Pflanzen für ein gelungenes Terrarium

Pflanzen für ein gelungenes Terrarium

Ratgeber zur Pflanzenauswahl

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 12. Januar 2026  durch Leïla 6 min.

Terrarien: passende Pflanzen und Tipps zu Licht, Feuchte und Pflege für ein gelungenes Mini-Ökosystem.

Schwierigkeit

Pflanzenwahl: wichtige Kriterien

Stellen Sie sich Ihr Terrarium zunächst wie ein kleines Beet oder einen Balkonkasten vor. Die dafür ausgewählten Zimmerpflanzen müssen gleiche Ansprüche und Kulturbedingungen haben. Informieren Sie sich über Licht- und Feuchtigkeitsbedarf jeder Pflanze, damit sie harmonisch zusammenleben.

Lichtbedarf

Der Lichtbedarf unterscheidet sich von Zimmerpflanze zu Zimmerpflanze. Sukkulenten und Kakteen benötigen meist viel Licht, während Moos und Farne bei gedämpftem Licht gut gedeihen.

Feuchtigkeit

Die Feuchtigkeit ist entscheidend für den Erfolg Ihres Terrariums. Pflanzen mit ähnlichem Feuchtigkeitsbedarf sollten zusammen gruppiert werden. Sukkulenten und Kakteen bevorzugen beispielsweise eine trockene Umgebung, während Moos und Farne feuchte Bedingungen mögen. Achten Sie auf ein ausgewogenes Verhältnis, damit einzelne Pflanzen weder unter zu viel Feuchtigkeit noch unter Trockenheit leiden.

Zimmerpflanze

Wählen Sie kleine Pflanzen oder selbst gezogene Stecklinge

Terrarienpflanzen

Unterholzpflanzen für ein geschlossenes Terrarium

In der Regel werden in geschlossenen Terrarien tropische Mini-Zimmerpflanzen mit hohem Feuchtigkeitsbedarf und/oder Unterholzpflanzen kultiviert.

  • Moos

Moos ist eine sehr attraktive Wahl, kann sich aber als schwierig in der Pflege erweisen. Selbst in einem geschlossenen Terrarium neigt es zum Austrocknen, wenn es nicht gezielt besprüht wird. Seine geringe Größe und seine Fähigkeit, sich an lichtarme Bedingungen anzupassen, machen es theoretisch zur idealen Wahl. Seine polsterartige Form kann in einer Miniaturlandschaft einen kleinen Hügel darstellen. Moose wie Javamoos (Taxiphyllum barbieri) oder Kriechender Moosfarn (Selaginella kraussiana) verleihen Ihrem Terrarium eine üppige Struktur. Sie gedeihen in feuchter Umgebung.

  • Farne

Farne verleihen einem Terrarium Höhe, Anmut und Leichtigkeit. Sie schätzen die feuchten Bedingungen in geschlossenen Lebensräumen. Aufrechte Schwertfarne (Nephrolepis) sind eine gängige Wahl. Denken Sie auch an Asparagus: Diese Pflanzen sind keine Farne, ähneln ihnen aber.

  • Grünlilie

Die auch als Spinnenpflanze bekannte Grünlilie ist anspruchslos und pflegeleicht. Ihre langen grünen oder panaschierten Blätter bilden einen attraktiven, überhängenden Horst. Sie verträgt unterschiedliche Licht- und Feuchtigkeitsbedingungen.

  • Fittonie

Fittonien eignen sich sehr gut für geschlossene Terrarien, da sie außerhalb davon wegen ihres hohen Feuchtigkeitsbedarfs kaum gedeihen. Sie sind für ihre Blätter mit farbigen Rippen bekannt, die für Farbe und eine schöne Struktur sorgen.

  • Ampelkraut

Ampelkräuter sind kriechende Pflanzen mit grünen, violetten, cremeweißen, rosafarbenen oder silbernen Blättern. Auch sie schätzen diese Atmosphäre, breiten sich jedoch schnell aus – für einen so kleinen Lebensraum manchmal zu schnell. Sie eignen sich eher für große Terrarien oder Modelle mit einer ausreichend großen Öffnung, durch die sie sich leicht zurückschneiden lassen, wenn regelmäßig Triebe entfernt werden sollen.

  • Gewöhnlicher Efeu

Der Efeu bringt Höhe und Grün in ein Terrarium und eignet sich ideal für ein ausreichend hohes Gefäß. Er kann dort auch eine Pflanzendecke bilden.

  • Zwergficus oder Ficus pumila

Der Zwergficus ist eine kriechende Pflanze mit kleinen grünen oder panaschierten Blättern. Er eignet sich hervorragend, um im Terrarium eine Pflanzendecke zu bilden.

Einige der genannten Pflanzen gedeihen problemlos in einem offenen Terrarium, sofern sie häufiger gegossen werden. Vor allem Fittonien, Ampelkräuter und Moose benötigen eine geschlossene Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit. Achtung: Auch wenn sich die anderen Pflanzen in einem offenen Terrarium kultivieren lassen, sollten sie keinesfalls mit den Sukkulenten aus dem folgenden Abschnitt kombiniert werden.

Unterholzpflanzen

Hier eignen sich die tropischen Pflanzen für ein offenes Terrarium. Die Moose bleiben jedoch nur grün, wenn sie täglich besprüht werden.

Sukkulenten und Kakteen für ein offenes Terrarium

Für ein geschlossenes Terrarium sind diese Pflanzen nicht geeignet, da sie als Trockenbodenpflanzen darin nicht überleben würden.

