Küstengarten gestalten
Tipps für Anlage, Pflanzenwahl und Pflege!
Inhaltsverzeichnis
Küstengärten: Sonne, mildes Klima, wenig Frost – doch Sturm, Salz, Sand und instabiler Boden. Tipps für Pflanzenwahl, Anlage und Pflege mit Meerblick.
Herausforderungen eines Gartens am Meer
- Salzhaltige Gischt: An der Küste ist der Wind mit Salz angereichert, das die Blätter verbrennt und die Pflanzen austrocknet.
- Starker Wind: An der Küste weht oft ein kräftiger Wind mit Böen und manchmal auch Stürmen. Er kann das Laub der Pflanzen zerreißen, Zweige von Bäumen und Sträuchern abbrechen und das Austrocknen des Bodens beschleunigen.
- Die Bodenbeschaffenheit: Meist ist der sehr nährstoffarme, drainierende Boden nicht in der Lage, Wasser und Mineralstoffe zu halten, die zu schnell versickern. Manchmal ist der zu sandige Boden etwas instabil und kann vom Wind abgetragen werden. Dann sollten Sie Pflanzen setzen, die ihn mit ihren Wurzeln festhalten, etwa Strandhafer. Oft ist die Bodenschicht nur sehr dünn.
- Auch Gartenstrukturen und -möbel können durch die Gischt beschädigt werden, da die verwendeten Materialien oxidieren können. Bevorzugen Sie behandeltes Holz, verzinkten Stahl oder Aluminium.
Neben diesen Herausforderungen bietet die Küste auch Vorteile für Pflanzen! Das Klima ist meist sehr mild, sodass Sie dort auch weniger winterharte Pflanzen kultivieren können, die in anderen Regionen unter der Kälte leiden würden. Auch die Helligkeit und Sonneneinstrahlung sind hier stärker als anderswo. Die Sonne spiegelt sich im Meer, was die Photosynthese und den Stoffwechsel der Pflanzen begünstigt. Außerdem ist die Luft feuchter und weniger trocken.
Dennoch sollten Sie Ihre besondere geografische Lage berücksichtigen. Das Klima unterscheidet sich deutlich, je nachdem, ob Sie am Ärmelkanal, an der Atlantikküste oder an der Côte d’Azur leben. Im Allgemeinen sind die Temperaturen an der Nordseeküste bei Dünkirchen niedriger als an der Spitze des Finistère oder an der baskischen Küste – ganz zu schweigen vom Mittelmeerraum mit seinem sehr milden, sonnigen Klima. Auch die Niederschläge sind in der Bretagne häufiger, während das Mittelmeerbecken deutlich trockener ist. Ebenso unterscheidet sich die Bodenbeschaffenheit: In der Bretagne sind die Böden meist saurer, an der Côte d’Azur dagegen eher kalkhaltig oder neutral. Informieren Sie sich vor der Gestaltung Ihres Gartens über das Klima und die Bodenbeschaffenheit Ihres Grundstücks und wählen Sie geeignete Pflanzen aus!

Zwei Küstengärten: der Garten George Delaselle auf der Île de Batz im Norden des Finistère und der Kanarische Garten im Domaine du Rayol an der Côte d’Azur.
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- Standort vor Wind und Gischt schützen
Wir empfehlen, Pflanzen einzusetzen, um die Windgeschwindigkeit zu verringern. Ziel ist eine durchlässige, nicht blickdichte Barriere, da eine geschlossene Wand den Wind ablenken und dadurch beschleunigen kann. Legen Sie eine Windschutzhecke an, die empfindlichere Pflanzen schützt, zum Beispiel aus Ginster, Oleander oder Sommertamariske. Auch Schilfmatten, Sichtschutzzäune, durchlässige Zäune oder Heidematten eignen sich…
- Boden verbessern
In Meeresnähe ist der Boden oft zu durchlässig, nährstoffarm und sandig oder steinig. Außerdem ist die Bodenschicht häufig nur dünn. Wir empfehlen, Blumenerde oder Mutterboden aufzubringen. Reichern Sie den Boden zusätzlich mit organischem Dünger (Mist, Algen, Guano…) und gut verrottetem Kompost an.
