Insekten im Kompost: nützliche und unerwünschte

Insekten im Kompost: nützliche und unerwünschte

Alle Insekten im Kompost: nützlich oder schädlich

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Pascale 6 min.

Kompost lebt: Mikroorganismen und Insekten zersetzen organisches Material. Kompostinsekten erkennen, schützen oder fernhalten

Schwierigkeit

Welche Aufgaben haben Kompostinsekten?

Ein gut geführter und ausgewogener Kompost aus trockenen (braunen) und feuchten (grünen) Materialien ist ein lebendiges System. Unter der Oberfläche der verrottenden Abfälle sind zahlreiche Insekten aktiv, teilweise mit bloßem Auge unsichtbar, aber äußerst aufschlussreich. Diese Gliederfüßer, Käfer, Zweiflügler und andere Tausendfüßer sind nicht zufällig hier: Sie siedeln sich an, weil die Bedingungen günstig sind und biologische Kreisläufe in Gang kommen.

In diesem warmen und feuchten Mikrokosmos spielen Insekten eine zentrale Rolle. Einige zerkleinern grobes Material, andere beteiligen sich aktiv am Abbau pflanzlicher Stoffe oder regulieren Pilzpopulationen. Ihre Ausscheidungen reichern den Kompost auf natürliche Weise an, da sie reich an Nährstoffen sind. Andere wiederum, als Räuber oder Aasfresser, kontrollieren die Ausbreitung konkurrierender oder opportunistischer Arten. Diese Vielfalt an Akteuren sorgt für Stabilität: Je reicher das Kompostökosystem ist, desto besser kann es Schwankungen bei Temperatur, Feuchtigkeit oder Zusammensetzung der Zufuhr ausgleichen. Welche Insekten leben im Kompost?

Die Bestimmung der im Kompost lebenden Insekten gibt Aufschluss über seinen Gesundheitszustand und sein Gleichgewicht. So weist eine Überpopulation von Fliegen- und Mückenlarven auf ein gewisses Ungleichgewicht hin. Asseln oder Käfer zeugen dagegen von einer guten Belüftung des Komposts.

Nützliche Insekten im Kompost schützen

In der Vielfalt der Insekten, die einen aktiven Kompost bevölkern, spielen einige eine wesentliche Rolle bei der Umwandlung roher organischer Stoffe in Humus. Diese Insekten sollten geschützt und gefördert werden, indem man auf ein günstiges Umfeld für ihre Entwicklung achtet. Hier eine Übersicht dieser kleinen, äußerst nützlichen Tiere:

Die epigäischen Regenwürmer (Eisenia fetida oder Eisenia andrei)

Dabei handelt es sich um Regenwürmer, die sich deutlich von den Gartenregenwürmern unterscheiden. Sie passen sich perfekt an den Komposter an, denn sie sind hervorragend darin, frische, weiche und feuchte organische Stoffe umzuwandeln. Sie werden manchmal als Mistwürmer bezeichnet. Die sehr dünnen roten Würmer haben großen Appetit und können an einem Tag die Menge ihres eigenen Körpergewichts fressen. Wie ihre Verwandten, die den Boden durchlüften, tragen auch diese oberirdisch lebenden Würmer zur Durchmischung des Komposts bei.

Insekten im Kompost

Epigäische Würmer im Kompost

Sie leben an der Bodenoberfläche oder in Komposthaufen, wenn die Temperatur zwischen 15 und 25 °C liegt.

Die Asseln

Auch wenn sie keine echten Insekten, sondern landlebende Krebstiere sind, sollen sie hier dennoch erwähnt werden. Asseln spielen eine wesentliche Rolle beim Abbau holziger, zellulosereicher Stoffe. Sie gehören zu den ersten „Insekten“, die man im Kompost entdeckt, da sie sich bereits an den Abfällen zu Beginn der Zersetzung zu schaffen machen.

Assel im Kompost

Eine Kompostassel (Porcellio scaber)

Ihre mechanische Tätigkeit zerkleinert harte Stoffe und beschleunigt die Besiedlung durch Pilze und Bakterien. Asseln besitzen einen Panzer und suchen meist die kühlsten Bereiche des Komposts auf.

Die Springschwänze

Lange Zeit als primitive Insekten betrachtet, werden Springschwänze heute den Gliederfüßern zugeordnet. Sie ernähren sich von sich zersetzendem Pflanzenmaterial und Mikroorganismen wie Pilzen und Bakterien. Sie regulieren somit die Population anderer Organismen und beschleunigen zugleich den gesamten Kompostierungsprozess.

Springschwänze im Kompost

Springschwänze

Es handelt sich um meist weißliche, 2 bis 3 mm lange „Insekten“, die springen können. Sie sind praktisch unsichtbar.

Die Käfer

Die wichtigsten Käfer im Kompostbehälter sind Rosenkäfer, Laufkäfer und Kurzflügler. Die kleineren Kurzflügler sind Detritusfresser: Sie zersetzen tote organische Stoffe und ernähren sich von Pilzen. Die größeren Arten sind Räuber und fressen Larven oder Schnecken, die das Gleichgewicht im Kompost stören könnten. Laufkäfer und ihre Larven übernehmen dieselbe regulierende Funktion. Ihr gelegentliches Auftreten ist kein Grund zur Sorge.

