Pflanzen: vermeintlich gute Ideen

Pflanzen: vermeintlich gute Ideen

Schluss mit Irrtümern!

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 23. November 2025  durch Olivier 5 min.

Baum, Strauch, Staude oder Zwiebel pflanzen wirkt einfach. Doch falsche Tipps schaden. Fakten zur Pflanzung.

Schwierigkeit

Unbedingt im Frühjahr pflanzen!

Nein!

Hartnäckig hält sich die Vorstellung, dass man nur im Frühjahr pflanzen kann. Man hört sogar manchmal: „Warten wir das Ende der letzten Fröste ab.“ In Nordfrankreich und Belgien kann es jedoch bis Anfang Mai frieren. Das würde die Pflanzzeit stark einschränken.

Tatsächlich hängen die Pflanzzeiten von vielen Faktoren ab:

  • Von der Pflanze selbst: Sommergrüne Bäume und Sträucher pflanzt man eher im Herbst, immergrüne Sträucher am Ende des Sommers und besonders frostempfindliche Pflanzen etwa im Mai, um nur einige Beispiele zu nennen. Jede Pflanze hat ihre bevorzugte Pflanzzeit. Informieren Sie sich für jede Art in der Fachliteratur oder auf unseren Produktseiten über die passende Pflanzzeit;
  • Wie wird die Pflanze angeboten: mit nackten Wurzeln, mit Wurzelballen oder im Container? Bäume, Sträucher und manchmal auch Stauden mit nackten Wurzeln werden im Herbst und am Ende des Winters gepflanzt. Pflanzen mit Wurzelballen können über einen etwas längeren Zeitraum gepflanzt werden. Containerpflanzen lassen sich theoretisch das ganze Jahr über pflanzen, außer bei Frost oder Trockenheit;
  • Das Klima: In Lille pflanzt man nicht zur gleichen Zeit wie in Marseille! Die Fröste sind nicht dieselben, und der Boden erwärmt sich nicht im gleichen Zeitraum …
  • Der Boden: Ein schwerer, feuchter und schlecht drainierter Boden erwärmt sich nur langsam, wodurch sich die Frühjahrspflanzung oft verzögert. In einem solchen Boden kann man im Herbst pflanzen, aber nur Pflanzen, die diese Bedingungen vertragen. In gut drainiertem Boden sind die Pflanzzeiten länger (Herbst und Frühjahr).

Kurz gesagt: Sie haben es verstanden, das Frühjahr ist eine der Pflanzzeiten, aber nicht die einzige. Und letztlich ist es für viele Pflanzen nicht die beste Zeit, da sie eine Herbstpflanzung bevorzugen.

Pflanztipps, Irrtümer über das Pflanzen, vermeintlich gute Pflanzideen

Die Pflanzzeit hängt unter anderem davon ab, ob Ihre Staude, Ihr Baum oder Ihr Strauch im Container angeboten wird

In ein großes, quadratisches Pflanzloch pflanzen!

Wenn es doch nur so einfach wäre …

Was die Form des Pflanzlochs betrifft, konnte keine wissenschaftliche Studie belegen, dass ein quadratisches, rundes oder sternförmiges Loch das Anwachsen einer Pflanze begünstigt. Heben Sie einfach ein Loch aus! Die Form spielt keine Rolle.

Bei der Größe ist eine allgemeine Aussage schwierig, da sie von vielen Faktoren abhängt:

  • Größe des Wurzelballens oder der Wurzeln bei der Pflanzung: grob gesagt also das Alter der Pflanze;
  • die Art des Wurzelsystems der Pflanze: horstbildend, Pfahlwurzel, ausläuferbildend …;
  • der Boden, in den gepflanzt wird: Bei schwerem Boden empfiehlt sich eine Pflanzung auf einem Hügel, also ein weniger tiefes Loch;

Zusammengefasst: Zum Pflanzen müssen Sie keine Grube mit dem Bagger ausheben. Das Loch darf aber auch nicht zu klein sein. Um nichts falsch zu machen, gilt als Faustregel: Ein gutes Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit und tief sein wie der Wurzelballen oder das gesamte Wurzelsystem (bei Bäumen und wurzelnackten Sträuchern).

Pflanztipps, Irrtümer über das Pflanzen, falsche gute Ideen beim Pflanzen

Passen Sie das Pflanzloch an die Pflanze an

Bei Regen müssen Sie nach dem Pflanzen nicht gießen!

Aber ja, verdammt noch mal!!! Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört …

Das Wasser, das wir beim Pflanzen von Pflanzen jeder Art geben, erfüllt zwei wichtige Aufgaben:

  • Es sorgt für ausreichend Feuchtigkeit im Substrat rund um die Wurzeln;
  • vor allem aber verhindert es weitgehend die Bildung von „Lufttaschen“ zwischen Substrat und Wurzeln. Das Gewicht einer ausreichenden Wassermenge (10 l bei einem Baum oder Strauch) drückt die Erdpartikel nach unten und verringert dieses Problem.

