Häufige Krankheiten und Schädlinge des Kalanchoe

Häufige Krankheiten und Schädlinge des Kalanchoe

Kalanchoe: Krankheiten und Parasiten vorbeugen und behandeln

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 27. Januar 2026  durch Pascale 6 min.

Kalanchoe-Krankheiten: Mehltau, Schimmel und Parasiten erkennen und vermeiden. So bleibt die pflegeleichte Zimmerpflanze gesund und blühfreudig.

Schwierigkeit

Kalanchoe: Sorten und Arten

Natürlich denkt man beim Begriff „Kalanchoe“ an die kleine Sukkulente mit ihrer besonders üppigen und lang anhaltenden Blüte. Gemeint ist das Flammende Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana), das weiß, rosa, rot, gelb, orange, violett und in vielen weiteren Farben blüht. Es ist die überall erhältliche blühende Zimmerpflanze schlechthin. Sie liebt helles Licht und ein gut drainiertes Substrat, verträgt jedoch keine Staunässe oder überschüssige Feuchtigkeit. Beim Gießen benötigt die Kalanchoe besondere Aufmerksamkeit.

Die Gattung Kalanchoe bietet dank zahlreicher Kultivare jedoch noch weitere Besonderheiten mit unterschiedlichen Formen, Größen und Ansprüchen:

  • Die Kalanchoe tomentosa, auch „Panda-Pflanze“ genannt, ist an ihren weich behaarten Blättern zu erkennen. Sie ist sehr trockenheitsverträglich, doch ihre Haare können Feuchtigkeit speichern und manche Pilzkrankheiten begünstigen.
  • Kalanchoe thyrsiflora, auch „Wüstenrose“ genannt, bezaubert mit flachen, glatten Blättern, die Rosenblütenblättern ähneln. In der Sonne färben sich die Blattränder rot. Sie bevorzugt trockene Innenräume.
  • Die Kalanchoe beharensis besitzt große, dreieckige, samtige Blätter. Sie ist eine sehr dekorative Pflanze, benötigt jedoch einen hellen, luftigen Standort.
  • Die Kalanchoe marmorata zieht mit ihren großen, flachen, violett marmorierten Blättern die Blicke auf sich. Sie reagiert besonders empfindlich auf zu viel Feuchtigkeit, vor allem im Winter, und kann bei schlechter Belüftung Pilzflecken entwickeln.
  • Die eher unauffällige Kalanchoe farinacea besitzt einen leicht bläulichen, pudrigen Blattschmuck. Sie ist relativ trockenheitsverträglich, mag jedoch keine zu feuchte Umgebung.
  • Die kalanchoe daigremontiana, auch „Brutblatt“ genannt, bildet an den Blatträndern zahlreiche Keimlinge. Die spektakuläre Pflanze wird wegen ihrer einfachen Vermehrung geschätzt, doch ihre zarten Jungtriebe können anfällig für Pilze und übermäßiges Gießen sein.
  • Kalanchoe: Krankheiten und Schädlinge

    Die verschiedenen Kalanchoe-Arten: rund um das Flammende Käthchen Kalanchoe tomentosa, thyrsiflora, beharensis, marmorata, farinacea und daigremontiana (gegen den Uhrzeigersinn)

Kalanchoe: kleine und große Probleme

Auch wenn die Kalanchoe eine robuste Pflanze ist, kann sie an verschiedenen Krankheiten leiden. Wer die Symptome rechtzeitig erkennt, kann schnell handeln und eine Ausbreitung auf andere Pflanzen verhindern.

Pilzkrankheiten

  • Mehltau ist eine der häufigsten Erkrankungen, vor allem in Innenräumen oder im Gewächshaus. Er zeigt sich durch einen weißen, pudrigen Belag auf der Blattoberfläche. Anschließend vergilben die Blätter, werden nekrotisch und fallen ab. Zur Behandlung entfernt man zunächst die am stärksten befallenen Blätter und verbessert die Belüftung. Spritzungen mit Natron können die Ausbreitung begrenzen.
  • Grauschimmel, verursacht durch Botrytis. Er befällt verblühte Blumen, Stängel oder verletzte Blätter. Erkennbar ist er an einem grauen Schimmelbelag, der aufgeweichte Pflanzenteile überzieht. Auch hier müssen alle befallenen Teile abgeschnitten und entsorgt werden. Außerdem sollten die Töpfe mit ausreichend Abstand aufgestellt werden, damit sich keine stehende Feuchtigkeit bildet.
  • Wurzel- und Halsfäule tritt meist durch zu viel Wasser oder ein zu dichtes Substrat auf. Die Kalanchoe welkt, obwohl das Substrat feucht ist, und die Wurzeln werden schwarz und weich. In diesem Fall nimmt man sie aus dem Topf, entfernt alle befallenen Wurzeln, lässt das Wurzelsystem trocknen und topft sie anschließend in eine leichte, sehr drainierende Mischung um.

Bakterielle Krankheiten

Weniger häufig, aber gefährlich: Bakterielle Krankheiten treten oft nach Verletzungen, bei zu viel Feuchtigkeit oder schlechter Belüftung auf. Sie verursachen ein schnelles Welken der Stängel, dunkle Flecken und manchmal unangenehme Gerüche.

Sobald diese Anzeichen auftreten, müssen alle kranken Pflanzenteile schnell abgeschnitten und die Werkzeuge desinfiziert werden. Ist die Infektion bereits weit fortgeschritten, entsorgt man die Kalanchoe besser.

