Araukarie: Nadelbaum mit essbaren Samen
Chilenische Araukarie: vielseitig verwendbar
Inhaltsverzeichnis
Araukarie-Samen: Herkunft, Bestimmung, Ernte und Aufbewahrung. Entdecken Sie ihre Nährwerte und vielseitige Verwendung in der Küche.
Araukarie: faszinierender Baum
Die Araukarie ist eine Gattung von Nadelbäumen aus der Familie der Araukariengewächse. Diese Bäume zeichnen sich durch ihren imposanten Wuchs und ihr immergrünes Laub aus. Die Größe der Araukarien variiert je nach Art erheblich; einige Exemplare erreichen bis zu 60 Meter Höhe. Auch ihre Wuchsform ist charakteristisch: häufig pyramidenförmig oder säulenförmig, mit einem geraden, kräftigen Stamm. Das Laub dieser Bäume ist dicht und besteht je nach Art aus dicken, spitzen Nadeln, die manchmal schuppenförmig angeordnet sind.
Der Ursprung der Araukarien reicht bis ins Erdmittelalter zurück, als sie weltweit verbreitet waren. Heute kommen sie wild in Südamerika vor, insbesondere in Chile und Argentinien. Dort ist die Araucaria araucana, die Chilenische Araukarie oder der Affenschwanzbaum, ein Nationalsymbol. Weitere Arten findet man in Australien, Neukaledonien und Neuguinea.
Einige Araukarien-Arten sind essbar und für die lokale Bevölkerung von wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung. Araucaria araucana, auch als Chilenische Kiefer bekannt, bildet Samen, die Pinienkerne genannt werden. Sie sind nicht nur essbar, sondern auch nahrhaft. Diese Samen werden von den indigenen Völkern Chiles und Argentiniens traditionell verzehrt, und ihre Ernte wird von Generation zu Generation weitergegeben. Sie können roh oder gekocht gegessen sowie für verschiedene Gerichte verwendet werden.

Links und oben rechts: Araucaria araucana mit ihren großen Zapfen. Unten rechts: Laub und Früchte von Araucaria heterophylla.
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Araukarie – Chilenische Araukarie: Pflanzen & PflegeSind alle Samen der Araukarie essbar?
Nein, das hängt von der Art ab: Verwechslungsgefahr!
Nur wenige Araukarien-Arten bilden Samen, die groß genug und ungiftig sind, um von Menschen verzehrt zu werden. Zu den bekanntesten gehören:
- Araucaria araucana (Chilenische Araukarie): Diese Art ist für ihre essbaren Samen bekannt, die im Handel erhältlich sind und wegen ihres kräftigen, leicht harzigen Geschmacks geschätzt werden.
- Araucaria bidwillii (Bunya-Bunya Baum): Dieser aus Australien stammende Baum bildet große, essbare Samen. Ihr Geschmack ist jedoch etwas bitterer als der der Chilenischen Araukarie.
- Araucaria cunninghamii (Hoop-Kiefer): Auch die Samen dieses Baums sind essbar, aber kleiner und weniger schmackhaft als die der beiden zuvor genannten Arten.
Achtung, Gefahr! Die Samen einiger Araukarien können giftig sein und dürfen nicht verzehrt werden. Dies gilt insbesondere für Araucaria columnaris (Neukaledonische Araukarie oder Cook-Kiefer) und Araucaria heterophylla (Zimmertanne).
Zusammengefasst: Bestimmen Sie vor dem Verzehr der Samen unbedingt die Araukarien-Art. Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie sie besser nicht essen. Denken Sie daran, dies grundsätzlich zu prüfen!

