Pestwurz: Pflanzen, Pflege et Culture
Inhaltsverzeichnis
Pestwurz kurz erklärt
- Pestwurz beeindruckt mit riesigen, spektakulären, rundhutförmigen Blättern
- Die frühe Blüte in weißen oder rosafarbenen Trauben verströmt Vanilleduft
- Winterhart und pflegeleicht, braucht sie nur Kühle und stets feuchten Boden
- Äußerst wuchsfreudig und krankheitsfrei, ist sie etwas invasiv, aber leicht zu bändigen
- Diese üppige Staude bildet an Gewässern und in feuchten Schattenlagen prächtige Beete
Wort unserer Expertin
Üppig, imposant und eine Pestwurz ist ein kräftiger Bodendecker, der nur mit nassen Füßen glücklich ist! Sie werden ihre ausgeprägte „Dschungel“-Optik lieben!
Neben ihrem ebenso großen Blattwerk wie dem der Funkien und einer frühen weißen oder rosafarbenen Blüte hat die Pestwurz noch viele weitere Vorzüge!
Petasites fragrans verströmt einen Vanilleduft. Die essbare Petasites hybridus (Syn. Petasites officinalis) ist in der Apotheke häufig als Tablette oder entgifteter Extrakt zur Behandlung von Migräne, allergischem Schnupfen und Asthma erhältlich!
Diese stark wachsende Staude bildet üppige Horste (bis zu 1,50 m hoch und breit bei der Japanischen Pestwurz!) mit großen, runden Blättern, die im Sommer am Teichrand, im feuchten Beet, am Unterholzrand oder in einem frischen Beet besonders auffallen.
An einem feuchten Standort breitet sich die Pestwurz schnell aus. Das ist ideal, um große, feuchte Flächen zu begrünen, auf denen sonst nichts wächst. Ihre invasive Wuchsform lässt sich zum Glück jeden Frühling mit einem Spatenstich leicht eindämmen!
Kräftig und winterhart, verträgt die Pestwurz keine pralle Sonne und liebt Schatten, Frische sowie tiefgründige, humusreiche Böden.
Entdecken Sie diese üppige Staude für feuchte Uferzonen – unverzichtbar im Schattengarten, am Wasser, an feuchten bis nassen Standorten oder in vergessenen Gartenbereichen!

Große Blätter von Petasites hybridus
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
Die Pestwurz ist eine rhizombildende Staude aus der Familie der Korbblütler, ebenso wie Margerite und Aster. Sie wächst natürlicherweise an Flussufern, in feuchten Gräben und im Unterholz bis in Höhenlagen von etwa 1.500 m in Nordeuropa, insbesondere in Frankreich, aber auch in Asien, Nordafrika und Nordamerika.
Die Gattung umfasst etwa 15 Arten. Einige, wie Petasites hybridus (Syn. Petasites officinalis), sind so verbreitet, dass man sie häufig an Grabenrändern, in der Nähe feuchter Standorte oder in Bergregionen antrifft, wo sie sich stark ausbreiten.
Bei den Pestwurz-Arten unterscheidet man kleinblättrige Arten wie Petasites fragrans, die duftet, großblättrige Arten wie Petasites albus, die Weiße Pestwurz, und Riesenformen wie die Japanische Pestwurz (Petasites japonicus var. giganteus) sowie Petasites hybridus, auch Gewöhnliche Pestwurz oder Hybride Pestwurz genannt. Letztere ist zudem eine anerkannte Heilpflanze und trägt zahlreiche volkstümliche Namen wie „Hutfarn“, „Große Pestwurz“, „Gewöhnliche Pestwurz“, „Gewöhnliche Pestwurz“ oder „Sumpf-Rhabarber“.
Die Pestwurz wird gelegentlich auch unter dem englischen Namen „Butterbur“ geführt, da ihre riesigen Blätter früher zum Einwickeln von Butterballen verwendet wurden.
