Krankheiten und Parasiten an Englischer Heide: Symptome, natürliche Behandlung und Vorbeugungstipps
Erkennen, behandeln, vorbeugen?
Inhaltsverzeichnis
Heiden sind robust und winterhart und entwickeln nur selten Krankheiten. Für diese Widerstandskraft werden sie besonders geschätzt. Zwar sind keine Schädlinge bekannt, doch unter ungünstigen Kulturbedingungen kann ihr Laub durch Pilzkrankheiten geschwächt werden oder absterben.
Hier finden Sie die wichtigsten Krankheiten, die Heiden befallen können – sowohl Sommer- als auch Winterheiden.

Heiden sind sehr robust und widerstandsfähig. Sie erkranken selten, können aber bei ungeeignetem Standort von Pilzen befallen werden
Phytophthora: häufigste Krankheit
Phytophthora cinnamomi ist eine gefährliche Pilzkrankheit, die viele Moorbeetpflanzen befällt, also Pflanzen, die in saurem Boden wie Heidekraut wachsen. Dieser Erreger (ein Boden-Oomycet, der fälschlich oft mit einem echten Pilz verwechselt wird) lebt im Boden, befällt Wurzeln und Hälse, besonders bei Wärme. Er gedeiht unter feuchten, warmen Bedingungen, dringt in die Wurzeln ein und breitet sich in der Pflanze aus. Dadurch blockiert er den Transport von Wasser und Nährstoffen. Betroffen sind vor allem sehr winterharte Heidearten der Gattungen Erica und Calluna.
- Symptome: Phytophthora zeigt sich oft durch plötzliches Welken der Blätter, besonders im Sommer bei hohen Temperaturen. Die Blätter können sich gelb verfärben, dann braun bis grau werden und rasch vertrocknen. Dadurch sterben ganze Triebe schnell ab. Unbehandelt kann die Krankheit zum Absterben der gesamten Pflanze oder von Teilen davon führen.
- Behandlung: Stark befallene Pflanzen ausgraben und zur Abfallentsorgung bringen. Zur Behandlung ein geeignetes Fungizid direkt auf die Pflanze sprühen. Außerdem ist eine bessere Bodenentwässerung wichtig, damit sich kein Wasser an den Wurzeln staut. Bei leicht befallener Heide regelmäßig Blattdünger sprühen (welche?).
- Vorbeugung: Staunässe vermeiden, maßvoll gießen und für einen gut drainierten Boden sorgen. Heide in lockeren Boden pflanzen und Stellen meiden, an denen sich Wasser sammelt. Hochwertige Moorbeeterde sowie der Verzicht auf schwere oder schlecht drainierte Böden können das Infektionsrisiko senken. Blattdünger mit Spurenelementen (Mg, Mn, Zn) können die Widerstandskraft stärken, die Infektion aber nicht heilen. Knoblauch wirkt als natürliche, milde Fungizid-Alternative, Brennnessel stärkt die Abwehr der Pflanze; eine bestehende Infektion stoppen beide jedoch nicht.
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Englische Heide: Pflanzen, Rückschnitt und PflegeRhizoctonia solani: Gefahr für Englische Heide
Die Rhizoctonia-Krankheit (Rhizoctonia solani) ist eine durch einen bodenbürtigen Pilz verursachte Krankheit, die Heide befällt, insbesondere an feuchten und schlecht belüfteten Standorten. Sie tritt häufig auf, wenn die Pflanzen zu dicht stehen oder das Laub sehr dicht ist, wodurch ideale Bedingungen für die Ausbreitung des Pilzes entstehen. Rhizoctonia solani befällt in der Regel alle Heidearten, doch Schnee-Heide und Glanzheide können aufgrund ihres dichteren Laubs etwas anfälliger sein.
- Symptome: Rhizoctonia verursacht ein Absterben der Triebe und eine Braunfärbung der Blätter, oft begleitet von der Bildung eines braunen Myzels an den betroffenen Stellen. Die Blätter können vertrocknen und abfallen, sodass die Pflanze kümmerlich wirkt. Das Myzel ist manchmal weiß bis hellbraun und am Hals oder am unteren Teil der Triebe sichtbar.
- Behandlung: Für die Bekämpfung von Rhizoctonia ist eine gute Luftzirkulation zwischen den Pflanzen wichtig, um die Feuchtigkeit zu reduzieren. Vermeiden Sie übermäßiges Gießen und sorgen Sie für einen gut drainierten Boden, damit sich der Pilz nicht ausbreiten kann.
