Dickmaulrüssler bekämpfen?
Erkennen und natürlich bekämpfen
Inhaltsverzeichnis
Dickmaulrüssler schädigen Wurzeln von Stauden und Gehölzen. Erfahren Sie, wie Sie diese Schädlinge erkennen und bekämpfen.
Dickmaulrüssler erkennen
Dickmaulrüssler sind kleine Käfer (7 bis 10 mm), die sich sehr unauffällig verhalten und im Garten nur schwer zu entdecken sind.
Diese Rüsselkäfer sind hauptsächlich nachtaktiv und meist dunkel gefärbt. Sie sind schwer zu sehen, sodass man ihre Anwesenheit oft erst bemerkt, wenn Schäden sichtbar werden. Tagsüber kann man sie gelegentlich auf den Blättern von Pflanzen entdecken. Sobald Sie ihnen jedoch zu neugierig kommen, lassen sie sich zu Boden fallen und rollen sich zu einer Kugel zusammen.
In der Natur wurden mehr als 900 Arten dieser Gattung bestimmt, doch nur wenige davon sind schädlich.
Wie alle Insekten dieser Familie besitzen Dickmaulrüssler einen Rüssel (eine Art Kauapparat), mit dem sie die Blätter Ihrer Lieblingspflanzen in ein Spitzenmuster verwandeln. Ihre Fühler sind geknickt und die weiß gesprenkelten Deckflügel bilden ihren Panzer. Die beinlose Larve ist klein, gebogen und gedrungen. Sie lebt unter der Bodenoberfläche in einer Wurzel, die ihr als Behausung und Nahrungsvorrat dient.

Dickmaulrüssler und seine Larve
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Der Dickmaulrüssler verbringt den Großteil seines Lebens als Larve. Meist dauert es ein Jahr, bis sie schlüpft und zum ausgewachsenen Käfer wird. Unter der Erde ernährt sie sich von Pflanzenwurzeln.
Im Frühjahr verpuppt sich die Larve. Daraus schlüpfen erwachsene Käfer, die sich zur Eiablage nicht paaren müssen: Die Weibchen vermehren sich durch Parthenogenese (Fortpflanzung ohne Befruchtung der Eier). Sie können pro Nacht bis zu 600 Eier am Wurzelansatz ablegen.
Die erwachsenen Käfer fressen nur Blätter und verursachen weit geringere Schäden als die Larven. Sie können nicht fliegen.
Warme, trockene Sommer sowie milde, niederschlagsarme Winter begünstigen diese Art stark – sie hat also noch eine große Zukunft vor sich!

Dickmaulrüsslerlarven und der erwachsene Käfer
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Die Larve sitzt oft mitten in den Wurzelstöcken alternder Stauden, die zu lange am selben Standort stehen. Auch in Töpfen oder Balkonkästen findet man diesen weißen Wurm. Wurzeln und Rhizome werden beschädigt und ausgehöhlt. Die Pflanze stellt ihr Wachstum ein und welkt allmählich. Sie wird kümmerlich und schwach.
Die Käfer stechen von außen unterschiedlich tief und unregelmäßig in die Blattspreite.
Dieses Schadbild kann mit dem der Blattschneiderbienen (Megachilidae) verwechselt werden, die Blätter tiefer und gleichmäßig halbmondförmig aushöhlen.

Typische Fraßlöcher auf einem Blatt der Alpenrose (©Oregon State University)
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Von wegen wählerisch: Der Dickmaulrüssler befällt zahlreiche Nutz- und Zierpflanzen. Besonders Erdbeere, Himbeere, Weinrebe, Eibe, Pfaffenhütchen, Kirschlorbeer, Flieder, Rote Glanzmispel, Alpenrose, Liguster und Schneeball sowie Astilbe, knollige Begonie, Bergenie, Purpurglöckchen, Lilientraube, Maiglöckchen, Steinbrech, Fetthenne und Schaumblüte sind gefährdet.

Alpenrosen, Moorbeetpflanzen, Immergrüne Ölweide und Begonien werden häufig von Dickmaulrüsslern befallen
Bekämpfungsmethoden
Natürliche Bekämpfung
Es gibt mehrere wirksame Möglichkeiten, diesen Käfer zu bekämpfen:
- Das Ausbringen von Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) ist zweifellos die wirksamste und umweltfreundlichste Maßnahme gegen diesen Schädling. Die Nematoden parasitieren die Larven und töten sie von innen ab, ähnlich wie ein Bandwurm. Das anzurührende Pulver wird von April bis zum Herbst ausgebracht, um die Larven vor der Verpuppung abzutöten. Halten Sie den Boden in den folgenden Tagen gut feucht, da die Nematoden sonst absterben können. Bringen Sie sie nicht bei Temperaturen unter 12 Grad aus, da die verwendete Nematoden-Art sehr kälteempfindlich ist! Entdecken Sie unsere Nematoden gegen Dickmaulrüsslerlarven in unserem Onlineshop.
- Das Absammeln von Hand ist eine gute Methode, um die Ausbreitung der ausgewachsenen Käfer im Sommer einzudämmen. Gehen Sie dazu einfach am frühen Abend mit einer Taschenlampe durch den Garten und sammeln Sie die Käfer ab.
- Eine Mulchschicht, die die Bodenfeuchtigkeit bewahrt, stört den Entwicklungszyklus der Larven, die Feuchtigkeit nicht mögen.

Sammeln Sie Dickmaulrüssler nachts von Hand ab, wenn sie herauskommen, und mulchen Sie empfindliche Sträucher – zwei Maßnahmen, um sie loszuwerden
Vorbeugung
- Kontrollieren Sie die Wurzelballen gekaufter Pflanzen gründlich, um eine Ausbreitung der Art in Ihrem Garten zu verhindern. Wenn Sie angegriffene Wurzeln entdecken und Zweifel haben, sollten Sie die Pflanze vorsichtshalber nicht kaufen;
- Geben Sie dem Igel einen Platz in Ihrem Garten! Er frisst die Larven in der oberen Bodenschicht. Legen Sie in einer Gartenecke einen kleinen Holz- oder Laubhaufen an, damit er in der Nähe bleibt;
- Wenn Sie Hühner halten, lassen Sie sie von Zeit zu Zeit im Garten herumlaufen. Sie können den Boden aufkratzen und die Larven aufspüren!
- Mehrere Pflanzen gelten als abschreckend gegen diese Art: Rosmarin, Thymian, Knoblauch und gemahlener Pfeffer. Keine seriöse Studie konnte ihre Wirksamkeit bisher bestätigen.

Der Igel als nachtaktiver Jäger – ein Verbündeter für Ihren Garten!
François’ Tipp: Dieses reizende kleine Tier befällt bevorzugt ältere oder gestresste Pflanzen! Denken Sie daran, Ihre Stauden regelmäßig zu teilen oder zu erneuern und sie an einem Standort zu pflanzen, an dem sie sich wohlfühlen.
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