Gärtnern auf schwerem, feuchtem Boden
im Zier- und Gemüsegarten
Inhaltsverzeichnis
Schwerer Lehmboden klebt bei Regen, speichert aber Nährstoffe und Wasser. Mit passenden Pflanzen und guter Pflege gedeihen hier prächtige Beete.
Schweren Boden erkennen?
Der Wurst- oder Kügelchentest
Nehmen Sie eine gute Handvoll leicht feuchte Erde und rollen Sie sie zwischen den Händen zu einer „Wurst“. Gelingt Ihnen eine perfekte „Wurst“ ohne Risse, ist Ihr Boden überwiegend tonhaltig und somit schwer.
Eine weitere sehr schnelle Methode besteht darin, eine kleine Kugel aus ebenfalls leicht feuchter Erde zu formen. Werfen Sie sie ohne Rücksicht auf eine harte Fläche (die Terrasse, die Badezimmerfliesen …). Bleibt die Kugel ganz, ist Ihr Boden überwiegend tonhaltig und somit schwer.

Kügelchentest
Analyse im Marmeladenglas: der Sedimentationstest
Erde besteht nur sehr selten ausschließlich aus Sand, Schluff oder Ton. Meist handelt es sich um eine ausgewogene Mischung aus allen drei Bestandteilen. Der Sedimentationstest ist einfach durchzuführen: Geben Sie etwas Erde in ein mit Wasser gefülltes Glas und warten Sie, bis sich die verschiedenen Bestandteile absetzen. So erkennen Sie den Anteil von Sand, Schluff und Ton in Ihrem Boden.
→ Mehr über die Bestimmung der Bodenart erfahren Sie in unserem Ratgeber „Bodenart bestimmen: tonhaltig, sandig, schluffig …“
„Unkraut“ beobachten
Die indigene Pflanzenwelt verrät oft viel über unseren Boden: Das gilt für Bioindikatorpflanzen. Breit-Wegerich und Spitz-Wegerich (Plantago major und P. lanceolata) wachsen auf schweren, feuchten und vor allem verdichteten Böden. Auch Kriechender Hahnenfuß und Knolliger Hahnenfuß (Ranunculus repens und R. auricomus) bevorzugen schwere, tonhaltige und feuchte Böden. Platterbse und Wicke (Lathyrus sp. und Viscia sp.) kommen ebenfalls auf solchen Böden vor, liefern aber einen weiteren Hinweis: Stickstoff ist nicht vorhanden oder kaum verfügbar, etwa wenn der Boden zu stark verdichtet ist. Schachtelhalm (Equisetum arvense) weist auf einen schweren, schlecht durchlüfteten und vermutlich staunassen Boden hin. Auch andere Pflanzen können auf einen schweren Boden hindeuten: Distel, Gänsedistel, Kleinköpfiger Knöterich … Wenn diese Wildpflanzen bei Ihnen vorkommen, haben Sie einen schweren, feuchten Boden.
Einige Bioindikatorpflanzen für tonhaltige, feuchte Böden: 1-Distel, 2-Gänsedistel, 3-Platterbse, 4-Schachtelhalm, 5-Wegerich, 6-Hahnenfuß, 7-Wicke
Der Vogelmiere (Stellaria media) ist dagegen eine Bioindikatorpflanze für einen neutralen, gut strukturierten und durchlüfteten Boden. Wenn sie bei Ihnen auftaucht, können Sie sich freuen!
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10 Sträucher und Kleinbäume für schweren, feuchten BodenSchweren, feuchten Boden verbessern?
Organisches Material einbringen
Hauptsache, es verbessert den Boden: Lauberde, reifer Kompost, verrotteter Mist … Alles ist willkommen. Entweder bringen Sie es als nicht zu dicke Mulchschicht aus; die Bodenfauna arbeitet es für Sie in den Boden ein. Zur Erinnerung: Lehmböden erwärmen sich im Frühjahr nur langsam und sind oft sehr verdichtet. Eine dicke Mulchschicht verschärft beide Probleme. Oder Sie arbeiten das Material im Spätherbst oder im Frühjahr leicht mit einer Hacke ein. Auch die Zugabe von Flachsstroh kann eine gute Idee sein, um die Struktur eines zu schweren Bodens zu verbessern.

Verrotteter Mist
Sand oder Kies: gute oder schlechte Idee?
Man liest oft, dass man schweren Boden durch die Zugabe von Sand „auflockern“ kann. Doch dadurch würde sich Ihr Boden äußerst radikal verändern: Von einem Tag auf den anderen würde aus Lehm Sand, was das Bodenleben stark aus dem Gleichgewicht brächte. Vergessen wir nicht, dass der Boden kein einfaches, steriles Substrat ist, sondern ein eigenes Ökosystem mit einer Tier- und Pflanzenwelt, die Tag für Tag für einen guten Boden sorgt. Außerdem ist zu beachten, dass die in Baumärkten verkauften Flusssande oft mit verschiedenen Fungiziden und Insektiziden behandelt sind. Sie sollten daher möglichst darauf verzichten oder sie nur in homöopathischen Dosen verwenden …
Allenfalls können Sie die Drainage einer nässeempfindlichen Pflanze verbessern, indem Sie Kies mit der Erde aus dem Pflanzloch vermischen. Diese Lösung ist besser als eine einfache Kiesschicht am Boden des Pflanzlochs, da das Wasser rund um die Wurzeln abgeleitet wird und nicht nur durch eine Art „Abfluss“ unter der Pflanze.
Die Oberfläche bearbeiten
Offenliegender Boden wird schnell fest und undurchlässig, sodass der Gasaustausch und die Wasserversorgung der Pflanzen behindert werden. Lockern Sie ihn regelmäßig, besonders in trockenen Zeiten, mit einer Hacke, einer Kralle, einer Ziehhacke … Heißt es nicht: „Einmal hacken ersetzt zweimal gießen“? Dieses Sprichwort gilt für schweren Boden umso mehr.

