Mediterrane Pflanzen: Im Norden anbauen?

Mediterrane Pflanzen: Im Norden anbauen?

Provence-Flair im Norden Frankreichs: Tipps

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 12. Januar 2026  durch Ingrid 6 min.

Wer sagt, dass mediterranes Flair nur im Süden möglich ist? Mit Lavendel, Rosmarin und Ölbaum gelingt ein mediterraner Garten auch im Norden Frankreichs. Tipps zu Auswahl, Pflanzung und Pflege.

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Mediterraner Garten

Schwierigkeit

Mediterrane Pflanzen im Trend

Mediterrane Pflanzen begeistern mit ihrer Schönheit und betörenden Düften. Sie wecken Erinnerungen an sonnige Ferien im Süden, an die Provence und wohlverdiente Erholung. Mediterrane Pflanzen im Garten bringen ein Stück dieser kostbaren Erinnerungen nach Hause.

Außerdem sind diese attraktiven Pflanzen für ihre Widerstandsfähigkeit bekannt. Viele von ihnen kommen mit schwierigen Bedingungen zurecht, brauchen wenig Pflege und vertragen vor allem die zunehmende Trockenheit, selbst im Norden Frankreichs. Sie verschönern eine sonnige Terrasse oder einen bepflanzten Balkon.

Terrasse Garten im mediterranen Garten

Wer denkt bei mediterranen Pflanzen rund um die Terrasse nicht an den Urlaub?

Kultur Nord gegen Süd

Mediterrane Pflanzen im Norden Frankreichs: Kühle, feuchte Witterung erschwert Wachstum und Blüte. Mit guter Auswahl gelingt mediterranes Flair trotz grauem Himmel.

Winterhärtezone kennen, passende Pflanzen wählen

Um im Norden Frankreichs einen erfolgreichen mediterranen Garten anzulegen, ist die Pflanzenwahl entscheidend. Sicher sehnen Sie sich nach dem Duft von Lavendel oder nach demselben Strauch, den Sie letzten Sommer in Saint-Tropez gesehen haben – doch bremsen Sie diese Begeisterung lieber etwas! Wählen Sie Sorten, die nicht nur schön und duftend, sondern auch widerstandsfähig gegenüber den härteren klimatischen Bedingungen sind.

Prüfen Sie zunächst Ihre Klimazone. In Frankreich werden 10 Winterhärtezonen verwendet, von Zone 5 (montanes Klima) bis Zone 10 (sehr heißes und trockenes Klima). Diese Zonen basieren auf den Durchschnittswerten der niedrigsten Temperaturen der vergangenen 20 Jahre in den jeweiligen Regionen. Die folgende Karte zeigt annähernd die Winterhärtezonen in Frankreich und hilft Ihnen, Ihre Zone zu bestimmen:

Winterhärte in Frankreich

Im Norden Frankreichs liegen wir in den Winterhärtezonen 8b bis 7, also bei extremen Tiefsttemperaturen von -6,7 °C bis -17,8 °C. Und in welcher Winterhärtezone liegen Sie?

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel: Klimazonen und USDA-Zonen in Frankreich

Tipp: Um Ihre tatsächliche Winterhärtezone anhand Ihrer Gemeinde genauer zu bestimmen, können Sie unser digitales Tool „Plantfit“ nutzen. Das Symbol in Form eines kleinen Triebs befindet sich ganz oben auf unserer Website neben Ihrem Namen, sobald Sie angemeldet sind. Wählen Sie anschließend „Garten anlegen“ und die nächstgelegene Wetterstation aus. Daraufhin wird Ihre Winterhärtezone angezeigt. Lesen Sie auch unseren Artikel: Plantfit: unser neues Tool für die passende Pflanzenauswahl.

Sobald Sie Ihre Winterhärtezone kennen, haben Sie eine Vorstellung von den niedrigsten Temperaturen in Ihrer Region. So können Sie eine Pflanze auswählen, die diesen Tiefsttemperaturen standhält. Dies wird als Winterhärte der Pflanze bezeichnet.

Ein Beispiel:

  • Ich wohne in Lille in der Region Hauts-de-France. Meine Winterhärtezone ist Zone 8A, mit Tiefsttemperaturen von -9,4 bis -12,2 °C.
  • Ich möchte einen Ölbaum pflanzen. Ich prüfe die Winterhärte von Ölbäumen und stelle fest, dass der Ölbaum auf Stamm (Olea europaea) bis -12 °C winterhart ist. Er eignet sich also für meine Klimazone!
  • Wie bei allen Jungpflanzen muss ich die Pflanzhinweise beachten (siehe nächstes Kapitel) und in den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung besonders aufmerksam sein.

