Mangave pflanzen, kultivieren und pflegen
Inhaltsverzeichnis
Mangaven kurz erklärt
- Mangaven sind außergewöhnliche und seltene Sukkulenten!
- Wie Agaven bilden sie Rosetten aus dicken Blättern, oft purpur gefleckt
- Ihr dekorativer Wuchs und ihre außergewöhnlichen Farben begeistern!
- Wie andere Sukkulenten sind Mangaven sehr trockenheitsverträglich und pflegeleicht
- Sie sind nicht sehr winterhart, eignen sich aber bestens als Kübelpflanzen, die im Winter geschützt stehen müssen
- Im Topf finden sie leicht Platz auf einer sonnigen Terrasse!
Das Wort unserer Expertin
Mangaven: seltene Sukkulenten aus Manfreda und Agave. Farbenreiche Blätter, kaum Dornen. Trockener, durchlässiger Boden; frostfrei überwintern.
Botanisch
Steckbrief
- Lateinischer Name Agave sp.
- Familie Asparagaceae
- Gebräuchlicher Name Mangave
- Blüte im Sommer
- Height meist 20 bis 50 cm
- Exposition volle Sonne
- Art des Bodens sehr gut drainiert, eher mager
- Winterhärte -5 °C
Mangaven sind aus einer Kreuzung von Agaven und Manfreda entstanden, zwei Sukkulenten aus dem Südosten der USA und Mittelamerika. Sie vereinen die besten Eigenschaften ihrer beiden Eltern: das schnelle Wachstum und die interessanten Muster der Manfreda sowie die Eleganz, den imposanten, äußerst dekorativen Wuchs und das immergrüne Laub der Agaven. Sie wachsen deutlich schneller als Agaven und sind weniger dornig als diese.
Manfreda und Agave sind zwei eng verwandte Sukkulenten; Manfreda wurde erst kürzlich in die botanische Gattung Agave eingeordnet. Mangaven, die bis dahin den eigenen wissenschaftlichen Namen x Mangave trugen, gehören daher ganz selbstverständlich zur selben Gattung wie ihre Eltern, Agave … auch wenn der Name „Mangave“ weiterhin nützlich ist, um sie zu unterscheiden!
Mangaven gehören somit zur selben botanischen Familie wie Agaven, den Asparagaceae. Zu dieser Familie zählen viele exotische Pflanzen wie Grünlilie, Drachenbaum, Schopflilie und Palmlilie, aber auch Funkie, Hyazinthe, Träubel und Salomonssiegel …
Die erste Kreuzung zwischen Agave und Manfreda entstand in den 1990er-Jahren aus Samen, die Carl Schoenfeld, Besitzer der Yucca Do Nursery in Texas, in Mexiko an einer Manfreda variegata gesammelt hatte. Unter den Keimlingen zeigten zwei Pflanzen Merkmale von Agaven, insbesondere hinsichtlich ihrer Größe und der festen Blätter. Die Manfreda, an der die Samen gesammelt worden waren, hatte sich tatsächlich mit einer in der Nähe wachsenden Agave celsii gekreuzt. Die Baumschule gab ihr den Namen Mangave und führte sie 2005 als Sorte ‘Macho Mocha’ ein, die rasch großen Erfolg hatte.
Inzwischen begann Hans Hansen, der im Labor an der Kreuzung von Funkien arbeitete, mit der Hybridisierung von Agaven und Manfreda. So entstanden zahlreiche Mangaven-Sorten (‘Inkblot’, ‘Pineapple Express’, ‘Mission to Mars’ …), die erfolgreich vermarktet wurden. Heute gibt es 40 Sorten!

Mangaven bieten eine große Vielfalt: hier die Sorten ‘Lavender Lady’, ‘Inkblot’ und ‘Moonglow’
Mangaven bilden oft kleine Rosetten mit 20 bis 50 cm Durchmesser und 20 bis 30 cm Höhe. Dies hängt jedoch auch von der Sorte und dem Alter ab. Die größten erreichen einen Durchmesser von 80 cm oder mehr! Diese besonders dekorativen Pflanzen bilden Rosetten aus länglichen, fleischigen und dicken Blättern, ähnlich denen der Agaven. Ihre zentrale Symmetrie erinnert an den Blattschopf einer Ananas. Die Blätter sind größer als bei Manfreda. Je nach Sorte können sie sehr schmal oder deutlich breiter und auch gewellt sein. Oft sind sie gebogen oder überhängend und am Rand der Blattspreite meist leicht gezähnt. Ihre Dornen sind jedoch nicht so spitz und gefährlich wie bei Agaven. Der Mangave ‘Tooth Fairy’ trägt sehr dekorative, orange-rote Zähne.
