Stauden für schwierige Wurzelbereiche

Stauden für schwierige Wurzelbereiche

Welche Stauden unter Bäumen pflanzen?

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 14. Dezember 2025  durch Leïla 7 min.

Unter Bäumen wächst wenig. Diese robusten Stauden gedeihen trotz Schatten, Wurzeldruck und trockenem Boden – teils sogar mit schöner Blüte.

Schwierigkeit

Euphorbia amygdaloides var. robbiae

Euphorbia amygdaloides var. robbiae ist eine waldliebende Form der Wolfsmilch – anders als die meisten Wolfsmilchgewächse, die volle Sonne bevorzugen. Sie bildet attraktives, elegantes und dekoratives, dunkelgrünes, glänzendes, immergrünes Laub an einer kompakten, rundlichen Staude. Ihre Frühjahrsblüte mit hellgrünen Blütenständen leuchtet im Schatten oder Halbschatten. Sie breitet sich über besonders kräftige, ausläuferbildende Rhizome aus. Das ist unter schwierigen Bedingungen, die für andere Pflanzen problematisch sind, ein Vorteil. Wenn Sie jedoch nicht möchten, dass sie sich etwa im Beet überall ausbreitet, sollten Sie ihr Wachstum in der Nähe vieler anderer Pflanzen kontrollieren und begrenzen. Diese Staude verträgt selbst anhaltende Trockenheit und dichten Schatten – ebenfalls Bedingungen, die für viele Pflanzen limitierend sind. Sie kann daher unter einem Baum oder immergrünen Strauch wachsen, der wegen seiner kräftigen Wurzeln nur wenig Licht durchlässt und den Boden austrocknet, während er ihm zugleich die Nährstoffe entzieht.

Wenn Sie die Wuchsfreude dieser schönen Wolfsmilch fürchten, ist Euphorbia amygdaloides ‘Purpurea’ eine weniger ausbreitungsfreudige Sorte mit purpurfarbenem Laub, das einen reizvollen Kontrast zur chartreusegrünen Blüte bildet. Sie wird unter denselben Bedingungen kultiviert, wächst bei begrenztem Platz jedoch weniger kräftig. Außerdem verträgt sie Sonne. Kurz gesagt: Für einen trockenen oder feuchten Schattenplatz, Halbschatten oder – in der purpurlaubigen Form – Sonne ist die Mandelblättrige Wolfsmilch eine wertvolle Verbündete.

Mandelblättrige Wolfsmilch

Euphorbia amygdaloides var. robbiae und ‘Purpurea’

Kleines Immergrün oder Vinca minor

Wenn es eine Staude gibt, die Schatten, Baumwurzeln und trockenen Boden verträgt, dann ist es das Immergrün. Mit seinem niedrigen, theoretisch unbegrenzten Wuchs bildet das Vinca minor oder Kleine Immergrün dank seiner Ausläufer schnell einen dichten Teppich aus kleinem, immergrünem, dunkelgrünem und glänzendem Laub. Zwar blüht es im tiefen Schatten weniger, dennoch zeigt es ein- bis zweimal im Jahr Blüten: im Frühjahr und bei manchen Sorten auch im Herbst. Im Halbschatten blüht es besonders üppig. Es verträgt auch einen sonnigen Standort und Trockenheit, doch diese Bedingungen sollten Sie besser nicht kombinieren! Am liebsten steht es eindeutig im Halbschatten und verträgt Trockenheit im Schatten oder Halbschatten besser. Auch an die Bodenfruchtbarkeit stellt es keine hohen Ansprüche und Kalk macht ihm nichts aus.

Auch hier gilt: Wenn Sie es mit anderen, weniger durchsetzungsfähigen Stauden kombinieren und hoffen, dass es brav an seinem Platz bleibt, ist es vielleicht nicht die richtige Pflanze. An schwierigen Standorten unter Bäumen braucht man besonders wuchsfreudige Pflanzen. Daher sollten Sie sich auch ihrer Ausbreitungsfreude und Zähigkeit bewusst sein. Es gibt zahlreiche Sorten mit panaschiertem Laub wie ‘Ralph Shugert’ oder ‘Argenteovariegata’, mit weißen oder purpurfarbenen Blüten zusätzlich zum typischen Immergrünblau. Für mehr Helligkeit wählen Sie panaschiertes Laub oder eine weiße Blüte.

