Rotbuche, Buche: Pflanzen, Rückschnitt, Pflege
Inhaltsverzeichnis
Rotbuche kurz erklärt
- Die Rotbuche ist eine bekannte heimische Baumart unserer Wälder
- Sehr winterhart, frostfest und an den Boden wenig anspruchsvoll, sofern er gut durchlässig ist
- Je nach Laubfarbe wächst dieser Baum in Sonne oder Halbschatten
- Wegen seiner Größe sollte die Rotbuche in großen Gärten oder Parks einzeln stehen
- Dank ihrer erstaunlichen Verträglichkeit mit starkem Rückschnitt eignet sie sich für strenge Hecken
Das Wort unseres Experten
Die in den Wäldern Westeuropas bekannte Rotbuche oder Buche ist ein schöner Baum mit aufrechtem Stamm, der sogenannte Buchenwälder bildet. Rund zehn Arten der Gattung Fagus sind in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel verbreitet. Ihr marzeszentes Laub erinnert etwas an das der Hainbuche, doch die Blätter sind behaart und nicht gezähnt.
Trotz ihrer Größe kann die Rotbuche durchaus als Solitär im Garten stehen, wenn Sie kompaktere Sorten wählen oder sie dank ihrer erstaunlichen Schnittverträglichkeit als streng geschnittene Hecke verwenden. Außerdem zählt sie zu den schönsten sommergrünen Bäumen, um sich an der Bonsai-Kunst zu versuchen.
Dieser Baum widersteht selbst strengstem Frost im Winter. Dafür mag er a contrario Hitze und Trockenheit nicht. Ein Anbau im Süden Frankreichs ist daher nicht empfehlenswert! Zudem lassen die jüngsten Klimaveränderungen ihn langsam nach Norden wandern – zugunsten eines anderen bekannten Baums: der Eiche.
Rotbuchen gedeihen in allen gut drainierten, recht nährstoffreichen Böden, sollten aber vor starkem Wind geschützt werden, da ihr Wurzelsystem im Verhältnis zu ihrer Größe eher klein ist.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Fagus sp., Fagus sylvatica
- Familie Buchengewächse
- Gebräuchlicher Name Rotbuche, Fouteau, Fau, Favinier...
- Blüte April–Mai
- Height 1,5 m bis 10 m oder mehr
- Exposition Sonne, Halbschatten und Schatten
- Art des Bodens alle humusreichen und gut drainierten Böden
- Winterhärte -20 °C
Buchen oder Fagus gehören zur Familie der Buchengewächse. Die Gattung umfasst etwa zehn auf der Nordhalbkugel verbreitete Arten, darunter Fagus domestica, der häufig in Hecken verwendet wird, und Fagus sylvatica oder die Rotbuche, die in unseren Wäldern natürlich vorkommt und dort das bildet, was man in der Ökologie einen Buchenwald nennt.
Buchen sind große Bäume, die über 40 m hoch werden können. In ihrer Jugend besitzen sie einen kerzengeraden Stamm und eine eher kegelförmige Wuchsform, die sich mit der Zeit allmählich abrundet. Inzwischen gibt es je nach Geschmack und Garten verschiedene interessante Kultivare: Zwergformen, säulenförmige oder fastigiierte Formen, Trauerformen, rotlaubige Sorten…
Die Rinde ist glatt und hellgrau. Der Stamm bleibt kerzengerade, die unteren Zweige wachsen waagerecht. Junge Zweige tragen große, zugespitzte Knospen.
Das Laub ist sommergrün und erscheint erst im Laufe des Monats Mai. Dadurch erhalten früh blühende Stauden und Waldzwiebelblumen im Frühjahr genügend Licht, um vor dem Blattaustrieb zu blühen: Man bezeichnet diese Pflanzen als frühlingsblühend. Die Blätter der Buche sind oval, gewellt und glänzend. Sie stehen wechselständig an den Zweigen und sind gestielt. Während der Saison sind die Blätter grün, im Herbst färben sie sich gelb bis kupferfarben. Einige Sorten besitzen goldenes, purpurfarbenes oder panaschiertes Laub. Die Blätter werden 7 cm lang und 4 cm breit. Man könnte sie mit den Blättern der Hainbuche verwechseln, wenn man sich nicht an diesen alten Merkspruch erinnerte: „Der Charme Adams besteht darin, behaart zu sein“. Der Satz hilft, sich daran zu erinnern, dass die Blätter der Hainbuche gezähnt sind, während die Blätter der Buche an den Rändern behaart sind.

