Deschampsia: Pflanzung, Pflege, Kombination

Deschampsia: Pflanzung, Pflege, Kombination

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 10. August 2025  durch Jean-Christophe 10 min.

Deschampsia kurz erklärt

  • Die dekorative Schmiele bringt Leichtigkeit und Bewegung in den Garten.
  • Sie bildet Horste mit immergrünem, feinem, überhängendem Laub und im Sommer luftige Blütenstände.
  • Ihre durchscheinenden Ähren fangen das Licht ein und kommen durch winterlichen Frost besonders schön zur Geltung.
  • Deschampsia wächst an jedem Standort und in jedem Boden.
  • Äußerst pflegeleicht, kennt sie keine Schädlinge, benötigt kaum Pflege und lässt sich durch Teilung oder Aussaat vermehren.
  • Extrem winterhart, gedeiht sie auch im Topf. Ihre dekorative Struktur passt in jede Pflanzung.
Schwierigkeit

Das Wort unseres Experten

Als mehrjähriges Ziergras wachsen Schmielen weltweit in sehr unterschiedlichen Lebensräumen.

Nur zwei Arten werden wegen ihres Zierwerts kultiviert: Deschampsia cespitosa und Deschampsia flexuosa.

Sie bilden 30 bis 60 cm hohe und breite Horste und erreichen während der Blüte über 1,20 m Höhe.

Als Bodendecker bezaubern sie mit feinen, luftigen Ähren, die im Sommer zahlreich erscheinen. Sie leuchten grün, blond, purpurfarben und bronzefarben und färben sich im Herbst gold- und strohgelb. Im Winter bleiben sie lange dekorativ, besonders wenn Raureif ihre filigrane Struktur betont.

Das Laub ist je nach Sorte grün oder golden und immergrün bis halbimmergrün.

Je nach Art gedeihen sie in feuchtem oder trockenem, nährstoffreichem oder magerem Boden. Sie wachsen in Sonne oder lichtem Schatten und sind gegenüber alkalischem, neutralem oder saurem Boden sehr tolerant.

Äußerst winterhart haben Schmielen keine natürlichen Feinde. Sie sind anspruchslos und pflegeleicht. Vermehrt werden sie durch Horstteilung im Frühjahr oder durch das Ausheben von Selbstaussaat.

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Schmiele
  • Blüte Sommer, Herbst
  • Height 30 x 60 cm (bis 1,20 m in Blüte)
  • Exposition Sonne, Halbschatten, lichter Schatten
  • Art des Bodens alle
  • Winterhärte ausgezeichnet (bis -20 °C)

Deschampsia oder Schmielen sind Gräser aus der Familie der Süßgräser. Man findet sie weltweit in den gemäßigten Klimazonen beider Erdhalbkugeln. Sie wachsen sogar in Höhenlagen und in einigen tropischen Gebieten.

Von den rund 50 einjährigen oder mehrjährigen Arten werden nur wenige als Zierpflanzen kultiviert. Deschampsia cespitosa (oder caespitosa) und Deschampsia flexuosa werden wegen ihres Zierwerts am häufigsten verwendet.

Schmielen haben sehr feines, raues Laub. Die flachen oder eingerollten Blätter können rau sein (D. cespitosa) oder glatt (D. flexuosa) und leicht scharfkantige Ränder haben. Sie weisen erhabene Blattadern auf, die durch durchscheinende Membranen getrennt sind. Je nach Strenge des Winters immergrün bis halbimmergrün, bilden diese Gräser dichte, überhängende Horste von 30 bis 60 cm Höhe und etwa gleicher Breite. Meist grün, gibt es auch Sorten mit goldenen Farbnuancen, wie Deschampsia ‘Tatra Gold’.

Als ausgezeichnete Bodendecker werden sie auch für ihre lockeren Blütenstände aus Ährchen geschätzt, die aus 2 bis 4 fertilen Blüten bestehen. Sie stehen an aufrechten Stängeln und erreichen so 40 cm bis über 1,20 m. Die Blütezeit liegt meist zwischen Juni und August, einige Sorten blühen jedoch später. So blüht Deschampsia ‘Tardiflora’ eher zwischen August und November.

Die Ähren der Schmielen beginnen in grünen, mehr oder weniger blassen Farbtönen, bisweilen mit Gelb, Gold, Purpur oder Bronze nuanciert. Die Farben entwickeln sich bis zu Strohgelb oder kräftigerem Purpur. Alle fangen das Licht auf wunderschöne Weise ein, besonders wenn die Abendsonne sie im Gegenlicht beleuchtet und sie vor einem dunklen Hintergrund stehen, der ihre Wirkung verstärkt. Die Blütenstände bleiben bis in den Winter dekorativ und verleihen dem Garten eine märchenhafte Note, wenn sie mit Raureif überzogen sind.

