Bonsai pflegen?
Bonsai drinnen und draußen pflegen
Inhaltsverzeichnis
Bonsai sind lebende Kunstwerke. Ihre Pflege erfordert regelmäßige Aufmerksamkeit sowie spezielle Erde, Produkte und Werkzeuge.
Grundlagen der Bonsai-Pflege im Überblick.

Was ist ein Bonsai?
Ein Bonsai ist weit mehr als eine einfache Zimmer- oder Topfpflanze für draußen. Er ist eine echte japanische Kunstform und Ausdruck der Natur im Kleinformat. Bonsais werden aus jungen gewöhnlichen Bäumen gezogen, die sorgfältig geschnitten und geformt werden, bis sie reif und faszinierend schön aussehen. Diese kleinen Bäume haben oft eine tiefgehende kulturelle und spirituelle Bedeutung: Sie stehen für Harmonie, Gleichgewicht und die Verbindung zwischen Mensch und Natur.
Die folgenden Tipps sind allgemeiner Natur, doch jede Art hat ihre eigenen Besonderheiten. Deshalb ist es sehr wichtig, zusätzlich die speziellen Pflegehinweise zu beachten.
Außerdem gilt: Auch wenn Bonsais im Gartencenter sehr schön und verlockend wirken, sollten Sie sie nicht spontan kaufen. Informieren Sie sich gründlich über die Art, für die Sie sich entschieden haben, und seien Sie sich des anfänglichen Aufwands bewusst.
Noch ein wichtiger Hinweis vorab: Untersuchen Sie die Pflanze vor dem Kauf und prüfen Sie, ob sich keine Parasiten darauf befinden.
Zimmerbonsais
Einige Bonsai-Sorten eignen sich für die Kultur im Haus und im Freien. Zimmerbonsais sind eine neuere, nicht japanische Erfindung, die für einen bestimmten Markt entwickelt wurde. Vergessen Sie nicht, dass Bonsais in erster Linie Bäume sind! Nur wenige Arten können das ganze Jahr über in beheizten Innenräumen gedeihen. Die Luftfeuchtigkeit ist dort wahrscheinlich zu niedrig. Stellen Sie sich daher auf eine aufmerksame Pflege ein.
Bonsais, die ganzjährig im Haus kultiviert werden können, sind meist subtropische Arten. Sie bevorzugen warme und feuchte Bedingungen.
Dazu zählen:
- Der Ficus.
- Der Geldbaum, Crassula oder Portulacaria.
- Die Zwerg-Ulme, also die Art Ulmus parviflora.
- Der Teebaum, also die Art Ehretia microphylla, auch Carmona retusa genannt.
Der Ficus ist am einfachsten zu kultivieren und ideal für Anfänger oder alle, die keine Herausforderung suchen. Gleich danach kommt das Dickblatt, das sich für alle eignet, die nicht zu viel Zeit investieren möchten. Die Ulme und die Carmona sind deutlich anspruchsvoller und im Haus schwieriger erfolgreich zu kultivieren.
Alle Zimmerbonsais können wie Freilandbonsais kultiviert werden, umgekehrt ist dies selbstverständlich nicht möglich.
Freilandbonsais
Für Freilandbonsais kommt eine größere Vielfalt an Baumarten infrage. Zu den sogenannten Freilandbonsais gehören Arten wie Kiefer, Ahorn und Wacholder. Diese Exemplare benötigen ausgeprägte Jahreszeiten mit einer winterlichen Dormanz an einem frostfreien, ungeheizten Standort, gefolgt von einer Wachstumsperiode im Freien auf einem Balkon, einer Terrasse oder im Garten. Wählen Sie einen Freilandbonsai nur, wenn Sie diese Bedingungen bieten können.

