Rote Spinnmilben an Zimmerpflanzen bekämpfen
Lösungen zur Bekämpfung dieser Milben
Inhaltsverzeichnis
Spinnmilben an Zimmerpflanzen erkennen, bekämpfen und vorbeugen: Die winzigen Schädlinge sind keine Spinnen, saugen Pflanzensaft und können Pflanzen töten.
Rote Spinnmilbe sicher erkennen?
Bevor Sie alle Register ziehen, um diesen Schädling zu bekämpfen, sollten Sie sicher sein, dass es sich tatsächlich um ihn handelt! Rote Spinnmilben sind weniger als einen halben Millimeter groß und daher mit bloßem Auge unsichtbar. Außerdem leben sie oft auf der Blattunterseite.
Dennoch gibt es einige deutlich sichtbare Anzeichen:
- Verfärbungen des Laubs: Das erste Anzeichen sind oft winzige weiße oder gelbe Punkte auf der Blattoberseite. Dort hat die Spinnmilbe das Blatt angestochen, um Pflanzensaft aufzusaugen.
- Allgemeine Vergilbung: Bei fortschreitendem Befall werden die Blätter matt, vergilben vollständig und fallen schließlich ab.
- Feine Gespinste: Anders als Hausspinnen spinnen Spinnmilben äußerst feine, dichte Gespinste, die sich oft an den Übergängen zwischen Blättern und Stängeln oder unter den Blättern befinden. Sie dienen als Schutz und als „Brücke“ zur Fortbewegung.

Das erste Anzeichen sind oft winzige weiße oder gelbe Punkte
Um die Diagnose zu bestätigen, legen Sie einfach ein weißes Blatt Papier unter die Pflanze und schütteln Sie sie. In der Regel lösen sich die Spinnmilben leicht vom Laub und fallen auf das Papier, wo sie etwas besser sichtbar sind.
Lesen Sie auch
Wichtige Krankheiten und Parasiten bei ZimmerpflanzenWarum haben Spinnmilben meine Pflanzen befallen?
Rote Spinnmilben kommen natürlich nicht zufällig auf Ihre Pflanzen. Sie werden von bestimmten Umweltbedingungen angezogen, wie sie im Winter typisch für Innenräume sind:
- Wärme: Bei über 20 °C vermehren sich Rote Spinnmilben rasant.
- Trockene Luft: Der entscheidende Faktor. Heizungsluft trocknet aus und schafft ein Wüstenklima – ideal für diese Feuchtigkeit meidenden Milben.
- Enge: Schlechte Luftzirkulation lässt die Population auf einer Pflanze anwachsen.
Schnell handeln mit natürlichen Methoden
Sobald Sie erste Anzeichen eines Befalls erkennen, müssen Sie schnell handeln. Einige Maßnahmen sind entscheidend, bevor Sie gezieltere Behandlungen einsetzen. Bei leichtem Befall können sie bereits ausreichen.
Zunächst isolieren
Die wichtigste Grundregel lautet: Isolieren Sie die befallene Pflanze. Spinnmilben gelangen über Luftzüge oder Ihre Kleidung leicht von einem Topf zum anderen. Stellen Sie die Pflanze in einen separaten, möglichst kühleren Raum. Der Temperaturschock setzt den Spinnmilben zu.
Die kalte Dusche
Wenn die Kälte nicht ausgereicht hat, um die Spinnmilben zu beseitigen, hilft eine radikalere Behandlung: die Dusche. Da Spinnmilben Wasser meiden, genügt es, die Pflanze in die Dusche oder Badewanne zu stellen und mit lauwarmem Wasser abzubrausen. Achten Sie besonders auf die Blattunterseiten, wo sie sich verstecken und ihre Eier ablegen. Durch das Abduschen wird ein großer Teil der Population entfernt und die Gespinste werden zerstört.
Luftfeuchtigkeit erhöhen
Da trockene Luft häufig das Auftreten von Spinnmilben begünstigt, genügt es, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Zwei Methoden sind besonders wirksam:
- Besprühen Sie Ihre Pflanzen täglich mit kalkfreiem Wasser.
- Stellen Sie die Töpfe auf mit Blähton und Wasser gefüllte Schalen. Achten Sie darauf, dass der Topfboden nicht direkt im Wasser steht.

Gegen Spinnmilben hilft es, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.
Lesen Sie auch
Zimmerpflanzen besprühenNatürliche Mittel gegen Spinnmilben
Wenn all diese mechanischen Methoden nicht geholfen haben, sollten Sie auf natürliche Behandlungen zurückgreifen, die üblicherweise zur Bekämpfung von Schädlingen an Zimmerpflanzen eingesetzt werden, etwa gegen Blattläuse, Wollläuse oder Thripse.
Wichtig ist, die Behandlung über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen durchzuführen. Der Lebenszyklus der Roten Spinne ist sehr kurz und beträgt bei warmem Wetter nur wenige Tage. Wenn Sie die Behandlung einstellen, sobald Sie keine erwachsenen Tiere mehr sehen, schlüpfen die verbliebenen Eier und der Befall breitet sich erneut stark aus.