Kurz gesagt: Auch wenn Sie bei strömendem Regen pflanzen (schließlich ist das Ihr gutes Recht!), geben Sie Ihrem Baum, Strauch, Ihrer Staude oder Jungpflanze eine volle Gießkanne Wasser.

Pflanztipps, Irrtümer beim Pflanzen, falsche gute Ideen beim Pflanzen

Gießen ist immer unerlässlich – direkt am Fuß der Pflanze

Bei der Pflanzung Rückschnitt nötig!

Nein!

Noch vor einigen Jahren wurde uns das immer wieder eingetrichtert, doch heute wissen wir, dass es Unsinn ist. Früher hieß es, man müsse die Verzweigung von Bäumen und Sträuchern durch einen Rückschnitt reduzieren, um den oberirdischen Teil (Zweige und Stamm) und den Wurzelbereich ins Gleichgewicht zu bringen. Die Wissenschaft hat inzwischen gezeigt, dass die Endtriebe in Wirklichkeit Auxine bilden. Diese Auxine sind Wachstumshormone, die unter anderem die Bildung neuer Wurzeln ermöglichen. Mehr Endtriebe bedeuten also mehr Auxinproduktion und damit ein stärkeres Wurzelwachstum.

Kurz gesagt: Abgesehen von sehr ungünstig platzierten Zweigen oder Trieben lassen Sie die Gartenschere beim Pflanzen Ihrer Bäume und Sträucher liegen.

Pflanztipps, Irrtümer beim Pflanzen, falsche gute Ideen beim Pflanzen

Ein Rückschnitt bei der Pflanzung ist optional und dient ausschließlich dazu, beschädigte oder ungünstig ausgerichtete Zweige zu entfernen

Erde beim Pflanzen austauschen!

Vergessen Sie das! „Die richtige Pflanze am richtigen Standort“ sollte das Leitmotiv aller Gärtner sein. Dennoch versuchen manche unermüdlich, ihren Boden zu verändern, um die gewünschten Pflanzen setzen zu können. Keine gute Idee!

Das klassische Beispiel ist ein Beet mit Moorbeetpflanzen (saurer Boden) in einem Garten mit kalkliebendem Boden (alkalischer Boden). Dann wird ein riesiges Loch gegraben (manchmal allerdings auch nicht …), die gute Erde entfernt und durch sogenannte Moorbeeterde ersetzt. Doch das hält nie lange, und die säureliebenden Pflanzen werden schließlich trotzdem eingehen.

Ebenso ist die Zugabe von Blumenerde bei jeder Pflanzung nicht unbedingt nötig. Wenn Ihr Boden gut ist und zu den Pflanzen passt, die Sie setzen, geben Sie nichts hinzu: So ist es richtig. Etwas gut gereifter Kompost ist jedoch immer eine gute Ergänzung.

Vermeiden Sie es außerdem, bei der Pflanzung direkt Dünger zuzugeben. Im besten Fall bringt das nichts. Im schlimmsten Fall verbrennen Sie damit die jungen Wurzeln.

Kurz gesagt: Pflanzen Sie Arten, die zu Ihrem Boden und Klima passen, dann wird alles gut.

Pflanztipps, Irrtümer beim Pflanzen, vermeintlich gute Ideen beim Pflanzen

Säureliebende Pflanzen … in sauren Boden setzen – eine Frage des gesunden Menschenverstands

Große Exemplare pflanzen: Zeit sparen!

Auf keinen Fall! Jedenfalls nicht bei Gehölzen. Letztlich sparen Sie keine Zeit, sondern geben zusätzlich viel Geld und Energie umsonst aus.

Ein gut entwickelter, also bereits älterer Baum oder Strauch wurde entweder zu lange im Container kultiviert oder aus seinem Kulturboden gerodet, um verpflanzt zu werden. In beiden Fällen ist die Pflanze traumatisiert. Deshalb braucht sie länger, um wieder normal zu wachsen, bis sich ihr Wurzelsystem in Ihrem Boden ausreichend entwickelt hat. Außerdem benötigen große Exemplare in den ersten Jahren eine sorgfältige Pflege, insbesondere eine ausreichende Wasserversorgung. Die Pflanze steht unter Stress und ist dadurch krankheitsanfälliger. Zudem reichen die Wurzeln nicht aus, um Wasser aus tieferen Bodenschichten aufzunehmen oder die Pflanze ausreichend im Boden zu verankern.

Zusammengefasst: Ein Baum oder Strauch sollte in jungen Jahren gepflanzt werden, um den Pflanzschock möglichst gering zu halten. In diesem Fall wächst die Pflanze schnell und erreicht innerhalb weniger Jahre eine stattliche Höhe und Breite. So holt sie größere, gleichzeitig gepflanzte Exemplare ein. Das ist günstiger, einfacher, ebenso schnell und … besser für die Pflanze.

Pflanztipps, Irrtümer über das Pflanzen, falsche gute Ideen beim Pflanzen

Junge Pflanzen zu setzen, ist ideal: Sie holen ältere Exemplare schnell ein und wachsen leichter an (© Gwenaëlle David)

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Pflanzung - Falsche gute Ideen