Bambusa – Bambus pflanzen und pflegen
Inhaltsverzeichnis
Bambus kurz erklärt
- Bambusa-Arten sind nicht ausläuferbildende Bambusse
- Die meisten Bambusse der Gattung Bambusa sind Riesen
- … es gibt aber auch kompakte, gut geeignete Arten für unsere Gärten
- Sie sind wenig winterhart und eignen sich vor allem für Regionen mit milden Wintern
- … aber auch im Topf, den Sie im Winter frostfrei stellen, lassen sie sich kultivieren
- Bambusa-Arten bevorzugen Halbschatten sowie nährstoffreichen, frischen Boden
Das Wort unseres Experten
Wer sich ein wenig für die Botanik und insbesondere für Bambus interessiert, kommt am Gattungsnamen Bambusa kaum vorbei. Unweigerlich denkt man an Bambuswälder und traditionelle Bauwerke Südostasiens … Tatsächlich stammen Bambus-Arten aus den Tropen und Subtropen Asiens und besitzen in diesen Regionen eine große kulturelle Bedeutung. Die riesigen Stoppeln, also die Halme des Bambus, werden für Gebäude, Gerüste, Zäune und sogar Rohre verwendet.

Bambus-Arten werden in Asien für den Bau stabiler Gerüste verwendet
Bambus-Arten sind wenig winterhart und bevorzugen warme, feuchte Klimate. Von einer Auspflanzung nördlich der Loire ist daher abzusehen. Da diese Bambus-Arten jedoch kurze Rhizome bilden, sind sie nicht ausläuferbildend. Sie breiten sich im Boden also nicht unkontrolliert aus und können in Regionen mit rauem Klima im Topf kultiviert und im Winter frostfrei überwintert werden.
Die meisten Bambus-Arten sind zwar riesig und bilden mehrere Meter hohe Stoppeln, manchmal über 20 m, doch es gibt auch deutlich kompaktere Arten und Kultivare, wie Bambusa glaucescens Multiplex. Bambus-Arten sind relativ pflegeleicht. Sie bevorzugen ein warmes, feuchtes Klima, einen nährstoffreichen, frischen und gut durchlässigen Boden sowie einen halbschattigen Standort oder nicht zu intensive Sonne.

Bambusa vulgaris: üppige Exotik!
Botanik und Beschreibung
Steckbrief
- Lateinischer Name Bambusa sp.
- Familie Süßgräser
- Gebräuchlicher Name Bambus
- Blüte äußerst selten und unscheinbar
- Height 6 bis 10 m, manchmal über 20 m
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens nährstoffreich und leicht, aber frisch
- Winterhärte -6 °C bei den winterhärtesten Arten
Bambusa-Arten sind großwüchsige Bambusse, deren Halme in ihrer natürlichen Umgebung über 20 m hoch werden können. Bambusa gehört zur Familie der Süßgräser, früher „Gräser“ genannt, und genauer zur Unterfamilie der Bambusoideae, die alle Bambusarten umfasst. Die Gattung Bambusa umfasst heute etwa 120 Arten, die hauptsächlich im tropischen und subtropischen Asien verbreitet sind. Der Name „bambusa“ ist eine latinisierte Form des malaiischen Wortes „bambú“.

Botanische Darstellung von Bambusa arundinacea, um 1800
Unter den zahlreichen Arten sind vor allem Bambusa arundinaceae hervorzuheben, deren Halme bis zu 40 m hoch werden können; Bambousa vulgaris, der Chinesische Bambus, der auf fast allen Kontinenten eingebürgert ist; sowie Bambusa multiplex (Syn.: Bambusa glaucescens), der kompakter wächst (höchstens 9 m hoch) und besser für unsere Gärten geeignet ist.
Bambusa-Arten bilden an der Basis einen buschigen, dichten und kompakten Horst, der sich nach oben auffächert. Die jungen Triebe, auch Turionen genannt, erscheinen im Sommer aus dem Boden. Sie erreichen im Herbst ihre Reife und entwickeln im darauffolgenden Frühjahr ihre beblätterten Zweige.