Die Lösung mit Schmierseife
Schmierseife ist ein Kontaktinsektizid, das die Milben erstickt.
-
Mischen Sie 2 Esslöffel flüssige Schmierseife mit 1 Liter lauwarmem Wasser.
-
Besprühen Sie die gesamte Pflanze, besonders die Blattunterseiten. Wiederholen Sie die Behandlung zwei Wochen lang alle 3 bis 5 Tage, um den Fortpflanzungszyklus zu unterbrechen.
Neemöl
Neemöl zählt zweifellos zu den wirksamsten Mitteln im biologischen Anbau. Es enthält Azadirachtin, einen Wirkstoff, der das Hormonsystem der Insekten stört und sie an der Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung hindert.
-
Rezept: 1 Teelöffel Neemöl + einige Tropfen Spülmittel zum Emulgieren in 1 Liter Wasser.
-
Wenden Sie Neemöl niemals in praller Sonne an, da es die Blätter verbrennen kann.
Knoblauchbrühe
Knoblauch besitzt eine starke akarizide und abschreckende Wirkung. Das Rezept ist einfach: Kochen Sie 100 g gehackten Knoblauch in 1 Liter Wasser. Lassen Sie die Brühe 24 Stunden ziehen, filtern Sie sie und sprühen Sie sie unverdünnt auf die Pflanze.
Biologische Bekämpfung als letzte Lösung
Bei starkem Befall oder dauerhaftem Auftreten im Gewächshaus, Wintergarten oder Überwinterungshaus hilft biologische Bekämpfung mit Phytoseiulus persimilis. Die Raubmilbe frisst nur Spinnmilben samt Eiern, Larven und Erwachsenen und verschwindet danach. Wirksam ab 20 °C und 60 % Luftfeuchte. 
Vorbeugen statt heilen
Eine gesunde Pflanze ist von Natur aus widerstandsfähiger. Damit die Schädlinge nicht zurückkehren, müssen Sie ihnen eine ungünstige Umgebung schaffen.
Blätter regelmäßig reinigen
Staub auf den Blättern ist nicht nur unansehnlich, sondern dient Spinnmilben auch als schützende Schicht. Er verstopft die Stomata, die Poren der Pflanze, und schafft ein trockenes Mikroklima, in dem die Rote Spinnmilbe ungestört ihre Gespinste weben kann.
- Verwenden Sie ein weiches, mit kalkarmem Wasser angefeuchtetes Mikrofasertuch. Bei Pflanzen mit strukturierten Blättern hilft eine weiche Bürste oder ein Pinsel.
- Sie entfernen mögliche Larven und verbessern zugleich die Photosynthese. So wird die Pflanze widerstandsfähiger.
Luftfeuchtigkeit erhöhen
Rote Spinnmilben können sich in einer Umgebung mit über 60 % Luftfeuchtigkeit kaum vermehren. Das ist ihre Achillesferse.
- Füllen Sie einen breiten Untersetzer mit Blähton und gießen Sie Wasser bis zur halben Höhe ein. Stellen Sie den Topf darauf. Die stetige Verdunstung erhöht die Luftfeuchtigkeit rund um das Laub.
- Besprühen Sie die Blattunterseiten regelmäßig, besonders bei warmem Wetter oder laufender Heizung.
Neue Pflanzen in Quarantäne
Der häufigste Fehler ist, eine neue Pflanze direkt zur Sammlung zu stellen. Selbst Pflanzen aus einer hochwertigen Gärtnerei können unsichtbare Eier tragen.
- Stellen Sie jeden Neuzugang mindestens zwei Wochen in ein separates Zimmer.
- Untersuchen Sie die Blätter mit einer Lupe und duschen Sie die Pflanze vorsorglich mit Schmierseife, wenn Sie Zweifel haben.
Regelmäßig lüften
Stehende Luft ist ein Brutplatz für Parasiten. Stehen Töpfe dicht beieinander, gelangen Rote Spinnmilben durch einfachen Kontakt von Blatt zu Blatt.
- Achten Sie darauf, dass sich die Blätter verschiedener Pflanzen nicht berühren. So verhindern Sie „Verkehrswege“ für Spinnmilben.
- Öffnen Sie die Fenster, um für leichte Luftbewegung zu sorgen. Spinnmilben meiden Zugluft, die ihre Gespinste austrocknet und ihren Lebenszyklus stört.
Gezielt düngen
Viele glauben, reichliches Düngen helfe einer Pflanze bei der Abwehr. Doch zu viel des Guten kann das Gegenteil bewirken. Ein Stickstoffüberschuss fördert schnelles Wachstum weicher, saftreicher Gewebe. Dieser Pflanzensaft ist weniger konzentriert und für Spinnmilben leichter auszusaugen, wodurch die Pflanze besonders attraktiv wird. Verwenden Sie daher besser ausgewogene Dünger und halten Sie die winterliche Ruhezeit ein, in der der Nährstoffbedarf nahezu null ist.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare