Gummifluss bei Steinobstgewächsen

Gummifluss bei Steinobstgewächsen

Erkennen, Vorbeugen und Behandeln

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 3. Juni 2025  durch Alexandra 4 min.

Eine dicke, durchsichtige Masse an Stamm oder Zweig deutet auf Gummifluss hin – vor allem bei Steinobst wie Kirsch- und Aprikosenbaum. Ursachen, Vorbeugung und Behandlung erklärt.

Schwierigkeit

Gummifluss: Was ist das?

Gummifluss ist keine eigentliche Krankheit, sondern ein vom Baum entwickelter Abwehrmechanismus. Er zeigt sich durch den Austritt einer Flüssigkeit aus der Rinde. Dieses Phänomen kann durch Verletzungen, Pilzinfektionen oder ungünstige Umweltbedingungen verursacht werden. Eine schnelle Erkennung ist entscheidend für die Gesundheit und Produktivität des Baumes.

Am häufigsten betroffen sind Steinobstbäume, insbesondere Kirschbäume, Aprikosenbäume, Pfirsichbäume, Pflaumenbäume … Auch Zitrusfrüchte sind manchmal betroffen. Es handelt sich vor allem um Bäume der Gattungen Prunus und Citrus.

Gummifluss an einem Kirschbaum

Kirschbäume gehören zu den am häufigsten von Gummifluss betroffenen Bäumen.

Gummifluss: Symptome

Gummifluss an Kirschbaum, Aprikosenbaum & Co. erkennen: Bernsteinfarbener, klebriger Pflanzensaft tritt aus Stamm oder Zweigen – Ursachen und Maßnahmen.

Welche natürlichen Behandlungsmethoden gibt es?

Gegen Gummifluss sind mehrere natürliche Behandlungen wirksam. Zunächst empfiehlt es sich, auf gute Hygiene rund um den Baum zu achten und Pflanzenreste zu entfernen, die Infektionen begünstigen können. Spritzungen mit Bordeauxbrühe, einem natürlichen Fungizid, können zur Vorbeugung und Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt werden. Außerdem sollten Sie unnötige Verletzungen des Baumes beim Rückschnitt vermeiden.

Gummifluss tritt infolge einer Verletzung auf, die eine natürliche Ursache haben kann (durch starken Wind abgebrochener Zweig, durch Hagel oder Frost entstandener Riss in der Rinde …) oder durch den Rückschnitt des Baumes verursacht wurde (schlecht verheilte Wunde …). Bakterien oder Pilze können den Baum anschließend durch diese Verletzung befallen und sich unter der Rinde vermehren. Der Baum beginnt sich daraufhin zu wehren, indem er sein Gewebe verdickt. Dadurch platzt die Rinde auf und Gummi tritt aus. Entfernen Sie den Gummi nicht, denn er ist Teil des Abwehrmechanismus des Baumes.

Wenn Sie feststellen, dass der Baum geschwächt ist, die Triebspitzen welken oder die Blätter gelb werden, handelt es sich wahrscheinlich um einen Schädlings- oder Krankheitserregerbefall durch einen Pilz oder ein Bakterium: Phytophthora, Pseudomonas, Monilia, Schrotschusskrankheit, Rindenkrebs … Achten Sie auf weitere typische Anzeichen dieser Krankheiten und behandeln Sie sie entsprechend.

Wir empfehlen außerdem, die Wunde mit einem Anstrich aus Lehm und Bordeauxbrühe zu versehen, da diese fungizide Eigenschaften besitzt.

Wenn der Gummifluss an einem kleinen Zweig auftritt, können Sie den Zweig direkt abschneiden, Bordeauxbrühe auftragen und anschließend ein Wundverschlussmittel auftragen.

Gummifluss wird auch durch einen zu schweren oder undurchlässigen, nicht ausreichend drainierenden Boden oder durch einen Überschuss an Stickstoffdünger begünstigt. Dieser fördert ein schnelles Wachstum und macht dadurch die Rinde anfälliger. Prüfen Sie, ob Ihr Boden ausreichend drainierend ist, und vermeiden Sie Stickstoffgaben.

Gummifluss: Austritt an der Rinde

Gummifluss tritt meist an einer verletzten Stelle auf

Gummifluss vorbeugen?

Um Gummifluss vorzubeugen, muss der Baum während seines gesamten Wachstums gut gepflegt werden. Eine angemessene Bewässerung, das Vermeiden von Verletzungen beim Rückschnitt und ein gut drainierter Boden sind wichtige Maßnahmen. Regelmäßige Gaben von Kompost oder organischem Dünger können die Widerstandskraft des Baumes stärken. Außerdem ermöglicht eine regelmäßige Kontrolle, erste Krankheitszeichen frühzeitig zu erkennen und schnell einzugreifen.

  • Von Anfang an ist es wichtig, eine an Klima und Boden angepasste Sorte zu kultivieren.
  • Schwere Böden und Staunässe begünstigen Gummifluss. Wenn Ihr Boden Wasser zurückhält, sorgen Sie bereits bei der Pflanzung für eine bessere Drainage, indem Sie groben Sand, Kies, gut verrotteten Kompost … einarbeiten. Pflanzen Sie den Baum außerdem möglichst auf einem Hügel oder im höher gelegenen Bereich Ihres Grundstücks, da sich Wasser in tieferen Lagen oft staut.
  • Vermeiden Sie übermäßiges Gießen.
  • Pflanzen Sie den Baum an einen vor starken Winden geschützten Standort.
  • Vermeiden Sie starke Rückschnitte, besonders bei Steinobstbäumen.
  • Führen Sie den Rückschnitt im Herbst mit desinfizierten Werkzeugen und nur leicht durch. Behandeln Sie Schnittwunden mit Wundverschlussmittel.
  • Wenn Sie einen gebrochenen Zweig entdecken, schneiden Sie ihn sauber zurück und tragen Sie anschließend Wundverschlussmittel auf.
  • Vermeiden Sie zu viel Stickstoffdünger, geben Sie aber gelegentlich gut verrotteten Kompost oder Mist.
  • Kontrollieren Sie Ihre Bäume regelmäßig auf erste Anzeichen von Gummifluss.
  • Tragen Sie im Herbst und am Ende des Winters Kalk auf den Stamm des Baumes auf. Der auch als „Baumweiße“ bezeichnete Kalk desinfiziert den Stamm, hält Bäume gesund und beugt der Entwicklung von Krankheiten und Schädlingen vor.
Gummifluss: Vorbeugung

Das Kalken der Bäume hilft, dem Auftreten von Gummifluss vorzubeugen

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Behandlung und Vorbeugung von Gummifluss bei Obstbäumen und Pflaumenbäumen