Biologische Bekämpfung: Nützlinge im Garten

Biologische Bekämpfung: Nützlinge im Garten

Nützlinge: Hilfe für Gärtner

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. September 2025  durch Olivier 7 min.

Biologische Bekämpfung reguliert Schädlinge ökologisch. Nützlinge helfen: So locken Sie sie in den Garten.

Schwierigkeit

Nützlinge: Wie helfen sie uns?

Nützlinge lassen sich in zwei Kategorien einteilen:

  • Räuber: Es handelt sich um insektenfressende Arten (Larven, ausgewachsene Tiere oder beides), die sich von Schädlingen ernähren und ihre Population dadurch direkt begrenzen;
  • Parasitoide: Diese Insekten legen ihre Eier in die Larven oder Eier ihrer „Beute“. Der Parasitoid ernährt sich von der Larve oder dem Ei und trägt so ebenfalls dazu bei, eine mögliche Schädlingsinvasion einzudämmen.

Eigentlich müssten all diese Nützlinge theoretisch in jedem Garten von selbst und in ausreichender Zahl vorkommen. In der Praxis ist das jedoch nicht immer der Fall. Am besten und einfachsten fördern Sie ihre Anwesenheit, indem Sie in Ihrem Garten ein „Schutzgebiet“ schaffen: Teich, frei wachsende Hecke, natürliche Wiese, Totholz … und selbstverständlich der vollständige Verzicht auf Insektizide und überhaupt auf chemische Mittel.

Doch man kann auch nachhelfen, indem man heimische Nützlinge gezielt einführt. Einige Hobbyzauberer haben dies mit exotischen Arten versucht, was später schädliche Folgen für die Natur hatte: Ein Beispiel unter vielen ist der Asiatische Marienkäfer.

Hinweis: Auch wenn in den letzten Jahren häufig davon die Rede ist, wird die biologische Bekämpfung mit Nützlingen bereits seit dem 18. Jahrhundert erforscht. Das Ende des Zweiten Weltkriegs und die große Menge ungenutzter chemischer Mittel läuteten das Ende der biologischen Bekämpfung ein.

Garten für Nützlinge

Ein naturnaher Garten bietet zahlreichen Nützlingen Schutz und Nahrung und ist daher besonders empfehlenswert

Nützlinge gegen Blattläuse

Marienkäfer

Wohl unser bekanntestes Nützlingsinsekt: Der erwachsene „Marienkäfer“ und noch mehr seine Larve leisten bei der Regulierung von Blattläusen Erstaunliches. Oft genügen schon einige Marienkäferlarven, um einen Befall einzudämmen.

Um den Vorgang zu beschleunigen, können Sie versuchen, einige Tiere in freier Natur zu finden, etwa in der Nähe von Feuchtgebieten, die sie besonders mögen. In manchen Gartencentern oder im Versand können Sie auch Marienkäferlarven kaufen – sie sind noch gefräßiger!

Schwebfliegen

Das ist keine Wespe und erst recht keine Biene! Diese Insekten, von denen es sehr viele Arten gibt, gehören tatsächlich eher zu den Fliegen (Ordnung der Zweiflügler). Dennoch sind sie äußerst effiziente Bestäuber, und ihre Larven sind echte kleine Räuber, die sich von allerlei Blattläusen ernähren. Um Schwebfliegen in Ihren Garten zu locken, brauchen Sie … Blumen, Blumen und noch mehr Blumen. Außerdem sollten Sie im Winter und während eines großen Teils der Saison eine Bodenbedeckung liegen lassen: Pflanzenreste, Mulch, Laub …

→ Erfahren Sie mehr über Schwebfliegen in unserem Ratgeber!

Florfliegenlarven

Die Florfliege oder Goldaugen (das klingt poetischer!) mag zart und zerbrechlich wirken, doch sie ist ein besonders gefräßiger Blattlausjäger. Sowohl Larve als auch erwachsenes Insekt können jeweils Hunderte Blattläuse an einem Tag vertilgen. Deshalb werden sie inzwischen zum Schutz unserer Kulturen verkauft.