Schöne Sorten für Regionen nördlich der Loire

Lavendel

Einige Sorten wie Lavandula angustifolia ‘Munstead’ oder der bekannte Echte Lavendel (Lavandula angustifolia ‘Hidcote’) sind besonders frosthart und vertragen Temperaturen bis -18 °C. Lavendel verströmt außerdem seinen charakteristischen Duft, der sofort an den Süden erinnert. Für etwas Abwechslung im Garten oder auf dem Balkon sorgen der weiße Lavandula intermedia ‘Edelweiss’ oder der zarte Lavandula angustifolia ‘Rosea’.

Ölbaum

Mit seiner rauen Rinde und dem silbrigen Laub ist der Ölbaum ein Symbol für das Mittelmeerklima und die Zikaden. Obwohl er Staunässe nicht verträgt, passt sich Olea europaea auch an kalte Regionen an (bis -12 °C), sofern er gut vor Frost geschützt und an einen gut drainierten Standort gepflanzt wird.

Schmucklilie

Die Schmucklilie wird oft mit milderen Klimazonen verbunden, doch einige Sorten wie Schmucklilie ‘Glacier Stream’ oder ‘Black Buddhist’ sind besonders frosthart und vertragen im Freiland Temperaturen bis -15 °C. Sie lässt sich auch problemlos im Topf kultivieren. Ihre langen Blütenstiele mit kugeligen blauen oder weißen Blüten schmücken Terrassen und Balkone und verleihen dem Garten Eleganz und Höhe.

→ Lesen Sie auch unseren Artikel über Schmucklilie: 7 besonders winterharte Sorten

Wolfsmilch

Wolfsmilch zeigt sich besonders widerstandsfähig gegenüber Kälte und verträgt Temperaturen bis -20 °C (oder sogar mehr!). Sie setzt architektonische Akzente und sorgt im Garten oder Topf für einen farblichen Kontrast, während ihr Pflegeaufwand gering bleibt. Aus der großen Sortenvielfalt sind besonders Euphorbia ‘griffithii Fireglow’ mit ihrer schönen orange-roten Blüte und die Sumpf-Wolfsmilch ‘Walenburg’s Glory’ für feuchte Böden hervorzuheben.

Palmlilie

Mit ihren schwertförmigen, steifen Blättern und dem imposanten Blütenstand begeistert die Palmlilie durch ihr exotisches Aussehen und ihre Robustheit. Zwar sind viele Sorten wenig winterhart, doch einige vertragen Kälte sehr gut, etwa die Yucca filamentosa oder die Sorte ‘Colour Guard’ mit panaschiertem Laub.

Zistrose

Die Montpellier-Zistrose ist eine besonders widerstandsfähige Pflanze, die unterschiedliche klimatische Bedingungen, einschließlich Frost bis -15 °C, verträgt. Diese immergrüne Staude zeichnet sich durch zarte weiße oder rosafarbene Blüten und aromatisches graugrünes Laub aus. Sie eignet sich für sonnige Standorte und die Kultur im Topf, benötigt jedoch im Sommer einen trockenen Boden.

Palmen

Obwohl Palmen ursprünglich meist nicht aus dem Mittelmeerraum stammen, werden sie an der provenzalischen Küste häufig gepflanzt. Daher verbindet man sie oft mit sonniger Stimmung und Urlaubsatmosphäre. Dennoch lassen sich einige Sorten auch in kühleren Regionen kultivieren. So verträgt beispielsweise die Chinesische Hanfpalme Temperaturen bis -15 °C und bevorzugt im Sommer einen leicht feuchten Boden, ebenso wie Sabal minor.

→ Entdecken Sie unseren Artikel über 7 winterharte Palmen für fast jeden Standort in Frankreich.

Feigenbaum

Der Feigenbaum wird meist mit den sonnigen Regionen des Mittelmeerraums verbunden, kann aber auch in Gärten im Norden Frankreichs seinen Platz finden. Tatsächlich vertragen viele Sorten wie ‘Figality’, ‘Icecrystal’ und ‘Jannot’ Temperaturen bis -10 °C (Winterhärtezone bis 8a). Er liefert nicht nur köstliche Früchte, sondern auch üppiges, großblättriges Laub, das angenehmen Schatten spendet und unverkennbares mediterranes Flair verbreitet.

