Farfugium japonicum: Pflanzen, Pflege & Standort
Inhaltsverzeichnis
Farfugium kurz erklärt
- Farfugium sind asiatische Stauden feuchter Wiesen und Ufer
- Sie werden vor allem wegen ihres dekorativen, immergrünen Laubs kultiviert
- Im Herbst zeigen sie eine hübsche gelbe Blüte
- Der Japanische Scheingoldkolben ist bis -10 °C winterhart
- Eine Schatten- oder Halbschattenstaude für stets frischen bis feuchten Boden
Das Wort unseres Experten
Farfugium japonicum ist eine Staude mit imposantem, frischem, nierenförmigem und später sehr dekorativem Laub. Sie stammt aus Ostasien und Japan. Feuchte Wiesen und bewaldete Ufer sind ihr natürlicher Lebensraum. Im Garten gedeiht der Japanische Scheingoldkolben daher am besten im feuchten Unterholz.
Mit einer mittleren Winterhärte (-10 °C) scheint er für kältere Regionen im Norden ungeeignet – zu Unrecht! Farfugium lässt sich problemlos im Topf kultivieren und bei starkem Frost in ein Kalthaus stellen. Ob es Zeit zum Einräumen ist, zeigt das Laub: Verschwindet es bereits bei -7 °C, obwohl es normalerweise immergrün ist, sollte die Pflanze dringend ins Winterquartier.
Bemerkenswert ist die späte Blüte zwischen Oktober und November. Einige Blütenkörbchen erinnern an kleine gelbe Margeriten – Puristen schneiden sie zugunsten des Laubs ab.
Im Handel ist zwar nur die Art Farfugium japonicum erhältlich, doch es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften: gefüllte Blüten, riesiges, gewelltes oder gekräuseltes Laub sowie helle Blattadern oder gelbe Punkte. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Japanischer Scheingoldkolben, Farfugium
- Blüte Oktober bis November
- Height bis 80 cm
- Exposition Schatten bis Halbschatten
- Art des Bodens humusreich, frisch bis feucht
- Winterhärte -12 °C
Die Gattung Farfugium gehört zur Familie der Korbblütler und umfasst nur zwei Arten: Farfugium japonicum, die weitverbreitetste Art, und Farfugium hiberniflorum, die in Kultur praktisch nicht zu finden ist. Beide Arten stammen aus Japan (Kyushu bei F. hibernaticum), doch Farfugium japonicum besitzt ein etwas größeres Verbreitungsgebiet, das bis nach Korea und China reicht. In der Natur wachsen Farfugium in feuchten Wiesen und entlang von Gewässern.
Farfugium japonicum ist in älterer Literatur noch unter seinem früheren Namen Ligularia tussilaginea zu finden. Botanisch steht diese Pflanze ihren Verwandten, den Goldkolben, tatsächlich sehr nahe. Zu beachten ist, dass sich der eigentliche „Japanische Scheingoldkolben“ oder „Japanische Goldkolben“, die volkstümlichen Namen der Farfugium, in Wirklichkeit nur auf eine einzige Sorte bezieht: Farfugium japonicium ‘Aureomarginata’ mit von kleinen gelben Punkten übersätem Laub.
Es handelt sich um eine rhizomatöse, wenig ausläuferbildende Staude mit immergrünem Laub, das bei Temperaturen unter -7 °C sommergrün wird. Die Blätter sitzen an einem dicken, langen Blattstiel. Zunächst sind sie filzig behaart, später werden sie im Laufe der Wochen ledrig und glänzend. Ihre Blattspreite ist rundlich, am Ansatz des Blattstiels jedoch gekerbt. Jedes Blatt kann eine Breite von 30 cm erreichen, bei Farfugium japonicum ‘Giganteum’ sogar 45 cm. Einige Sorten bilden gewelltes oder gekräuseltes Laub wie Farfugium japonicum ‘Crispata’, panaschierte oder von helleren Blattadern durchzogene Blätter sowie cremefarben gepunktetes oder gerandetes Laub.
Auch die Blüte kann sich sehen lassen: Ab Oktober erscheinen an langen, locker verzweigten Blütenständen gelbe Blütenkörbchen, die an kleine gelbe Margeriten erinnern. Diese Blüten können einen Durchmesser von 5 cm erreichen. Einige Sorten wurden wegen ihrer gefüllten Blüten ausgewählt.

