Phalaris – Rohr-Glanzgras: Anbau und Pflege

Phalaris – Rohr-Glanzgras: Anbau und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. Oktober 2025  durch Olivier 10 min.

Phalaris kurz erklärt

  • Phalaris arundinacea ist ein leicht zu kultivierendes mehrjähriges Ziergras
  • Das Rohr-Glanzgras ist sehr winterhart und verträgt alle Böden
  • Das Rohr-Glanzgras bevorzugt frische bis feuchte Böden, verträgt aber auch Trockenheit
  • Phalaris kann im Beet, in Gruppen oder zur Befestigung von Hängen und Ufern kultiviert werden
  • Dieses Ziergras ist ein hervorragender Bodendecker und breitet sich dank seiner Rhizome schnell aus
Schwierigkeit

Wort unseres Experten

Phalaris arundinacea ist vor allem unter dem Namen Rohr-Glanzgras bekannt, trägt aber auch zahlreiche volkstümliche Namen wie Kanariengras oder Glanzgras.

Diese Pflanze aus der Familie der Süßgräser ist ein kräftiges, ausläuferbildendes Gras mit Rhizomen. Der bemerkenswerte Bodendecker breitet sich rasch aus und bildet einen schönen, dichten Teppich. Lassen Sie ihn jedoch nicht unbeaufsichtigt: Unter günstigen Bedingungen kann er sich, besonders bei der Art, stark ausbreiten. Dann sollten Sie sein Wachstum begrenzen, vor allem auf feuchtem Boden.

Sein Zierwert ist unbestritten, besonders bei Sorten wie Phalaris arundinacea ‘Picta’ mit cremefarben berandeten Blättern, die im Halbschatten besonders leuchtend wirken, oder ‘Pure Gold’ mit kompakten, goldenen Stoppeln. Phalaris bringt als mehrjähriges Gras sehr schnell (schon im ersten Jahr!) Licht, Volumen und Höhe in Stauden- oder Strauchbeete, unter große Bäume oder in Gruppen zwischen anderen Gräsern. Rohr-Glanzgras gedeiht an vielen Standorten im Natur- oder Wildgarten. Es lässt sich sogar im Topf kultivieren.

Rohr-Glanzgras eignet sich dank seiner Rhizome auch dazu, Böschungen oder Ufer an einem Bach oder Naturteich zu stabilisieren. Phalaris arundinacea ist zudem eine bemerkenswerte Klärpflanze und wird in großem Maßstab zur Anlage von Pflanzenkläranlagen eingesetzt.

Rohr-Glanzgras ist anspruchslos an den Boden und zudem sehr winterhart (bis -30 °C). Die Pflanze besitzt außerdem eine ausgezeichnete (und angesichts ihres natürlichen Lebensraums erstaunliche!) Trockenheitstoleranz im Sommer. Schwere, lehmige Böden bereiten ihr ebenso wenig Probleme wie die mögliche Wurzelkonkurrenz durch Bäume und Sträucher. Kurz gesagt: ein äußerst anpassungsfähiger Bodendecker!

Phalaris, Rohr-Glanzgras, Kanariengras

Phalaris arundinace (© Bat)

 

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Lateinischer Name Phalaris arundinaceae
  • Familie Süßgräser
  • Gebräuchlicher Name Rohr-Glanzgras, Rohrglanzgras, Rohr-Kanariengras, Phalaris
  • Blüte Mai bis August
  • Height bis 120 cm
  • Exposition Sonne, Halbschatten
  • Art des Bodens lehmig und feucht
  • Winterhärte -15 °C

Phalaris gehört zur Familie der Süßgräser, die früher als Gramineen bezeichnet wurden. Die Gattung Phalaris umfasst etwa 20 Arten, die auf allen Kontinenten außer der Antarktis in trockenen wie feuchten Lebensräumen vorkommen. Nur Phalaris arundinacea wird in unseren Gärten wirklich kultiviert. Diese Art stammt aus Kanada und hat sich in ganz Europa sowie im Norden der USA eingebürgert, wo sie bis in Höhenlagen von 1.500 m wächst. Phalaris arundinacea ist zudem sehr winterhart und verträgt Temperaturen bis -30 °C.