Fagus sylvatica – botanische Illustration
Die Blätter sind marzeszent: Das bedeutet, dass sie nach dem Absterben am Baum bleiben und erst beim Austrieb des neuen Laubs im Frühjahr endgültig abfallen. Das ist besonders interessant, wenn man die Buche als Hecke verwendet. Denken Sie jedoch daran, dass das Laub bei starkem Wind trotzdem im Winter abfällt.
Buchen sind monözisch, das heißt, männliche und weibliche Blüten befinden sich am selben Baum. Die Buche blüht von April bis Mai, doch diese Blüte ist weder ästhetisch noch für Insekten von großer Bedeutung.
Nach der Befruchtung der weiblichen Blüten entwickelt sich jedoch eine Frucht. Sie hat die Form einer von weichen, gebogenen Dornen bedeckten Kapsel, die sich bei Reife öffnet und 2 bis 4 kleine, braune, glänzende, tetraedrische Früchte freigibt, die man Bucheckern nennt. In diesen Bucheckern befindet sich der Samen. Obwohl die Früchte bei Kindern und Spaziergängern beliebt sind, erweisen sie sich in großen Mengen als giftig; allerdings isst man nur selten sehr viele davon… Für die Waldtiere sind sie dagegen sehr wertvoll: Säugetiere und Vögel verbreiten sie überall und sichern so den Fortbestand der Art.
Das Wachstum ist relativ langsam, besonders in den ersten Jahren. Buchen können jedoch sehr alt werden: mindestens einige Jahrhunderte. Die Geschlechtsreife und damit die Bildung von Blüten und Früchten setzt erst im Alter von etwa 40 Jahren ein.
Buchen vertragen Kälte bis zu Temperaturen von -20 °C. Die heißen und trockenen Sommer, unter denen unsere Regionen seit einigen Jahren leiden, führen jedoch dazu, dass sich die Buche zugunsten der Eichen allmählich nach Norden zurückzieht. Reine Buchenwälder verwandeln sich dadurch nach und nach in Buchen-Eichenwälder und werden langfristig schließlich wieder zu nahezu reinen Eichenwäldern, wie es sie vor zweitausend Jahren bei uns gab.

Fagus sylvatica: zugespitzte Knospen, junges Laub, weibliche Kätzchen, Früchte mit Samen und prächtiges Herbstlaub
Unsere Lieblingssorten
Rotbuche - Fagus sylvatica
- Blütezeit Mai, Juni
- Höhe bei Reife 20 m
Rotbuche Atropurpurea - Fagus sylvatica
- Blütezeit Mai, Juni
- Höhe bei Reife 20 m
Rotbuche Dawyck Gold - Fagus sylvatica
- Blütezeit Mai, Juni
- Höhe bei Reife 20 m
Rotbuche Mercedes - Fagus sylvatica
- Blütezeit Mai, Juni
- Höhe bei Reife 2 m
Rotbuche Riversii - Fagus sylvatica
- Blütezeit Mai, Juni
- Höhe bei Reife 20 m
Rotbuche Pendula - Fagus sylvatica
- Blütezeit Mai, Juni
- Höhe bei Reife 15 m
Rotbuche Purpurea Pendula - Fagus sylvatica
- Blütezeit Mai
- Höhe bei Reife 4 m
Rotbuche Purpurea Tricolor - Fagus sylvatica
- Blütezeit Mai, Juni
- Höhe bei Reife 10 m
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Rotbuche pflanzen
Wo pflanzen?
Die Rotbuche bevorzugt nährstoffreiche, frische, aber gut durchlässige Böden.
Normalerweise bevorzugt dieser Baum Schatten oder Halbschatten, besonders in trockenerem Klima sowie bei Sorten mit goldfarbenem oder panaschiertem Laub. In feuchterem Klima kann man ihn jedoch auch in voller Sonne pflanzen, insbesondere Sorten mit purpurfarbenem Laub. Vermeiden Sie es, eine Rotbuche in mediterranen Regionen zu pflanzen, da ihr das heiße, trockene Klima nicht zusagt.
Hinweis: Grundsätzlich sollten gelb-goldene und panaschierte Blätter im Schatten oder Halbschatten stehen. Purpurfarbenes oder noch dunkleres Laub gedeiht dagegen besser in der Sonne.
Dieser Baum wurzelt erstaunlich flach, da er im Wald kein weitreichendes Wurzelsystem benötigt. Achten Sie daher darauf, die Wurzeln nicht zu verletzen, wenn Sie darunter pflanzen möchten (denken Sie daran, dass unter einem derart dichten Laub nur wenige Pflanzen wachsen können!). Außerdem sollten Sie Ihre Rotbuche nicht an einem sehr windigen Standort pflanzen. Nach heftigen Stürmen sieht man häufig umgestürzte Rotbuchen. In der Natur schafft dies Raum für andere Pflanzen, bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere und holzzersetzende Pilze und … dort, wo der Baum verwurzelt war, entsteht außerdem eine natürliche, vorübergehende Pfütze.

