Brennnessel: eine Pflanze mit zahlreichen Vorzügen
im Gemüsegarten und im Garten
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Wer sich daran reibt, sticht sich! Die Brennnessel, auch „Große Brennnessel“ oder Weiße Brennnessel genannt (Urtica dioica), hinterlässt oft eine sehr einprägsame Erinnerung. Wer ist ihren brennenden Nadeln nicht schon einmal etwas zu nahe gekommen?

Laub und Blütenstand der Brennnessel.
Verhasst, verflucht, wird diese wilde Pflanze mit ihren zahlreichen Vorzügen oft in die Reihe der Ausgestoßenen verbannt, da sie dem perfekten Gartenbild widerspricht. Doch immer mehr Gärtner, die Wert auf einen 100 % biologischen Gemüsegarten legen, sehen in ihr eine wertvolle Hilfe und nutzen sie insbesondere für den Anbau von Tomaten.
Als Aufguss, Abkochung, Jauche und in anderen grünen Mixturen, ganz ohne Hexerei, ist die Brennnessel zur Meisterin der pflanzlichen Zubereitungen geworden!
Die Brennnesseljauche als Biostimulans, Dünger, Repellent gegen Parasiten, insbesondere Blattläuse, Wachstumsförderer für Pflanzen, Elicitor oder Stimulator der pflanzlichen Immunabwehr und sogar Unkrautvernichter … ist für ihre zahlreichen Vorzüge bekannt.
Getrocknet, manchmal zu Pulver verarbeitet oder frisch, wird die Brennnessel auch als Kräutertee zur Linderung von Gelenkschmerzen verwendet. In der Küche eignet sie sich ebenfalls für verschiedene Zubereitungen.
Welche Vorteile haben die Brennnessel und ihre berühmte Jauche? Wir verschaffen uns einen Überblick!
Entdecken Sie auch das Video von Olivier „Warum Brennnesseln im Garten behalten?“
Brennnesseljauche, der Zaubertrank des Gartens
Die Brennnesseljauche, die richtiger als fermentierter Brennnesselextrakt bezeichnet werden sollte, wird durch die aerobe Fermentation ihrer Blätter und Stängel über einen Zeitraum von ein bis drei Wochen gewonnen.
Durch diese Fermentation werden die Wirkstoffe der Pflanzen freigesetzt. Diese Jauche, die sehr oft als übelriechende Mischung beschrieben wird, ist dennoch bei fachgerechter Herstellung praktisch geruchlos, klar und leicht aufzubewahren.
Die Brennnessel ist dafür bekannt, zu kräftigen, das mikrobielle Bodenleben anzuregen, die Reifung des Komposts zu fördern und die Chlorophyllfunktion zu verbessern.
Deshalb wird ihre Jauche, ein wahres Elixier, als vorbeugende Behandlung gegen Krankheiten, aber auch als natürlicher Dünger verwendet. Damit kann man auf unnötige und umweltschädliche chemische Produkte verzichten … und sie ist kostenlos!
Nichts ist einfacher, als eine Fermentation durchzuführen, denn dazu müssen Pflanzen lediglich mehrere Tage in Wasser eingeweicht werden. Das einzige Risiko: Die Herstellung misslingt und aus der Fermentation wird Fäulnis. Man erhält eine bräunliche, wirkungslose und besonders übelriechende Flüssigkeit. Ein zum richtigen Zeitpunkt gewonnener Fermentextrakt verströmt einen erträglichen Geruch. Keine Sorge, das Rezept ist kinderleicht … Und wir erklären Ihnen alles Schritt für Schritt in diesem Tutorial : “Wie stellt man Brennnesseljauche her?“
Wenn Sie der Gedanke an die Herstellung eines stinkenden Safts abschreckt oder Sie nicht die nötige Zeit dafür haben, können Sie ihn auch kaufen! Fertige Brennnesseljauche ist erhältlich und muss nur noch mit Wasser verdünnt werden. Das erleichtert das Leben von Stadtgärtnern, die Schwierigkeiten haben können, Brennnesseln zu beschaffen, aber auch von Besitzern kleiner Gärten, die nur geringe Mengen benötigen.