Mindestens bis -20 °C winterhart, bevorzugen Schmielen frische Böden, vertragen nach dem Anwachsen jedoch Trockenheit. Deschampsia cespitosa ist für schwere, lehmige, sogar sumpfige oder zeitweise überschwemmte Böden geeignet. Deschampsia flexuosa begnügt sich dagegen mit einem sandigen, durchlässigen Boden und verträgt Trockenheit sehr gut.

Schmielen sind anspruchslos und wachsen in saurem, neutralem oder kalkhaltigem Boden. Ein heller, sonniger Standort fördert eine üppige Blüte. Der Anbau im Halbschatten oder in nicht zu dichtem Schatten ist möglich, dort blüht die Pflanze jedoch weniger reich.

Dieses Gras eignet sich außerdem sehr gut für die Kultur im Topf, um Terrassen und Balkone zu schmücken.

Sehr pflegeleicht, haben Schmielen keine natürlichen Feinde und benötigen kaum Pflege. Ein kleiner Rückschnitt am Ende des Winters genügt.

Die Vermehrung ist einfach, entweder durch Teilung des Wurzelstocks oder durch das Aufnehmen der Selbstaussaat, die auf frischem Boden entsteht.

Ihr leichter, luftiger Charakter und ihre aufrechte Wuchsform machen sie vielseitig einsetzbar und kombinierbar. Sie fügen sich in romantisch oder naturnah gestaltete Gärten ein, etwa neben Rosen oder Stauden, passen aber ebenso gut in modernere Pflanzungen, denen sie Rhythmus und Dynamik verleihen.

Verschiedene Schmiele-Sorten

Rasen-Schmiele - Deschampsia caespitosa

Rasen-Schmiele - Deschampsia caespitosa

Typische Art mit schlichtem Grün, aber zahlreichen, im Saisonverlauf immer leuchtenderen Ähren. Vor dunklem Hintergrund wird sie zum strahlenden Blickfang.
  • Blütezeit Juli für November
  • Höhe bei Reife 60 cm
Rasen-Schmiele Bronzeschleier - Deschampsia caespitosa

Rasen-Schmiele Bronzeschleier - Deschampsia caespitosa

Im Sommer erscheinen die zahlreichen Ähren zunächst bronzgrün. Ihre Farbe hellt sich auf und wechselt im Herbst zu warmen Strohtönen.
  • Blütezeit Juli für November
  • Höhe bei Reife 80 cm
Rasen-Schmiele Goldschleier - Deschampsia caespitosa

Rasen-Schmiele Goldschleier - Deschampsia caespitosa

Diese Canche bildet eine kompakte, schön überhängende Horstform und wirkt ganzjährig spektakulär. Ihre durchscheinenden Ähren wechseln von Gelbgrün zu Gold und Silber.
  • Blütezeit August für November
  • Höhe bei Reife 90 cm
Rasen-Schmiele Goldtau - Deschampsia caespitosa

Rasen-Schmiele Goldtau - Deschampsia caespitosa

Kompakter als die Art, trockenheitsverträglicher und auch für Schatten oder trockenen Boden geeignet. Zarte Rispen wechseln von Gelbgrün zu Rotbraun und später zu Goldtönen.
  • Blütezeit August für November
  • Höhe bei Reife 45 cm
Rasen-Schmiele Tardiflora - Deschampsia caespitosa

Rasen-Schmiele Tardiflora - Deschampsia caespitosa

Späte Blüte von August bis Oktober. Breiter Horst mit Fontänen-Wuchsform, dichtem Bodendecker-Laub und langen Stängeln mit erst gelbgrünen, später goldblonden Blütenständen. Ähren und immergrünes Laub bleiben im Winter dekorativ.
  • Blütezeit September für Dezember.
  • Höhe bei Reife 90 cm
Schlängel-Schmiele Tatra Gold - Deschampsia flexuosa

Schlängel-Schmiele Tatra Gold - Deschampsia flexuosa

Diese Canche besticht durch einzigartige Farben: Säuregrünes, fast fluoreszierendes Laub bildet einen locker zerzausten Horst. Im Sommer werden die Rispen zu einem bronzefarbenen goldenen Nebel. Tatra Gold liebt arme, durchlässige, saure Böden und leuchtet im Halbschatten.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 45 cm

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Schmiele pflanzen

Wo pflanzt man Schmielen?

