Walipini-Gewächshaus: Gemüse ganzjährig anbauen
Bioklimatisches Erdgewächshaus für Pflanzen
Inhaltsverzeichnis
Das halb eingegrabene Walipini-Gewächshaus aus Bolivien ermöglicht ganzjährig Gemüse- und Obstanbau, auch bei schwierigem Klima. Vorteile und Aufbau.
Walipini-Gewächshaus: Was ist das?
Das Walipini-Gewächshaus stammt aus dem Aymara und bedeutet „warmer Ort“. Halb eingegraben speichert die Erde Wärme und hält ganzjährig 10–15 °C.

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Sie kann unter Ausnutzung eines natürlichen Geländeabhangs gebaut werden, indem sie an eine vorhandene Böschung oder Mauer angelehnt wird. Das senkt die Baukosten und verbessert zugleich die Wärmedämmung.
- Vorab muss die Bodenbeschaffenheit geprüft werden: Der Boden darf nicht felsig sein und muss oberhalb des Grundwasserspiegels liegen. Auch die Wahl des Standorts ist entscheidend: Das Gefälle muss verhindern, dass Regen den unterirdischen Teil überflutet. Der Standort sollte frei und unbeschattet sein, idealerweise nach Süden ausgerichtet.
- Zunächst wird eine Grube ausgehoben, denn für eine optimale Wirkung muss das Walipini mindestens 1,5 m unter dem Bodenniveau liegen. Eine Tiefe von mindestens 2 m ist bequemer, um aufrecht stehen zu können. Die Anbauflächen können weniger tief als die Wege angelegt werden. Das erleichtert die Erdarbeiten und ermöglicht erhöhte Beete.
- Eine Drainage muss überschüssiges Gieß- und Regenwasser ableiten; außerdem ist eine wirksame Belüftung erforderlich.
- Je nach Bauweise können die Wände mit wiederverwendeten Dämmstoffen errichtet, verkleidet oder erhöht werden. Dazu eignen sich etwa mit Wasser gefüllte Plastikflaschen, die tagsüber Sonnenwärme aufnehmen und nachts langsam abgeben, um die Temperatur im Gewächshaus konstant zu halten. Manche Gärtner verwenden dafür Steine, Reifen, Strohballen oder andere natürliche, wärmespeichernde Materialien. Ist dies nicht nötig, können die Wände einfach aus Erde bestehen.
- Das Dach besteht aus transparenten Materialien, damit möglichst viel Licht und Wärme eindringen kann, etwa aus Glas oder Kunststoff. Beim alternativen Selbstbau verwenden Gärtner oft vorhandene Materialien wie alte Fenster, Plastikplanen, Plexiglas- oder mehrschichtige Polycarbonatplatten. Das Dach muss wasserdicht und nach Süden ausgerichtet sein, um die Sonneneinstrahlung optimal zu nutzen.

- Für den Zugang zum tiefer liegenden Gewächshaus müssen eine Treppe oder eine geneigte Rampe vorgesehen werden.
- Die Pflanzen können direkt im Boden oder in erhöhten Beeten kultiviert werden. Als Grundlage für den Anbau sollte gute Muttererde eingebracht werden.
- Außerdem sollte eine Regenwassersammelstelle in der Nähe vorgesehen werden, damit Gießwasser verfügbar ist.
Was baut man in diesem Gewächshaus an?
In einem Walipini-Gewächshaus friert es nie, und der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht bleibt gering – anders als bei einem normalen Außengewächshaus.
Das Walipini-Gewächshaus eignet sich daher für viele Pflanzen, darunter Gemüse, Obst, Kräuter und Blumen. Ganzjährig sind Kulturen wie Rettich, Salat, Dicke Bohne, Erbse, Kohl und Kräuter möglich …
→ Lesen Sie auch unseren Artikel „Welches Obst und Gemüse lässt sich je nach Jahreszeit am besten im Gewächshaus anbauen?“.

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Walipini-Gewächshaus: Anzeige beim Bauamt ab 5 m² Grundfläche oder 1,8 m Höhe. Auch ohne Steuerpflicht ist die Anzeige nötig.
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