Eine Blumenwiese säen: Warum und wie?
Eine Insel der Biodiversität in Ihrem Garten
Inhaltsverzeichnis
Sind Sie das ewige Grün Ihres Rasens leid? Möchten Sie weniger Zeit mit dem Mähen Ihres Rasens verbringen? Gibt es in Ihrem Garten eine etwas vernachlässigte Ecke, die Sie auf natürliche Weise aufwerten möchten?
Wie wäre es, wenn Sie mit einer gesäten Blumenwiese für eine idyllische Atmosphäre sorgen?
Das Säen einer Blumenwiese bietet zahlreiche Vorteile. Sie ermöglicht es, mit geringem Aufwand Brachland, ein Beet oder einen Teil des Rasens in eine ländliche Oase zu verwandeln. Als i-Tüpfelchen können Sie damit auch noch Zeit bei der Pflege sparen. Denn eine Blumenwiese benötigt im Gegensatz zu einem herkömmlichen Rasen, der regelmäßig gemäht werden muss, nur ein oder zwei Mähvorgänge im Jahr. Vor allem aber fördert sie die Biodiversität. Als Rückzugsort und Nahrungsquelle ist sie für Nützlinge im Garten wie den Marienkäfer, aber auch für Bestäuber, Schmetterlinge sowie Vögel und kleine Säugetiere von Nutzen.
Hier finden Sie einige Erklärungen, die Ihnen bei der Auswahl Ihrer Blumenwiese helfen, einige Verwendungsideen sowie praktische Tipps zum Säen und Pflegen Ihrer Blumenwiese.

Samen für die Blumenwiese: Welche Mischung wählen?
Ob auf einer Blumenwiese oder in einer Blumenbrache – es gibt eine große Auswahl an Mischungen verschiedener Arten zum Aussäen. Bei der Auswahl können Sie mehrere Kriterien berücksichtigen:
Die Lebensdauer der Blumen
Der Unterschied zwischen einer Blumenwiese und einer Blumenbrache liegt in der Lebensdauer der Blumen:
- Mischungen für eine Blumenwiese bestehen aus einjährigen, zweijährigen und mehrjährigen Blumen und sind relativ langlebig,
- Mischungen für eine Blumenbrache bestehen aus einjährigen Blumen und sind nur für die Dauer eines Jahres vorgesehen. Diese Option wählen Sie, wenn Sie eine Fläche vorübergehend begrünen möchten.
Der gewünschte Stil
Die Auswahl einer Mischung hängt von Ihrem Geschmack ab. Es gibt Mischungen aus ganz einfachen Feldblumen wie der Kornblume, dem Klatsch-Mohn usw., die Ihrem Garten einen ausgeprägt ländlichen Charakter verleihen, aber auch komplexere Mischungen, die auf einer oder zwei dominierenden Farben basieren oder einem bestimmten Stil entsprechen (mittelalterlich, barock …). Einige Mischungen wurden auch speziell für Feldblumensträuße zusammengestellt (bei Kindern garantiert ein Erfolg!). Sie enthalten zahlreiche Arten wie Garten-Zinnie, Malope, Großblütiges Schleierkraut, Ringelblume usw.
Das gewünschte Ziel
Blumenwiesen und Blumenbrachen sind sehr nützlich, da sie Vögeln, zahlreichen Insekten, darunter Bestäubern und Schmetterlingen, Nahrung und Unterschlupf bieten. Einige Mischungen können auch eine abschreckende Wirkung haben. So können Sie in der Nähe des Gemüsegartens Blühstreifen aussäen, die als Barriere gegen Kartoffelkäfer oder Schnecken dienen, aber auch Nützlinge anlocken, um Ihre Kulturen vor möglichen Schädlingen wie beispielsweise Blattläusen zu schützen.
Der Standort der zu begrünenden Fläche
Blumenwiesen wachsen in der Regel problemlos in der Sonne und in jeder guten Gartenerde. Einige Mischungen eignen sich jedoch besonders für Bereiche, die sich nur schwer begrünen lassen: Schatten, den Bereich unter Bäumen, trockene Böden, Böschungen oder kürzlich umgegrabene Böden, die angereichert werden müssen … Für diese Standorte sind sie besonders zu empfehlen.

Eine Mischung aus Blumen, die sich von Kindern leicht pflücken lassen
Beachten Sie, dass Sie für eine ökologischere und langlebigere Blumenwiese ausschließlich indigene Arten auswählen sollten. Wenn Sie auf dem Land leben, können Sie daher durchaus selbst Samen auf einer natürlichen, regionalen Wiese sammeln und anschließend in Ihrer eigenen Wiese aussäen. Das ist zwar ziemlich aufwendig, aber die bereits an Ihre Region angepassten indigenen Blumen werden sich langfristig leichter entwickeln.
Wann sollte man eine Blumenwiese säen?
Sie können Ihre Blumenwiese aussäen:
- entweder im Frühjahr, von März bis Mai,
- oder im Herbst, zwischen September und Oktober.
Die Herbstaussaat hat den Vorteil, dass sich die Samen besser etablieren können, insbesondere bei mehrjährigen Arten. Die winterliche Kälte trägt außerdem dazu bei, die Dormanz der Samen zu beenden: Bei Kälteeinwirkung „wachen sie auf“, und die Keimung im Frühjahr fällt dadurch besser aus.
Die Frühjahrsaussaat eignet sich besonders für Mischungen aus einjährigen Blumen. Idealerweise wird sie im März durchgeführt, damit sich die Blumenwiese besser etabliert.