Rosenkäfer sind hübsche Käfer mit grünem Panzer und punktierten irisierenden Reflexen; sie legen sehr leicht ihre Eier im Kompost ab. Ihre Larven sind äußerst nützlich. Es handelt sich um große, dicke Larven mit braunem Kopf und einem deutlich verdickten, weißlich-grauen Hinterleibsende, deren Entwicklung drei Jahre dauert. Im Kompost findet man daher Larven verschiedener Größen. Beim Leeren des Komposters müssen sie unbedingt wieder zurückgesetzt werden. Maikäfer- und Rosenkäferlarve

Diese Larven ernähren sich von holzigen Stoffen und zersetzendem organischem Material, das sie in Humus umwandeln. Im Gegensatz zu Maikäferlarven sowie den Larven von Eulenfaltern oder anderen Engerlingen greifen sie jedoch niemals die Wurzeln von Pflanzen an. Mit diesen werden sie häufig verwechselt. In einem ausgewogenen Kompost sollten diese Larven allerdings nicht überhandnehmen, da sie mit den epigäischen Würmern konkurrieren können.

Mehr erfahren: Rosenkäferlarven und Maikäferlarven: Wo liegt der Unterschied?

Die Tausendfüßer

Oft weniger auffällig, können Tausendfüßer oder Doppelfüßer, zu denen Schnurfüßer und Steinläufer gehören, holzige Rückstände zerkleinern, die von den epigäischen Würmern verschmäht werden. In den mittleren Schichten sind sie sehr aktiv und besonders nützlich, wenn der Kompost Schnittgut von Stauden, Häckselgut oder zähe Stängel enthält. Manchmal sieht man sie nur kurz, da sie sich sehr schnell bewegen.

Die Ohrwürmer

Ohrwürmer, auch Forficula genannt, haben eine untergeordnete, aber dennoch notwendige Funktion. Sie sind opportunistische Allesfresser, die meist nachts in feuchten, reich an zersetzendem Material und vor Licht geschützten Bereichen leben. Sie fressen weiche Pflanzenreste, kleine tote Insekten und gelegentlich Schimmel. Ihr Auftreten weist auf ein ausgewogenes Kompostmilieu hin, doch sie sollten nicht überhandnehmen.

Larven der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens)

Diese Larven sind außergewöhnlich gefräßig und bevorzugen stickstoffreiche Abfälle, insbesondere Küchenabfälle wie Schalen und reifes Obst. Ihr Auftreten im Kompost ist meist positiv, vor allem in warmen Regionen oder in Kompostern, die im Sommer sehr aktiv sind. Sie verhindern die Vermehrung anderer Fliegenarten, da ihre Anwesenheit Weibchen der Stubenfliege von der Eiablage abhält.

Soldatenfliege im Kompost

Die Schwarze Soldatenfliege

Sie sind leistungsstarke Biotransformatoren und sehr nützlich für feuchte organische Abfälle, sofern man ihre Lebensweise versteht. Larven der Schwarzen Soldatenfliege werden sogar als Kompostbeschleuniger verkauft.

Die weißen Würmer

In den tieferen, feuchten, aber gut belüfteten Bereichen ergänzen Enchyträen, wenige Millimeter lange, durchscheinende weiße Würmer, die Arbeit der Regenwürmer. Sie fressen sich zersetzendes Material und fördern durch ihre Verdauung die mikrobielle Aktivität. Ihre große Zahl weist auf einen weit fortgeschrittenen, meist geruchlosen und stabilen Abbau hin, der die Umwandlung in reifen Kompost begünstigt.

Insekten im Kompost: Darauf achten

Ein lebendiger Kompost kann nicht frei von unerwünschten Insekten sein, doch ihre Vermehrung ist nie harmlos. Sie weist immer auf ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung oder Funktionsweise des Komposthaufens hin: ein Zuviel, ein Mangel oder eine Fehlfunktion. 

  • Larven der Stuben- oder Mistfliege treten oft in Kompost mit zu viel stickstoffreichem oder feuchtem Material auf, das langsam verrottet. Ihr Auftreten weist auch auf schlecht belüfteten Kompost und eine teilweise Anaerobie hin. Eine Abdeckung aus trockenem Material (Laub, Häckselgut, Karton) oder sofortiges Vermischen der Zugaben hilft meist, ihre Vermehrung zu regulieren
  • Trauermücken oder Fruchtfliegen weisen auf eine falsche Pflege der Oberfläche hin, denn sie legen ihre Eier in verrottendem Obst oder offen liegenden süßen Schalen. Diese Abfälle sollten daher unter einer trockenen Schicht eingearbeitet werden
  • Ameisen sind ein Anzeichen für Trockenheit, wenn sie sich dauerhaft im Kompost ansiedeln. Sie graben Gänge, um der Feuchtigkeit zu entkommen. Ein starkes Auftreten hängt meist mit Wassermangel oder zu viel braunem Material zusammen.
  • Bestimmte holzfressende Käfer oder Rüsselkäfer können in Kompost mit viel zerkleinertem Holz auftreten, vor allem in Behältern mit Heckenschnitt, Häckselgut oder Zweigen. Eine starke Vermehrung weist auf einen zu langsamen Abbau des Holzanteils hin, der durch stickstoffreiches Material ausgeglichen werden muss. Ihr Auftreten kann in Gartenhäusern aus Holz oder Brennholzstapeln unerwünscht sein
  • Wespen können im Kompost Nester bauen, da sie von süßen oder eiweißreichen Stoffen sowie von versehentlich im Komposter entsorgten Fleischresten angelockt werden. Auch kleine Larven können sie dort finden. Ihr Auftreten ist zwar beeindruckend, aber für den Kompost nicht direkt schädlich. Sie beschädigen weder die Struktur noch Nützlinge, können für den Nutzer jedoch sehr störend werden.

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die Insekten in unserem Kompost