Pflanzen für kalkhaltigen Lehmboden: Tipps & Auswahl

Pflanzen für kalkhaltigen Lehmboden: Tipps & Auswahl

Diesen Boden gut kennen und besser gärtnern

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Olivier 10 min.

Lehmig-kalkhaltiger Boden: fruchtbar, aber anspruchsvoll; im Winter nass, im Sommer hart. Welche Pflanzen passen?

Schwierigkeit

Kalkhaltiger Lehmboden: Vor- und Nachteile

Kalkhaltiger Lehmboden hat für Gärtner viele Vorteile. Er ist meist nährstoffreich und von Natur aus fruchtbar, was ein gutes Pflanzenwachstum fördert. Dank des Lehmanteils speichert er Wasser und Nährstoffe gut und beugt Mangelerscheinungen vor. Doch Vorsicht: Dieser Bodentyp bringt auch einige Herausforderungen mit sich!

Er neigt dazu, schwer und kompakt zu sein, besonders nach Regen. Im Winter kann er vernässen, im Sommer wie Stein hart werden, was das Pflanzen erschwert. Sein hoher Kalkgehalt macht ihn zudem eher alkalisch (hoher pH-Wert), was nicht für alle Pflanzen geeignet ist, insbesondere nicht für Pflanzen, die sauren Boden bevorzugen.

Wie lässt sich kalkhaltiger Lehmboden verbessern?

Zum Glück lässt sich kalkhaltiger Lehmboden durchaus verbessern, damit er sich leichter bearbeiten lässt und für eine größere Pflanzenvielfalt geeignet ist. Wichtig ist, ihn regelmäßig zu lockern (zum Beispiel mit einer Grabegabel) und zu verbessern. Organisches Material wie Kompost, gut verrotteter Mist oder Blumenerde versorgt den Boden mit Nährstoffen und lockert ihn.

Und nicht zu vergessen: Mulchen! Eine dicke Mulchschicht aus Laub, Stroh oder trockenem Rasenschnitt hilft, die Feuchtigkeit zu bewahren, die Bildung einer Kruste an der Oberfläche zu begrenzen und die Pflanzenwurzeln bei Hitze und Kälte zu schützen.

Ein Gärtner verteilt Kompost auf seinem Boden.

Reifer Kompost verbessert den Boden.

Pflanzen in kalkhaltigem Lehmboden: Tipps

Boden vor dem Pflanzen vorbereiten

Lehmig-kalkhaltiger Boden kann schwer und verdichtet sein: Daher ist es wichtig, ihn vor dem Pflanzen tiefgründig zu lockern. Verwenden Sie eine Grabegabel oder Bio-Gabel, um den Boden zu lockern, ohne die Bodenschichten stark zu wenden. Hält der Boden zu viel Wasser, geben Sie etwas Kies auf den Grund des Pflanzlochs, um den Wasserabzug zu verbessern, oder pflanzen Sie auf einem Hügel – besonders bei Pflanzen, die durchlässige Böden bevorzugen.

Tipp: Geben Sie Kompost oder gut verrotteten Mist hinzu, um den Boden anzureichern und seine Struktur zu verbessern.

Mäßig gießen

Auch wenn Lehm Wasser gut speichert, sollten Sie das Gießen nicht vernachlässigen, besonders am Anfang. Ideal ist es, regelmäßig, aber nicht zu viel zu gießen. Zu nasser Boden kann die Wurzeln schnell ersticken. Im Sommer hilft eine gute Mulchschicht, die Feuchtigkeit zu bewahren und die Gießabstände zu vergrößern.

Pflege an die Jahreszeiten anpassen

  • Im Frühjahr: Oberfläche leicht hacken, um sie zu lüften, Unkraut jäten und junge Pflanzen mulchen.

  • Im Sommer: Besonders bei großer Hitze auf die Wasserversorgung achten. Die Mulchschicht wird zum besten Verbündeten.

  • Im Herbst: Kompost zugeben, um den Boden anzureichern und die Wurzeln vor dem Winter zu schützen.

  • Im Winter: Vermeiden Sie die Bodenbearbeitung bei durchnässter Erde, da sie dadurch noch stärker verdichtet würde.

Ein Gärtner bearbeitet den Boden mit einer Grabegabel

Mit der Grabegabel lässt sich der Boden bearbeiten, ohne die Schichten zu vermischen.

