Hartheu: Welche gesundheitlichen Vorteile hat es?
Tipps zur Heilwirkung dieser gelb blühenden Pflanze
Inhaltsverzeichnis
Hartheu (Hypericum): anspruchslose, winterharte Staude mit gelben Blüten. Tipps zu Arten, Pflege und medizinischer Wirkung.
Welche Hartheu-Arten für Heilzwecke pflanzen?
Das Hartheu (Hypericum), ein Mitglied der Familie der Hartheugewächse, umfasst nicht weniger als 400 verschiedene Arten, zu denen noch die Hybridsorten hinzukommen. Allerdings besitzen nicht alle Heilwirkungen. Wenn Sie Ihrem Garten mehr Farbe verleihen möchten, wählen Sie Zier-Hartheu wie das berühmte Hypericum ‘Hidcote’. Dieser kleine Strauch wächst dicht und ausgebreitet und zeigt von Juli bis Oktober leuchtend gelbe Blüten. Um eine Steingartenfläche schnell zu bedecken, ist Hypericum calycinum ideal.
Tüpfel-Hartheu, das wichtigste Hartheu in der Pflanzenheilkunde
Wenn Sie die gesundheitlichen Vorteile des Hartheus nutzen möchten, sollten Sie Tüpfel-Hartheu (Hypericum perforatum) in Ihrem Garten pflanzen. Diese besonders robuste Staude wird 1 m hoch und 60 cm breit und blüht sehr reich. Von Mai bis September/Oktober bildet sie eine Fülle leuchtend gelber Blüten mit hervorstehenden Staubblättern, gefolgt von dekorativen roten Früchten. Die sommergrünen Blätter zeigen durchscheinende Drüsen, die Wirkstoffe enthalten. Diese Hartheu-Art ist unter zahlreichen volkstümlichen Namen bekannt, die auf ihre Eigenschaften und Heilwirkungen hinweisen: Stängelloses Leimkraut, Dämonenjäger, Tüpfel-Hartheu, Kriechender Günsel, Tausendlöcherkraut und Johannisbeerbart. Letzterer Name deutet darauf hin, dass die am Johannistag, also am 24. Juni, gesammelten Blüten besonders reich an Wirkstoffmolekülen sein sollen.

„Durchlöcherte“ Blüten und Blätter des Tüpfel-Hartheus (Hypericum perforatum)
Auch andere Arten wie Hypericum androsaemum (Mannsblut) oder Hypericum olympicum (Olymp-Johanniskraut) enthalten Wirkstoffe, sind jedoch weniger erforscht und daher in der modernen Pflanzenheilkunde weniger verbreitet. Wissenschaftlich anerkannt ist vor allem die Anwendung von Tüpfel-Hartheu.
Inhaltsstoffe des Hartheus und ihre Vorteile
Tüpfel-Hartheu (eine weitere Bezeichnung für Hypericum perforatum!) verdankt seine Wirkung einer einzigartigen Kombination aktiver Inhaltsstoffe, die synergetisch zusammenwirken und ein breites Spektrum therapeutischer Effekte bieten. Zu den wichtigsten zählen Hypericin und Hyperforin, die als stimmungsaufhellende Wirkstoffe gelten und auf das Nervensystem wirken sollen, um leichte bis mittelschwere depressive Symptome zu lindern. Hartheu enthält außerdem Flavonoide und Gerbstoffe, starke Antioxidantien mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Auch ätherische Öle sind enthalten. All diese Inhaltsstoffe machen Hartheu zu einer Pflanze mit vielfältigen Vorzügen – für das seelische Wohlbefinden ebenso wie für die körperliche Gesundheit.
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Wann und wie erntet man Johanniskraut?
Für medizinische Zwecke werden vor allem die Blütenspitzen im Garten oder in der Natur geerntet. Die Blüten und Blütenknospen erntet man am besten von Mitte Juni bis Mitte Juli, morgens und an einem regenfreien Tag. Dazu schneidet man mit der Gartenschere etwa 5 cm unterhalb der Spitze ganze Büschel ab. Bevorzugt werden Blütenstände ohne verwelkte Blüten. Die Blütenspitzen des Johanniskrauts können frisch oder getrocknet verwendet werden. Beim Ernten der Blüten tritt häufig rötlicher Saft aus, der die Finger verfärbt.