Die oft unsichtbaren Schädlinge des Kalanchoe

Auch Kalanchoen können von verschiedenen, oft unauffälligen, aber potenziell verheerenden Insekten und Milben befallen werden.

Schildläuse

Sie sind besonders gefürchtet. Die Wollläuse am Kalanchoe bilden kleine, watteartige, weiße Ansammlungen auf den Blättern oder in den Blattachseln. Andere Schildläuse erscheinen als kleine, braune, am Kalanchoe haftende Schilde. Sie saugen Pflanzensaft, schwächen das Kalanchoe und fördern das Auftreten von Rußtau, einem schwarzen Pilzbelag, der durch den von ihnen ausgeschiedenen Honigtau entsteht.

Was tun? Zunächst die Läuse mit einem in 70%igem Alkohol getränkten Wattestäbchen von Hand entfernen. Anschließend lassen sie sich durch Spritzungen mit je einem Teelöffel Schmierseife, 70 °C warmem Alkohol und Pflanzenöl, verdünnt in Wasser, ersticken. Eine regelmäßige Kontrolle ist unerlässlich, da sie bei günstigen Bedingungen wiederkommen.

Blattläuse

Vor allem im Frühjahr siedeln sich Blattläuse an jungen Trieben an und verursachen Verformungen sowie ein verlangsamtes Wachstum. Ihre Stiche fördern außerdem die Entwicklung von Rußtau und Viren.

Was tun? Zu Beginn des Befalls kann ein kräftiger Wasserstrahl ausreichen. Andernfalls können Sie Schmierseife mit Wasser oder einen Knoblauchsud verwenden.

Kalanchoe: Krankheiten und Schädlinge – richtige Maßnahmen

Kalanchoe longiflora ist im späten Frühjahr mit kanariengelben Blüten bedeckt

Thripse

Schwer zu erkennen, verursachen Thripse silbrige Flecken, Streifen oder Löcher in den Blättern des Kalanchoes und manchmal eine beeinträchtigte Blüte. Oft werden sie zu spät entdeckt.

Was tun? Dann sollten Sie schnell mit blauen Klebefallen vorgehen, um sie abzufangen. Eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit kann ihre Entwicklung ebenfalls hemmen.

Rote Spinnmilben

Diese Milben werden oft „Rote Spinnmilben“ genannt und treten vor allem bei zu trockener Luft auf. Sie verursachen eine allmähliche Gelbfärbung der Blätter, die schließlich vertrocknen. Zwischen den Blättern können sehr feine Gespinste entstehen.

Was tun? Oft lassen sie sich mit einem einfachen Zerstäuber vertreiben. Sie können Ihr Kalanchoe auch bei nicht zu niedrigen Temperaturen nach draußen in den Regen stellen.

Richtig vorbeugen: Krankheiten und Parasiten vermeiden

Vorbeugung bleibt der beste Schutz gegen all diese Probleme, die den Kalanchoe bedrohen können. Diese Gewohnheiten helfen, den Kalanchoe gesund zu halten:

  • Geeignetes Substrat verwenden, leicht und gut durchlässig. Mischungen für Kaktus oder Sukkulenten, angereichert mit Perlite oder grobem Sand, verhindern Staunässe, die häufigste Ursache von Fäulnis
  • Passenden Topf wählen, immer mit Abzugsloch. Nach dem Gießen müssen Untersetzer und Übertöpfe geleert werden, da Restwasser dem Wurzelsystem schadet
  • Mäßig gießen, nur wenn die Erde an der Oberfläche gut abgetrocknet ist. Im Winter ist der Wasserbedarf stark reduziert. Etwas zu trocken ist besser als zu nass. Im Frühjahr reicht einmal Gießen alle 15 Tage, im Sommer alle 10 Tage, bei großer Hitze auch häufiger, im Winter einmal im Monat

    Kalanchoe: Krankheiten und Parasiten – Symptome und Behandlung

    Der Kalanchoe braucht mäßige Wassergaben

  • Für ausreichend Licht sorgen. Der Kalanchoe liebt helles Licht, doch manche Arten müssen im Sommer vor direkter Sonne geschützt werden
  • Für gute Belüftung sorgen, besonders in Innenräumen. Ein stickiger oder zu feuchter Raum begünstigt Pilze und Parasiten. Daher auch mitten im Winter regelmäßig lüften
  • Pflanzen mit Abstand aufstellen, um eine schnelle Ausbreitung bei Befall zu verhindern
  • Regelmäßig kontrollieren: Blätter, Triebe und beim Umtopfen auch die Wurzeln. Je früher ein Problem erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen
  • Neue Pflanzen isolieren und nach dem Kauf oder Einzug zwei bis drei Wochen getrennt halten. So lassen sich Parasiten oder Krankheiten erkennen, bevor sie sich auf andere Pflanzen ausbreiten
  • Werkzeuge reinigen und desinfizieren nach jedem Gebrauch, besonders beim Schneiden einer kranken Pflanze
  • Überdüngung vermeiden, besonders mit stickstoffreichem Dünger, der das Gewebe weicher und damit für Insekten attraktiver macht. Eine kleine Gabe Flüssigdünger für Blühpflanzen für den Kalanchoe blossfeldiana und Spezialdünger für Sukkulenten für die übrigen Arten reicht einmal monatlich. Die empfohlene Dosierung sollte am besten sogar halbiert werden.

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