Sukkulenten werden für ihre Widerstandsfähigkeit und ihre dekorative Wirkung geschätzt. Arten wie Echeverie, Dickblatt, Fetthenne oder Haworthie eignen sich für Terrarien. Wenn Sie einen interessanten Kontrast suchen, sind Miniaturkakteen eine ausgezeichnete Wahl für Ihr Terrarium. Klein bleibende Kakteen wie Säulenkaktus (Cereus peruvianus) oder Kugelkaktus (Warzenkaktus) verleihen Ihrer Komposition Charakter.

Diese Pflanzen benötigen helles Licht, ein sehr gut drainierendes mineralisches Substrat und äußerst sparsames Gießen. Achten Sie darauf, nicht zu viel zu gießen, denn Sukkulenten reagieren sehr empfindlich auf übermäßige Feuchtigkeit.

  • Echeverie

Echeverien sind attraktive, fleischige Sukkulenten mit farbigen Blattrosetten. Sie bringen Farbe und Struktur in das Terrarium.

  • Haworthie

Haworthien sind rosettenförmige Sukkulenten, die Echeverien ähneln, sich aber besser für lichtarme Bedingungen eignen. Ihre dicken, gestreiften Blätter sorgen für einen interessanten Blickfang.

  • Säulenkaktus oder Cereus peruvianus

Säulenkakteen sind klein bleibende Kakteen mit säulenförmigem Wuchs. Ihre einzigartige Form bildet im Terrarium einen starken Kontrast.

→Lesen Sie Alexandras Artikel über Zimmerkakteen und Sukkulenten.

Sukkulenten

Ein schönes Sukkulenten-Terrarium mit Sand, Steinen und Muscheln. Moose haben in dieser Umgebung dagegen nichts zu suchen.

Terrarienpflanzen pflegen: Besonderheiten

Gießen

Das Gießen gehört zu den heikelsten Aspekten der Terrarienpflege. Im Allgemeinen gilt: Zu wenig zu gießen ist besser als zu viel. Verwenden Sie eine Sprühflasche, um das Terrarium leicht zu befeuchten, vermeiden Sie jedoch Staunässe, zumal es keinen Wasserabfluss gibt. Als Orientierung: Ein geschlossenes Terrarium kommt mitunter mit einer Bewässerung alle 6 Monate aus. Solange sich Tropfen oder Beschlag an den Scheiben zeigen, müssen Sie nicht gießen. Bei einem offenen Terrarium gießen Sie mit einem dünnen Wasserstrahl, wie bei Ihren Zimmer-Sukkulenten, oder etwas weniger, da die Pflanzen klein sind und die Umgebung begrenzt ist.

Beleuchtung

Die Beleuchtung spielt eine entscheidende Rolle für das Wachstum der Pflanzen im Terrarium. Stellen Sie Ihr geschlossenes Terrarium an einen Standort mit indirektem Tageslicht. Reicht das natürliche Licht nicht aus, können Sie eine auf die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen abgestimmte künstliche Beleuchtung verwenden. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, da sich das Terrarium dadurch überhitzen kann. Ein heller Standort im Norden ist ideal.

Ein Terrarium mit Sukkulenten kann dagegen an einem hellen, abgeschirmten Südstandort stehen, sogar mit etwas direkter Sonne, sofern es nicht zu nah am Fenster steht.

Düngen

Terrarienpflanzen haben einen geringen Nährstoffbedarf. Dennoch kann eine leichte Düngung alle 6 Monate mit verdünntem Flüssigdünger die Pflanzengesundheit fördern. Achten Sie darauf, nicht zu viel zu düngen, da dies Probleme verursachen kann.

Beim Gießen und Düngen sollten Sie Ihr Terrarium also nicht übermäßig umsorgen.

Entstauben und Lüften

Achten Sie hingegen besonders auf diese beiden letzten Punkte. Entstauben Sie die Scheiben des Terrariums regelmäßig, damit Licht hindurchdringen kann. Öffnen Sie ein geschlossenes Terrarium von Zeit zu Zeit für einige Stunden, besonders wenn Sie beim Gießen etwas zu großzügig waren.

Zimmerpflanzen

Geschlossene Terrarien sind selbstversorgend, erzeugen jedoch Beschlag oder Tropfen

Vorbeugung häufiger Probleme

Schimmel

Um Schimmelbildung zu vermeiden, achten Sie auf eine gute Belüftung Ihres Terrariums. Zu viel Feuchtigkeit und mangelnde Luftzirkulation können das Wachstum von Schimmel begünstigen. Wenn Sie Schimmel entdecken, entfernen Sie die betroffenen Pflanzen und gießen Sie weniger.

Parasiten

Parasiten wie Milben können in Terrarien zum Problem werden. Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Anzeichen eines Befalls. Isolieren Sie die befallene Pflanze und behandeln Sie sie mit einem natürlichen Mittel wie Kaliseife oder Neemöl.

Die Pflanzenwahl ist für den Erfolg Ihres Terrariums entscheidend. Berücksichtigen Sie dabei den Licht- und Feuchtigkeitsbedarf sowie die Verträglichkeit der Pflanzen untereinander. Befolgen Sie außerdem die Pflegehinweise, damit Ihr Miniatur-Ökosystem gut gedeiht. Probieren Sie verschiedene Pflanzenarten aus und gestalten Sie Ihre eigene grüne Oase im Haus.

bepflanztes Terrarium

Terrarien sind eine wunderbare Möglichkeit, selbst nachhaltige Miniaturlandschaften zu gestalten

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