Araucaria bidwilii, links (© Wikimedia Commons, John Tann) und Araucaria cunnighamii im botanischen Garten von Lissabon rechts (© Wikimedia Commons, Salix): zwei weitere Arten neben Araucaria araucana, deren Samen verzehrt werden können
Früchte der Araukarie
Die Früchte der Araukarie sind in Wirklichkeit umgebildete Zapfen, die je nach Art männlich oder weiblich sein können. Die weiblichen Zapfen setzen bei manchen Arten nach der Reife essbare Samen frei (siehe oben): die Pinienkerne. Diese Samen der Araukarie ähneln Pinienkernen, sind jedoch etwas größer und können bis zu 6 cm lang werden.
Die Form der Araukarienzapfen ist meist kugelförmig oder eiförmig und weist eine robuste Struktur auf. Ihre Größe variiert je nach Art stark und reicht von wenigen Zentimetern bis zu über 30 cm. Die Farbe reifer Zapfen geht meist ins Braune und reicht von hellen bis zu dunklen Tönen. Einige können während der Entwicklung jedoch noch grünlich gefärbt sein.
Die Nährstoffzusammensetzung der Araukarien-Samen ist bemerkenswert und macht sie für die Ernährung von Menschen und Tieren wertvoll. Sie sind reich an Fettsäuren, insbesondere an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, und somit eine hervorragende Quelle gesunder Fette. Außerdem sind sie reich an Proteinen und Ballaststoffen und enthalten verschiedene Vitamine wie Vitamin E, ein starkes Antioxidans, sowie wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Zink. Dadurch sind sie zugleich energiereich und nahrhaft.
Der Geschmack der Araukarien-Samen wird oft als fein und leicht süßlich beschrieben und erinnert an Pinienkerne. Ihre Konsistenz ist zart und leicht knackig, sodass sie sowohl roh als auch gekocht angenehm zu essen sind. Sie lassen sich in verschiedene Gerichte integrieren, etwa in Salate und Gebäck, oder auch pur als nahrhafter Snack verzehren.

Weibliche Zapfen von Araucaria araucana in verschiedenen Reifestadien
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Im Allgemeinen reifen die Zapfen der Araucaria araucana und sind am Ende des Sommers oder zu Beginn des Herbstes erntereif. Dieser Zeitraum kann je nach Klima leicht variieren. Beobachten Sie daher die Entwicklung der Zapfen aufmerksam, um den optimalen Erntezeitpunkt zu bestimmen, wenn sich die Zapfen von selbst zu öffnen beginnen und ihre Samen freigeben.
Bei kleinen bis mittelgroßen Bäumen können Sie die Zapfen möglicherweise von Hand pflücken. Verwenden Sie eine Leiter, um die höher gelegenen Zapfen zu erreichen (Vorsicht vor herabfallenden Zapfen!). Bei großen Bäumen können spezielle Werkzeuge wie Erntestangen erforderlich sein. Für Zapfen in großer Höhe besteht eine traditionelle Methode darin, sie durch vorsichtiges Schütteln der Zweige oder mit langen Stangen herunterfallen zu lassen (wenden Sie diese Technik mit Vorsicht an, damit der Baum nicht beschädigt wird). Behandeln Sie den Baum und seine Umgebung schonend und vermeiden Sie unnötige Schäden bei der Ernte. Schneiden Sie keine Zweige ab, um an die Zapfen zu gelangen, und verwenden Sie möglichst wenige Werkzeuge, die Rinde oder Zweige verletzen könnten.
Um die Samen herauszulösen, öffnen Sie die Zapfen vorsichtig mit einer Gartenschere oder einem Messer. Entnehmen Sie die Samen, ohne sie zu beschädigen. Entfernen Sie anschließend die Flügel und anhaftende Rückstände von den Samen.
Oli meint dazu: Wir empfehlen dringend, persönliche Schutzausrüstung wie dicke Handschuhe und einen Helm zu tragen, um sich vor herabfallenden Zapfen und spitzen Zweigen zu schützen. Überprüfen Sie außerdem die Standsicherheit der Leiter und führen Sie die Ernte niemals allein durch, damit im Notfall jemand helfen kann.