- Generell ist die Anlage von Steingärten und mineralisch geprägten Trockengärten besonders für Gärten am Meer geeignet. Sie benötigen von Natur aus wenig Wasser und Nährstoffe und sind pflegeleicht.
In solchen Gärten möchte man meist den schönen Meerblick erhalten, sofern dies möglich ist. Deshalb können Sie bestimmte Gartenbereiche erhöhen und die Pflanzen so anordnen, dass sie den Blick aufs Meer nicht versperren. Mit einer Bank oder einer Gartensitzgruppe lässt sich ein angenehmer Sitzplatz schaffen, von dem aus Sie die Aussicht genießen können. Auch etwas Schatten ist sinnvoll, etwa durch eine Pergola, einen Pavillon oder Bäume und Sträucher.

Armeria maritima, eine kleine Küstenpflanze, die an der Atlantikküste natürlich wächst
Pflanzen für den Küstenstandort auswählen
In den meisten Fällen haben für Küstenlagen geeignete Pflanzen von Natur aus dicke, ledrige, graue oder silbrige Blätter, die manchmal flaumig behaart sind und eine kleine Blattspreite besitzen. Dadurch sind sie widerstandsfähiger gegen Austrocknung, verlieren weniger Wasser und sind besser vor Wind geschützt. Viele wachsen polsterförmig oder recht dicht. Niedrige Pflanzen mit kriechender oder flächiger Wuchsform leiden weniger unter Gischt, starken Winden und Stürmen als höhere Pflanzen.
An der Küste kann der sehr sandige, dem Wind ausgesetzte Boden außerdem etwas instabil sein. Bestimmte Pflanzen helfen Ihnen, den Boden zu stabilisieren. Der Gewöhnliche Strandhafer (Ammophila arenaria) übernimmt diese Aufgabe beispielsweise ganz natürlich: Mit seinen sehr tief reichenden Wurzeln befestigt er den Boden und stabilisiert die Dünen. Auch Bodendecker können dazu beitragen, den Boden festzuhalten und das Verwehen des Sandes zu verhindern.
Es ist sinnvoll, den Garten durch verschiedene Bereiche und mehrere Vegetationsebenen zu gestalten, je nach Entfernung vom Meer. Die Pflanzen in unmittelbarer Strandnähe müssen am widerstandsfähigsten und niedrigsten sein. Je näher man anschließend zum Haus kommt, desto geschützter ist der Bereich und desto vielfältiger können die Pflanzen sein.
- Bevorzugen Sie Pflanzen mit biegsamer Wuchsform, deren Zweige sich im Wind biegen können, ohne zu brechen.
- Vermeiden Sie Pflanzen mit großen, breiten Blättern, da der Wind sie leicht zerreißen kann. Wählen Sie stattdessen Pflanzen mit kleinen, eher schmalen Blättern.
- Wir empfehlen Gräser, denn es ist besonders schön, wenn sich ihr leichtes Laub in Gischt und Wind bewegt. Sie bringen Lebendigkeit und Bewegung in den Garten. Wählen Sie zum Beispiel Gewöhnlichen Strandhafer (Ammophila arenaria), Federgras, Schwingel oder Lagurus ovatus …
- Wenn Sie neue Bäume oder Sträucher pflanzen, wählen Sie eher junge Pflanzen. So haben sie Zeit, sich an diese besonderen Bedingungen zu gewöhnen, und werden durch den Wechsel der Umgebung weniger beeinträchtigt.
- An der Küste kann es schwierig sein, einen wirklich schönen Rasen anzulegen. Als Alternative eignen sich Pflanzen wie Phyla nodiflora, ein sehr niedriger, flächig wachsender Bodendecker mit kleinen ovalen Blättern, oder Zoysia tenuifolia, auch als Maskarenen-Rasen bezeichnet. Entdecken Sie auch Pennisetum clandestinum.
- Generell sollten Sie trockenheitsverträgliche Pflanzen wählen, die wenig Nährstoffe benötigen. Sie müssen auch auf Böden mit wenig organischer Substanz gedeihen.
- Ein großer Vorteil von Küstengärten ist ihr milderes Klima, in dem sich auch frostempfindlichere Pflanzen kultivieren lassen. Sie können daher exotischere und weniger winterharte Pflanzen wählen als in anderen Regionen.