- Vorbeugung: Pflanzen Sie die Gewächse mit ausreichend Abstand, damit sich die Blätter nicht berühren und die Luft besser zirkulieren kann. Verwenden Sie ein gut drainiertes Substrat, um Staunässe im Wurzelbereich zu vermeiden.
Pythium: Wurzelfäule bei jungen Englischen Heiden
Pythium ultimum ist ein bodenbürtiger Oomycet, der Wurzelfäule verursacht, vor allem bei jungen Besenheiden in durchnässtem Boden. Er beeinträchtigt das Wachstum, indem er die Wurzeln befällt, die sich schwarz verfärben und schwammig werden. Dieser opportunistische Parasit tritt vor allem bei unzureichender Sauerstoffversorgung des Bodens sowie in feuchten, schlecht drainierten Böden auf. Dadurch kann die Pflanze Wasser und für ihr Wachstum notwendige Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufnehmen.
- Symptome: schnelles Welken, weiche Blätter, anschließend Vergilbung – ein Zeichen dafür, dass die Pflanze nicht mehr genügend Nährstoffe erhält. Die Wurzeln werden allmählich braun und zersetzen sich schließlich.
- Behandlung: Ein spezielles Fungizid gegen Oomyceten (Aluminiumfosetyl oder Propamocarb) auf die befallenen Pflanzen anwenden. Die Drainage umgehend verbessern und die Bodenfeuchte durch angepasstes Gießen reduzieren, damit die Wurzeln nicht ständig nass bleiben.
- Vorbeugung: Besenheide nicht an Stellen pflanzen, an denen der Boden ständig feucht bleibt. Für eine gute Drainage sorgen, damit sich kein Wasser um die Wurzeln sammelt. Bei Topfkultur keine zu feinen, wasserhaltenden Substrate verwenden. Zimtaufguss, Knoblauchbrühe und Farnjauche können auf gesundem Substrat vorbeugend wirken.

Pythium kann junge Besenheide-Pflanzungen befallen
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Englische Heide wählen?Wurzelfäule oder Hallimasch: selten, aber tödlich
Die Wurzelfäule, verursacht durch Armillaria mellea, ist ein holzzersetzender Pilz, der vor allem die Wurzeln verholzender Pflanzen befällt, darunter auch Englische Heide, wenn auch selten. Sie tritt häufig in bereits von diesem Pilz besiedelten Böden auf, insbesondere in bewaldeten Böden und Gärten auf ehemaligen Waldflächen oder nach dem Fällen von Bäumen. Alle Englischen Heiden sind anfällig, doch im Freilandanbau ist dieser Pilz selten.
Der Pilz befällt die Wurzeln in der Tiefe, verursacht eine Nekrose der Leitgewebe und unterbricht dadurch die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Er kann viele Jahre in abgestorbenen Wurzeln oder den Wurzelstöcken ehemaliger Bäume überdauern.
- Symptome: Dazu zählen fortschreitendes Absterben, eine Gelbfärbung des Laubs und manchmal vollständige Welke. Unter der Rinde der Wurzeln zeigt sich mitunter ein weißer Belag, außerdem schwärzen die Gewebe. Die Pflanze lässt sich leicht aus dem Boden ziehen, da die Wurzeln brüchig oder verfault sind.
- Behandlung: Ist die Pflanze befallen, gibt es keine wirksame Behandlung. Sie müssen die Pflanzen ausreißen und vernichten sowie die befallenen Wurzeln entfernen. Pflanzen Sie ohne Desinfektion oder Brache nicht am selben Standort nach. Ein natürliches Mittel ist nicht nachweislich wirksam. Der befallene Boden bleibt problematisch.
- Vorbeugung: Pflanzen Sie in gut durchlässigen Boden und vermeiden Sie vergrabene Holzreste oder Wurzelstöcke. Sorgen Sie für einen sonnigen Standort. Pflanzen Sie Englische Heide nicht an alten Hecken oder Waldrändern, wenn der Boden als befallen gilt.
Kranke Englische Heiden behandeln
Phytophthora, Pythium und Rhizoctonia: Vorbeugen mit guter Pflanzung, saurem Boden, Sonne und desinfiziertem Werkzeug; Fungizid nur im Notfall.
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