Kleines Immergrün

Vinca minor ‘Ralph Shugert’ mit panaschiertem Laub und ‘Gertrude Jekyll’ mit weißen Blüten

DéEntdecken Sie andere Stauden für trockenen Schatten

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Der Gewöhnliche Efeu

Eine weitere nützliche Pflanze am Fuß eines Baumes ist der Efeu, der gern Bereiche besiedelt, die für andere Pflanzen weniger geeignet sind. Allerdings fällt es manchmal schwer, ihm Zierwert abzugewinnen, da er etwas gewöhnlich wirkt. Der Efeu hat jedoch schöne, fünflappige Blätter, und es gibt zahlreiche Formen mit dekorativem, leuchtendem, gekräuseltem und zugespitztem Laub, etwa bei ‘Ivalace’, oder panaschierte Sorten wie ‘Kolibri’ und ‘Marginata elegantissima’. Efeu wächst schnell, und seine Triebe bewurzeln sich bei Bodenkontakt. Er bildet einen dichten, pflegeleichten Bodendecker. Seine allelopathischen Inhaltsstoffe ersparen Ihnen das Unkrautjäten. Wenn Sie ihn als Bodendecker pflanzen, müssen Sie seine schlechten Ruf nicht fürchten. Achten Sie lediglich darauf, dass er nicht beginnt, eine beschädigte Mauer zu erklimmen, denn nur dort kann er Schäden verursachen. Die äußerst robuste und anspruchslose Pflanze gedeiht im Schatten oder Halbschatten, in frischem oder trockenerem, selbst nährstoffarmem Boden.

Efeu

Hedera helix ‘Kolibri’ und ‘Marginata Elegantissima’

Der Japanische Ysander

Pachysandra terminalis ist eine wenig bekannte Art, doch wer sie verwendet, schätzt sie gerade wegen ihrer zuverlässigen Bodendecker-Eigenschaften. Sie braucht etwas Zeit zum Einwachsen. Obwohl sie sich durch Ausläufer ausbreitet, wird sie nie invasiv. Sie sollte im Schatten oder Halbschatten stehen, wobei der Standort eher schattig sein sollte! Denn dichten Schatten verträgt sie besser als pralle Mittagssonne im Sommer. Sie bildet einen dichten Teppich aus 30 cm hohen, immergrünen, dunkelgrünen, ovalen Blättern mit gezähntem Rand, die an den Triebspitzen in Büscheln stehen.

Einige Sorten besitzen besonders glänzendes Laub, etwa ‘Green Carpet’ oder ‘Green Sheen’. Sie bringen Glanz und Licht in dunkle Bereiche. Im Mai und Juni erscheinen unscheinbare kleine weiße Blüten in zart duftenden Ähren. Kultiviert wird die Pflanze jedoch vor allem wegen ihrer hübschen, das ganze Jahr über attraktiven Rosetten aus immergrünem Laub und ihrer Vorliebe für schwer zu begrünende Standorte. Sie bevorzugt frischen Boden, kommt aber auch mit trockenerem Boden zurecht, in dem sie allerdings langsamer wächst. Stadtklima und Umweltverschmutzung toleriert sie, wächst sogar in schwerem, feuchtem Boden und findet sich an den unwahrscheinlichsten Standorten. Außerdem gibt es eine silberpanaschierte Form: Pachysandra terminalis ‘Variegata’.

Bodendecker

Pachysandra terminalis und Sorte ‘Green Sheen’

Elfenblume

Elfenblumen sind bezaubernde Bodendecker für schattige Plätze unter Bäumen und Sträuchern. Neben ihrem attraktiven Laub, das sich im Frühjahr oft purpur färbt und bei manchen Sorten im Herbst ein zweites Mal, blühen sie im Frühjahr auf besonders reizvolle Weise. Ihre Blüten entdeckt man jedoch am besten aus der Nähe. Manchmal verstecken sie sich unter dem Laub, manchmal schweben sie deutlich darüber. Sie sind klein und wirken wie außergewöhnliche, hübsche Schmuckstücke. Doch zurück zum Laub: Bei manchen Arten ist es immergrün, bei anderen sommergrün. Das sollten Sie bei der Auswahl beachten. Es kann herzförmig oder stark länglich sein. Neben jahreszeitlichen Farbwechseln variiert auch seine Leuchtkraft von kräftig bis dunkel. Das sehr dekorative Laub ist ein weiteres Auswahlkriterium.

