Bäume und Sträucher erfolgreich umpflanzen?
Bäume und Sträucher richtig umpflanzen: Ratgeber
Inhaltsverzeichnis
Bäume und Sträucher umpflanzen: Methoden und Tipps für eine erfolgreiche Verpflanzung, besonders bei jungen Gehölzen.
Strauch oder jungen Baum umpflanzen: Wann?
Idealerweise erfolgt das Umpflanzen von Bäumen und Sträuchern zwischen Oktober und März während der Vegetationsruhe, jedoch frostfrei.
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- Ein Spaten : zum Ausgraben und Durchtrennen der Wurzeln
- Eine desinfizierte Gartenschere: für den Rückschnitt der Verzweigung und kleiner Wurzeln
- Eine Gießkanne oder ein Gartenschlauch
- Hochwertige Blumenerde
- Hornmehl (oder ein anderer Wurzelhilfsstoff)
- Mulch (trockenes Schnittgut, Holzhäcksel, Echter-Buchweizen-Schalen …)
Jungen Baum oder Strauch umpflanzen?
Je jünger ein Baum ist, desto leichter und schneller lässt er sich verpflanzen. Bei älteren Bäumen muss der Eingriff besser vorbereitet werden.
Jungen Baum oder Strauch verpflanzen: die „Express“-Methode
Bei jungen oder kleinen Pflanzen ist eine professionelle Methode nicht unbedingt erforderlich. Einige Schritte sollten Sie jedoch beachten, um den Erfolg zu sichern:
Erster Schritt: die Vorbereitung
- Gießen Sie am Tag vor dem Verpflanzen reichlich rund um die Pflanze, damit die Wurzeln ausreichend Wasser erhalten und der Boden gelockert wird.
- Bereiten Sie das neue Pflanzloch vor, passend zur Größe der zu versetzenden Pflanze: Es sollte mindestens ebenso tief und 1,5-mal so breit wie der Wurzelballen sein. Gießen Sie anschließend eine Gießkanne Wasser in das Loch.
- Reduzieren Sie die Verzweigung der Pflanze, indem Sie sie mit einer desinfizierten Gartenschere mäßig zurückschneiden. Entfernen Sie Totholz sowie sich kreuzende oder nach innen wachsende Zweige. Müssen Sie Zweige mit einem Durchmesser von mindestens 5 cm schneiden, desinfizieren Sie die Schnittstelle mit einem geeigneten Mittel.
Zweiter Schritt: das Verpflanzen
- Stechen Sie mit einem sehr scharfen Spaten oder Grabspaten (schmaler und länger) rund um den Baum oder Strauch mindestens 50 cm tief in den Boden. Dabei sollen die äußeren Wurzeln durchtrennt werden. Arbeiten Sie etwa 50 cm vom Stamm entfernt, sodass ein Kreis mit 1 m Durchmesser entsteht.
- Falls dicke Wurzeln Widerstand leisten, durchtrennen Sie sie sauber mit einer Gartenschere oder Astschere.
- Hebeln Sie die Pflanze mit dem Spaten oder Grabspaten vorsichtig aus und arbeiten Sie sich dabei nach und nach rund um die Pflanze. Ziel ist, möglichst viele Wurzeln mit Erde zu bergen.
- Nach dem Ausgraben pflanzen Sie die Pflanze sofort an ihrem neuen Standort ein. Geben Sie zuvor Hornspäne auf den Boden des Pflanzlochs. Achten Sie darauf, dass der Hals (Übergang zwischen Wurzeln und Stamm) auf Höhe des Bodens liegt.
- Füllen Sie das Loch mit hochwertiger, mit Ihrer Gartenerde vermischter Blumenerde auf und formen Sie auf Höhe der Außenkante des Wurzelballens eine Gießmulde.
- Drücken Sie die Erde an und gießen Sie reichlich, um Lufteinschlüsse zu beseitigen.
- Mulchen Sie (mit trockenem Rasenschnitt, Häckselmaterial, Buchweizenspelzen …).