Diese Bambusgattung bildet kräftige, verholzte und hohle Halme, die mehrere Meter lang werden können. In Asien werden diese Halme im Bau verwendet, etwa für Zäune, Rohre und Gerüste. Die Stängel beziehungsweise Halme oder Stoppeln bestehen aus einer Reihe hohler Röhren, die durch Knoten in regelmäßigen Abständen unterteilt sind und sich im oberen Bereich oft bogenförmig neigen. Die aufrechten Stoppeln haben je nach Art einen unterschiedlichen Durchmesser. Sie sind grün und von einem feinen, bereiften Überzug bedeckt, der ihnen eine leicht bläuliche Färbung verleiht. Im Laufe der Monate nehmen die Halme eine beige bis braune, in der Sonne auch gelbliche Färbung an.

Von links nach rechts: Bambusa multiplex ‘Alphonse Karr’ – Wuchsform und Detailaufnahme der Stoppeln, Bambusa multiplex (© Forest and Kim Starr) sowie unten rechts Bambusa tulda
Bei Bambusa weist jeder Knoten zahlreiche Verzweigungen auf: biegsame Zweige mit dicht stehenden, linearen Blättern. Das Laub an den Halmen ist immergrün und hauptsächlich im oberen Bereich der Halme verteilt. Die Blätter sind lanzettlich und laufen an der Spitze spitz zu. Ihre Oberseite ist meist hellgrün, die Unterseite grausilbrig.
Wie bei allen Bambussen sind die Blüten, sogenannte Pseudo-Ährchen, unscheinbar und vom Laub verborgen. Sie erscheinen unregelmäßig in feinen, gebogenen Rispen. Im Allgemeinen blühen Bambusse äußerst selten. Die Entwicklung eines Blütenstands führt zum Absterben der Pflanze; die Halme trocknen nach der Blüte ein und sterben ab.
Bambusa-Arten bilden Rhizome mit kurzen Zwischenknoten, die keine Ausläufer bilden. Daher sind sie deutlich weniger ausbreitungsfreudig als andere Bambusarten; man bezeichnet sie als horstbildende Bambusse. Der Horst von Bambusa wird langsam breiter, ohne in der Mitte kahl zu werden.
Dieser nicht ausläuferbildende Bambus mit seinen dicht stehenden Halmen und immergrünen Blättern eignet sich perfekt für eine kleine Hecke oder einen schönen grünen Sichtschutz in mildem Klima. Auch als Solitär oder in einem Beet mit Sträuchern kommt er gut zur Geltung. Als Kübelpflanze ist dieser Bambus ideal für die Begrünung eines Wintergartens oder einer großen Terrasse.
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Wo pflanzen?
Aufgrund ihrer geringen Winterhärte (-7 °C) sollten Bambus nur im Topf am Wintergarten, in Orangerien oder in milderen Regionen wie der Südwestküste im Freiland kultiviert werden.
Bambus bevorzugt Halbschatten, verträgt aber auch nicht zu pralle Sonne sowie dichteren Schatten. Vermeiden Sie jedoch zu trockene Standorte, da diese Bambusarten keine ariden Bedingungen mögen.
Der Boden sollte nährstoffreich und humusreich sein und frisch bleiben, möglichst kalkarm (also neutral bis sauer). Bei Bedarf können Sie Gartenerde durch gute Blumenerde ersetzen.
Wann pflanzen?
Bambus im Container kann theoretisch das ganze Jahr über gepflanzt werden, außer bei Frost.
Ideal ist die Pflanzung nach der großen Hitze, also von Ende August bis Oktober. So hat der Bambus vor dem Winter Zeit, ein gutes Wurzelsystem zu bilden.
Wie pflanzen?
Zur Erinnerung: Bambus ist nicht ausläuferbildend, sondern horstbildend. Eine Rhizomsperre ist bei der Pflanzung daher nicht nötig.
Im Freiland
Bei stark wachsenden Sorten wie Bambus sollte die ausgewachsene Höhe und Breite berücksichtigt werden. Als Berechnungsgrundlage wird meist die ausgewachsene Höhe mit 3 multipliziert, um die nötige Fläche zu ermitteln, damit der Bambus genügend Platz hat.