Schmielen gedeihen am besten an einem sonnigen, nicht zu heißen Standort und in jedem frischen Boden. Halbschatten oder lichter Schatten sind möglich, vermeiden Sie jedoch tiefen Schatten. Sobald sie eingewachsen sind, vertragen Schmielen vorübergehende Trockenheit. Deschampsia flexuosa eignet sich am besten für trockene, saure Böden. Deschampsia cespitosa kann dagegen schwere, lehmige bis hin zu sumpfigen und zeitweise überfluteten Böden vertragen.

Die Schmiele ist sehr anpassungsfähig. Sie gedeiht in jedem Boden, ob nährstoffreich oder nährstoffarm, sauer, neutral oder kalkhaltig.

Dieses Ziergras findet seinen Platz im Beet, am Rand eines Teichs ebenso wie im Topf auf Terrasse oder Balkon.

Rasen-Schmiele

Wann pflanzen?

Pflanzen Sie vorzugsweise im Herbst oder Frühjahr. In den kältesten Regionen setzen Sie die Jungpflanzen besser im Frühjahr, damit sie eine ganze Saison zum Einwurzeln haben.

Wie pflanzen?

Pflanzung im Freiland:

  1. Wässern Sie den Wurzelballen in einem Eimer oder einer Schüssel mit Wasser. Die Jungpflanze muss vor dem Einsetzen vollständig durchfeuchtet sein.
  2. Heben Sie ein Loch aus, das etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist, also bei einem 9-cm-Anzuchttopf rundum 20 cm misst.
  3. Mischen Sie die ausgehobene Erde mit einer Schaufel reifem Kompost oder Blumenerde. In nährstoffarmen Böden geben Sie eine Handvoll Hornspäne hinzu, um die Pflanze langfristig zu versorgen.
  4. Nehmen Sie die Jungpflanze aus dem Topf und setzen Sie den Wurzelballen ein, sodass die Basis der Blätter auf Bodenhöhe liegt.
  5. Füllen Sie mit der restlichen Erde auf und drücken Sie sie leicht an.
  6. Gießen Sie direkt nach dem Pflanzen großzügig und in den ersten Wochen weiter, besonders bei trockenem Wetter.
  7. Mulchen Sie etwa 5 cm hoch (zerkleinerte Zweige, Flachs- oder Hanfschäben, trockenes Schnittgut, Kakaoschalen …). Für eine moderne, mineralische Gestaltung gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten (Schieferplättchen, Ziegelsplitt, Kies, Sand …).

Pflanzung im Topf:

  1. Stellen Sie die Jungpflanze in reichlich Wasser, bis sie gleichmäßig feucht ist.
  2. Wählen Sie einen Topf mit mindestens 40 cm Durchmesser und Tiefe. Achten Sie darauf, dass der Topfboden Abzugslöcher besitzt.
  3. Legen Sie Tonscherben alter Töpfe über die Abzugslöcher und bedecken Sie sie anschließend mit einer etwa 5 cm hohen Drainageschicht (Kies, Blähton …). Legen Sie ein passend zugeschnittenes Geotextil auf diese drainierende Schicht. So wird verhindert, dass Erde beim Gießen ausgespült wird.
  4. Mischen Sie Gartenerde und Blumenerde zu gleichen Teilen. Geben Sie eine Handvoll Kompost und eine Handvoll Hornspäne hinzu.
  5. Füllen Sie die Mischung in den Topf und setzen Sie die Schmiele ein, ohne das Laub zu bedecken (seine Basis muss auf Höhe des Substrats liegen). Drücken Sie die Erde leicht an.
  6. Lassen Sie 2 bis 3 cm zwischen Substrat und Topfrand frei, damit Sie mulchen und wirksam gießen können.
  7. Gießen Sie in mehreren kleinen Portionen, bis Wasser unten aus dem Topf läuft.
  8. Bringen Sie bis zum Rand des Gefäßes eine Mulchschicht aus organischem Material (Holzhäcksel, Kakao- oder Buchweizenschalen …) oder mineralischem Material (Kies, Steine, Schiefer …) auf.

Kontrollieren Sie bei Topfkultur die Wasserversorgung während der gesamten Saison. Sobald die oberen Zentimeter des Bodens trocken sind, sollten Sie erneut gießen.

Wenn die Jungpflanze den Topf vollständig ausfüllt (durchschnittlich nach 3 oder 4 Jahren), ist es Zeit, den Horst zu teilen und in neues Substrat zu pflanzen.

