Obsternte vor Hornissen schützen?
Hornissen bekämpfen: Tipps zum Schutz reifer Früchte
Inhaltsverzeichnis
Prunenzweige biegen sich unter reifen Früchten: Hornissen gefährden die Ernte. Entdecken Sie natürliche Mittel, um sie zu vertreiben oder zu fangen.
Hornissen: Lebenszyklus und wirksame Bekämpfung
Seit einigen Jahren besuchen zwei Hornissenarten regelmäßig unsere Gärten und Obstgärten. Beide gehören zu den sozialen Faltenwespen: die Europäische Hornisse (Vespa crabro), die seit Jahrhunderten bei uns vorkommt, und die invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrothorax), die 2015 nach Frankreich gelangte und heute fast im ganzen Land verbreitet ist.
Zwei Hornissen mit unterschiedlichem Aussehen
Die beiden Hornissenarten unterscheiden sich vor allem durch ihr Aussehen. Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner und hat einen dunkleren, fast braunen Körper mit nur einem gelb-orangefarbenen Segment sowie braune Beine mit gelben Enden. Die Europäische Hornisse ähnelt eher einer großen Wespe.
Auch ihre Ernährung hilft bei der Unterscheidung. Zwar fallen beide Hornissenarten reife Früchte an, doch sie sind auch Räuber. Die Europäische Hornisse fängt verschiedene Insekten wie Fliegen, Schmetterlinge, Raupen und Heuschrecken, während die Asiatische Hornisse Honigbienen und sogar solitär lebende Bienen angreift. Problematisch für Imker sind vor allem ihre Auswirkungen auf Bienenstöcke und Honigproduktion. Die Bekämpfung wird organisiert, doch die Asiatische Hornisse bleibt eine ernste Bedrohung – insbesondere, weil Honigbienen durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft bereits stark beeinträchtigt sind.

Links: Asiatische Hornisse und ihr Nest, rechts: Europäische Hornisse und ihr Nest
Ein ähnlicher Lebenszyklus
Im Frühjahr verlassen die im vergangenen Herbst begatteten künftigen Königinnen ihre Winterruhe und gründen ein Nest. Dort legen sie die ersten Eier, aus denen Arbeiterinnen schlüpfen, die sich später um die Larven und den Nestunterhalt kümmern. Im Spätsommer werden fortpflanzungsfähige Männchen geboren. Sie begatten die künftigen Königinnen und sterben anschließend. Im Herbst stirbt die gesamte Kolonie ab – bis auf die künftigen Königinnen.
Die Europäische Hornisse baut ihr Nest in Hohlräumen (hohlen Bäumen, Mauern, Dachböden …), während die Asiatische Hornisse es in Bäumen anlegt.
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Asiatische Hornisse erkennen und bekämpfenWarum greifen Hornissen reife Früchte an?
Die heimische Europäische Hornisse ernährt sich von Insekten, reifem Obst und zuckerhaltigen Stoffen, bleibt aber in Obstgärten relativ unauffällig. Sie kann jedoch die Schalen saftiger Früchte wie Pflaumen, Birnen, Äpfel und Trauben aufbeißen, vor allem im Spätsommer, wenn das Volk seine volle Stärke erreicht. Der Druck auf die Ernte bleibt meist mäßig.
Die Asiatische Hornisse ist opportunistischer. Sie befällt reifes Obst besonders effizient, vor allem, wenn nicht mehr genug Insekten zur Versorgung des Volkes vorhanden sind. Diese Art ist außerdem flugaktiver und widerstandsfähiger gegenüber wechselhaftem Wetter, wodurch sich ihre Schadzeit im Obstgarten verlängert.

Hornissen sammeln den Zucker aus Früchten, um die Larven zu ernähren
Die Angriffe finden meist zwischen Juli und Oktober statt, wenn die Völker ihre höchste Stärke erreichen und der Zuckerbedarf sprunghaft steigt. Hornissen werden von sehr reifem Obst angezogen, meist mit dünner Schale und hohem Saftgehalt. Sie schneiden es auf, um an das Fruchtfleisch zu gelangen. Dabei entstehen Verletzungen, durch die Fäulnis und Sekundärinsekten eindringen. Innerhalb weniger Stunden können Dutzende Tiere einen ganzen Baum aufsuchen.
Anders als oft angenommen, befallen Hornissen Obst nicht zufällig. Ihr Verhalten wird von sehr präzisen Geruchsreizen gesteuert: gärendes Fallobst, Saft, der aus Rissen austritt, nach Vogelfraß oder Hagel freiliegender Zucker. Ein einziger erfolgreicher Besuch genügt, damit sie sich den Ort merken und regelmäßig, manchmal in Gruppen, wiederkommen. Deshalb ist es unerlässlich, Fallobst regelmäßig aufzusammeln und verdorbene Früchte von den Bäumen zu entfernen. Das ist die wichtigste Maßnahme, um Hornissen von Ihrem reifen Obst fernzuhalten.
Effektivste Methoden: Hornissen vom Obst fernhalten
Wenn Sie bereits einige Hornissen um Ihre Obstbäume fliegen sehen oder einem Befall einfach vorbeugen möchten, gibt es mehrere, mehr oder weniger einfach anzubringende Methoden.
Feinmaschige Insektennetze anbringen
Feinmaschige Insektennetze, die meist zum Schutz vor Vögeln, Apfelwicklern und anderen Obstbaumschädlingen eingesetzt werden, können sich auch gegen Hornissen als sehr wirksam erweisen. Die aus Polyethylen gefertigten, sehr fein gewebten Netze bilden eine physische Barriere. Sie schützen die Früchte wirksam, ohne ihre weitere Reifung zu verhindern.