Nützlinge im Garten

Marienkäfer, Schwebfliege und Florfliegenlarve

Ohrwürmer

Ohrwürmer sind Insekten aus der Ordnung der Dermaptera, die an ihrer Zange am Hinterleib zu erkennen sind. Sie sind für uns und andere größere behaarte oder gefiederte Tiere völlig harmlos – entgegen dem weit verbreiteten Glauben … Dafür lieben sie Raupen, Blattläuse und andere Larven wie die Larve des Apfelwicklers. Von Zeit zu Zeit knabbern sie an einigen Früchten oder beschädigen einzelne Blüten. Diese geringen Verluste werden durch ihre Arbeit als Räuber jedoch bei Weitem ausgeglichen. Um sie anzulocken, genügt ein umgedrehter, mit Stroh oder trockenem Gras gefüllter Tontopf, den Sie in Bodennähe neben Obstbäumen aufstellen – fertig!

Aphidius

Auch wenn sie winzig ist, ist diese Vertreterin der Hautflügler ein besonders wirksamer Parasitoid. Das Weibchen legt seine Eier direkt in den Körper von Blattläusen. Nach dem Schlüpfen aus dem Ei bleibt der Larve nichts anderes übrig, als das Innere der Blattlaus zu fressen. Diese bleibt jedoch so lange am Leben, bis die Larve sie verlässt, sich verpuppt und zum erwachsenen Insekt entwickelt. Es gibt viele weitere Arten von Mikro-Hautflüglern, die andere Larven parasitieren, etwa Raupen des Großen Kohlweißlings oder Miniermottenraupen. Man erkennt sie im Stadium der Parasitoidenlarve daran, dass die parasitierte Blattlaus die Größe eines Stecknadelkopfes erreicht. Das erwachsene Insekt ernährt sich von Blütennektar. Wildpflanzen wie Garbe oder bestimmte Doldenblütler sind daher ideal, um Aphidius in den Garten zu locken.

Wespen

Auch wenn viele Menschen eine gewisse Angst vor ihnen haben, sind die meisten Wespen völlig friedlich. Jedenfalls uns gegenüber … Denn als Räuber leisten sie Erstaunliches. Manche sozialen Wespen fressen im Laufe ihres Lebens fast tausend Fliegen und ebenso viele Raupen. Eine solitäre Wespe der Gattung Passaloecus frisst beispielsweise in ihren wenigen Lebenswochen nicht weniger als 1.500 Blattläuse. Möchten Sie räuberische Wespen anlocken, säen Sie Fenchel aus!

Pemphredon

Diese kleinen Hautflügler sind in unseren Gärten mit knapp zehn Arten vertreten. Die Weibchen richten Brutkammern ein und legen ihre Eier in hohle Stängel oder Stängel mit weichem Mark, etwa im Schwarzen Holunder, in morsches Holz oder Gallen. Um ihre Nachkommen zu ernähren, sammeln sie gelähmte Blattläuse und manchmal auch einige Zikaden in den Kammern. Sie haben es verstanden: Um diese Insekten anzulocken, brauchen Sie nur einige Zweige oder hohle Stängel, etwas Totholz und … einen naturnahen, nicht allzu aufgeräumten Garten.

Nützlinge im Garten

Ohrwurm, Aphidius und Pemphredon

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Nützlinge gegen andere Insekten und Schnecken

Laufkäfer

Diese Käfer tragen ihren Spitznamen „Tiger des Gartens“ völlig zu Recht. Sie fressen alles Mögliche und sind dadurch die wertvollsten Verbündeten des Gärtners. Sie sind nämlich zoophag und fressen Insekten, Schnecken, Milben … sowohl im Larvenstadium als auch als ausgewachsene Tiere. Auf dem Speiseplan der Laufkäfer stehen: Nacktschnecken, Schnecken, Raupen, Blattläuse, Apfelwickler, Rote Spinnmilben, Kartoffelkäfer, Zikaden, Nematoden … aber auch nützliche Arten wie Regenwürmer oder Spinnen. Wie viele Arten es auch gibt: Laufkäfer regulieren Schädlingsinvasionen perfekt.