Mangaven haben eher dunkle Blätter: meist sind sie grün und mit purpur-braunen, weinroten Flecken übersät. Eine Wachsschicht überzieht die Blätter und verleiht ihnen einen leicht bläulichen Farbton. Die Farbe von Mangaven lässt sich oft nur schwer beschreiben, da sie zwischen Blaugrau, Rotpurpur und Braun changiert. Es handelt sich nicht um klare, eindeutig definierte Farben. Auch die Muster sind sehr unterschiedlich: Die Blätter können fast vollständig gefärbt sein oder nur Flecken und kleine Punkte tragen. Die Färbung kann sich je nach Jahreszeit verändern: Sonne und UV-Strahlung lassen die Farben der Mangaven deutlich intensiver werden. So neigt der Mangave ‘Macho Mocha’ im Sommer zu einer rötlichen Färbung.
Mangaven bieten eine außergewöhnliche Vielfalt! Die Sorte ‘Lavender Lady’ ist eher bläulich-violett gefärbt und besitzt elegant geformte, schön zugespitzte Blätter. Manchmal hängen die Blätter wie Kaskaden herab, etwa bei der Sorte ‘Bad Hair Day’. Besonders hübsch wirkt dieser Mangave in einem großen Topf oder einer Schale, wenn die Blätter über den Gefäßrand hängen. Am ungewöhnlichsten ist wohl der Mangave ‘Chocolate Chip’ mit seinen schmalen, stark gewellten und purpur gefleckten Blättern. Auch der Mangave ‘Espresso’ ist außergewöhnlich: Er trägt rötlich-grüne Blätter mit zwei breiten gelben Streifen am Rand der Blattspreite … ähnlich dem Laub von Agave americana ‘Variegata’. Seine Blätter sind allerdings weicher und stärker ausgebreitet. Der Mangave ‘Kaleidoscope’ trägt dagegen wunderschöne grüne, gelbe und rote Farben.
Die Blätter des Mangave bleiben im Winter immergrün. Diese Eigenschaft stammt von den Agaven, während Manfreda eher halbimmergrün ist.

Die Mangaven ‘Cherry Chocolate Chip’, ‘Kaleidoscope’ und ‘Bloodshot’ (Fotos cultivar413 / Scott)
Es dauert mehrere Jahre, bis Mangaven ihre Reife erreichen und zu blühen beginnen. Die Blüte erfolgt je nach Sorte und Klima im Sommer, zwischen Juli und Oktober. Zur Blütezeit treiben sie in der Mitte der Rosette einen hohen, dicken Blütenstiel. Sobald dieser eine bestimmte Höhe erreicht hat, stellt er sein Wachstum ein und öffnet zarte kleine gelbe oder weiße Blüten, die in einer Rispe angeordnet sind. Der Blütenstand kann 1,50 bis 2 m hoch werden!
Manchmal bilden Mangaven entlang des Blütenstiels Brutzwiebeln, also junge Pflänzchen. Sie lassen sich einfach abtrennen und wieder einpflanzen, um neue Pflanzen zu erhalten.
Mangaven sind leider nicht besonders winterhart: Temperaturen unter –5 °C vertragen sie nicht. Einige Sorten sind jedoch widerstandsfähiger. So hält der Mangave ‘Macho Mocha’ in drainierendem Boden Temperaturen zwischen –10 und –12 °C aus. Wenn Sie in einer Region mit sehr geringem Frostrisiko leben, können Sie sie ins Freiland pflanzen. Andernfalls sollten Sie sie in einen Topf setzen und im Winter ins Haus holen.
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Pflanzung
Wo pflanzen?
Der Mangave ist eine eher frostempfindliche Pflanze: Wenn Sie an der Côte d’Azur oder an der bretonischen Küste leben und kaum Frost zu erwarten ist, können Sie ihn ins Freiland pflanzen. In allen anderen Regionen kultivieren Sie ihn besser im Topf. So können Sie ihn im Frühjahr auf die Terrasse stellen und im Herbst zum Schutz vor Kälte wieder hereinholen. Er gedeiht nämlich sehr gut im Topf! Die Pflanze liebt volle Sonne und durchlässige Substrate. Im Süden Frankreichs mit seiner intensiven Sonne pflanzen Sie ihn jedoch besser in den Halbschatten, während er in den übrigen Regionen einen vollsonnigen Standort bevorzugt. Direkte Sonne sorgt bei Mangaven für eine intensivere, oft rötlichere Färbung. Ein ganzjährig im Haus kultivierter Mangave bleibt weniger farbintensiv! Mangaven benötigen nur wenige Mineralstoffe und vertragen auch arme, steinige oder sandige Böden sehr gut. Entscheidend ist, dass das Substrat gut drainierend ist. Mischen Sie ruhig Kies oder groben Sand unter. Wenn Sie den Mangave ins Freiland pflanzen, können Sie ihn auch auf einen Hügel oder in eine erhöhte Steinanlage pflanzen, damit das Wasser gut abläuft. Bei gut drainierendem Boden, der keine Feuchtigkeit hält, verträgt der Mangave kalte Temperaturen besser.