Pflanzen für diesen Bodentyp

Bäume und Sträucher

? Bäume ? Ziersträucher ? Heckensträucher
Flaumige Eiche Flieder (Syringa vulgaris) Liguster (Ligustrum)
Felsenbirne Weigelie Immergrüner Schneeball (Viburnum tinus)
Judasbaum (Cercis) Spierstrauch Ölweide
Weißdorn Sommerflieder Gewöhnlicher Schneeball
Gewöhnliche Scheinakazie (Robinia pseudoacacia) Rosen Zwergmispel
Gleditschie (Gleditsia triacanthos) Buschmalve Forsythie

Rosier à fleurs roses - variété inconnue

Rosen sind die Könige auf lehmig-kalkhaltigem Boden. Vergessen Sie sie nicht!

Stauden

? Bodendecker ? Schattenstauden ☀️ Sonnenstauden
Storchschnabel Funkie Gemeine Schafgarbe
Kriechender Günsel (Ajuga reptans) Purpurglöckchen Salbei
Gefleckte Taubnessel Gewöhnlicher Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) Lavendel
Kleines Immergrün (Vinca minor) Elfenblume Igelkopf (Purpur-Sonnenhut)
Hornkraut (Cerastium tomentosum) Asarum europaeum Phlomis russeliana
Frauenmantel (Alchemilla mollis) Brunnera macrophylla Stachys byzantina (Woll-Ziest)

Heuchère - Stachys - Hosta - Géranium pratense - Alchemille

Purpurglöckchen, Woll-Ziest, Funkien, Storchschnabel und Frauenmantel: Die Auswahl ist größer als gedacht.

Kletterpflanzen

Um eine Mauer zu begrünen oder eine schöne blühende, vertikale Hecke auf lehmig-kalkhaltigem Boden anzulegen, eignen sich mehrere Kletterpflanzen hervorragend für diese teils schweren, kalkhaltigen Bedingungen. Das Geißblatt (Lonicera sp.) ist eine ausgezeichnete Wahl: Es duftet, ist winterhart und stellt nur geringe Ansprüche an den Boden. Die Jungfernrebe, ob fünflättrig (Parthenocissus quinquefolia) oder dreispitzig, eignet sich mit ihrem spektakulären Herbstlaub ideal, um eine Mauer schnell zu bedecken. Kletterrosen, insbesondere alte Sorten, gedeihen besonders gut in gut vorbereitetem, kalkhaltigem Boden. Für einen Hauch von Sonne und Exotik ist die Amerikanische Trompetenwinde (Campsis radicans) perfekt: Sie liebt gut drainierte Böden und warme Standorte. Auch der Efeu (Hedera helix) ist robust und immergrün, gedeiht sogar im Schatten und kommt problemlos mit kalkhaltigem Boden zurecht. Schließlich wächst der Hopfen (Humulus lupulus) mit seinen windenden Trieben und üppigem Laub kräftig und verleiht dem Garten eine schöne ländliche Note.

Vigne vierge et houblon

Lust auf eine Kletterpflanze für schweren, kalkhaltigen Boden? Wählen Sie Jungfernrebe oder Hopfen.

Ein- und zweijährige Pflanzen

Die Klatsch-Mohn mit ihrer wild wirkenden, leichten Erscheinung findet auf solchen Böden leicht ihren Platz, vor allem an sonnigen Standorten. Auch die Jungfer im Grünen mit ihrer zarten Blüte und dem feinen Laub mag nährstoffreiche, auch kalkhaltige Böden. Stockrosen, die oft als zweijährig gelten, lieben tiefe, nährstoffreiche Böden, wie sie für lehmig-kalkhaltige Böden typisch sind. Unter den Sommerblühern sorgen Garten-Zinnien und Schmuckkörbchen für eine üppige Blüte und vertragen solche Böden gut, sofern sie ausreichend drainiert sind.

Gemüsegarten

Einen Gemüsegarten auf lehmig-kalkhaltigem Boden, also auf schwerem, alkalischem Boden, anzulegen, kann zunächst wie eine Herausforderung wirken. Im Winter klebt die Erde an den Stiefeln, im Sommer bekommt sie Risse. Mit etwas Vorbereitung und der richtigen Gemüseauswahl kann dieser Bodentyp jedoch sehr ertragreich werden. So gedeihen beispielsweise Knoblauch und Schalotte, die mineralreiche Böden mögen, besonders gut. Auch Kohl, insbesondere Grünkohl und Wirsing, schätzt die Fruchtbarkeit dieses tiefgründigen Bodens. Der Lauch-Porree wächst robust und anspruchslos gerne in gut gelockertem Lehmboden. Erbse und Ackerbohne profitieren vom Kalk für eine schöne Blüte und einen guten Fruchtansatz, solange der Boden ausreichend drainiert ist. Schließlich schätzen Rote Bete mit ihren fleischigen Wurzeln die Tiefe und natürliche Fruchtbarkeit eines gut vorbereiteten, lehmig-kalkhaltigen Bodens.