Alle Pestwurz-Arten wachsen schnell und bilden dichte, stark flächendeckende Horste. Je nach Art reicht die Höhe von 0,30 m bei Bodendeckern bis 1,50 m bei den riesigen Formen. Selbst die kleineren Arten können im ausgewachsenen Zustand leicht mehr als 1 m breit werden. Diese Staude breitet sich leicht aus und wächst dank ihrer kräftigen, ausläuferbildenden Rhizome oft weit über die vorgesehenen Grenzen hinaus. Ohne regelmäßige Kontrolle kann sie wuchernd werden.

Petasites hybridus – botanische Illustration
Die Pestwurz ist vor allem wegen ihrer üppigen Blätter interessant, denn ihre Blüte ist eher unscheinbar. Sie erscheint meist vor dem Laub am Ende des Winters. Von März bis Mai, je nach Klima manchmal auch früher, wachsen die oft purpurfarbenen, aufrechten Blütenstände aus dem Boden, noch bevor sich die neuen grundständigen Blätter entwickeln. Sie entfalten sich in endständigen, eiförmigen Trauben aus kleinen Blütenkörbchen mit einem Durchmesser von 1 bis 2 cm. Jedes Blütenkörbchen besteht aus zahlreichen Röhrenblüten mit fünf Zähnen sowie randständigen Zungenblüten mit einem langen Blütenblatt. Die Pestwurz ist diözisch: Es gibt weibliche und männliche Pflanzen, die sich durch die mehr oder weniger längliche Form ihrer Blüten unterscheiden. Die Blütenkörbchen sind je nach Art von hellgrünen oder purpurfarbenen Hochblättern umgeben.
Diese kugeligen, gedrungenen Blütenstände sitzen an beblätterten Stängeln und sind 10 bis 25 cm hoch, bei den Riesenformen manchmal außergewöhnlich groß.
Rosa, purpurfarben (Petasites hybridus), weiß (Petasites albus) oder gelblichweiß, duften die Blüten und verströmen einen köstlichen süßen Vanilleduft. Da sie reich an Nektar sind, locken sie mitten im Winter hungrige Bestäuber an.
Auf die Blüte folgt die Entwicklung eines kräftigen und spektakulären Laubs. Das Laub ist der wichtigste Schmuck dieser majestätischen Bodendecker-Staude. Als sommergrüne Pflanze verliert sie im Winter ihre Blätter und treibt im Frühjahr erst spät, lange nach den Blütenkörbchen, wieder aus. Im April beginnen aus dem kräftigen unterirdischen Rhizom grundständige Blattrosetten an langen Blattstielen auszutreiben. Anschließend bildet die Pflanze je nach Art und Sorte einen üppigen Horst aus unterschiedlich großen Blättern. Diese spektakulären Blätter wachsen im Laufe der Wochen und erreichen zu Beginn des Sommers ihre riesige Größe.
Die Blätter der Pestwurz zeichnen sich durch ihre nieren- bis herzförmige Gestalt aus und erreichen bei Petasites fragrans 6 cm, bei den Riesenformen wie Petasites japonicus var. giganteus und Petasites hybridus bis zu 1 m Durchmesser. Diese Arten sind wahre „Hutpflanzen“! Denn die Pestwurz verdankt ihren Namen ihren rundlichen Blattspreiten: „petasos“ bezeichnete im Griechischen einen runden Hut mit breiter Krempe, wie ihn die griechischen Hirten trugen.
Die Blattränder sind mehr oder weniger regelmäßig gezähnt. Die Blattunterseiten sind flaumig behaart, manchmal ist auch die Oberseite wollig und graugrün. Das weiche, samtige Laub zeigt schöne Grüntöne, von mattem bis satiniertem Dunkelgrün. Einige Formen besitzen eine prächtige, unregelmäßig goldgelb panaschierte Zeichnung wie Petasites hybridus ‘Variegatus’.
Im Spätsommer wird das Laub der großen Pestwurz-Arten so üppig, dass es häufig alle anderen Pflanzen in der Umgebung überwuchert und ihnen kaum Überlebenschancen lässt.
Mit einer guten Winterhärte bis mindestens -25 °C kann die Pestwurz fast überall in Deutschland gepflanzt werden, außer vielleicht in mediterranen Regionen, in denen die Sommer zu trocken sind. Sie toleriert kalkhaltige, neutrale und saure Böden, ausgenommen steinige Böden. Am liebsten wächst sie jedoch in humoser, stets frischer oder sogar sehr feuchter Erde im Unterholz.