Pinienkerne schälen
Schale entfernen
- Erster Schritt: Weichen Sie die Samen 24 bis 48 Stunden in warmem Wasser ein. Dadurch wird die Schale weich und lässt sich leichter entfernen.
- Zweiter Schritt: Verwenden Sie ein spitzes, dünnes Werkzeug, etwa ein Küchenmesser oder eine Pinzette, um die Schale vorsichtig von den Samen zu lösen. Beginnen Sie an einer kleinen Stelle und arbeiten Sie langsam vor, damit Sie die Mandel nicht beschädigen.
- Dritter Schritt: Spülen Sie die geschälten Samen mit klarem Wasser ab, um Schalenreste zu entfernen.

Der Kern muss aus dem Inneren des Samens gelöst werden
Einige Tipps
- Zum leichteren Entfernen der Schale können Sie eine Nagelschere oder ein kleines Messer mit dünner Klinge verwenden.
- Ist die Schale besonders hart, können Sie sie vor dem Entfernen vorsichtig mit einem Hammer anbrechen.
- Arbeiten Sie geduldig und sorgfältig, damit die Mandeln nicht beschädigt werden.
Pinienkerne lagern
Die richtige Lagerung von Araukarie-Kernen ist entscheidend, um ihre Nährstoffe und ihren Geschmack langfristig zu erhalten. Verschiedene Methoden verlängern die Haltbarkeit. Zu den gängigsten Verfahren für Araukarie-Samen gehören Trocknen und Einfrieren.
Beim Trocknen wird der Wassergehalt der Samen verringert, wodurch sich Mikroorganismen weniger vermehren und die Haltbarkeit verlängert. Die Samen können an der Sonne oder mithilfe eines Dörrautomaten bei niedriger Temperatur getrocknet werden. Vor der Lagerung in luftdichten, licht- und feuchtigkeitsgeschützten Behältern müssen sie vollständig trocken sein, damit kein Schimmel entsteht.
Das Einfrieren ist eine weitere wirksame Methode, um Araukarie-Samen über einen längeren Zeitraum aufzubewahren. Dieses Verfahren erhält die Konsistenz, den Geschmack und die Nährstoffe der Samen. Vor dem Einfrieren empfiehlt es sich, die Samen kurz in kochendem Wasser zu blanchieren, um Enzyme zu inaktivieren, die ihre Qualität beeinträchtigen könnten. Nach dem Abkühlen können die Samen portionsweise in Gefrierbeutel verpackt werden. Dabei sollte möglichst viel Luft herausgedrückt werden, um die Bildung von Eiskristallen zu verhindern.
Die Haltbarkeit der Araukarie-Samen hängt von der gewählten Methode ab. Werden sie richtig getrocknet und optimal gelagert, sind die Samen mehrere Monate, manchmal sogar ein Jahr haltbar. Im Gefrierschrank können sie dagegen bis zu zwei Jahre aufbewahrt werden, ohne nennenswert an Qualität zu verlieren, sofern sie bei konstanter Temperatur und gut verpackt gelagert werden.