Farfugium japonicum: Blüten und Blätter
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[produkt sku=”82202″ blog_description=”Farfugium japonicum, auch Ligularia tussilaginea, ist eine schöne rhizomatöse, immergrüne Staude. Sie bildet Horste aus großen, runden, herzförmigen, glänzend mittelgrünen Blättern und gelben, Gänseblümchen ähnlichen Blüten im Oktober. Die etwas frostempfindliche Pflanze liebt feuchte Gartenbereiche, Teichränder oder große Töpfe.” template=”listing1″ /]
[produkt sku=”83318″ blog_description=”Dieses Farfugium Crispata ist eine seltene, begehrte Form mit glänzendem, dickem, graugrünem Laub und stark gewelltem Blattrand. Eine besonders dekorative rhizomatöse Staude für schattige, feuchte Standorte.” template=”listing1″ /]
[produkt sku=”83317″ blog_description=”Farfugium japonicum ‘Aureomaculatum’ ist eine schöne rhizomatöse, immergrüne Staude für schattige, feuchte Standorte. Sie bildet Horste aus großen, glänzenden, herzförmigen Blättern mit dekorativen gelben Flecken.” template=”listing1″ /]
[produkt sku=”83319″ blog_description=”Farfugium japonicum ‘Gigantea’ (auch var. giganteum) beeindruckt durch Wuchs und Blattgröße. Die üppigen Horste bestehen aus riesigen, runden Blättern, deren dunkelgrüne Blattspreite spiegelglänzt.” template=”listing1″ /]
[produkt sku=”85678″ blog_description=”Farfugium Wavy Gravy ist eine neue Form dieser ungewöhnlichen japanischen Staude mit stark gekräuselten Blättern. Die kompakte Sorte bildet einen krausen, blaugrünen Horst, der im Winter bestehen bleibt, und gelbe Gänseblümchen-Trauben im Oktober.” template=”listing1″ /]
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Farfugium pflanzen
Wo pflanzen?
Was den Standort betrifft, sind Japanische Scheingoldkolben Schatten- oder Halbschattenstauden, besonders im Topf. Sonne schädigt das Laub, das dann zum Welken neigt. Auch Wind kann das Laub beschädigen. Schützen Sie die Pflanze daher vor Wind.
Der Boden sollte nährstoffreich, humusreich und frisch bis leicht feucht sein. Der Pflanze ist der pH-Wert gleichgültig.
Wann pflanzen?
Die Pflanzung erfolgt vorzugsweise im Frühjahr, im April, oder im Frühherbst, im September und Oktober.
Wie im Freiland pflanzen?
Die Pflanzung erfolgt wie bei den meisten Stauden.
- Heben Sie ein Loch aus, das doppelt so tief und doppelt so breit wie der Wurzelballen ist.
- Geben Sie etwas gut verrotteten Kompost auf den Grund des Pflanzlochs, denn die Pflanze bevorzugt nährstoffreiche, wasserspeichernde Böden.
- Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und setzen Sie sie in das Loch. Die Oberkante des Wurzelballens sollte bündig mit dem Boden abschließen. Bei zu tiefer Pflanzung kann die Pflanze faulen.
- Füllen Sie das Loch mit gelockerter Erde und drücken Sie diese rund um die Pflanze gut an.
- Gießen Sie reichlich.

Farfugium japonicum, ideal für einen schattigen, feuchten Standort
Wie im Topf pflanzen?
- Nehmen Sie einen großen Topf mit mindestens 30–40 cm Durchmesser, da die Pflanze ihn schnell ausfüllt.
- Geben Sie eine Schicht Blähton oder ein anderes drainierendes Material auf den Topfboden.
- Mischen Sie zwei Drittel Blumenerde oder Gartenerde mit einem Drittel Kompost.
- Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf, setzen Sie sie in den neuen Topf und füllen Sie die Zwischenräume mit Substrat.
- Gießen Sie reichlich und stellen Sie die Pflanze an einen schattigen Standort.
- Geben Sie im zeitigen Frühjahr Dünger oder gut verrotteten Kompost.
- Topfen Sie die Pflanze alle 2 bis 3 Jahre um, sobald sie deutlich zu wenig Platz hat.
→ Mehr erfahren Sie im Ratgeber von Gwenaëlle zur Kultur von Farfugium im Topf.
Lesen Sie auch
Schattenbeet gestalten: Welche Pflanzen wählen?Pflege und Schnitt
Vernachlässigen Sie das Gießen nicht!
Vor allem im Jahr nach der Pflanzung sowie in den heißesten und trockensten Monaten. Denken Sie daran, dass Farfugium feuchte Böden lieben!
Pflege
Die Pflanze ist nur bis -10 °C winterhart, und das Laub verschwindet bereits bei -7 °C. Keine Panik: Im folgenden Frühjahr treibt es wieder aus. Schützen Sie den Wurzelstock im Herbst mit einer dicken Mulchschicht oder stellen Sie den Topf mit Ihrem Japanischen Scheingoldkolben in ein unbeheiztes Gewächshaus (zum Beispiel einen unbeheizten Wintergarten). Im Frühjahr freut sich die Pflanze über reifen Kompost, gut verrotteten Pferdemist oder Granulat.
Sie können die Blütenstände abschneiden, sobald die Blüten im Spätherbst verblüht sind. Manche Gärtner verzichten sogar ganz auf die Blüte, um das Laub besser zur Geltung zu bringen. Das bleibt Ihnen überlassen! (Ich persönlich finde es allerdings schade …).