Entwicklung eines Blütenstands von Petasites hybridus
Die Pestwurz ist eine Schatten- oder Halbschattenstaude, die feuchte Standorte liebt. Sie eignet sich ideal, um einem Schattengarten eine natürliche Ausstrahlung zu verleihen, etwa an Gewässern oder am Rand feuchter Waldpartien, wo sie allein üppige, manchmal über 1 m hohe Grünbestände bildet. Auch als Bodendecker am Rand, in der Mitte oder im Hintergrund halbschattiger Beete ist sie ideal und sorgt für eine üppige, exotische Wirkung.
Die Pestwurz besitzt seit Jahrhunderten anerkannte Heilwirkungen. Aus ihren Blättern oder Rhizomen wird ein Extrakt gewonnen, der frei von den giftigen Inhaltsstoffen ist, die die Pflanze natürlicherweise enthält. Er wird zur Linderung von Migräne und zur Verringerung der Symptome allergischer Rhinitis eingesetzt. Im 17. Jahrhundert wurde die Pflanze gegen Husten und Asthma sowie zur Behandlung von Wunden und Verbrennungen verschrieben.
In Japan werden die langen Blattstiele von Petasites japonicus wie Gemüse verzehrt.
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Die Gattung umfasst etwa 15 Arten, die sich vor allem in der Größe ihrer Blätter (6 cm bis 1 m Durchmesser) und in der Blütenfarbe unterscheiden.
Die beliebtesten Arten
Gewöhnliche Pestwurz - Petasites hybridus
- Blütezeit April, Mai
- Höhe bei Reife 50 cm
Unsere Favoriten
Weiße Pestwurz - Petasites albus
- Blütezeit April für Juni
- Höhe bei Reife 40 cm
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Pflanzung
Wo sollte man Pestwurz pflanzen?
Winterhart bis -25 °C kann sich die Pestwurz fast überall in Deutschland etablieren, außer vielleicht in den mediterranen Regionen, die im Sommer zu heiß und trocken sind, denn sie liebt schattige Standorte sowie frische, feuchte Böden, die Wasser gut speichern. Sommerliche Hitze verträgt sie, sofern der Boden im Sommer stets feucht und in der Tiefe frisch bleibt, denn Pestwurz mag keine Trockenheit.
Sie gedeiht im Schatten oder Halbschatten, geschützt vor praller Sonne, unter dem Wedel sommergrüner Bäume, die ihr die nötige Kühle spenden.
An die Bodenart stellt sie kaum Ansprüche, solange er frisch, feucht oder sogar überflutet ist. Am liebsten wächst sie jedoch in einem nährstoffreichen, leichten Boden mit viel organischer Substanz, in dem sie sich äußerst kräftig entwickelt. Auch in schwerem, lehmigem Boden wächst sie sehr gut.
Bedenken Sie vor der Pflanzung, dass sich die Pestwurz stark ausbreiten kann, denn einmal etabliert, breitet sie sich ohne Rücksicht auf ihre Nachbarn aus … Sie eignet sich perfekt, um große Flächen zu begrünen. Wenn Sie ihre Ausbreitung begrenzen möchten, pflanzen Sie sie an einem trockenen, halbschattigen Standort, an dem die Sonne überwiegt. Dort wächst sie deutlich weniger kräftig und ausladend, bleibt aber dennoch attraktiv!
Sie ist die ideale Pflanze für einen Wassergarten, einen Schattengarten, das Unterholz oder eine feuchte Wiese. Sie eignet sich bestens, um den Boden eines frischen Unterholzes, feuchte Uferbereiche, einen Teich oder Weiher zu besiedeln. In besonders schwierigen, sehr feuchten oder sumpfigen Bereichen eines großen Gartens hilft sie, Unkraut einzudämmen. In kleineren Gärten muss ihre Ausbreitung begrenzt werden, da sie sich über alle Grenzen hinweg ausdehnt.
Wann sollte man Pestwurz pflanzen?
