Krankheiten und Parasiten der Japanischen Azalee
Erkennen, vorbeugen, natürlich behandeln
Inhaltsverzeichnis
Japanische Azaleen (Azalea japonica) sind kleine Sträucher mit farbigen Blütentrompeten und glänzendem, immergrünem Laub.
Die Moorbeetpflanze ist leicht zu kultivieren, im Topf wie im Beet. Doch falsche Bedingungen fördern Krankheiten und Parasiten.
Hier erfahren Sie, wie Sie Azaleen gesund halten und welche natürlichen Behandlungen bei Symptomen helfen.
Weitere Tipps zum Pflanzen, Schneiden und Pflegen von Azaleen finden Sie im Ratgeber.
Die Chlorose
Die Blätter der Japanischen Azalee werden rund um die Blattadern gelb: ein Zeichen für Chlorose durch Eisenmangel. Aufgrund eines zu hohen pH-Werts oder eines zu hohen Kalkgehalts im Boden kann das Eisen nicht mehr richtig aufgenommen werden.
Besonders betroffen sind die jungen Blätter an den Triebspitzen, die schließlich nekrotisch werden und abfallen.
Abgesehen vom ästhetischen Aspekt beeinträchtigt Chlorose auch die Chlorophyllsynthese, was zu verlangsamtem Wachstum und langfristig zum Absterben der Pflanze führt.
Diese Krankheit tritt häufig bei Moorbeetpflanzen wie Japanischen Azaleen auf, kommt aber auch bei Rosen oder Zitrusfrüchten vor.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: Eisenchlorose: Vorbeugung und Behandlung.

Bei Chlorose färben sich die Blätter nahe den Blattadern gelb.
Vorbeugung
Ein schwerer, verdichteter und staunasser Boden kann Chlorose verursachen. Lockern Sie den Boden vor dem Pflanzen Ihrer Japanischen Azalee gründlich auf und verbessern Sie ihn beispielsweise mit Sand und Lavagranulat, um die Drainage zu fördern.
Eine regelmäßige Gabe organischer Substanz wie Kompost verbessert ebenfalls die Bodenqualität und sorgt für einen lebendigeren, ausgeglicheneren Boden. Vermeiden Sie außerdem unbedeckte Böden: Schützen Sie diese Bereiche mit einer Mulchschicht.
Auch zu kalkhaltiges Gießwasser kann Chlorose auslösen. Verwenden Sie vorzugsweise Regenwasser oder ein Entkalkungsmittel für Gießwasser, das Leitungswasser weicher macht. Manche Gärtner empfehlen außerdem, dem Gießwasser etwas weißen Essig oder Zitronensaft beizugeben, um es saurer zu machen.
Natürliche Lösungen
Sobald die Symptome erkannt sind, können Sie mit Chlorose-Mitteln gegensteuern. Diese werden im Gießwasser verdünnt oder idealerweise im Frühjahr direkt auf die Blätter gesprüht.
Die Wirkung ist schnell sichtbar: Die Blätter nehmen durch erneutes Ergrünen wieder ihre ursprüngliche Farbe an. Doch diese Lösung wirkt nur kurzfristig. Kombinieren Sie sie daher mit vorbeugenden Maßnahmen, um ein Wiederkehren der Krankheit zu verhindern. Wir empfehlen Ihnen außerdem, standortgerecht zu pflanzen. Probieren Sie dazu gerne unsere Plantfit-Web-App aus!
Auch verdünnte Brennnessel- oder Schachtelhalmjauche in Regenwasser soll eine wirksame natürliche Behandlung gegen Chlorose sein.
Hier finden Sie unsere passenden Anleitungen:
Lesen Sie auch
Japanische Azalee: beste SortenPilzkrankheiten
Pilzkrankheiten werden durch Pilze verursacht und sind im Zier- und Nutzgarten weit verbreitet. Dazu zählen vor allem Falscher Mehltau, Echter Mehltau und Grauschimmel.
Falscher Mehltau lässt die Blätter der Azalee trocken, stumpf und brüchig werden. Sie können sich einrollen und an den Zweigen vollständig schwarz werden. Mit der Zeit lässt der Pilz die Wurzeln faulen.
Echter Mehltau verursacht mehlig-weiße Flecken auf dem Laub der Japanischen Azalee, die sich auf alle Blätter ausbreiten können. Der Pflanzensaft kann nicht mehr zirkulieren, wodurch die Pflanze abstirbt und Wurzeln, Stamm und Stängel faulen.
Grauschimmel, auch Botrytis genannt, zeigt sich durch einen weißgrauen Belag auf Stängeln und Blättern.
Auch der Honiggelbe Hallimasch befällt die Japanische Azalee. Zu viel Wasser im Winter oder ein zu schwerer, verdichteter Boden führen zur Wurzel-Erstickung und begünstigen diese Krankheit.
Die Sporen dieser Pilze können mehrere Jahre im Boden überdauern und werden von einer Pflanze auf die andere übertragen.