- Orientieren Sie sich an der natürlichen Vegetation, die wild an der Küste vorkommt: Gewöhnlicher Strandhafer, Lagurus ovatus, Eryngium maritimum, Armeria maritima … Sie sind natürlich am besten an diese Bedingungen angepasst!
→ Entdecken Sie unsere Auswahl geeigneter Pflanzen in den folgenden Artikeln: Die besten Bäume für sandige Böden, 10 ideale Stauden für Küstengärten, 10 perfekte Sträucher für Küstengärten, Pflanzen, die Gischt vertragen und Gischtverträgliche Stauden für Küstengärten sowie Die besten Sträucher für ozeanisches Klima und Küstenlagen

Die gelbe Blüte des Stechginsters auf Belle-Île-en-Mer (Foto: Remi Jouan)
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10 perfekte Sträucher für KüstengärtenRichtig pflanzen?
An der Küste ist es besser, dichter zu pflanzen als im Landesinneren. So schützen sich die Pflanzen gegenseitig, und Sie können leichter wirksame Barrieren gegen Wind und Gischt schaffen.
Wir empfehlen außerdem, die Pflanzung eher im Frühjahr vorzunehmen. Vergewissern Sie sich in jedem Fall vor dem Pflanzen, dass kein Sturm oder größere Wetterstörung bevorsteht.
- Heben Sie ein großes Pflanzloch aus und füllen Sie Blumenerde oder Mutterboden ein. Mischen Sie am besten auch gut verrotteten Kompost unter.
- Pflanzen Sie Ihre Stauden, Bäume oder Sträucher.
- Bringen Sie bei Bedarf für höhere Pflanzen eine Stütze an. An der Küste sind Pflanzen häufig dem Wind ausgesetzt, daher ist eine Stütze hier wichtiger als in anderen Regionen.
- Legen Sie eine Gießmulde an. An der Küste trocknet der Boden durch den Wind schneller aus. Eine Mulde hält daher Wasser am Fuß der Pflanze zurück.
- Gießen Sie reichlich.
- Mulchen Sie, damit der Boden länger frisch bleibt.
- Frisch gepflanzte junge Bäume oder Sträucher können Sie vorübergehend mit einer kleinen, provisorischen Windschutzbarriere vor dem Wind schützen, bis sie angewachsen sind.
Seien Sie nach der Pflanzung besonders aufmerksam und gießen Sie regelmäßig, damit die Pflanze nicht unter Wassermangel leidet. Versuchen Sie, sie vor Wind und Austrocknung zu schützen, bis sie angewachsen ist und ihr Wurzelsystem entwickelt hat.
Pflege nach Maß
- Starker Wind kann Pflanzenzweige brechen. Gehen Sie regelmäßig durch den Garten, um abgestorbene oder beschädigte Zweige zurückzuschneiden und zu entfernen. Sie können Pflanzen auch kompakt und niedrig halten, um die Angriffsfläche für den Wind zu verringern und sie zu schützen. Überstehende, lange Zweige könnten durch den Wind beschädigt werden. Schneiden Sie am besten im Frühjahr sowie nach Stürmen oder starken Windböen.
- An der Küste trocknet der Boden durch den Wind schneller aus. Gießen Sie Ihre Pflanzen nach starken Windböen großzügig. Sie können auch mulchen, damit das Substrat länger feucht bleibt. Gegen die Austrocknung hilft außerdem eine Tröpfchenbewässerung. Legen Sie zudem Gießmulden rund um Bäume und Sträucher an.
- Da das Klima milder ist, müssen Pflanzen im Winter weniger vor Kälte geschützt werden.
- Denken Sie nach dem Pflanzen daran, junge Bäume, Sträucher und hohe Stauden anzubinden. Erneuern Sie die Stützen, wenn sie durch starke Windböen beschädigt wurden.
- Wir empfehlen außerdem, gelegentlich Kompost auszubringen, um den Boden anzureichern.
- Auch organischen Mulch sollten Sie von Zeit zu Zeit erneuern.
- Wenn ein Sturm oder starke Windböen Salz auf empfindlichen Pflanzen abgelagert haben, können Sie das Laub mit Wasser abspülen.
Gwenaëlle gibt Ihnen noch viele weitere Tipps zum Anlegen eines Beets in einem windgeschützten Garten.
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