Die Ernte der Johanniskraut-Blütenspitzen
Auch die Blätter des Tüpfel-Hartheus können verwendet werden, allerdings nur getrocknet.
Zum Trocknen breitet man die Blüten oder Blätter auf Trockengittern oder in Kisten aus und lagert sie in einem dunklen, gut belüfteten und völlig trockenen Raum. Wenn Sie die Blütenspitzen mit längeren Stielen gepflückt haben, binden Sie daraus lockere Sträuße und hängen diese kopfüber an einem trockenen, luftigen und dunklen Ort auf.
Wie verwendet man Johanniskraut?
Die Blüten des Johanniskrauts können frisch oder getrocknet auf verschiedene Arten verwendet werden. Die Blätter werden dagegen nur getrocknet verwendet.
- Als Tee: 1 Esslöffel Blütenspitzen auf 150 ml sprudelnd heißes Wasser. Lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen und seihen Sie ihn anschließend ab. Da der Tee nicht besonders angenehm schmeckt, können Sie etwas Honig hinzufügen. Trinken Sie 2 bis 3 Tassen täglich.
- Als Wundklee-Lotion: 2 Esslöffel Johanniskraut auf 200 ml sprudelnd heißes Wasser. Lassen Sie den Aufguss 10 bis 15 Minuten ziehen und anschließend abkühlen. Die Lotion eignet sich zur Hautpflege, etwa zum Reinigen von Wunden oder für Umschläge bei Sonnenbrand und leichten Verbrennungen. Auch bei Verstauchungen und Prellungen kann sie als Umschlag unter einem Verband ein bis zwei Stunden aufgelegt werden.
- Als Sonnenöl oder Ölauszug: 100 g frische oder getrocknete Blütenspitzen mit 100 Öl (Olivenöl oder einem anderen Pflanzenöl) in einem luftdicht verschlossenen Glasgefäß vermischen. Einen Monat lang in der Sonne ziehen lassen und anschließend abseihen. Der Ölauszug nimmt eine schöne rote Farbe an. Lichtgeschützt aufbewahren.
Hinweis: Eine Johanniskrautkur dauert normalerweise 4 bis 6 Wochen. Danach empfiehlt sich eine Pause von 2 bis 4 Wochen, bevor die Kur bei Bedarf wiederholt wird.

Der Johanniskraut-Ölauszug
Welche Vorteile hat Hartheu für die Gesundheit?
Hartheu ist für seine Wirkung auf Stimmung und seelische Gesundheit bekannt, doch seine Vorzüge gehen weit darüber hinaus!
Als natürliches Antidepressivum bekannt
Dank des enthaltenen Hypericins und Hyperforins wird Hartheu häufig zur Unterstützung der Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen eingesetzt. Es soll Ängste lindern und helfen, Stress besser zu bewältigen. Tatsächlich könnte es das Nervensystem bei saisonalen Depressionen oder reaktiven Depressionen infolge von Überlastung, Stress, schlechtem Schlaf … regulieren. Es soll dazu beitragen, das emotionale Gleichgewicht wiederherzustellen, depressive Verstimmungen zu lindern und die allgemeine Stimmung zu verbessern.
Diese antidepressive Wirkung von Hartheu wurde in Amerika bereits im 18. Jahrhundert genutzt. In den 1980er-Jahren wurde sie durch Studien in Deutschland belegt. Und seit 2005 erkennt die WHO (Weltgesundheitsorganisation) die Wirksamkeit von als Tee konsumiertem Hartheu bei der Behandlung leichter Depressionen an.
Je nach Fall machen sich die Wirkungen nach etwa einigen Wochen bemerkbar.

Hartheu-Tee kann die Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen unterstützen
Wirksames entzündungshemmendes Mittel
Zur äußerlichen Anwendung werden die in Öl eingelegten Blütenspitzen für Massagen verwendet, die als entzündungshemmend gelten, etwa bei Rheuma, Prellungen sowie Gelenk- und Muskelschmerzen. Eine lokale Anwendung könnte Entzündungen lindern und Schmerzen mildern. Dieses Mazerat soll schmerzlindernde Eigenschaften bei lokalisierten Schmerzen durch Ischias, Arthrose, Arthritis oder einfach Muskelkater besitzen.
Wundheilend, antiseptisch und beruhigend
Als Lotion wird Hartheu dank seiner antiseptischen und beruhigenden Eigenschaften zur Behandlung der Haut eingesetzt. Es kann bei leichtem Sonnenbrand, kleinen Verbrennungen und Wunden, Schürfungen und Kratzern, Insektenstichen sowie Hautreizungen wie Windeldermatitis bei Babys angewendet werden. Die Wirkstoffe der Pflanze könnten die Wundheilung beschleunigen, indem sie Entzündungen lindern und die Geweberegeneration fördern. Bei Reizungen im Mund wird der Tee verwendet.
Besserer Schlaf
Hartheu kann die Entspannung fördern und die Schlafqualität verbessern, insbesondere bei stress- oder angstbedingten Schlafstörungen. Es kann einen erholsamen Schlaf fördern.
Wohltuend bei Nervenschmerzen
Hartheu könnte helfen, neuropsychische Symptome im Zusammenhang mit Neuralgien verschiedener Ursachen zu lindern (Gesicht, Zähne …), die Stress und Stimmungsschwankungen auslösen. Als Tee kann es zur Linderung von Fibromyalgie und anderen Nervenschmerzen eingesetzt werden.
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Hartheu kombinierenHartheu: Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Trotz seiner zahlreichen Vorteile ist Hartheu nicht für alle geeignet. Vorsicht ist geboten; vor längerer Einnahme wird ärztlicher Rat empfohlen.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Hartheu kann mit zahlreichen schulmedizinischen Arzneimitteln wechselwirken, darunter:
- Antidepressiva
- Orale Verhütungsmittel, deren Wirkung es mindern kann
- Blutverdünner
- Immunsuppressiva
Vorsicht bei Lichtempfindlichkeit
Hartheuöl macht die Haut durch Hypericin empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. Diese Lichtempfindlichkeit kann Juckreiz und/oder Verbrennungen verursachen. Bei regelmäßiger oder gelegentlicher Einnahme von Hartheu ist daher unbedingt auf Sonne zu verzichten. Bei Anwendung von Lotion oder Mazerat auf der Haut schützt Kleidung.
Für Schwangere und Stillende nicht empfohlen
Aus Vorsicht sollte Hartheu während Schwangerschaft und Stillzeit vermieden werden.
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