Ein wunderschöner blühender Freilandbonsai. Bei Freilandbonsais gibt es mehr Arten und Sorten (blühende Arten, buntes Laub)
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Bonsai gestalten: Schritt für Schritt?Welche Pflege brauchen alle Bonsais?
Ein Bonsai benötigt eine spezielle Pflege, die nicht mit der Pflege von Zimmerpflanzen vergleichbar ist. Er darf beispielsweise nicht in einen tiefen Topf mit Blumenerde für Grünpflanzen gesetzt werden. Sein Substrat muss eine optimale Sauerstoffversorgung der Wurzeln ermöglichen.
Wie gießt man Bonsai?
Das Gießen von Bonsai ist sehr speziell und entscheidend. Da ihr Substrat kleinen Kieselsteinen ähnelt, die nicht an den Wurzeln haften, benötigen sie häufiges, regelmäßiges Gießen. Je drainierender ein Substrat ist, desto mehr Wasser braucht die Pflanze.
Gießen Sie reichlich, im Freien oder in einem Spülbecken, wo das Wasser problemlos ablaufen kann und Sie keine Angst haben müssen, alles zu überschwemmen. Eine Brause am Gartenschlauch oder eine Duschbrause ist ideal. Auch das Laub darf dabei ruhig nass werden.
Nach einigen Minuten gießen Sie ein zweites Mal gründlich.
Wenn die Pflanze „abgetropft“ ist, können Sie sie wieder an ihren Platz stellen.

Bonsai mit einer Schlauch- oder Duschbrause reichlich gießen
Wie topft man einen Bonsai um?
Bonsai sollten alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden (bei besonders wüchsigen Arten manchmal bereits nach einem Jahr), damit die Wurzeln gesund bleiben und ein optimales Wachstum möglich ist. Topfen Sie im zeitigen Frühjahr um, bevor das Wachstum wieder einsetzt. Sie sollten umtopfen, wenn sich die Wurzeln kreisförmig um die Pflanze entwickeln. Ist dies nicht der Fall, warten Sie ein weiteres Jahr.
Verwenden Sie eine gut drainierende, spezielle Bonsai-Mischung, damit die Wurzeln nicht faulen. Zwei Möglichkeiten gibt es:
- Es gibt Bonsaierde auf Basis von Torf, Pinienrinde, Bims und Gartenerde. Sie wird häufig von Anfängern oder für weniger anspruchsvolle Arten verwendet.
- Bonsai-Liebhaber mischen ihr Substrat selbst aus Vulkangestein, Ton und organischem Material wie Pinienrinde, ganz ohne Erde oder Blumenerde. Dieser Substrattyp sorgt für eine optimale Sauerstoffversorgung der Wurzeln und verhindert Wurzelfäule.
Beim Umtopfen werden die Wurzeln des Miniaturbaums zurückgeschnitten, um sein Wachstum zu begrenzen und Platz im Topf zu schaffen. Nach dem Entwirren des Wurzelballens entfernt man etwa ein Drittel des Substrats und der Wurzeln. Dabei kürzt man die dicksten Wurzeln, damit sich mehr Feinwurzeln bilden, die Wasser und Nährstoffe besser aufnehmen können.
Beim Umtopfen muss der Topf daher nicht unbedingt gewechselt werden. Stattdessen erneuert man das Substrat und nutzt die Gelegenheit zum Wurzelschnitt.
Wie schneidet man einen Bonsai?
Der Rückschnitt ist unverzichtbar, um einen Bonsai gesund zu halten und ein harmonisches Wachstum zu fördern. Schneiden Sie leicht, aber regelmäßig, um die gewünschte Form zu erhalten und ein kompaktes Wachstum anzuregen. Abgestorbene oder schwache Zweige sollten entfernt werden, damit sich neue Triebe bilden können. Schneiden Sie die Triebe mit einer scharfen Schere nach 4 oder 5 Blättern auf 3 oder 4 Blätter zurück. Bonsai für draußen wachsen schneller als Zimmerbonsai.
Um den Bonsai zu formen, werden Drähte angelegt. Dabei wird ein Aluminium- oder Kupferdraht vorsichtig um Zweige und Stamm gewickelt. Ziel ist es, Wachstum und Wuchsrichtung der Zweige zu steuern und ästhetische, kunstvolle Formen zu schaffen, die an Größe und Gestalt ausgewachsener Bäume in der Natur erinnern.
Rückschnitt und Drahten erfordern Geduld und sind eine echte Kunst.