biologische Schädlingsbekämpfung, Insekt

Der Laufkäfer, ein weiterer wertvoller Nützling, der Nacktschnecken, Schnecken und Blattläuse liebt

Räuberische Kurzflügler

Kurzflügler fallen sofort auf. Es sind große schwarzbläuliche Käfer, die Sie einzuschüchtern versuchen, indem sie den Hinterleib heben, wenn Sie sie unverhofft im Gemüsegarten überraschen. Bei Gärtnern funktioniert diese Technik allerdings kaum. Dennoch ist dieser wehrhafte Käfer ein Segen für Gemüse- und Ziergarten, denn er ist ein Meister der Schneckenjagd und frisst auch deren Eier. Doch damit nicht genug: Er liebt auch Insektenlarven, darunter die Larven der Kohlfliege. Wenn Sie Kurzflügler in Ihrem Garten fördern möchten, bedecken Sie einfach den Boden und räumen Sie nicht allzu gründlich auf: Einige Laubblätter, ein Bündel Zweige … machen ihn glücklich.

Nützling: Kurzflügler

Kurzflügler

Grünes Heupferd

Heuschrecken sind überwiegend fleischfressend. Wenn man ein großes Tier wie das Grüne Heupferd ist, muss man entweder viel oder „große Beute“ fressen. Meist trifft Letzteres zu. Mit ihren kräftigen Kiefern greift die Grüne Heuschrecke große Raupen oder Kartoffelkäferlarven an. Wenn Sie sie in Ihrem Garten fördern möchten, müssen Sie nur den Boden möglichst wenig bearbeiten. Denn das weibliche Tier, erkennbar an seiner Legeröhre am Hinterleib – einer Art „Säbel“ –, legt seine Eier im Spätsommer in die Erde. Lassen Sie diese Stelle unberührt, kann sich die nächste Generation um Ihre Raupen kümmern.

Grünes Heupferd

Tettigonia viridissima, die größte Heuschrecke Europas

Milben

Milben sind keine Insekten, sondern wie Spinnen Spinnentiere. Spinnen regulieren übrigens ebenfalls unerwünschte Insekten. Seit einiger Zeit wird in Gartencentern eine spezielle Raubmilbe aus Chile verkauft: Phytoseiulus persimilis. Sie befällt ausschließlich die Rote Spinne, ebenfalls eine Milbe, auch bekannt als Gemeine Spinnmilbe – ein Schädling, der viele Zier- und Nutzpflanzen befällt. Diese kleine, glänzende, rundliche Milbe mit rosafarbener bis leuchtend roter Färbung kann bis zu 5 ausgewachsene Spinnmilben sowie 20 Eier und Larven fressen. Als spezialisierter Räuber verschwindet sie, sobald ihre Beute fehlt.

Mehr erfahren ...

Diese wenigen Insekten und anderen Gliederfüßer sind natürlich nur einige Beispiele für Nützlinge unter vielen. Man könnte noch Wollschweber, Libellen und Spinnen (Klasse der Spinnentiere) nennen … Ganz zu schweigen von anderen insektenfressenden Tieren: Vögeln wie Meisen oder Grasmücken, Säugetieren wie Spitzmäusen oder sogar Fledermäusen sowie Amphibien wie Fröschen und Kröten.

Wenn Sie von einer Vielzahl an Nützlingen unterstützt werden möchten, können Sie einen naturnahen Garten anlegen. Schaffen Sie einen Teich, eine frei wachsende Hecke, kleine natürliche Unterschlüpfe … In Einen naturnahen Garten gestalten finden Sie alle Tipps dazu.

Lesen Sie auch unseren Ratgeber: Garteninsekten willkommen heißen sowie unsere Anleitung zum Bau eines Insektenhotels.

Zum Schluss empfehle ich Ihnen dieses hervorragende, von Terre Vivante herausgegebene Buch über Nützlinge im Garten: Nützlinge in meinem Garten! 

Auch Meisen und Frösche leisten einen sehr wirksamen Beitrag zur biologischen Bekämpfung im Garten!

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