Ulmensterben: Erkennen und behandeln
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Ulmensterben: Pilze verstopfen die Rohsaftbahnen europäischer Ulmen. Übertragen wird die Krankheit durch Borkenkäfer unter der Rinde.
Welche Arten sind anfällig für die Holländische Ulmenkrankheit?
Die Englische Ulme (Ulmus procera), die sich vegetativ (durch Wurzelschösslinge oder Stecklingsvermehrung) vermehrt, ist innerhalb von 10 Jahren in England vollständig verschwunden. Diese Art wurde in Frankreich unter Heinrich IV. von Sully (1559–1641) vielfach entlang der Straßen gepflanzt. Er war sich bewusst, dass die für die Artillerie gefällten Ulmenwälder wiederhergestellt werden mussten, aber auch, dass die Bäume die Erde an den Straßenrändern festhielten und vielen weiteren Zwecken dienten (Holz, Futter …). Da die Art über dasselbe genetische Material verfügt, widerstand auch in Frankreich kein Exemplar dem Parasiten.
Die beiden anderen europäischen Ulmenarten Ulmus glabra und Ulmus minor wurden dank des genetischen Austauschs nicht vollständig dezimiert. Austriebe mancher Exemplare aus dem Wurzelstock blieben verschont – aber wie lange noch? Jedenfalls sind Hybride entstanden, die offenbar resistent gegen das Ulmensterben sind, darunter:
- Ulmus LUTECE® ‘Nanguen’ (aus der Kreuzbefruchtung von 6 französischen, einer englischen und einer chinesischen Sorte),
- Ulmus RESISTA® ‘Sapporo Gold n°2’,
- Ulmus VADA® ‘Wanoux’,
Auch die kleine chinesische Art Ulmus parvifolia, die häufig in der Bonsaikunst verwendet wird, zeigt sich tolerant.
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- Im Frühjahr oder Sommer beobachtet man eine plötzliche Vergilbung mit anschließendem Vertrocknen der Zweige in der Baumkrone. Dieses Absterben schreitet nach unten fort, bis der gesamte Baum seine Blätter verloren hat und innerhalb eines Jahres abstirbt. Die Blätter bleiben eine Zeit lang an den Zweigen hängen und fallen im Juli und August ab. Bei älteren Bäumen krümmen sich die Zweigspitzen zu eingerollten Farnwedeln, die als „Hirtenstab“ bezeichnet werden.
- Im folgenden Jahr treiben nur wenige Knospen aus und bilden verkleinerte Blätter. Die Rinde platzt manchmal auf und löst sich in langen Platten ab.
- Im Querschnitt eines Stammes oder abgestorbenen Zweigs sind von Jahresringen begrenzte Verfärbungen zu sehen, manchmal mit kleinen schwarzen Punkten im Bereich der Holzgefäße.
- Unter der abgelösten Rinde abgestorbener Stämme oder Zweige ist ein charakteristisches Muster in das Holz eingeprägt: Von einer senkrechten Linie zweigen auf beiden Seiten mehr oder weniger gewundene Fraßgänge ab. Dieses Gangsystem wird vom weiblichen Borkenkäfer und anschließend von den aus den Eiern schlüpfenden Larven angelegt. Die Larven verpuppen sich und verlassen das Holz durch 2–3 mm große, auf der Rinde sichtbare Löcher.
Hinweis: Die meisten Borkenkäfer, die an Obstgehölzen (Ölbaum, Feigenbaum, Mandelbaum, Kultur-Apfel …) oder in Nadelwäldern (Kiefer, Fichte, Europäische Lärche …) vorkommen, übertragen nicht unbedingt Krankheiten. Durch das Anlegen ihrer Gänge im Kambium (der Zellschicht, die neue wasserleitende Gefäße bildet) und im Holz unterbrechen sie jedoch den Pflanzensaftstrom, was bis zum Absterben des Baumes führen kann.

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Faktoren, die Graphiose begünstigen
Ulmenkrankheit: Zwei Borkenkäferarten übertragen sie in Europa. Trockenheit schwächt Bäume und lockt die Käfer an; in Nordamerika ist Hylurgopinus rufipes der Überträger.
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Insektizide und Fungizide wirken nicht mehr, sobald der Borkenkäfer unter der Rinde geschützt ist und das Weichholz befallen hat. Nach dem Absterben der Äste durch unterbrochenen Pflanzensaftfluss können jedoch Wurzelschösslinge aus dem Wurzelstock austreiben und die Lebensdauer der Ulme verlängern, bis der Stamm 20 cm Durchmesser erreicht.
Gegen das Ulmensterben:
- Tote oder schwache Äste der Ulmen abschneiden, die Borkenkäfer anziehen.
- Plötzlich vertrocknende Zweige unbedingt entfernen und rasch verbrennen, um mögliche Larven abzutöten.
- Bei anhaltender Trockenheit den Baum gut wässern und an der Kronentraufe Kompost ausbringen, wo die Saugwurzeln sitzen, um ihn zu kräftigen.
- Pheromonfallen können Borkenkäfer ablenken und an der Eiablage hindern. Es gibt Fallen gegen Xyleborus und Borkenkäfer, die besonders Obstbäume schützen.
Wussten Sie das?
Pollen zeigen: Ulmenbestände gingen in Nordwesteuropa vor 6000 Jahren zurück, wohl durch Ulmensterben. Nur resistente Klone könnten den Erhalt der Ulme gefährden.
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