen gelangen können …).
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Kaffeesatz
Nur als letzten Ausweg und ausschließlich bei gelegentlichen Invasionen im Haus anwenden! Erstaunlicherweise scheinen Ameisen unwiderstehlich von feuchtem Kaffeesatz angezogen zu werden, den sie dann zu ihrem großen Unglück aufnehmen. Denn Kaffeesatz ist für Ameisen ein starkes Gift.
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Schmierseife
Etwas mit Wasser verdünnte Schmierseife, die Sie auf die Blattläuse sprühen, verlangsamt deren Ausbreitung. Das ärgert die Ameisen, die ihre Blattlauszucht rasch an einen geeigneteren, vor neugierigen Blicken geschützten Ort verlagern.
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Leimring
Leimringe um die Stämme bestimmter Bäume, insbesondere Obstbäume, sind zwar wirksam, vielleicht aber sogar zu wirksam … Sie sind nicht selektiv und fangen fast alles, was auf Baumstämmen krabbelt: Ameisen und Blattläuse, aber auch Schmetterlinge, Solitärbienen, Wanzen … Verwenden Sie sie daher nur mit Bedacht.

Leimring gegen Ameisen
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