Eine Kiefer als Outdoor-Bonsai in mineralischem Substrat, mit einer Schere geschnitten
Zimmerbonsai pflegen?
Welcher Standort eignet sich für Zimmerbonsai?
Zimmerbonsai gedeihen an hellen Standorten, jedoch ohne dauerhaft pralle Sonne. Stellen Sie sie an ein sehr helles Fenster. Der Bonsai braucht viel Licht und eventuell einige Stunden Sonne am Morgen oder späten Nachmittag. Achten Sie auf Temperaturschwankungen und Zugluft, da diese die Gesundheit Ihrer Zimmerpflanzen beeinträchtigen können.
Wie gießt man einen Zimmerbonsai richtig?
Das Gießen ist für Zimmerbonsai entscheidend. Das Substrat sollte stets gleichmäßig feucht bleiben, ohne dass die Wurzeln im Wasser stehen. Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit regelmäßig und gießen Sie, sobald die oberste Schicht zu trocknen beginnt. Das Besprühen der Blätter mit kalkfreiem Wasser trägt ebenfalls zu einer höheren Luftfeuchtigkeit bei. Bonsai schätzen dies. Sie können sie auch auf ein mit Wasser gefülltes Tablett stellen.

Ein Zimmerbonsai der Gattung Ficus, der das Besprühen seiner Blätter schätzt
Welche Düngung für Zimmerbonsai?
Topfpflanzen und besonders Bonsai benötigen regelmäßig Nährstoffe, da häufiges Gießen Nährstoffe aus dem Substrat auswäscht. Verwenden Sie einen flüssigen, ausgewogenen Dünger, der speziell für Bonsai entwickelt wurde. Geben Sie ihn während des aktiven Wachstums, meist im Frühjahr und Sommer. Düngen Sie jedoch nicht während der Dormanz. Geben Sie ihn während der Wachstumszeit alle 15 Tage ins Gießwasser.
Welche Probleme treten bei Zimmerbonsai häufig auf?
Wenn Ihr Bonsai Blätter verliert, liegt das meist an einem zu dunklen Standort oder falschem Gießen. Einige Arten verlieren im Herbst jedoch ganz natürlich ihre Blätter. Zu den häufigen Problemen bei Zimmerbonsai zählen Schädlinge wie Blattläuse und Schildläuse sowie Pilzkrankheiten. Kontrollieren Sie Ihre Pflanze regelmäßig und isolieren und behandeln Sie Probleme sofort bei ihrem Auftreten.
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Zimmerpflanzen: Pflege nach Jahreszeit?Bonsai im Freien pflegen?
Als Bonsai im Freien kultivierte Arten benötigen eine winterliche Dormanz in einem frostfreien, ungeheizten Raum. Während des Wachstums stehen sie im Freien.
Welcher Standort und welche Exposition eignen sich für Bonsai im Freien?
Bonsai im Freien benötigen direktes Sonnenlicht für ein kräftiges Wachstum. Stellen Sie sie an einen sonnigen Platz im Garten oder auf der Terrasse und achten Sie auf mindestens sechs Sonnenstunden täglich. Drehen Sie den Topf regelmäßig, damit sie gleichmäßig wachsen.
Wie gießt man einen Bonsai im Freien richtig?
Auch das Gießen ist bei Bonsai im Freien entscheidend, da sie durch Sonne und Wind schneller austrocknen können. Prüfen Sie die Feuchtigkeit des Substrats regelmäßig und gießen Sie reichlich, sobald die oberste Schicht trocken ist. Stellen Sie den Topf auf ein Plateau, das überschüssiges Wasser auffängt und die Feuchtigkeit um die Pflanze konstant hält. In heißen, trockenen Sommerperioden kann ein Bonsai im Freien bis zu zweimal täglich gegossen werden. In der Übergangszeit genügt oft einmal täglich, im Winter kaum: etwa alle zwei bis drei Wochen.
Welche Düngung brauchen Bonsai im Freien?
Bonsai im Freien verbrauchen aus den im vorherigen Kapitel genannten Gründen die Nährstoffe im Boden schnell. Verwenden Sie einen speziell für Bonsai entwickelten, kalium-, phosphor- und stickstoffreichen Dünger, um ein gesundes Wachstum zu fördern. Düngen Sie während der gesamten aktiven Wachstumsperiode ausgewogen.
Welche häufigen Probleme treten bei Bonsai im Freien auf?
Auch sie sind Parasitenbefall und Pilzkrankheiten ausgesetzt. Allerdings sind sie im Freien zwar anfälliger für Parasiten, treffen dort aber auch auf nützliche Helferinsekten – anders als Zimmerpflanzen. Viele Probleme lassen sich mit natürlichen Mitteln behandeln, etwa mit Schwarzseife gegen Blattläuse und Schildläuse oder mit ätherischen Ölen.
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