Schmiele pflegen

Schmielen benötigen nur wenig Pflege. Säubern Sie den Horst im Spätwinter, indem Sie das Laub auskämmen. Tun Sie dies von Hand (mit Handschuhen, da die Blätter etwas scharfkantig sein können), mit einem Rechen oder einem Katzenkamm. Gehen Sie vorsichtig vor, damit Sie die Pflanze nicht aus dem Boden lösen. Entfernen Sie altes und vertrocknetes Laub und schneiden Sie noch vorhandene Halme an ihrer Basis, auf Höhe des Laubs, ab.

Geben Sie je nach Bedarf Kompost und ergänzen Sie die Mulchschicht.

Im Freiland begnügen sich Schmielen mit Regenwasser, außer bei starker und anhaltender Trockenheit. Achten Sie jedoch darauf, im ersten Jahr regelmäßig zu gießen, solange das Wurzelsystem noch nicht gut entwickelt ist.

Lassen Sie im Topf das Substrat zwischen den Wassergaben einfach abtrocknen, aber lassen Sie Ihre Pflanze nicht völlig austrocknen, da sie sonst an Schönheit verliert. Geben Sie jedes Frühjahr Kompost (eine bis zwei Handvoll pro Topf) und arbeiten Sie ihn durch leichtes Aufkratzen ein. Teilen Sie Ihre Schmiele, sobald sie in ihrem Gefäß zu eng steht (durchschnittlich alle 3 bis 4 Jahre).

Schmiele vermehren

Selbstaussaat

In frischem Boden sät sich die Schmiele selbst aus, ohne lästig zu werden. Heben Sie diese Sämlinge mit einer Pflanzkelle vorsichtig aus und lassen Sie dabei etwas Erde an den Wurzeln.

Pflanzen Sie sie sofort an einer anderen Stelle im Garten wieder ein. Mulchen und gießen Sie.

Achten Sie darauf, dass die Jungpflanzen in den ersten Wochen nicht unter Trockenheit leiden.

Horstteilung

Die Horstteilung erfolgt im zeitigen Frühjahr.

  1. Stechen Sie die Pflanze mit einem scharfen Spaten etwa zehn Zentimeter vom Pflanzenfuß entfernt ab.
  2. Heben Sie das Gras aus und lassen Sie möglichst viel Erde an den Wurzeln.
  3. Teilen Sie den Horst mit dem Spaten oder einem Messer in mehrere Teilstücke. Je größer diese sind, desto schneller erhalten Sie kräftige Jungpflanzen.
  4. Pflanzen Sie die Teilstücke sofort an ihrem endgültigen Standort ein.
  5. Gießen und mulchen Sie.

Erfahren Sie in unserem Video, wie Sie ein Gras teilen

Deschampsia im Garten kombinieren

Aufgrund ihrer luftigen, leichten Wuchsform und ihrer einfachen Kultur bieten Deschampsia zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten.

Platzieren Sie sie möglichst so, dass das Licht sie von hinten beleuchtet. Die tief stehende Abendsonne bringt sie besonders schön zur Geltung, vor allem vor dunklem Laub.

Für eine naturnahe Wirkung kombinieren Sie sie mit anderen Ziergräsern mit dekorativen Ähren, etwa Chinaschilf, Federborstengras oder Federgras. Setzen Sie Farbakzente mit Sonnenbraut, Igelköpfen, Prachtkerzen und Astern.

Die Schmielen harmonieren auch wunderbar mit den Blütenständen von Garbe und Argentinischem Eisenkraut.

In einem romantischen Garten umhüllen Sie die Blüten der Rosen mit ihren luftigen Ähren, begleitet von Storchschnabel und Kleinköpfigem Knöterich. Lockern Sie die Szenerie mit den runden Blütenköpfen von Zierlauch oder Schmucklilie auf.

Lassen Sie ihre goldblonde Farbe neben Bäumen und Sträuchern leuchten, deren Laub sich im Herbst rot oder orange färbt, etwa Perückensträuchern, Schneeball oder Hartriegel.

Da ihre Ähren erst spät im Sommer erscheinen, ergänzen Sie ihre weichen Horste mit Gruppen von Frühlingszwiebeln und Stauden, die früher blühen, etwa Indigolupinen, Akeleien oder Wolfsmilch.

In einem großen Pflanzgefäß gestalten Sie über viele Monate einen dekorativen Minigarten. Kombinieren Sie dazu beispielsweise eine Schmiele mit Zauberglöckchen oder einjähriger Blauer Lobelie. Ergänzen Sie eine Wolfsmilch ‘Diamond Frost’, eine weitere einjährige Pflanze mit sehr langer Blüte. Setzen Sie zum Abschluss einen Kontrast zu den aufrechten Deschampsia-Ähren: mit dem silbrigen, überhängenden Laub von Dichondra Silver Falls.

Nützliche Ressourcen

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