Krankheiten und Parasiten der Fetthenne
Erkennen, Vorbeugen und natürliche Lösungen
Inhaltsverzeichnis
Die Fetthennen oder Sedum gehören zu den besonders pflegeleichten und anpassungsfähigen Pflanzen. Diese Sukkulenten aus der Familie der Dickblattgewächse sind in zahlreichen Sorten erhältlich. Sie besitzen festes, dickes Laub, blühen spät, oft im Herbst, und bieten eine große Vielfalt an Farben und Wuchsformen.
Sie eignen sich hervorragend für Trockengärten, Kiesgärten oder Gefäße ohne Bewässerung. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Trockenheit macht sie zudem sehr winterhart.
Doch wie alle Pflanzen können auch sie von Krankheiten befallen oder zum Ziel von Parasiten werden. Erfahren Sie, wie Sie sie erkennen, Risiken vorbeugen und bei Bedarf natürliche Behandlungen anwenden, damit Ihre Fetthennen schön bleiben.
Schnecken und Nacktschnecken
Erkennung
Diese gefräßigen Schnecken müssen wir Ihnen wohl nicht vorstellen: Sie kennen sie sicher. Nacktschnecken und Gehäuseschnecken fressen gern die Blätter der Fetthenne, solange sie noch jung und zart sind. Auch einige Raupen können Fetthennen befallen. Am größten sind die Schäden oft im zeitigen Frühjahr, wenn die Schnecken aus ihrer Winterruhe kommen. Dann entdecken Sie angefressene Blätter und Schleimspuren in der Nähe Ihrer Fetthenne.

Vorbeugung und natürliche Lösungen
Es gibt viele Möglichkeiten, Schnecken im Garten zu bekämpfen. Dabei sollte man bedenken, dass Schnecken zur Nahrungskette und damit zum natürlichen Gleichgewicht gehören. Besser ist es, ihren Einfluss zu begrenzen, statt sie vollständig auszurotten.
Zur Vorbeugung stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen.
- Fetthennen im Topf, Kübel oder Balkonkasten kultivieren. Dadurch sind sie für Schnecken weniger leicht erreichbar.
- Setzen Sie Fetthennen in ein Beet, das von für Schnecken weniger attraktiven Pflanzen umgeben ist. Im Trockengarten sind Palmlilien, Hauswurz oder Echte Aloe gute Partner. Ihr Laub ist aufgrund seiner Beschaffenheit deutlich weniger schmackhaft.
- Unangenehme Materialien rund um die Fetthennen ausbringen, die ihre Fortbewegung erschweren (Lava, Eierschalen, Kaffeesatz …). Diese müssen regelmäßig erneuert werden, besonders bei feuchtem Wetter. Ihre Wirksamkeit hängt zudem stark vom jeweiligen Garten ab.
- Lenken Sie die Schnecken ab, indem Sie in einem entlegenen Gartenbereich Pflanzenreste oder eine spezielle Kultur wie Braunen Senf anbieten.

Pflanzen Sie einige Sukkulenten mit rauem Laub in der Nähe Ihrer Fetthennen
Wenn Sie schnellere Methoden bevorzugen, können Sie Bierfallen aufstellen, in denen die Schnecken ertrinken. Achten Sie auf eine ausreichend kleine Öffnung, damit keine anderen Tiere hineingelangen. Auch der Einsatz von Ferramol-Schneckenkorn ist möglich. Es ist im ökologischen Landbau zugelassen und stellt keine Gefahr für andere Tiere dar, weder für Haustiere noch für natürliche Feinde der Schnecken. Es wirkt als Fraßhemmer und lässt Nacktschnecken und Gehäuseschnecken verkümmern. Wenn Sie etwas Geduld haben, ist auch das frühmorgendliche oder abendliche Absammeln eine wirksame Methode.
Lesen Sie ergänzend unseren Artikel: Schnecken: 7 wirksame und natürliche Bekämpfungsmethoden.
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Fetthenne: Wie pflanzen, kultivieren und vermehren Sie sie?Dickmaulrüssler
Erkennung
Dickmaulrüssler sind Schädlinge aus der Familie der Rüsselkäfer, die vor allem bei Topf- und Gewächshauskultur auftreten. Sie mögen besonders warme, trockene Sommerbedingungen. Die kleinen Käfer werden weniger als 10 mm groß. Die erwachsenen Tiere können mit ihrem Rüssel, einer Art Kauwerkzeug, Schäden anrichten, indem sie Blätter fressen. Die Larven befallen dagegen die Wurzeln der Pflanzen und können deren Entwicklung beeinträchtigen, insbesondere bei jungen Pflanzen. Sie sind schwer zu entdecken, da sie klein und dunkel gefärbt sowie überwiegend nachtaktiv sind.