Lockern Sie den Boden regelmäßig!
Am besten lassen Sie den Boden niemals unbedeckt: Bringen Sie eine dünne Mulchschicht aus, um die Feuchtigkeit zu bewahren, oder pflanzen Sie dicht, damit möglichst wenig Boden frei bleibt. Sie können auch Bodendecker pflanzen. Sie halten die Feuchtigkeit im Boden, verhindern das Aufkommen von Unkraut und sind zudem sehr dekorativ.
Bodenverdichtung vermeiden
Betreten Sie schweren Boden nicht und stellen Sie auch keine schweren Lasten darauf ab. Lehmböden verdichten sich sehr schnell, besonders wenn sie feucht sind. Wenn Sie Ihre Beete oder Gemüsebeete betreten müssen, legen Sie Bretter aus, die das Gewicht auf eine größere Fläche verteilen. Nach diesem Prinzip funktionieren auch die großen, breiten Räder von Landmaschinen.
Schweren Lehmboden drainieren: sinnvoll oder nicht?
Lehmboden ist von Natur aus schwer und verdichtet. Aufwendige Drainagearbeiten sind daher ohnehin nicht wirksam. Allenfalls könnte man das Gelände so modellieren, dass überschüssiges Wasser zu einem Bach oder Teich abfließt. Das wären jedoch gewaltige Arbeiten, die nur als letzter Ausweg infrage kommen. Besser und einfacher ist es, die Bodenstruktur zu verbessern (siehe oben).
Wenn ein Teil Ihres Gartens sehr feucht oder gar sumpfig ist: Warum versuchen Sie nicht, dort einen natürlichen Teich anzulegen? Natürliche Teiche sind wahre Schätze der Biodiversität und zudem sehr dekorativ. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, finden Sie in dieser informativen Broschüre alles, was Sie vor dem Beginn wissen sollten.
Hinweis: Wenn der Boden tatsächlich zu problematisch ist, um eine große botanische Vielfalt anzubauen, etwa in einem Gemüsegarten, könnten Sie auf den Anbau in Gefäßen, auf Hügelbeeten, in einem Lasagnebeet … ausweichen.
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Damit zurechtkommen: passende Pflanzen
Zum Glück gedeihen in schweren, feuchten Böden zahlreiche Pflanzen prächtig: vor allem viele Bäume und Sträucher, aber auch zahlreiche Stauden und sogar Gemüse. Den Boden zu verändern, ist oft unnötig und aufwendig. Besser ist es, nur Pflanzen zu setzen, die für Ihren Garten geeignet sind.
Im Gemüsegarten
Mangold, Spinat, Chicorée, Erbsen, Bohnen, Artischocken, Kohl und sogar Tomaten, Paprika und Auberginen gedeihen hier sehr gut. Besonders geeignet sind Ackerbohnen, Sauerampfer, Rhabarber und Minze.

Wurzelgemüse mag keine allzu schweren Böden. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass Rote Bete und vor allem Pastinaken sich daran nicht stören.
Im Obstgarten
Apfelbäume, Kirschbäume, Johannisbeeren, Stachelbeeren, dornenlose Brombeeren, Haselnüsse, Himbeeren, Erdbeeren und sogar Weinreben lieben es, ihre Wurzeln in lehmige Erde zu senken.
Bei ungewöhnlicheren Obstgehölzen können Sie es mit Felsenbirne, Apfelbeere, Pimpernuss oder Lonicera kamtschatica versuchen.
Im Ziergarten
Bäume: Erlen, Birken, Hainbuchen, Eichen, Zypressen, Ahorne, Eschen, Amberbäume, Rosskastanien, Walnüsse, Ulmen, Espen, Weiden, Tulpenbäume, …
Sträucher: Ebereschen, Judasbäume, Weißdorn, Japanische Goldröschen, Hartriegel, Forsythien, Stechpalmen, Stachellose Mahonien, Schattenglöckchen, Rote Glanzmispeln, Pfeifensträucher, Holunder, Schneeball, Weigelien, … sowie die große Mehrheit der Rosen.
Stauden: Akanthus, Garbe, Akelei, Japan-Herbst-Anemone, Geißbart, Astern, Nelkenwurz, Bergenie, Mädchenauge, Rittersporn, Kugeldistel, Mädesüß, Storchschnabel, Christrose, Taglilie, Funkie, Gelbe Sumpf-Schwertlilie, Lupine, Lichtnelke, Chinaschilf, Kleinköpfiger Knöterich, Primel, Stiefmütterchen, …
Kletterpflanzen: Waldreben, Hopfen, Zierreben, …
Zwiebelpflanzen: Narzissen, Schneeglöckchen, Zierlauch, blanda-Anemonen, Tulpen, Maiglöckchen, …
Einjährige: Große Kapuzinerkresse, Löwenmäulchen, Braut, …

Einige Pflanzen für lehmigen Boden: Birke, Hartriegel, Waldrebe und Rose, Narzisse, Löwenmäulchen
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