Und weitere mediterrane Pflanzen:

Sie können auch an Blauregen, Rosmarin, einige Salbei-Sorten, den Westlichen Erdbeerbaum, den Spanischen Ginster, die Amerikanische Klettertrompete (Winterhärtezone bis 8a), die man übrigens auch im Ballungsraum Lille findet, sowie an Zwiebeln von Montbretien oder Inkalilien.

Standort und Bodenvorbereitung: unverzichtbar

Die Wahl des Standorts

Im Norden Frankreichs gibt es weniger sonnige Tage als im Mittelmeerraum, was die Photosynthese und die Blüte dieser exotischen Pflanzen beeinträchtigen kann. Daher ist die Wahl eines geeigneten Standorts entscheidend, um den Mangel an natürlichem Licht auszugleichen. Wählen Sie einen vollsonnigen Standort nach Süden oder Südwesten, damit Ihre Pflanzen optimal von der Sonne profitieren.

Allerdings sollten Sie auch die Winde berücksichtigen, besonders in kälteren Regionen. Stellen Sie Ihre Pflanzen in die Nähe einer Mauer, Hecke oder anderer Strukturen, um ein milderes Mikroklima zu schaffen und sie vor kalten Winden und Frost zu schützen.

Vorbereitung des Bodens

Die meisten mediterranen Pflanzen haben eines gemeinsam: Sie bevorzugen einen gut drainierenden Boden und vertragen keine Staunässe. Auch wenn die Sommer im Norden immer trockener werden, sind Sie im August nie vor einer langen Periode mit starken Regenfällen geschützt! Außerdem sind schwere, lehmige Böden in diesen Regionen häufig. Ein gut drainierender Boden ist entscheidend für den Erfolg Ihres mediterranen Gartens.

Um die Drainage zu verbessern, mischen Sie 1/3 groben Sand (Gruben- oder Flusssand) unter. Bei lehmigen Böden eignen sich Kies oder Perlite besser. Geben Sie außerdem 1/3 gut reifen Kompost oder Blumenerde für mediterrane Pflanzen hinzu.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Pflanzflächen durch Beete oder Erdhügel zu erhöhen, damit Regenwasser besser natürlich abfließen kann.

jardin du sud

Pflanzhügel für die Anlage eines mediterran wirkenden Steingartens

Pflanzung im Topf

Wenn Ihr Boden sehr schwer oder nass ist oder Sie frostempfindliche mediterrane Pflanzen anschaffen möchten, können Sie sie im Topf kultivieren. So gibt es keine Probleme mit schwerem Boden, und Sie können die Pflanzen im Winter geschützt unterbringen und in der warmen Jahreszeit wieder auf die Terrasse stellen! Auch hier sollten Sie den Topfboden mit einer Schicht Blähton bedecken und eine nährstoffreiche, gut drainierende Blumenerde verwenden.

Pflanzzeit und Pflege

Den richtigen Pflanzzeitpunkt wählen

Frühling und Frühherbst sind ideale Pflanzzeiten für Ihren mediterranen Garten. So haben die Pflanzen genügend Zeit, vor extremen Temperaturen Wurzeln zu bilden – ob vor sommerlicher Hitze oder winterlicher Kälte. Topfpflanzen und sehr frostempfindliche Pflanzen sollten Sie am besten im Frühling pflanzen.

Bewässerung

Gießen Sie mäßig, da diese Pflanzen meist an trockenere Bedingungen gewöhnt sind. Zu viel Wasser kann zu Wurzelfäule führen. Eine Tröpfchenbewässerung oder seltenes, dafür durchdringendes Gießen ist oft empfehlenswert.

Düngung

Ein Dünger mit viel Phosphor und Kalium kann die Blüte fördern und die Frosthärte stärken. Vermeiden Sie stickstoffreiche Dünger, die das Wachstum der Blätter zulasten der Blüten fördern.

Schutz vor Kälte

Denken Sie daran, Ihre empfindlichsten Pflanzen im Winter zu schützen und weniger frostempfindliche Pflanzen in den ersten zwei Jahren nach der Pflanzung. Verwenden Sie Wintervlies oder stellen Sie Töpfe während Frostperioden in ein Gewächshaus oder einen Wintergarten.

Bringen Sie außerdem Mulch aus (Stroh, Hanf, Pinienrinde, Laub usw.), um die Wärme im Boden zu halten und die Pflanzenwurzeln zu schützen. Diese Methode bewahrt zudem die Bodenfeuchtigkeit und verringert die Verdunstung im Sommer.

Eukalyptus im Winter vor Kälte schützen, Eukalyptus Kälteschutz, Eukalyptus Frostschutz

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