Kokedama selber machen?
Bestandteile, Herstellung & Pflege
Inhaltsverzeichnis
Seit den 1990ern ist Kokedama japanische Blumenkunst: eine Mooskugel mit Pflanzen. Wir zeigen Herstellung, Gießen und Pflege – auch für Anfänger.
Kokedama: 3 wichtige Bestandteile?
Ein Kokedama besteht aus drei Elementen: einer Pflanze, Moos und Substrat. Aus diesen Bestandteilen ergeben sich Hunderte möglicher Kombinationen, wobei die Wahl der Pflanze Substrat und Moos bestimmt.
Für eine Pflanzenschale wählen Sie am besten robuste, leicht zu kultivierende Pflanzen wie Farne (Davallia canariensis), Kakteen (Echeveria agavoides ‘Ebony’), Wolfsmilch (Euphorbia cornigera), Gewöhnlichen Efeu, Zwergpalmen sowie Asparagus plumosus oder Asparagus falcatus. Für eine Blütenschale können Sie sich für eine Orchidee oder eine Funkie entscheiden. Natürlich können Sie auch verschiedene Pflanzen kombinieren, etwa Farn und Efeu.
Während es in Japan Hunderte Moosarten gibt, ist die Auswahl in Europa deutlich kleiner. Meist wird ein Kokedama aus folgenden Arten gefertigt: Rhacomitrium canescens, Hypnum plumaeforme, Sorten von Thuidium oder dem besonders robusten Ctenidium sp, das sich ideal an sonnige Standorte anpasst. Natürlich können Sie Moos auch direkt im Garten oder Wald sammeln: Reinigen Sie es einfach und entfernen Sie Schmutz und kleine Parasiten (Schnecken, Nacktschnecken …).
Das traditionelle Kokedama-Substrat besteht aus einer Mischung von Ketoh (4 Volumenanteile), Akadama (2 Volumenanteile) und Sphagnum (1 Volumenanteil). Sie können stattdessen auch Ton, Blumenerde und Sphagnum mischen. Dazu den Ton zwei Tage vorher in Wasser einweichen, damit er sich auflöst. Anschließend alle drei Bestandteile zu gleichen Teilen vermengen und Blumenerde sowie Sphagnum hinzufügen, bis eine klebrige, faserige Mischung entsteht.

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Für ein Kokedama braucht man neben den drei Grundbestandteilen noch etwas Zubehör: Wintervlies, schwarzen oder grünen Baumwollfaden, einen Entwirrer aus Holz oder Metall, Kupfer- oder Aluminiumdraht, eine Schere und eine Sprühflasche.
Anschließend beginnt die Gestaltung des Kokedamas:
- Pflanze aus dem Topf nehmen und die Erde mit einer Sprühflasche anfeuchten. Wurzeln freilegen und überschüssige Erde mit dem Entwirrer entfernen. Zu lange Wurzeln gegebenenfalls kürzen. Entfernte Erde auffangen, anfeuchten und die Kugel fertig formen.
- Die Pflanze vorsichtig auf das Wintervlies legen. Die Kugel vollständig mit dem Vlies umhüllen. Den Faden mit dem Zeigefinger festhalten und ihn mit 2 cm Abstand zwischen den einzelnen Wicklungen vollständig um die Kugel führen. Das Vlies umschlagen, sodass ein Saum entsteht, und den Faden darüberführen, um ihn an der Kugel anzulegen, bevor Sie ihn verknoten.
- Moos nehmen und auf beiden Seiten mit der Sprühflasche anfeuchten, damit es geschmeidiger wird. Von oben beginnend auf die Kugel legen und mit einigen Fadenwicklungen befestigen. Den Vorgang wiederholen, bis die gesamte Kugel bedeckt ist.
- Moos nach innen umschlagen, damit die Kugel ordentlicher aussieht. Ebenso überstehende Moosstücke mit der Schere abschneiden, um eine schön glatte Unterseite zu erhalten.
- Das Pflanzenarrangement auf eine Schieferplatte, ein lackiertes Holzbrett oder eine Keramik stellen. Es kann auch aufgehängt werden.

Kokedama gießen: Wann und wie?
Wann gießen?
Die Gießhäufigkeit hängt von der Jahreszeit ab: Im Winter genügt traditionell 1-mal pro Woche, im Sommer 2- bis 3-mal. Als Orientierung gilt: Warten Sie, bis der Kokedama leicht wird.
Wie gießen?
Anders als Bonsai, die regelmäßige Pflege benötigen, ist der Kokedama sehr pflegeleicht: Gießen genügt. Dafür braucht es etwas Fingerspitzengefühl. Befeuchten Sie das Moos möglichst nicht, da es sonst braun werden kann. Am besten setzen Sie einen kleinen Trichter in die Mitte der Kugel und gießen mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser.
Patricias Tipp: Verwenden Sie Regenwasser zum Gießen des Kokedama. Wenn Sie Leitungswasser nehmen, lassen Sie es 24 Stunden stehen, damit das Chlor verdunstet.
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Meist keine direkte Sonne: Kokedama hinter Vorhang, zugluftfrei und ohne Klimaanlage. Im Winter öffnen, im Sommer abrücken. Kugel 10 cm, Pflanze 30 cm, hält 1–2 Jahre.
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