Beispiel: Ein Bambusa multiplex, der ausgewachsen etwa 6 Meter hoch wird, benötigt eine ideale Fläche von 18 m².
- Tauchen Sie den Wurzelballen einige Minuten in einen Eimer Wasser, damit er sich vollsaugt;
- Heben Sie mit dem Spaten ein Loch aus, das doppelt so tief und breit wie der Wurzelballen ist;
- Setzen Sie den Wurzelballen in die Mitte des Lochs und füllen Sie es mit der ausgehobenen Gartenerde sowie guter Pflanzerde (spezieller Pflanzerde), gut verrottetem Kompost oder Mist auf;
- Bedecken Sie den Boden mit einer 6 bis 8 cm dicken Mulchschicht aus Stroh, getrocknetem Gras, Leinenflocken, gehäckseltem Chinaschilf … So bleibt er feucht und frisch;
- Gießen Sie reichlich, damit die Wurzeln ausreichend Feuchtigkeit erhalten und vor allem mögliche Lufteinschlüsse zwischen Wurzeln und Erde beseitigt werden.
Hinweis: Für eine Hecke oder einen Sichtschutz rechnen Sie mit einer Bambusa multiplex-Jungpflanze pro Meter.
Im Topf
Bambus kann im Topf kultiviert werden, sofern regelmäßig und ausreichend gegossen wird. Stellen Sie den Topf an einen Standort mit milder Sonne oder Halbschatten und geschützt vor Zugluft.
- Wählen Sie ein großes Gefäß mit etwa 40 Litern Fassungsvermögen (mindestens 50 cm Durchmesser und Tiefe) und Abzugslöchern am Boden;
- Legen Sie eine Schicht aus Kies oder Blähton auf den Topfboden;
- Füllen Sie den Topf mit einer nährstoffreichen, sehr drainierenden Mischung aus Blumenerde, Kompost und guter Gartenerde;
- Gießen Sie reichlich;
- Bringen Sie eine Mulchschicht auf, damit die Feuchtigkeit erhalten bleibt.
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Gießen
Bambus benötigt viel Wasser, um anzuwachsen und sich zu entwickeln. Gießen Sie ihn nach der Pflanzung reichlich und in den ersten beiden Kulturjahren sehr regelmäßig, besonders im Sommer und bei stark ausgetrocknetem Boden. Vergessen Sie nicht zu mulchen, damit der Boden feucht bleibt. Mit der Zeit „mulchen sich Bambusse jedoch selbst“: Ihre trockenen Blätter zersetzen sich nur sehr langsam.
Bambus im Topf muss beim Gießen noch sorgfältiger überwacht werden: Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben nicht zu stark austrocknen. Bambus kann bei großer Hitze bis zu 5 Liter Wasser täglich benötigen.
Pflege
Bambus bevorzugt einen nährstoffreichen Boden. Jeden Frühling ist eine Gabe Kompost am Fuß der Halme sinnvoll. Bei Bambus im Topf oder Kübel kann spezieller Bambusdünger mit hohem Stickstoffgehalt zweimal jährlich ausgebracht werden.
Wenn sich die Blätter von Bambus gelb verfärben, kann dies auf einen zu hohen Kalkgehalt im Boden hindeuten. In diesem Fall sollte eine oberflächliche Gabe etwas Moorbeeterde oder eine Mulchschicht aus Kiefernnadeln das Problem lösen.
Rückschnitt
Ein Rückschnitt ist nicht unbedingt nötig, wird von Bambusa multiplex jedoch gut vertragen. Bambus kann im August oder September mit einer Heckenschere geschnitten werden, um ihm eine bestimmte Form zu geben oder sein Wachstum zu begrenzen. Auch trockene Halme können entfernt werden (sie lassen sich als Stützen oder für dekorative Zäune verwenden).
Schneiden Sie jedes Jahr trockene, schwache und störende Stoppel an der Basis zurück. Diese geschnittenen Halme treiben nicht mehr aus, doch der Pflegeschnitt ermöglicht der Pflanze, vollständig neues und dichteres Laub zu entwickeln. Dadurch verbessert sich das Erscheinungsbild des Bambus deutlich.