Wann pflanzen?
Wir empfehlen, den Mangave im Frühjahr, etwa im Mai, zu pflanzen.
Wie pflanzen?
Im Freiland:
Pflanzen Sie ihn nur ins Freiland, wenn in Ihrer Region kaum Frostgefahr besteht.
Sie können ihn unter einem Dachüberstand pflanzen, um ihn im Winter vor Regen zu schützen. Auch die Pflanzung auf einem Hügel oder in einer erhöhten Steinanlage verbessert den Wasserabzug.
- Heben Sie ein großes Pflanzloch aus.
- Mischen Sie groben Sand, Blumenerde und Gartenerde zu gleichen Teilen.
- Nehmen Sie den Mangave aus dem Topf und pflanzen Sie ihn vorsichtig ein.
- Füllen Sie rundherum Substrat auf, ohne ihn zu tief einzupflanzen, und drücken Sie es vorsichtig an.
- Warten Sie mindestens 15 Tage mit dem Gießen. So können verletzte Wurzeln nach dem Pflanzen abheilen und das Risiko des Faulens sinkt.
Im Topf:
Wählen Sie möglichst einen großen Terrakottatopf, da er besser atmet und schneller trocknet als ein Kunststofftopf. Außerdem braucht er Abzugslöcher im Boden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
- Füllen Sie eine Drainageschicht auf den Topfboden, zum Beispiel aus Blähton, Bims oder Kies.
- Füllen Sie den Topf mit spezieller Kakteenerde oder einer Mischung aus je einem Drittel grobem Sand, Blumenerde und Gartenerde.
- Pflanzen Sie den Mangave mittig ein und füllen Sie rundherum Substrat auf, um ihn zu fixieren. Drücken Sie es an. Achten Sie jedoch darauf, den Hals nicht zu tief einzupflanzen, da er sonst faulen kann.
- Warten Sie mindestens 15 Tage mit dem Gießen.
→ Erfahren Sie mehr über die Kultur des Mangave im Topf in unserem Ratgeber!

Das purpurgefleckte Laub des Mangave ‘Inkblot’
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Mangaven sind wie andere Sukkulenten sehr trockenheitsverträglich und pflegeleicht. Ihre dicken Blätter speichern Wasser und Nährstoffe. Daher haben sie einen geringen Nährstoffbedarf und gedeihen auch in magerem Boden. Eine mineralische Mulchschicht um die Pflanze ist empfehlenswert.
Lassen Sie die Erde zwischen zwei Wassergaben unbedingt abtrocknen. Wie andere Sukkulenten verträgt der Mangave keine Staunässe! Im Sommer reicht höchstens alle zwei Wochen eine Wassergabe. Im Winter sollten Sie im Freiland ganz auf das Gießen verzichten. Steht die Pflanze im Topf an einem geschützten Platz, genügt ein- bis zweimal monatlich Wasser. Bei zu viel Feuchtigkeit kann der Mangave faulen. Bei Wassermangel überlebt er zwar, stellt aber sein Wachstum ein. Düngen Sie im Frühjahr und Sommer alle 15 Tage mit Kakteendünger.
Der Mangave ist kaum anfällig für Krankheiten und Parasiten. Im Haus kann er jedoch von Wollläusen befallen werden.
In frostgefährdeten Regionen sollten Sie den Mangave im Herbst, etwa im Oktober, ins Haus holen, sobald die Temperaturen sinken. Stellen Sie ihn an einen hellen, geschützten Platz, etwa ans Fenster, ins Gewächshaus oder in den Wintergarten. Bei Lichtmangel vergeilt er: Die Blätter werden länger und blasser. Im Frühjahr, sobald kein Frost mehr droht, können Sie ihn wieder auf die Terrasse oder den Balkon stellen. Im Sommer steht er besser draußen als ganzjährig im Haus.
Steht er im Freien, schützen Sie ihn vor winterlicher Nässe. In feuchten Regionen kann ein kleiner Regenschutz sinnvoll sein. Mangaven vertragen zwar Frost, können jedoch bei Temperaturen unter –5 °C Schäden erleiden.