Unabhängig von der gewählten Methode sollten die Samen regelmäßig auf Anzeichen von Verderb kontrolliert werden, etwa auf Veränderungen von Geruch oder Konsistenz sowie auf Schimmelbildung. Außerdem empfiehlt es sich, die Behälter mit dem Lagerdatum zu beschriften. So lassen sich die Vorräte besser verwalten und die Samen rechtzeitig in bestem Zustand verwenden.
Verwendung der Früchte
Wie Sie sehen, bieten die Samen oder Kerne der Araukarie kulinarischen Genuss und weitere Vorteile. Ihre Verwendung reicht von kreativer Küche bis zur traditionellen Medizin und zeigt die Vielseitigkeit dieser alten „Früchte“.
Verwendung in der Küche
Araukarienkerne bereichern dank ihrer besonderen Textur und ihres feinen Geschmacks viele Gerichte. Sie werden in Salaten, Saucen und Desserts verwendet.
- Rezepte: In Salaten sorgen die Kerne für Biss und eine milde Süße. Sie harmonieren gut mit grünen Blättern, mildem Käse und leichten Dressings. In Saucen können sie gemahlen werden, um Pestos oder Cremes zu binden und zu verfeinern. In Desserts verleihen geröstete Kerne Kuchen, Torten oder Eis eine aromatische Note.
- Zubereitung der Kerne: Rösten ist eine beliebte Methode, um ihr Aroma zu intensivieren. Dazu die Kerne in eine trockene Pfanne geben und bei mittlerer Hitze rösten, bis sie duften und goldbraun werden. Dabei regelmäßig wenden, damit sie nicht verbrennen.
Weitere Verwendungen
Neben der Küche werden die Früchte der Araukarie zur Ölgewinnung und in der traditionellen Medizin genutzt.
- Araukarienöl: Die Gewinnung von Öl aus Araukarien-Samen liefert ein vielseitig nutzbares Produkt – von Kosmetik bis Ernährung. Das Öl wird für seine feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften geschätzt und kann Hautcremes oder Haarpflegeprodukten zugesetzt werden. In der Küche machen sein charakteristischer Geschmack und seine gesundheitlichen Vorteile es zu einer guten Wahl für Dressings und kalte Speisen.
- Traditionelle Medizin: In der chilenischen Kultur wurden Araukarienkerne und andere Teile des Baums wegen ihrer medizinischen Eigenschaften verwendet. Dank ihres Reichtums an Vitaminen und Mineralstoffen kamen sie unter anderem bei Verdauungsbeschwerden und zur Stärkung des Immunsystems zum Einsatz.
Die Araukarie in der menschlichen Kultur
Symbolische Bedeutung des Baumes
Die Araukarie ist tief in den Traditionen und Glaubensvorstellungen vieler Kulturen verwurzelt, insbesondere bei den indigenen Völkern der Regionen, in denen sie heimisch ist. So gilt Araucaria araucana (vor Ort als „Pehuén“ bekannt) für die Mapuche in Chile und Argentinien als heiliger Baum und Symbol für Leben und Fruchtbarkeit. Diese besondere Art spielt eine zentrale Rolle in ihrer Kosmogonie und für ihren Lebensunterhalt, da die essbaren Samen des Pehuén eine wichtige Nahrungsquelle darstellen.
Rolle in der lokalen Wirtschaft
Neben ihrer symbolischen Bedeutung hat die Araukarie auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen in den Regionen, in denen sie wächst. Die essbaren Samen, insbesondere die von Araucaria araucana, tragen zur lokalen Wirtschaft bei, da sie als Grundnahrungsmittel dienen und vermarktet werden. Darüber hinaus bringt das mit der Araukarie verbundene Kunsthandwerk, etwa Holzschnitzerei oder die Herstellung dekorativer Gegenstände aus ihren Zweigen und Zapfen, den lokalen Gemeinschaften in manchen Regionen zusätzliche Einnahmen. Auch der Tourismus rund um die Araukarienwälder stellt eine weitere Einnahmequelle dar: Besucher kommen, um diese imposanten Bäume zu bewundern und ihre ökologische und kulturelle Bedeutung kennenzulernen.
Bedrohungen und Schutz der Art
Trotz ihrer Bedeutung sind Araukarien leider mehreren Bedrohungen ausgesetzt, die hauptsächlich auf menschliche Aktivitäten und den Klimawandel zurückzuführen sind. Die Abholzung für Landwirtschaft, Holzwirtschaft und Siedlungsbau führt zu einem Rückgang ihres natürlichen Lebensraums und gefährdet ihr Überleben. Zudem beeinträchtigt der Klimawandel die für ihr Wachstum erforderlichen Umweltbedingungen, etwa Niederschlagsmuster und Temperaturen.
Angesichts dieser Herausforderungen werden Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Araukarie ergriffen. Dazu gehören die Einrichtung von Naturschutzgebieten, die Durchsetzung von Gesetzen gegen illegalen Holzeinschlag sowie Aufforstungsprogramme zur Wiederherstellung der Araukarienbestände in ihrem natürlichen Lebensraum. Aufklärung und Bildung über die Bedeutung dieser Bäume sind ebenfalls entscheidend, um ihren Schutz und einen respektvollen Umgang mit der Araukarie und ihrem Ökosystem zu fördern.

Araucarias araucana im Nationalpark Villarrica in Chile
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