Die Kulturbedingungen sind bei allen Elfenblumen weitgehend gleich: ein heller Schattenplatz oder Halbschatten und ein frischer Boden. Einmal eingewachsen, vertragen sie auch trockene Böden. Unter einem Baum kann dies in den ersten Jahren häufigeres Gießen erfordern. Die Arten perralderianum, warleyense und perralchicum (und ihre Kultivare) sind trockenheitsverträglicher als andere Arten. Insgesamt sind Elfenblumen jedoch robust. Achten Sie lediglich auf eine gute Anwachsphase, bis sie einen kräftigen Horst bilden. Sie breiten sich über Rhizome aus und werden je nach Sorte 30 bis maximal 60 cm hoch und ähnlich breit. Sie wuchern keineswegs.

Elfenblumenblüte

Laub von Epimedium perralchicum und Blüten von Epimedium warleyense

Weiße Wald-Aster

Aster divaricatus ist eine im Unterholz und lichten Schatten beheimatete Aster – anders als viele Astern für vollsonnige Standorte. Sie wächst in der Nähe von Strauch- oder Baumwurzeln, sofern diese nicht zu stark ausgeprägt sind. Sie bevorzugt Halbschatten oder mehr Sonne, aber keinen tiefen Schatten. Diese kräftige Bodendecker-Staude unterdrückt Unkraut, breitet sich nicht unkontrolliert aus und bleibt dauerhaft. Als sommergrüne Staude entwickelt sie relativ spät im Jahr ihr Laub in einer kompakten Tuffform, bevor sie sich im Sommer und Frühherbst mit einer Wolke aus leuchtend weißen, sternförmigen Blüten bedeckt. Die Sorte ‘Beth Chatto’ wirkt edler als die Wildart und bildet eine harmonischere, blühfreudigere Tuffform. Die Stängel dieser Astern sind schwarz, die Blütenmitte ist gelb. Sie werden rundum 50 cm hoch. Die Art Aster divaricatus wurde inzwischen in Eurybia divaricata umbenannt.

Einige Aster ageratoides scheinen ähnliche Bedingungen tapfer zu meistern: Sie wachsen an hellen, auch wenig sonnigen Standorten, lassen Unkraut keinen Raum und tolerieren die Konkurrenz von Baum- und Strauchwurzeln. Beispiele sind die Sorten ‘Asran’ und ‘Ezo Murasaki’.

Bodendecker

Aster divaricatus und Aster ageratoides ‘Asran’

In südlichen Regionen

Für Regionen mit Hitze und intensiver Sonne eignen sich einige Stauden zur Pflanzung unter südlichen Baumarten wie Kiefern sowie Stein- und Kork-Eichen. Dazu zählen Thymian, Acanthus mollis und Achillea crithmifolia (Letztere kann sich stark ausbreiten). Auch Efeu und Immergrün kommen infrage, wenn der Standort ausreichend schattig und der Boden nicht zu trocken ist. Beim Immergrün bevorzugen Sie Vinca major oder Vinca difformis, eine wenig winterharte mediterrane Art. Beim Efeu ist Hedera algeriensis beziehungsweise Algerischer Efeu recht frostempfindlich, aber für trockene, warme Klimate geeignet.

Andere Stauden sollten unter sommergrünen Bäumen gepflanzt werden: Achillea umbellata, Centaurea bella, Geranium sanguineum, Ceratostigma plumbagoides, Euphorbia myrsinites und Kretische Schwertlilie (Iris unguicularis).

Alle diese Pflanzen vertragen Trockenheit, salzhaltige Gischt, Wind, nährstoffarme und kalkhaltige Böden – typische Bedingungen der Garrigue und des mediterranen Klimas. Pflanzen, die allelopathische Stoffe freisetzen und unter diesen trockenheitsverträglichen Arten häufig vorkommen, haben zudem den Vorteil, dass sie Unkraut kaum Chancen zum Keimen lassen.

Mediterrane Pflanzen

Im Uhrzeigersinn: Euphorbia myrsinites, Ceratostigma plumbagoides, Geranium sanguineum, Iris unguicularis

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Stauden, die unter Bäumen wachsen