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Brennnesseljauche herstellen – AnleitungDie Verwendung von Brennnesseljauche
Auch wenn Brennnesseljauche ihre positive Wirkung in großem Maßstab wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen hat, gehört sie zu den beliebtesten Pflanzenmitteln von Biogärtnern, die großen Wert darauf legen, ihr Gemüse auf natürliche Weise ohne chemischen Dünger und Pestizide anzubauen. Im Gemüsegarten ebenso wie im Ziergarten wird sie verwendet als:
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Dünger, Düngemittel
Brennnesseljauche wird aufgrund ihrer hohen Stickstoffkonzentration häufig als natürlicher Dünger betrachtet, der das Wachstum der Pflanzen anregt und die Entwicklung von Stängeln, Blättern und Wurzeln fördert.

Tatsächlich ist jedoch anzumerken, dass die Bezeichnung natürlicher Dünger oder natürlicher Düngestoff nicht ganz zutreffend ist, da ihr Gehalt an Stickstoff, Phosphor und Kalium nicht ausreichen dürfte, um sie als solchen einzustufen. Das tut ihrer Wirksamkeit jedoch keinen Abbruch: Brennnesseljauche wirkt vielmehr als Pflanzenstärkungsmittel.
Viele Gärtner beobachten nämlich ein verstärktes Wachstum, das zu einer früheren Entwicklung der Pflanzen führt – natürlich bei Blattgemüse, aber auch bei Tomatenjungpflanzen, die früher blühen und fruchten sollen, was besonders in Regionen mit kurzen Sommern interessant ist.
Außerdem ist zu beachten, dass Stickstoff das Blattwachstum auf Kosten der Blüte fördert. Deshalb empfehlen wir Ihnen, Brennnesseljauche nur in den ersten Wochen nach der Pflanzung als Gießmittel zu verwenden, um das vegetative Wachstum anzuregen. Anschließend können Sie bei Bedarf auf Beinwelljauche zurückgreifen, die eher den Fruchtansatz fördert.
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Abwehrmittel gegen Schädlinge, darunter Blattläuse
Pflanzliche Extrakte sind keine echten Pestizide, da sie die Schädlinge nicht vollständig beseitigen. Sie verwirren lediglich die Orientierung bestimmter Insekten und begrenzen den Befall, indem sie deren Beweglichkeit sowie ihre Fähigkeit zur Fortpflanzung und Nahrungsaufnahme beeinträchtigen. Pflanzliche Extrakte enthalten Moleküle, von denen einige die Pflanze dazu anregen, Stoffe zu bilden, die sie für Schädlinge ungenießbar machen. Andere können Moleküle enthalten, die auf den Stoffwechsel der Schädlinge wirken. Stellen Sie einen Auszug aus frischen Blättern her, indem Sie 1 kg Blätter 12 Stunden lang in 10 Litern Wasser mazerieren. Verdünnen Sie ihn auf 10 %, indem Sie 1 Liter Jauche mit 10 Litern Wasser mischen, vorzugsweise mit Regenwasser.

Brennnesseljauche hilft gegen Blattlauskolonien
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Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen
Pflanzliche Extrakte regen die Abwehrkräfte der Pflanzen an und verbessern dadurch die Aufnahme von Mineralstoffen. Fragen Sie sich jedoch immer zunächst, ob ein Eingreifen wirklich notwendig ist. Wenn eine Pflanze gesund bleibt, warum sollten Sie dann ihre natürlichen Abwehrkräfte anregen? Braucht sie das wirklich?