Vorbeugung und natürliche Lösungen
Ältere Pflanzen scheinen häufiger von Dickmaulrüsslern befallen zu werden. Teilen Sie Ihre Fetthenne daher regelmäßig und sorgen Sie für passende Kulturbedingungen.
Bei geringem Befall kann das Absammeln der erwachsenen Käfer am Abend ausreichen. Bei Gefahr stellen sich die Käfer tot – dieses Verhalten nennt man Thanatose. Für eine wirksamere natürliche Behandlung können Sie auf biologische Bekämpfung mit Nematodenfallen gegen Dickmaulrüssler setzen. Diese Würmer befallen die erwachsenen Käfer und fressen sie von innen auf, wodurch ihr Fortpflanzungs- und Entwicklungszyklus unterbrochen wird. Die Anwendung erfordert eine genaue Beachtung der Gebrauchsanweisung (Aufstellung, Feuchtigkeit, usw.).
Ergänzend empfehlen wir unseren Artikel: „Wie wird man Dickmaulrüssler los?“
Blattläuse
Erkennung
Weitere bei Gärtnern bekannte Schädlinge sind Blattläuse. Es gibt verschiedene Arten, die grün, schwarz oder geflügelt sein können. Diese kleinen stechend-saugenden Insekten ernähren sich vom Pflanzensaft. Besonders gern befallen sie das junge Laub der Fetthenne, während ihr Auftreten in jungen Kohlpflanzen schwerer zu erkennen sein kann. Einige Blattläuse beeinträchtigen die Gesundheit der Pflanze zwar nicht, doch sie können Honigtau ausscheiden, eine klebrige Substanz, die einem Pilzbefall – dem Rußtau – als Nährboden dient. Er ist an schwarzen, rußähnlichen Belägen auf Stängeln und Blättern zu erkennen. Auf Dauer kann er die Photosynthese beeinträchtigen und zum Absterben der Fetthenne führen.

Winzige Tierchen auf Ihren Fetthennen: Meist handelt es sich um Blattläuse
Vorbeugung und natürliche Lösungen
Wenn Sie vorbeugend einige Blattläuse entdecken, entfernen Sie sie von Hand. Ein kräftiger Wasserstrahl kann ebenfalls helfen, sie abzuspülen. Achten Sie dabei möglichst darauf, dass sich im Herzen der heranwachsenden Kohlpflanzen kein Wasser sammelt, insbesondere bei Herbst-Fetthennen.
Fetthennen sind Pflanzen für nährstoffarme Böden: Auf Düngergaben mit hohem Stickstoffgehalt können Sie daher verzichten. Sie würden die Pflanze vielmehr schwächen und ihr Laub weicher und schmackhafter für Schädlinge machen.
Bei großen Blattlauskolonien können Sie ein natürliches Insektizid auf Basis von reiner Schmierseife spritzen. Mischen Sie 1 bis 2 Esslöffel davon mit 1 Liter lauwarmem Wasser. Füllen Sie die Mischung in eine Sprühflasche und sprühen Sie die befallenen Pflanzenteile abseits direkter Sonne ein. Wiederholen Sie die Behandlung bei Bedarf nach 7 bis 10 Tagen.
Schließlich können Sie auch Fangpflanzen wie die Große Kapuzinerkresse kultivieren. Sie ziehen Schädlinge an und schützen dadurch andere Kulturen.
Ergänzend empfehlen wir unseren Artikel: „Blattläuse erkennen und bekämpfen“.
Lesen Sie auch
Fetthenne im Topf kultivieren?Wurzelfäule durch zu viel Wasser
Erkennen
Fetthennen sind wenig empfindlich, doch Staunässe kann ihr Absterben verursachen. Sie begünstigt Wurzelfäule durch Pilze oder Bakterien. Typische Symptome: Die Pflanze verliert an Kraft, wird weich und die Blätter färben sich schwarz oder gelb. Schließlich stellt die Fetthenne ihr Wachstum vollständig ein und verkümmert. Auch ein unangenehmer Geruch aus dem Substrat sowie Schimmel auf der Oberfläche können auftreten.

Diese Fetthenne hat vermutlich unter zu viel Wasser gelitten
Vorbeugung und natürliche Lösungen
Pflanzen Sie die Fetthenne vorbeugend in leichte, gut drainierte Erde, die überschüssiges Wasser nicht speichert. Mischen Sie die Erde mit Sand oder verwenden Sie Erde für Sukkulenten und Kakteen, die leichter und drainierender als herkömmliche Blumenerde ist. Geben Sie bei der Pflanzung im Topf oder Beet zusätzlich drainierende Materialien wie Kies, Blähton oder Tonscherben in die Erde.
Stellen Sie Fetthenne an einen hellen Standort, idealerweise nach Westen oder Süden, auch in direkte Sonne.
Lassen Sie das Substrat zwischen den Wassergaben vollständig abtrocknen. Prüfen Sie die Erde mit dem Finger: Ist sie in den oberen Zentimetern trocken, können Sie gießen. Steht die Fetthenne in einem Topf mit Untersetzer oder Übertopf, leeren Sie diesen etwa 20 Minuten nach dem Gießen oder nach starkem Regen.
Ist die Pflanze bereits von Wurzelfäule befallen, können Sie noch versuchen, sie zu retten. Nehmen Sie sie vorsichtig aus der Erde oder dem Topf. Prüfen Sie die Wurzeln und entfernen Sie alle schwarzen, weichen und schlecht riechenden Stellen. Desinfizieren Sie Ihr Schneidewerkzeug gründlich mit Alkohol, damit sich die Krankheit nicht auf gesunde Pflanzenteile ausbreitet. Je nach Kultur:
- Setzen Sie die Pflanze in den zuvor desinfizierten Topf zurück und verwenden Sie neue Blumenerde, die bei Bedarf mit drainierendem Material ergänzt wird;
- pflanzen Sie die Fetthenne an einen weniger feuchten Standort im Garten und geben Sie drainierendes Material auf den Grund des Pflanzlochs.
Verlängern Sie die Abstände zwischen den Wassergaben und warten Sie ab, ob die Pflanze wieder austreibt.
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