Phalaris arundinaceae ist ein mehrjähriges Süßgras, das dichte Horste bildet und mit Rhizomen ausgestattet ist. Diese sind schwarz, länglich und schuppig. Während des Wachstums bildet die Pflanze feste, aufrechte Halme von bis zu 200 cm Höhe bei der Wildform. Die „Stängel“ tragen wechselständige, scheidige Blätter. Diese bandförmigen Blätter sind bei der Wildform grün, können je nach Sorte aber andere Farbtöne annehmen. Das sommergrüne Laub färbt sich im Herbst strohfarben bis hellbeige, bleibt im Winter dekorativ und wird im Frühjahr durch neue Triebe ersetzt. Das Rohr-Glanzgras bildet rasch einen dichten Horst mit mittelgrünem Laub bei der Wildform, grün-weiß gestreift bei ‘Picta’, mit goldenem Laub bei ‘Pure Gold’ oder mit purpurnen Rispen und Halmgrund sowie cremefarben gestreiftem Laub bei ‘Picta Feesey’.

Phalaris, Rohr-Glanzgras, Rohr-Kanariengras

Phalaris arundinacea Ährchen (© Matt Lavin) und botanische Tafel

Von Ende Mai bis Juli bildet dieses Süßgras endständige Rispen, die fein und kompakt sind und weniger als 20 cm Länge erreichen. Sie bestehen aus hellgrünen, manchmal purpur gefärbten Ährchen, die im Laufe des Sommers gelb werden.

Die Wildform kann mit ihren zwei Metern Höhe und ihrem unbegrenzten Ausbreitungsdrang rasch invasiv werden. Glücklicherweise sind kultivierte Sorten von Phalaris arundinaceae wie ‘Picta’ oder ‘Pure Gold’ kompakter und deutlich weniger ausbreitungsfreudig.

Phalaris eignet sich zur Befestigung von Böschungen sowie von Ufern an Bächen und Teichen. Dank seiner filternden und sauerstoffanreichernden Eigenschaften kann es auch in Pflanzenklärzonen natürlicher Schwimmbecken kultiviert werden.

Phalaris, Rohr-Glanzgras, Rohr-Kanariengras

Phalaris arundinacea, Phalaris arundinaceae ‘Picta’, Ähre von Phalaris paradoxa, Phalaris ‘Picta Feesey’ (© L Enking)

Unsere Lieblingssorten

Phalaris arundinaceae - Rohr-Glanzgras

Phalaris arundinaceae - Rohr-Glanzgras

Rhizombildendes Ufer- oder Teichrandgras. Dieses Gras mit bandförmigen Blättern ähnelt stark dem Schilf und zeigt vom Frühjahr bis zum Sommer große, federartige Blütenstände. In der Natur weit verbreitet und dennoch überraschend.
  • Blütezeit Juni für August
  • Höhe bei Reife 1,20 m
Phalaris arundinacea Picta - Rohr-Glanzgras

Phalaris arundinacea Picta - Rohr-Glanzgras

Rohr-Glanzgras 'Picta' ist ein rhizombildendes Ufer- oder Teichrandgras. Das hohe Gras mit breiten, weiß längsgestreiften Blättern ähnelt stark dem Schilf. Es wächst locker-buschig und zeigt vom Frühjahr bis zum Sommer große, federartige Blütenstände. Leuchtend, etwas wild und sehr überraschend.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 60 cm

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Glanzgras pflanzen

Wo pflanzt man Rohr-Glanzgras?

Rohr-Glanzgras gedeiht an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Bei der Sorte ‘Picta’ ist jedoch Vorsicht geboten: Die Panaschierung des Laubs verliert an einem zu schattigen Standort an Intensität.

Glanzgras verträgt jeden Boden: sauer, neutral oder kalkhaltig, trocken oder feucht. Ideal ist ein Standort am Ufer eines Gewässers oder sogar direkt im Wasser bis zu einer Tiefe von 20 cm. Humusreicher Boden, auch schwerer, der ganzjährig frisch bis feucht bleibt, lässt dieses Gras kräftig wachsen und schnell seine volle Wirkung entfalten.

Rohr-Glanzgras, besonders panaschierte oder farbige Sorten, passt in Stauden- oder Strauchbeete. Glanzgras eignet sich hervorragend zur Begrünung von Flächen unter großen Bäumen, sofern der Schatten nicht zu dicht ist. Dieses Gras befestigt Böschungen sowie die Ufer von Teichen und Bächen. Rohr-Glanzgras lässt sich auch als großer Solitärhorst oder in Gruppen mit anderen Gräsern verwenden.