Falscher Mehltau
Vorbeugung
Wärme und Feuchtigkeit sind ideale Bedingungen für Pilze. Um einem Befall vorzubeugen, halten Sie ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen. So kann das Laub gut abtrocknen und Staunässe wird vermieden. Achten Sie beim Gießen außerdem darauf, das Laub nicht zu benetzen.
Begrenzen Sie die Stickstoffzufuhr (Dünger, Mist …) im Boden, da ein Übermaß das Gleichgewicht stören kann.
Verwenden Sie beim Rückschnitt stets scharfe und zuvor desinfizierte Werkzeuge, um Verletzungen zu vermeiden, durch die Pilze leicht in die Pflanze eindringen können.
Sorgen Sie für einen gut drainierten Boden, der Staunässe – besonders bei starken Regenfällen – und das Ersticken der Wurzeln verhindert. Geben Sie ruhig eine Handvoll Lava auf den Boden des Pflanzlochs oder Topfes.
Natürliche Lösungen
Eine endgültige Behandlung gegen diese Krankheiten gibt es nicht.
Sprühen Sie verdünnte Brennnessel- oder Ackerschachtelhalmbrühe am Tagesende auf das befallene Laub. Pflanzliche Brühen können die Entwicklung der Pilze verlangsamen oder im Anfangsstadium ausreichen.
Schneiden Sie befallene Pflanzenteile ab und verbrennen Sie sie, um eine Ausbreitung zu verhindern. Entfernen Sie abgefallene Blätter und Stängel, die oft Sporen tragen.
Zusätzlich können Sie ein Fungizid wie Bordeauxbrühe oder ein schwefelhaltiges Mittel verwenden.
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Schadinsekten
Der Azaleenfalter
Schäden an Japanischen Azaleen verursachen die Raupen dieses Falters, indem sie die jungen Triebe fressen.
Vorbeugend können Sie Pheromonfallen aufstellen, um die männlichen Falter zu fangen.
Bei Befall behandeln Sie mit dem biologischen Insektizid Bacillus thuringiensis (BT).
Dickmaulrüssler
Diese kleinen Käfer knabbern den Blattrand an und durchlöchern die Blätter. Die Schäden sind jedoch meist eher ästhetischer Natur und für die Gesundheit der Pflanze kaum gefährlich – außer bei sehr jungen Pflanzen.
Setzen Sie zur biologischen Bekämpfung Nematoden in den Boden ein. Diese kleinen Fadenwürmer befallen zahlreiche Parasiten im Garten, darunter die Käferlarven.
Weitere Informationen finden Sie in unseren Artikeln: Biologische Bekämpfung im Garten und Gemüsegarten: Nützlinge und Nützliche Nematoden: So wenden Sie sie richtig an
Bei Befall können Sie auch ein Pyrethrum-Insektizid verwenden, idealerweise am späten Nachmittag und stets so gezielt wie möglich.
Rote Spinnmilben
Rote Spinnmilben sind kleine Milben, die die Blätter Japanischer Azaleen anstechen. Sie treten meist bei trockenem, warmem Wetter auf und vermehren sich dann rasch.
Besprühen Sie das Laub Ihrer Azalee vorbeugend am späten Nachmittag (um Verbrennungen durch die Sonnenstrahlen zu vermeiden), vor allem, wenn die Pflanze im Gewächshaus kultiviert wird und dort schneller unter trockener Luft leidet.
Bei Befall verwenden Sie einen Knoblauchsud, den Sie als Abwehrmittel auf das Laub sprühen.
Blattläuse
Gärtnern bestens bekannt, sind Blattläuse kleine saugende und stechende Insekten, die junge Blätter Japanischer Azaleen befallen.
Bei geringem Befall spülen Sie die unerwünschten Gäste einfach mit einem Wasserstrahl ab oder brausen Sie die betroffenen Blätter und Triebe gründlich ab.
Bei stärkerem Befall verwenden Sie ein natürliches Insektizid, zum Beispiel flüssige Schmierseife, verdünnt mit lauwarmem Wasser (ein Esslöffel auf 1 Liter Wasser). Sprühen Sie diese Lösung am späten Nachmittag auf die befallenen Pflanzenteile.

Dickmaulrüssler, rote Spinnmilbe und Blattlaus
Das Gleichgewicht im Garten (wieder)herstellen: gute Vorbeugung
In einem biodiversen Garten regulieren sich Schädlingsbefälle kurz- oder mittelfristig meist von selbst.
Fördern Sie im Alltag das Vorkommen natürlicher Fressfeinde, die gegen Schadinsekten unverzichtbar sind, etwa Marienkäfer, Florfliegen oder Laufkäfer. Indem Sie ihnen das ganze Jahr über Nahrung und Unterschlupf bieten, sichern Sie ihre dauerhafte Ansiedlung und schützen sich leichter vor fatalen Schäden oder starkem Befall.
Stellen Sie Insektenhotels auf, legen Sie Brachland und blühende Hecken an … All dies sind einfache Maßnahmen, die Gärtnern gute Dienste leisten.
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