In einem naturnah bewirtschafteten Gemüsegarten, in dem die Biodiversität erhalten bleibt, Pestizide und chemische Dünger verboten sind und der Boden geschützt wird … Kurz gesagt: Unter guten Bedingungen werden Pflanzen nur selten krank. Und wenn ein Schädlingsbefall auftritt, begrenzen Nützlinge die Schäden, ebenso wie beispielsweise Insektenschutznetze. Es ist daher nicht nötig, die Pflanzen zu behandeln, auch nicht mit einem pflanzlichen Extrakt, wenn dies nicht erforderlich ist. Wenn die Pflanzen hingegen nach einem besonderen Ereignis wie einem Hagelschauer oder einer Hitzewelle geschwächt sind, können Sie verdünnten fermentierten Brennnesselauszug (20 %, also 1 Liter Jauche auf 5 Liter Wasser) spritzen, damit sie sehr schnell auf den Angriff reagieren können.
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Mittel gegen Eisenchlorose
Chlorose führt zu einer Verfärbung des Laubs. Dieses Phänomen ist nicht auf einen Eisenmangel im Boden zurückzuführen, sondern auf eine Blockade der Eisenaufnahme, die häufig durch einen zu hohen Kalkgehalt verursacht wird. Brennnesseln enthalten reichlich Eisen. Spritzungen mit einer auf 5 % verdünnten Jauche oder eine 10%ige Verdünnung zum Gießen könnten die Symptome dank Bakterien zum Verschwinden bringen, die das Eisen für Pflanzen verfügbar machen, ohne das Problem tatsächlich zu beheben. Es ist unbedingt notwendig, langfristig für einen möglichst lebendigen Boden zu sorgen, insbesondere indem Sie ihn regelmäßig mit organischem Material anreichern.
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Kompostbeschleuniger
Die Pflanzenreste nach dem Filtern und sogar die Jauchereste (auch ungefiltert) können auf den Komposthaufen gegeben werden. Brennnesseljauche soll den Abbau der Kompostabfälle aktivieren und beschleunigen.
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Unkrautvernichtungsmittel
Unverdünnte Brennnesseljauche gilt als gutes natürliches Unkrautvernichtungsmittel. Vorsicht: In dieser Form ist sie auch umweltschädlich. Ihr hoher Stickstoffgehalt führt nämlich zu einer Anreicherung von Nitraten (die bei der Nitrifikation des Stickstoffs entstehen) im Boden und damit zu einer nicht unerheblichen Toxizität für die Tier- und Pflanzenwelt. Dies beeinträchtigt zwangsläufig die Biodiversität. Denken Sie daran, dass Produkte, auch natürliche, nicht unbedacht eingesetzt werden dürfen!
Weitere Verwendungen der Brennnessel
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Die Brennnessel, eine Säule der Biodiversität
Wenig beliebt und als „Unkraut“ betrachtet, ist die Brennnessel in Gärten dennoch äußerst wertvoll, insbesondere in ökologisch ausgerichteten Gärten. Tatsächlich ist sie eine Wirtspflanze für eine Vielzahl von Insekten, darunter mehrere Raupenarten wie das Tagpfauenauge oder den Kleinen Fuchs.
Achten Sie deshalb darauf, in Ihrem Garten immer eine kleine wilde Ecke für Brennnesseln zu lassen: Die Tierwelt wird es Ihnen danken!

Links: Raupe des Kleinen Fuchses (Aglais urticae) – Rechts: Paarungszeit bei den Marienkäfern.
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Die Brennnessel, eine Heilpflanze, die Sie auch in der Küche ausprobieren sollten
Als Suppe ist die Brennnessel köstlich und reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie wird außerdem als harntreibender und antibakterieller Tee verwendet und kann sogar das Haarwachstum anregen!
In der Küche verfeinert sie zahlreiche Zubereitungen wie Salate, Quiches, Kuchen, Cookies und kann sogar als Pesto genossen werden!
Weitere Informationen :
- „Brennnesseljauche und Co.“ im Verlag Terran.
- „Revolution im Gemüsegarten“ von Guylaine Goulfier.
- Unsere Anleitung: Brennnesselpulver selbst herstellen
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