Phalaris, ruban de bergère, alpiste faux roseau

Phalaris arundinacea ‘Strawberries and Cream’ (© FD Richards)

Wann pflanzt man Glanzgras?

Auch wenn Herbst und Frühjahr die besten Pflanzzeiten sind, kann man Glanzgras im Topf oder Anzuchttopf dank seiner großen Wuchskraft und schnellen Anwurzelung ganzjährig pflanzen. Nur große Hitze und Frostperioden sollten vermieden werden.

Wie pflanzt man Rohr-Glanzgras?

  • Im Beet: Heben Sie ein Loch aus, das doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen ist. Lockern Sie den Boden am Grund des Pflanzlochs gut auf. Setzen Sie den Wurzelballen hinein, füllen Sie das Loch mit Erde und drücken Sie diese um die Pflanze leicht an. Gießen Sie pro Pflanze reichlich. Sie können die Pflanze mit Topf in den Boden setzen oder sie mit einer Rhizomsperre einfassen.
  • Am Wasser: Glanzgras kann am Ufer, aber auch mit den „Füßen im Wasser“ bis maximal 20 cm tief gepflanzt werden. In diesem Fall setzen Sie die Pflanze in ihrem Gefäß oder in einen Korb für Teichpflanzen;
  • Im Topf: Verwenden Sie einen großen Topf (10 l) mit Abzugsloch und ein wasserspeicherndes Substrat, etwa spezielle Blumenerde für Sträucher. Pflanzen Sie die Art nicht in einen Topf, da sie zu groß wird.

Schon 3 Anzuchttöpfe pro m² sorgen ab dem ersten Jahr für eine attraktive Wirkung. Glanzgras breitet sich dank seiner rhizomatösen Wurzeln schnell aus. Das ist ideal für einen kräftigen Bodendecker. Um die Pflanze im Beet jedoch einzudämmen, empfiehlt sich eine Rhizomsperre oder die Kultur im Topf.

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Pflege, Rückschnitt & Tipps

Bodenverbesserung und Düngung

Glanzgras bevorzugt fruchtbare Böden, gedeiht aber auch auf mageren Böden. Daher ist weder Dünger noch eine Bodenverbesserung nötig. Eine einfache Kompostgabe am Fuß nach dem jährlichen Rückschnitt reicht völlig aus.

Gießen

Im Pflanzjahr sollte der Boden stets feucht bleiben. Später kann Glanzgras, sobald es gut eingewachsen ist, sogar lange Trockenperioden überstehen.

Rückschnitt

Jedes Jahr im Spätwinter, im März, schneiden Sie das Laub bis auf Bodenniveau zurück. Warten Sie damit nicht zu lange, sonst riskieren Sie, die jungen Triebe des Jahres abzuschneiden. Bei panaschierten Sorten wie ‘Picta’ können Sie im späten Frühjahr ein zweites Mal zurückschneiden, damit die Pflanze ganz neue Triebe bildet.

Mögliche Krankheiten

Rohr-Glanzgras ist sehr robust, kann aber von Rost befallen werden. Entfernen Sie betroffene Pflanzenteile. Mehr: Krankheiten und Parasiten bei Ziergräsern.

Vermehrung

Rohr-Glanzgras bildet schnell einen Bodendecker. Teilen Sie Horste im Mai–Juli oder Oktober. Phalaris arundinacea sät sich selbst aus.

Kombination

An den Ufern eines Naturteichs

Phalaris arundinacea macht sich am Wasserrand, ja sogar leicht eingetaucht, hervorragend. Um den sehr natürlichen Charakter dieser Pflanze zu bewahren, wählen wir indigene Uferpflanzen oder Arten mit ausgesprochen natürlicher Ausstrahlung! Wir kombinieren die Sumpf-Dotterblume ‘Polypetala’ mit ihrer goldgelben Frühlingsblüte, vor allem aber mit ihrem sehr rundlichen Laub, das einen bemerkenswerten Kontrast zu den aufrechten Stoppeln des Rohr-Glanzgrases bildet. Überlassen wir den Gräsern nicht allein die vertikale Wirkung! Einige Meter von den Horsten entfernt pflanzen wir eine weitere imposante, natürlich wirkende Staude, die feuchte Böden liebt: Mädesüß, Filipendula rubra ‘Venusta’, bringt Volumen und hübsche, federartige Blüten in leuchtendem Rosa. Als Kontrast zum Laub des Mädesüßes und zugleich als Echo auf die bandförmigen Blätter des Phalaris sowie die gelbe Blütenfarbe der Dotterblume können Sie Kalmus oder Japan-Seggen pflanzen. Einige Horste von Acorus gramineus ‘Ogon’ mit ihrem halbimmergrünen, leuchtenden Laub lassen die Schönheit der anderen Stauden besonders gut zur Geltung kommen. Wie wäre es außerdem mit einer kleinen Distel? Die Cirsium rivulare ‘Atropurpureum’ setzt mit ihren magentafarbenen Blütenkörbchen kleine, farbenfrohe Akzente und vollendet das Bild.