Nach dem Verpflanzen:
- Kontrollieren Sie die Bodenfeuchte: In den Wochen nach dem Verpflanzen darf die Erde nicht austrocknen.
- Falls Sie einen Pfahl anbringen, setzen Sie ihn vor oder gleichzeitig mit der Pflanze auf der Seite der vorherrschenden Winde ein.

Verpflanzen eines Cestrum
Gut zu wissen:
- Bei großen Pflanzen sollten Sie besser einen Fachbetrieb beauftragen, der die Technik beherrscht und über die passende Ausrüstung verfügt.
- Bäume und Sträucher für Moorbeete (Kamelien, Alpenrosen …) bilden ein oberflächlicheres Wurzelsystem und vertragen das Verpflanzen besser, selbst wenn es sich um ältere und größere Pflanzen handelt.
Älteren Baum oder Strauch verpflanzen: Wurzelstechen für Profis
Um eine größere Pflanze besser auf einen Standortwechsel vorzubereiten, verwenden Baumschulen die Technik des „Wurzelstechens“. Dieser Eingriff erfolgt etwa ein Jahr vor dem Verpflanzen.
- Wie bei der „Express“-Methode: Gießen Sie am Tag vor dem Eingriff reichlich und stechen Sie sauber rund um den Baum oder Strauch in den Boden.
- Stechen Sie außerhalb des ersten Kreises einen zweiten Kreis im Abstand von etwa einer Spatenbreite.
- Stechen Sie anschließend innerhalb dieses Kranzes senkrecht in den Boden und entfernen Sie die Erde bis zu einer Tiefe von 50 cm.
- Vermischen Sie in dem entstandenen Graben die ausgehobene Erde mit nährstoffreicher Blumenerde und Sand. So entsteht ein lockeres Substrat, in dem sich neue Wurzeln bilden können.
- Gießen Sie reichlich und lassen Sie die Erde in den folgenden Wochen nicht austrocknen.
- Verpflanzen Sie die Pflanze ein Jahr später.
Lesen Sie auch
Bäume und wurzelnackte Sträucher pflanzenEinige Sonderfälle
Das Umsetzen eines großen Baums oder Strauchs ist riskant und erfordert oft den Einsatz eines Fachmanns sowie Techniken wie das Abstechen des Wurzelballens ein Jahr im Voraus. Häufig betrifft dies Magnolien, ausgewachsene Fächer-Ahorne oder andere Gehölze mit hohem gärtnerischem Wert, etwa Nadelgehölze.
Im Gegensatz dazu lassen sich Moorbeetpflanzen (etwa Alpenrosen, Azaleen und Kamelien) leichter verpflanzen, selbst wenn sie schon größer sind, da ihr Wurzelsystem oberflächlich und kompakt ist. Entscheidend ist, die Bedingungen des sauren Bodens am neuen Standort nachzubilden, damit sie erfolgreich anwachsen.
Auch die Hortensie besitzt ein relativ oberflächliches Wurzelsystem, wodurch sie diesen Eingriff deutlich besser verträgt als andere Sträucher. Für optimale Anwuchschancen sollten Sie sie idealerweise zwischen Oktober und März außerhalb der Frostperiode umsetzen.
Gut zu wissen: Im Allgemeinen sind Bäume und Sträucher mit einer tief reichenden Pfahlwurzel nach dem Anwachsen nur sehr schwer oder gar nicht zu verpflanzen, da diese Hauptwurzel sehr empfindlich auf das Durchtrennen reagiert. Dies gilt für viele Eichen, Rotbuchen, Walnüsse und einige ausgewachsene Nadelgehölze.

Junge Sträucher lassen sich deutlich leichter umsetzen als ältere Exemplare.
Nach dem Umpflanzen: Tipps fürs Anwachsen
Nach Umpflanzen tief gießen, Boden nie austrocknen lassen; stützen, mulchen, Stress prüfen, im ersten Jahr sparsam düngen.
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