Kräuter

Der Rosmarin verträgt nicht nur Trockenheit, sondern gedeiht auch in lehmig-kalkhaltigem Boden, sofern er in leichter oder erhöhter Erde gepflanzt wird. Der Salbei ist robust und dekorativ und mag ebenfalls nährstoffreiche, aber gut drainierte Böden, die für diesen Standort ideal sind. Dost mit seinem intensiven Duft und den kleinen, bienenfreundlichen Blüten fühlt sich in kalkhaltigem, auch im Sommer trockenem Boden sehr wohl. Für etwas kühlere oder halbschattige Bereiche eignet sich Minze, die sich in lehmigem, eher frischem Boden leicht ansiedelt. Ebenso wächst Melisse mit ihrem milden Zitronenduft problemlos auf lehmig-kalkhaltigem Boden, besonders wenn die Erde um sie herum leicht feucht gehalten wird.

Chou-betterave-pois-romarin

Kohl, Rote Bete, Erbsen und Rosmarin kommen mit schwerem, alkalischem Boden zurecht.

Obstbäume

Der Kultur-Apfel passt sich sehr gut an, insbesondere einige winterharte Sorten, die die Fruchtbarkeit dieses Bodens schätzen. Der Pflaumenbaum, besonders ‘Reine-Claude’ oder der Mirabellenbaum, liebt tiefgründige, auch schwere Böden, sofern sie nicht dauerhaft nass sind. Die Weinrebe als große Liebhaberin kalkhaltiger Böden entwickelt sich hier besonders gut und bringt charaktervolle Trauben hervor. Auch der Feigenbaum mit seinen großen, gelappten Blättern und süßen Früchten kann sich gut anpassen, besonders in Regionen mit mildem Klima. Schließlich wächst auch der Aprikosenbaum trotz seiner höheren Frostempfindlichkeit problemlos auf gut exponiertem, lehmig-kalkhaltigem Boden, wo er alle für die Fruchtbildung nötigen Nährstoffe findet.

Unter den Beerensträuchern sind Johannisbeere, Schwarze Johannisbeere und Himbeere besonders gut an lehmig-kalkhaltige Böden angepasst, sofern der Boden gut vorbereitet und im Winter nicht zu nass ist.

Vigne - pommier - figuier - groseillier à maquereaux

Weinrebe, Apfelbaum, Feigenbaum und Stachelbeere gedeihen auf lehmig-kalkhaltigem Boden

 

→ Olis kurzer Tipp: Unsere Liste enthält nur eine kleine Auswahl an Pflanzen, die lehmig-kalkhaltige Böden mögen. Es gibt noch viele weitere. Um sie zu entdecken, setzen Sie in unserer Online-Gärtnerei unter „Bodentyp“ einfach den Filter „lehmig-kalkhaltiger Boden“.

Filter für lehmig-kalkhaltigen Boden

Pflanzen für lehmigen Kalkboden: meiden, beobachten

Auch wenn kalkhaltiger Lehmboden fruchtbar ist, gedeihen darin nicht alle Pflanzen. Vor allem Pflanzen, die saure Böden bevorzugen (sogenannte Moorbeetpflanzen), können in kalkhaltigem Boden schnell leiden. Oft zeigen sie Anzeichen von Chlorose : Die Blätter vergilben zwischen den Blattadern, und die Pflanze verkümmert allmählich, selbst wenn sie gut gegossen wird.

Hier eine Liste von Pflanzen, die Sie vermeiden oder mit Vorsicht pflanzen sollten, zum Beispiel im Topf mit einem geeigneten sauren Substrat:

? Pflanzenname ? Warum sie Kalk nicht verträgt
Azalee Benötigt sauren Boden, empfindlich gegenüber Chlorose in kalkhaltigem Boden
Alpenrose Ihre flachen Wurzeln leiden schnell unter Kalk
Japanische Kamelie Sehr anspruchsvoll an den Säuregrad des Bodens, schwer an kalkhaltigen Freilandboden anzupassen
Hortensie (Hydrangea) Ändert je nach pH-Wert die Farbe; verblasst und wird in kalkhaltigem Boden schwach
Englische Heide Die typische Pflanze für saure Erde verträgt keinen Kalk
Schattenglöckchen (Japanische Lavendelheide) Sehr dekoratives Laub, aber empfindlich gegenüber hohem pH-Wert
Skimmie Schöne immergrüne Pflanze, verträgt aber keinen Kalk
Berglorbeer Weniger bekannt, aber sehr anspruchsvoll an sauren Boden
Blühende Alpenrosen

Verzichten Sie bei kalkhaltigem Lehmboden auf Azaleen und Alpenrosen! Dort werden sie nie gut gedeihen.

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Zinnien