Phalaris, Ruban de bergère, Alpiste faux roseau

Phalaris in Kombination mit Caltha palustris, Filipendula und Cirsium rivulare

Unter dem Blätterdach großer Bäume

Diesmal sollten Sie einen besonders leuchtenden Phalaris wählen! Einige Horste von Phalaris arundinacea ‘Picta’ mit cremeweiß berandeten Blättern auf grünem Grund bilden einen kräftigen und wirkungsvollen Bodendecker. Bei der Begleitung dieses Bodendeckers gilt es mehrere Punkte zu beachten: Halbschatten, ein relativ trockener Boden sowie Wurzelkonkurrenz durch den Baum UND den Phalaris. Deshalb brauchen wir Stauden, die sich behaupten und diese Bedingungen schätzen. Ein schöner Balkan-Bärentatze erfüllt diese Anforderungen. Ebenso kleine Seggen mit panaschiertem Laub wie Carex morrowii ‘Aureovariegata’. Ein weiterer sehr kräftiger Bodendecker, der jedoch einen völlig anderen Stil als Phalaris besitzt, für einen Kontrast der Wuchsformen sorgt und die starre Wirkung des Phalaris abmildert, ist der Großblumige Beinwell, etwa Symphytum grandiflorum ‘Hidcote Blue’. Dazwischen setzen einige verstreute Korsische Christrosen hübsches immergrünes Laub und eine sehr frühe Blüte.

Phalaris, Ruban de bergère, Alpiste faux roseau

Phalaris in Kombination mit Akanthus und Beinwell

→ Entdecken Sie weitere Ideen zur Kombination mit Phalaris in unserem Ratgeber!

Anekdoten und Anmerkungen

  • Einige Arten der Gattung Phalaris sind für Vieh giftig, da sie Gramin, ein Alkaloid, enthalten. Rohr-Glanzgras, Phalaris aquatica und Gedrungenblütiges Glanzgras enthalten zudem weitere giftige Alkaloide. Dagegen wurden bei Phalaris californica, Kanariengras, Kleinem Glanzgras und Hybriden aus Rohr-Glanzgras und Phalaris aquatica keine dieser Alkaloide nachgewiesen;
  • Die Giftstoffe mancher Glanzgräser sind seit der Antike als psychotrope und halluzinogene Substanzen bekannt;
  • Rohr-Glanzgras und Phalaris aquatica gelten in Feuchtgebieten Nordamerikas und der Südhalbkugel als invasive exotische Arten. Seine invasive Eigenschaft wird jedoch zur Biomasseproduktion in Form von Briketts oder Pellets, als Brennstoff für Biomassekraftwerke oder für private Heizkessel genutzt. Zudem verträgt diese Pflanze belastete und nährstoffarme Böden und kann sie auch entgiften;
  • Rohr-Glanzgras ist seit Jahrhunderten als Futterpflanze, Dachdeckmaterial und Rohstoff für die Papierherstellung bekannt;
  • Rohr-Glanzgras trägt zahlreiche volkstümliche Namen: Aiguillette d’armes, Kanariengras, Rohr-Glanzgras, Rohrglanzgras, Baldingera, Falsches Rohr-Glanzgras, Quecke, Band-Quecke, Fromenteau, Bandgras, Herbarium, Rohr-Glanzgras, Buntes Schilf, Band-Schilf, Bandgras, Band, Gefleckter Aronstab;
  • Der Artname „arundinacea“ bedeutet auf Lateinisch schlicht „schilfartig“.

Nützliche Ressourcen

Alle unsere Rohr-Glanzgräser finden Sie in unserer Online-Gärtnerei.

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