Pestwurz kann im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis November gepflanzt werden.
Wie pflanzt man Pestwurz?
Wie Sie nun wissen, ist die Pestwurz kräftig, kann sich aber stark ausbreiten! Achten Sie auf ausreichende Pflanzabstände: Ausgewachsen erreicht eine einzelne Pflanze problemlos 1 m Durchmesser. Lassen Sie sich also nicht von der kleinen Jungpflanze bei der Lieferung täuschen! Rechnen Sie mit 3 Pflanzen pro m² und gießen Sie bis zum Anwachsen sowie im ersten Jahr regelmäßig: Für die Etablierung benötigt sie viel Wasser.
- Heben Sie ein zwei- bis dreimal so breites Pflanzloch wie der Wurzelballen aus
- Lockern Sie den Boden tiefgründig
- Geben Sie eine großzügige Schaufel gut gereiften Kompost oder Mist hinzu
- Füllen Sie das Pflanzloch und drücken Sie die Erde fest
- Gießen Sie reichlich
- Mulchen Sie den Fuß der Pflanze, um die Feuchtigkeit im Sommer zu bewahren
Wenn Sie die Ausbreitung ihrer ausläuferbildenden Rhizome begrenzen möchten, können Sie versuchen, sie in einem geschlossenen Pflanzkorb zu halten. Entdecken Sie unsere ausführliche Anleitung in diesem Schritt-für-Schritt-Ratgeber: Ausbreitung einer wuchernden Pflanze begrenzen.

Pflege
Pestwurz ist anspruchslos: pflegeleicht und krankheitsfrei. Feuchten Boden sichern, reichlich gießen und im Mai mulchen. Nach der Blüte Rhizome begrenzen, alle zwei Jahre Kompost ausbringen.
Vermehrung
Der Pestwurz breitet sich von Natur aus schnell aus. Für neue Jungpflanzen empfehlen wir jedoch die Teilung im Frühjahr oder Herbst, nach der Blüte, oder Rhizomstecklinge.
Teilung
- Mit dem Spaten einen Teil des Wurzelstocks ausgraben
- Mit einem Spatenstich Rhizomstücke mit mindestens zwei belaubten Trieben abstechen
- Diese Teilstücke sofort in frischen, mit Kompost angereicherten Boden pflanzen
- Reichlich gießen, damit der Boden feucht bleibt
Pestwurz-Stecklinge
Etwa 10 cm lange Rhizomstücke mit 1 oder 2 Knospen abschneiden und in feuchte Erde stecken, damit sie schnell Wurzeln bilden.
Pestwurz im Garten kombinieren
Mit übergroßen Blättern und zarten Blüten ist die Pestwurz ideal für Schattengärten und Teichränder. Ob über 1 m hoch oder als Bodendecker: Sie passt in jedes Schattenbeet, unter Bäume oder in einen feuchten Steingarten. Auch allein überzeugend, lässt sie sich üppig mit Feuchtuferstauden und Schattenstauden kombinieren.

Ein Beispiel: Matteuccia struthiopteris, Astilbe japonica ‘Deutschland’, Euphorbia palustris und Petasites hybridus
Am Teichrand passt sie zu Riesenrhabarber, Schaublatt, Schildblatt, Geissbart, Sumpf-Wolfsmilch, Astilbe, Mädesüß, Gilbweiderich und Knöterich.
Am feuchten, kühlen Waldrand bildet sie zusammen mit Funkien und Farnen üppige Dschungelgruppen.
Im naturnahen Schattenbeet harmoniert sie mit Salomonssiegel, Veronicastrum virginicum, Goldkolben und Silberkerze.
Auch mit kopfiger Schlüsselblume oder der winterharten Begonia grandis evansiana wirkt sie attraktiv.
Da ihr Laub erst spät im Frühjahr erscheint, pflanzen Sie Frühlingszwiebeln wie Knotenblume, Schneeglanz, Krokus, Hyazinthe, Netzblatt-Schwertlilie und Schneeglöckchen dazu. Sie beleben den Garten, bevor die Pestwurz ihre charakteristische Blattfülle entwickelt!
Nützliche Ressourcen
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