→ Lesen Sie auch unsere Tipps: Farfugium: vor Kälte schützen und überwintern
Mögliche Schädlinge und Krankheiten
Keine Krankheit befällt Japanische Scheingoldkolben.
Achtung! Wie Goldkolben, ihren nah verwandten botanischen Cousins, scheinen Farfugium Schnecken und Nacktschnecken magnetisch anzuziehen. Seien Sie daher wachsam und schützen Sie Ihre Stauden entsprechend! Lesen Sie unseren Ratgeber: Schnecken: 7 wirksame und natürliche Methoden zur Bekämpfung.
Farfugium vermehren
Vergessen Sie Aussaat und Stecklinge: Teilen Sie die Horste im April.
Farfugium bildet Rhizome, die sich von der ursprünglichen Pflanze ausbreiten. Graben Sie ein Rhizom aus, trennen Sie es mit Spaten oder Messer ab und pflanzen Sie es an anderer Stelle ein.
Die Aussaat ist möglich, aber nur bei der Art. Sorten werden nicht sortenecht vermehrt.
→ Mehr dazu in unserem Ratgeber: Farfugium vermehren
Farfugium kombinieren?
Im feuchten Unterholz
Unter schattenspendenden Bäumen bietet Ihr Garten humusreichen Boden. Ein naher Teich sorgt zudem für angenehme Luft- und Bodenfeuchte. Der perfekte Standort für Farfugium japonicum ‘Gigantea’ mit seinen großen, exotisch anmutenden Blättern. Dazu passen prächtige Baumfarne, deren gefiederte Wedel einen starken Kontrast zum Laub des Japanischen Scheingoldkolbens bilden. Ergänzen Sie die Pflanzung mit Cycas revoluta und einem Holunder mit purpurfarbenem Laub, um etwas Kontrast in das viele Grün zu bringen.

Eine exotische Pflanzidee: Baumfarn, Sambucus nigra ‘Black Beauty’, Cycas revoluta und Farfugium japonicaum ‘Gigantea’
Eine weitere Idee wäre, die Herbstblüte des Farfugiums mit einer „Begleitpflanze aus Japan“ zu ergänzen. Actea japonica ‘Cheju-Do’ besitzt im Frühjahr silbrig schimmerndes Laub und zahlreiche aufrechte, zarte weiße Ähren. Bleiben wir bei Japan und der Herbstblüte mit dieser hübschen Japan-Herbst-Anemone ‘Rubra Plena’ mit dunkelrosa, halbgefüllten Blüten. Für einen schönen Kontrast von Blattform und -farbe sorgen schließlich einige Horste der Japan-Segge, Carex morrowii ‘Aureomarginata’. Ihr biegsames, immergrünes, gelb-grün panaschiertes Laub mit breitem Rand erhellt die dunkelsten Gartenwinkel.
Im Topf im Schatten
Sind die Winter bei Ihnen zu streng für Farfugium im Freiland? Keine Sorge: In großen Töpfen gedeihen sie gut und können im Winter in ein unbeheiztes Gewächshaus gestellt werden. Bis dahin lässt sich eine kleine Pflanzszene aus schatten- und feuchtigkeitsliebenden Stauden gestalten, die sich für die Kultur im Topf eignen. Farfugium japonicum ‘Crispata’ ist eine seltene Form mit stark gewelltem Blattrand. Sie wächst kompakter als die Art und wird kaum höher und breiter als 50 Zentimeter. Eine schöne Horstpflanze des Japangrases, Hakonechloa macra ‘Aureola’, leistet mit ihrem prächtig überhängenden, grün-golden gestreiften panaschierten Laub Gesellschaft. Auch für eine kleine Hosta-Sammlung mit verschiedenem Laub findet sich Platz, etwa für: Hosta ‘Morning Light’, Hosta ‘Rainbow End’ und Hosta ‘Clifford’s Forest Fire’. Zum Abschluss passt ein schöner Topf mit Goldkolben, einem nahen Verwandten des Farfugiums: Ligularia stenocephala trägt dünne, lange Ähren aus kleinen gelben Blüten auf schwarzbraunen Stielen, die aus einem dichten Horst glänzender, herzförmiger Blätter ragen.
→ Weitere Ideen zum Kombinieren von Farfugium entdecken.
Nützliche Ressourcen
- Entdecken Sie alle Farfugium – Japanischer Scheingoldkolben in unserer Online-Gärtnerei.
- Unser Video: Farfugium japonicum
- Unser Ratgeber: 5 Stauden mit XXL-Laub
- Unser Ratgeber: 6 Ideen für Farfugium-Kombinationen
- Unser Tutorial: Farfugium vermehren
- Unser Ratgeber: Farfugium im Topf kultivieren
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