Krankheiten und Schädlinge
Bambus ist gegen die meisten Krankheiten und Parasiten resistent. Bei Staunässe oder Nährstoffmangel können die Pflanzen jedoch geschwächt und anfällig werden.
Bei warmem, feuchtem Wetter werden Bambus im Topf manchmal von Wollläusen befallen. Sie ernähren sich vom Pflanzensaft und hinterlassen weiße, mehlige oder watteartige Beläge auf der Pflanze. Die Blätter vergilben und fallen ab. Bei starkem Befall kann die Pflanze absterben. Spritzungen mit einer Mischung aus Pflanzenöl (Raps- oder Olivenöl), 90-prozentigem Alkohol und Schmierseife ersticken die Läuse.
Rote Spinnmilben können bei Bambus im Topf ebenfalls eine Gelbfärbung und das Austrocknen der Blätter verursachen, die schließlich abfallen. In diesem Fall gibt es verschiedene ökologische Lösungen, die im Ratgeber Rote Spinnmilbe: Erkennen und Bekämpfen vorgestellt werden.
→ Sie möchten mehr über Krankheiten und Parasiten bei Bambus erfahren? Lesen Sie unseren Ratgeber Krankheiten und Parasiten bei Bambus

Bambusa multiplex (© Dinesh Vale)
Vermehrung
Bambus wird im Allgemeinen im Frühjahr, im März und April, durch Teilung mindestens dreijähriger Horste vermehrt. Die Teilung erfolgt bei ausreichend feuchtem Boden, was die Arbeit erleichtert.
Horstteilung:
- Stechen Sie mit einem scharfen Spaten einen kräftigen Wurzelballen aus einem Horst mit mindestens 3 bis 5 Stoppeln am Rand des Hauptballens;
- Kürzen Sie die Stoppel auf ein Drittel ihrer Länge, wobei stets etwas Laub erhalten bleiben muss, sonst wachsen die Ballen nicht an;
- Setzen Sie den Wurzelballen in eine mit gutem Kompost angereicherte Pflanzgrube;
- Füllen Sie das Loch mit dem Aushub, treten Sie die Erde fest und mulchen Sie;
- Gießen Sie reichlich, um „Luftlöcher“ zwischen Erde und Rhizomen zu vermeiden, und halten Sie den Boden feucht, aber niemals nass;
- Besprühen Sie das Laub bei trockenem oder windigem Wetter regelmäßig morgens oder abends mit kalkfreiem Wasser. So verhindern Sie das Austrocknen der Blätter und fördern das Anwachsen.
Hinweis: Nach dem Ausgraben treiben große Bambusse zunächst im Jugendstadium wieder aus. Die neuen Stoppel sind dann kleiner und dünner. Es dauert mehrere Jahre, bis sie wieder die Größe der Mutterpflanze erreichen.
Verband
Bambusa sind exotische Bambusse aus den warmen, feuchten Regionen Asiens. Ideal wäre es, künstlich ein Stück subtropischen Waldes (asiatisch oder nicht) nachzubilden – im Topf in kalten Regionen oder in milderen Gegenden ausgepflanzt, an einem geschützten, halbschattigen Platz.
Einen Bambusa multiplex ‘Alphonse Karr’ kombiniert man mit einer Schefflera taiwaniana, einem mit unseren Zimmer-Scheffleras verwandten Strauch, der jedoch deutlich winterhärter ist (-10 °C). Bei den Stauden sorgt die beeindruckende Strelitzia nicolai oder Natal-Strelitzie (eine kleine Anspielung auf Michel Berger) für Volumen und eine erstaunliche Blüte. Im Winter muss sie unbedingt in ein unbeheiztes Gewächshaus.
Große, breite Blätter setzen immer einen exotischen Akzent und bilden zudem einen Kontrast zu den feinen Bambusblättern: eine Colocasia esculenta ‘Black magic’ und ihre botanische Verwandte, ein Alocasia macrorrhiza oder Pfeilblatt.

Bambusa multiplex ‘Alphonse Karr’, Schefflera taiwaniana, Colocasia esculenta ‘Black Magic’, Colocasia macrorrhiza und Strelitzia nicolai.
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