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Wie sät man eine Blumenwiese?
Eine Blumenwiese wird auf zuvor für die Aussaat vorbereitetem Boden angelegt.
Erster Schritt: das Entfernen des Unkrauts auf der Fläche
Wenn Sie gut mit dem Spaten umgehen können und es eilig haben, Ihre Blumenwiese zu säen, gehen Sie folgendermaßen vor:
- Mähen Sie den Rasen oder die bestehende Rasenfläche mit angebrachtem Fangkorb sehr kurz.
- Nehmen Sie anschließend einen Spaten oder eine Hacke und tragen Sie die obersten 5 Zentimeter des Bodens ab. Ziel ist es, alle Wurzeln des Rasens zu entfernen.
Diese Methode ist ziemlich anstrengend. Deshalb schlage ich Ihnen eine weniger ermüdende Alternative vor, die Sie im Herbst durchführen können:
- Mähen Sie die Fläche zunächst, wie gerade beschrieben, sehr kurz,
- breiten Sie eine Plane, Kartons oder auch eine sehr dicke Schicht Stroh aus, um das Gras im Winter zu ersticken und absterben zu lassen.
- Entfernen Sie zu Beginn des Frühjahrs die Plane beziehungsweise die Karton- oder Strohreste von der Fläche.
Zweiter Schritt: die Vorbereitung des Bodens
Sobald die Fläche von Unkraut befreit ist, können Sie den Boden für die Aussaat vorbereiten. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:
- Lockern Sie zunächst den Boden mit einer Grabegabel oder einer Spatengabel,
- ebnen Sie ihn und zerteilen Sie die Wurzelballen mit einer Gartenkralle,
- harken Sie die Fläche fein.
Wenn Ihr Boden regelmäßig und schnell von Unkraut überwuchert wird, können Sie zu diesem Zeitpunkt die Technik der Falschaussaat anwenden. In diesem Fall erfolgt die eigentliche Aussaat der Blumenwiese 15 Tage bis 3 Wochen später.
Dritter Schritt: die Aussaat der Samen für die Blumenwiese
Dies ist der einfachste Schritt:
- Säen Sie die Samen breit aus und achten Sie darauf, die gesamte Bodenfläche möglichst gleichmäßig zu bedecken,
- Führen Sie die Rasenwalze (oder die Rückseite einer Schaufel) über die Fläche, damit die Samen guten Kontakt mit dem Boden haben,
- Bewässern Sie mit feinem Sprühstrahl, damit die Samen nicht weggespült werden;
Hinweis: Es ist wichtig, die Aussaatmenge nicht zu hoch anzusetzen. Im Allgemeinen rechnet man mit 5 bis 7 g Saatgut pro m². Bei einer höheren Menge neigen die Pflanzen dazu, zu vergeilen und miteinander zu konkurrieren. Um die richtige Menge an auszusäenden Samen zu bestimmen, sollten Sie unbedingt die zu bedeckende Fläche berechnen und anschließend die Samen abwiegen.
Beispiel: Für eine 4 Meter lange und 5 Meter breite Fläche, also 20 m2, benötigen Sie 20 x 7 Gramm = 140 Gramm Samen, höchstens.
Eine Blumenwiese richtig pflegen und lange erhalten
Die Blumenwiese benötigt keine Pflege, außer einem Schnitt am Ende der Saison. Eine goldene Regel: Vergessen Sie den Rasenmäher bei der Pflege einer Blumenwiese! Sie würden Ihre Mühen des ganzen Jahres zunichtemachen, denn die in den Gräsern vorhandenen Insekten (Eier, Larven, Nymphen und ausgewachsene Tiere) sowie die Nester der Bestäuber würden eingesaugt und zerhäckselt. Ebenso saugt man beim Mähen die Samen der einjährigen Pflanzen auf, obwohl man erreichen möchte, dass sie sich spontan wieder aussäen. Bleiben Sie konsequent!
Wie pflegt man also eine Blumenwiese?
- Wann mähen?
Wenn die Wiese bereits etabliert ist oder im Herbst ausgesät wurde, erfolgt der erste Schnitt Mitte Mai, dadurch wird die Blüte der gesamten Fläche von Juli bis Oktober gefördert. Ein zweiter Schnitt erfolgt anschließend Mitte Oktober. - Wie mähen?
Bei kleinen Flächen bevorzugt man eine Handsichel, eine Sense oder einen Freischneider.
Für eine größere Fläche eignet sich ein rückentragbarer Freischneider besser.
Wenn Sie verhindern möchten, dass sich nitrophile Arten wie Brennnessel, Distel oder Bärenklau durchsetzen, sollten Sie die Wiese nicht anreichern, indem Sie das Schnittgut vor Ort verrotten lassen. Nach dem Mähen lässt man die Rückstände daher einige Tage trocknen, damit sie austrocknen und Gewicht verlieren, anschließend sammelt man sie zusammen und transportiert sie mit der Gabel ab. Für große Wiesen empfehle ich Ihnen, von der Mitte nach außen konzentrisch zu mähen, sodass die Insekten zum Rand fliehen können.
Es ist außerdem möglich, eine Rückzugsfläche für die Tierwelt zu erhalten und diesen Bereich nur alle zwei oder drei Jahre zu mähen. Diese Rückzugsfläche sollte idealerweise ein Viertel der Blumenwiesenfläche ausmachen.
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