Vermehrung
Die beste Methode zur Vermehrung von Mangaven ist, die Wurzelschösslinge abzutrennen, die sich manchmal um die Mutterpflanze bilden. Da es sich meist um Hybriden handelt, entwickeln sich aus der Aussaat andere Pflanzen als aus der Ursprungspflanze.
Manchmal bilden Mangaven während der Blüte Brutzwiebeln entlang des Blütenstiels. Lösen Sie diese einfach ab und pflanzen Sie sie zur Vermehrung neu ein.
Wurzelschösslinge abtrennen
Wenn nach einigen Jahren Rosetten neben der ursprünglichen Rosette erscheinen, können Sie sie abtrennen und in einen Topf pflanzen.
- Wählen Sie eine Mangave mit einer oder mehreren Rosetten.
- Nehmen Sie sie vorsichtig aus dem Topf oder graben Sie sie aus.
- Entfernen Sie die Erde rund um die Wurzeln, damit diese gut sichtbar sind.
- Trennen Sie die Wurzeln. Sind sie stark verwoben und schwer zu lösen, können Sie ein scharfes Messer verwenden.
- Lassen Sie die Keimlinge mehrere Tage an einem trockenen Ort ohne direkte Sonne an der Luft trocknen. So können die Schnittstellen heilen und eine schützende Wundschicht bilden.
- Pflanzen Sie sie anschließend in Kakteenerde und gießen Sie leicht an. Setzen Sie die Rosette nicht zu tief, damit sie nicht fault.
- Stellen Sie die Keimlinge an einen hellen, aber vor direkter Sonne geschützten Platz.
- Warten Sie mit dem nächsten Gießen, bis das Substrat trocken ist.
→ Gwenaëlle erklärt es Ihnen ausführlicher im Tutorial Mangaven vermehren.
Kombination
In frostarmen Regionen eignen sich Mangaven für exotische Gärten. Kombinieren Sie sie etwa mit Agaven, Aloen, Palmlilien, Keulenlilien, Wolfsmilch … Diese Pflanzen wirken mit ihrem ungewöhnlichen Laub sehr dekorativ! Für Farbtupfer sorgen die Blüten von Carpobrotus, Fackellilie, Montbretie und Schopflilie … Auch eine sonnige, trockene Steingartenanlage lässt sich damit gestalten. Im mediterranen Garten können Sie Mangaven mit dem Madeira-Natternkopf (Echium fastuosum), Hesperaloe parviflora und Agaven kombinieren. Ergänzen Sie einige Gräser für mehr Leichtigkeit sowie Pflanzen aus den südlichen Regionen: Protee, Fackellilie, Keulenlilie und Schopflilie …

Mangaven eignen sich ideal für einen exotischen Garten! Mangave ‘Inca Warrior’ (Foto cultivar413), Fackellilie ‘Fiery Fred’, Neuseelandflachs ‘Pink Panther’, Agave havardiana und Kapmargerite ‘Cape Daisy Terracotta’
In kühleren Regionen können Sie Mangaven im Topf mit anderen Sukkulenten kombinieren: Echeverie, Fetthenne und Dachwurz (Sempervivum) … Auch auf der Terrasse lassen sie sich mit anderen exotischen, frostempfindlichen Pflanzen kombinieren, die überwintert werden müssen. Im Herbst holen Sie alle Pflanzen gleichzeitig ins geschützte Winterquartier und stellen sie im Frühjahr wieder hinaus. Denken Sie etwa an Strelitzia reginae, Gloriosa superba, Aloe striatula, Agaven und Palmen wie Chamaerops humilis … Für Farbtupfer sorgen daneben Kapmargeriten! Rund um die Mangaven können Sie auch eine üppige Bepflanzung mit winterharten exotischen Pflanzen anlegen, die ganzjährig draußen bleiben. Entdecken Sie etwa Cylindropuntia imbricata, einen bis -15 °C winterharten Kaktus, sowie Feigenkakteen: Einige Arten vertragen bis zu -20 °C! Denken Sie auch an Agaven, Fetthennen, Dachwurzen, Musa basjoo und Neuseelandflachs …
→ Entdecken Sie weitere Ideen zur Kombination mit Mangaven in unserem Ratgeber!
Nützliche Ressourcen
- Ein Artikel von Alain Delavie über die Mangave ‚Pineapple Express‘
- Unser Merkblatt „Kakteen und Sukkulenten im Freien: Pflanzen, kultivieren und pflegen“
- Für die Kombination mit Mangaven entdecken Sie unser gesamtes Sortiment an Kakteen und Sukkulenten
- Unser Ratgeber Die passende Mangave wählen.
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