Das Insektennetz
Ein Insektennetz ist zwar sinnvoll, kann aber besonders bei großen Obstbäumen schwierig anzubringen sein. Mit zwei Personen und langen Stangen, um das Netz über die Äste zu führen, ist es jedoch gut machbar. Anschließend wird es mit einer Schnur am Stamm befestigt.
Bei einer gestaffelten Ernte genügt es, das Netz unten zu lösen und zur Ernte darunter hindurchzugreifen.
Früchte einpacken: sinnvoll, aber zeitaufwendig
Das Einpacken von Früchten wie Birnen, Äpfeln, Pfirsichen und Weintrauben ist im Spätsommer eine äußerst wirksame Methode, um fast reife Früchte vor Hornissen zu schützen. Allerdings ist diese Methode sehr zeitaufwendig und erfordert viel Geduld und Sorgfalt. Jede einzelne Frucht wird in einen Beutel verpackt. So schützt man sie nicht nur vor Hornissen, sondern auch vor Apfelwicklern, Hagel und bestimmten Pilzkrankheiten wie Schorf oder Monilia.

Das Prinzip des Einpackens von Früchten
Traditionell verwendeten Hobbygärtner Kraftpapiertüten: Sie sind praktisch und günstig, aber nicht regenfest und zu dicht, um Licht durchzulassen. Heute sind sehr feinmaschige Beutel erhältlich, die mit einer Schnur oder einem Reißverschluss verschlossen werden und Äpfel, Birnen sowie Weintrauben umhüllen … Wenn Sie Ihre Früchte vor Hornissen schützen möchten, können Sie die Beutel vor Beginn der Reife anbringen. Werden sie bereits im Frühsommer angebracht, schützen sie auch vor anderen Schädlingen.
Fallen zum Fangen von Hornissen aufstellen
Im Handel gibt es Fallen, die mehr oder weniger wirksam sind. Eigene Fallen zum Fangen von Hornissen lassen sich jedoch relativ einfach herstellen. Für eine wirklich erfolgreiche Bekämpfung muss der Köder für Hornissen attraktiver sein als reife Früchte. Außerdem sollten die Fallen sowohl in den Bäumen als auch auf dem Boden aufgestellt werden.
Entdecken Sie die von Virginie D. verfasste Anleitung zum Bau einer Hornissenfalle: Falle für Asiatische Hornissen: Wie wird sie gebaut?
Eine einfachere Falle lässt sich aus einer Plastikflasche herstellen. Dazu werden oben zwei kleine Öffnungen von 8 mm angebracht. Der abgeschnittene Teil wird nach oben geklappt, damit kein Regenwasser in die Flasche läuft. Bei diesem Fallentyp können kleinere gefangene Insekten wieder entkommen.

Diese Falle mit seitlichen Öffnungen ist gegen Hornissen recht wirksam.
In diese Flaschen füllt man von Hornissen bevorzugte süße Flüssigkeiten, etwa Apfelsaft oder mit Bier vermischten Johannisbeersaft, im Verhältnis zwei zu eins. Etwas Honig oder Marmelade am Rand der Öffnung lockt sie an. Anschließend wird die Flasche in den Bäumen aufgehängt.
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Asiatische Hornissenfalle bauen: AnleitungBei massivem Hornissenangriff?
Ein massiver Hornissenbefall an Ihrem Obst ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, da er auf ein Nest in der Nähe hindeuten kann. In diesem Fall geht es nicht nur um den Schutz des Obstes, sondern auch um die Sicherheit des Gärtners und das Gleichgewicht des Ökosystems.
Der erste Schritt ist, das Nest zu finden, was sich als schwierig erweisen kann. Die Asiatische Hornisse legt ihre Sekundärnester oft in großer Höhe an, in hohen Bäumen, dichten Hecken oder unter Dachkonstruktionen wenig genutzter Gebäude. Ihr schneller, geradliniger Flug ermöglicht es manchmal, einen regelmäßigen Flugverkehr zwischen Obstgarten und einem bewaldeten oder bebauten Gebiet zu beobachten: Das ist ein guter Hinweis für eine gezielte Suche.
Wird ein Nest in geringer Entfernung zu einem Durchgangsbereich oder einem Familiengarten entdeckt, muss für die Beseitigung unbedingt ein zertifizierter Fachbetrieb mit Certibiocide-Zulassung beauftragt werden. Ein Eingriff ohne Ausrüstung und Ausbildung ist äußerst gefährlich, da Hornissen in Nestnähe aggressiv werden.
Kann das Nest nicht gefunden oder beseitigt werden, kann eine verstärkte Bekämpfung durch Fallen eine vorübergehende Maßnahme sein.
In mehreren Départements wird die Asiatische Hornisse von Kommunen, Landwirtschaftsverbänden und den DRAAF-Diensten (Regionaldirektion für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) koordiniert bekämpft. Es können Bekämpfungsmaßnahmen eingerichtet werden. Wenden Sie sich dazu einfach an Ihre Gemeinde.
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