Wann pflanzen?
Am besten pflanzen Sie wurzelnackte Bäume, Jungpflanzen im Anzuchttopf oder sogar Containerpflanzen im Herbst: von November bis Dezember. Dann fällt das Anwachsen deutlich besser aus als im Frühjahr.
Wie pflanzen?
Als Hecke
Wenn Sie Kosten sparen möchten und es nicht eilig haben, kaufen Sie kleine Rotbuchen als wurzelnackte Pflanzen oder im Anzuchttopf. Für eine niedrige Hecke (unter 1 m Höhe): Setzen Sie die Pflanzen mit 0,50 m Abstand. Für eine höhere Hecke: Halten Sie 0,80 m Abstand. Eine zweireihige, versetzte Pflanzung wird deutlich dichter.
So pflanzen Sie eine Rotbuchenhecke:
- Heben Sie zunächst einen 50 cm tiefen Graben aus und lagern Sie den Aushub daneben.
- Lockern Sie den Boden und arbeiten Sie bei Bedarf etwas gut verrotteten Kompost ein, um Durchlässigkeit und Struktur zu verbessern.
- Wie bei jeder Hecke geben Sie einige Schaufeln gut verrotteten Mist in den Graben, damit die jungen Bäume gut anwachsen.
- Setzen Sie die Bäume unter Berücksichtigung des Abstands (siehe oben) und der Anordnung ein.
- Füllen Sie den Graben mit dem zuvor ausgehobenen Boden.
- Drücken Sie die Erde mit den Händen rund um den Stamm an.
- Gießen Sie jeden Baum gründlich direkt am Fuß, um Luftlöcher zwischen Wurzeln und Erde zu vermeiden.
Als Solitär oder in einer Baumgruppe
- Für ein schnelleres Ergebnis empfiehlt sich die Pflanzung von Containerpflanzen. Außerdem sind kompakte und besonders dekorative Sorten meist nicht im Anzuchttopf oder wurzelnackt erhältlich.
- Stellen Sie den Topf einige Minuten in einen Eimer Wasser, um den Wurzelballen wieder anzufeuchten.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das doppelt so groß wie der Wurzelballen ist.
- Lagern Sie den Aushub auf einer Plane daneben, damit Rasen oder andere Pflanzen nicht beschädigt werden.
- Lockern Sie den Wurzelballen leicht, damit sich die Wurzeln ausbreiten können.
- Geben Sie einige Handvoll gut verrotteten Kompost auf den Grund des Pflanzlochs.
- Setzen Sie den Wurzelballen in das Pflanzloch.
- Füllen Sie das Loch mit dem ausgehobenen Boden.
- Drücken Sie die Erde mit der Hand rund um den Stamm an.
- Gießen Sie reichlich, um die Bildung von Luftlöchern zwischen Wurzeln und Erde zu vermeiden.
- Bringen Sie eine Mulchschicht auf, um den jungen Baum vor Trockenheit zu schützen.
- Denken Sie daran, Ihre junge Rotbuche anzubinden.

Vergleich der behaarten Blätter der Rotbuche (links) mit den gezähnten Blättern der Hainbuche (rechts)
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Pflege
Bei einer ausgewachsenen Rotbuche beschränkt sich die Pflege darauf, dem Baum beim Wachsen zuzusehen! In den ersten vier Jahren nach der Pflanzung eines jungen Exemplars sollten Sie bei gelegentlichen Trockenperioden jedoch an das Gießen denken. Achten Sie außerdem auf eine gute Mulchschicht am Fuß des Baumes, damit die Feuchtigkeit erhalten bleibt.
Rückschnitt der Rotbuche
Die Rotbuche wird von November bis Dezember oder von Februar bis Ende März geschnitten. Bei einem jungen Baum können Sie einige ungünstig wachsende Zweige entfernen.
Für den Schnitt einer Hecke beginnen Sie gegen Ende Juni und führen zwischen August und September einen zweiten Schnitt durch. Eine stark vernachlässigte Hecke kann kräftig zurückgeschnitten oder zur Verjüngung auf den Stock gesetzt werden, denn Rotbuchen treiben aus dem Wurzelstock sehr gut wieder aus.
Bitte beachten: Desinfizieren Sie Ihre Schnittwerkzeuge gründlich! Bei Rotbuchen ist eine Krankheit schnell übertragen…
Mögliche Krankheiten und Schädlinge
In seiner Jugend wird dieser Baum gelegentlich von Pilzkrankheiten befallen und von einigen auf die Rotbuche spezialisierten Schädlingen angegriffen.
Insekten
Die wollige Buchenblattlaus (Pyllaphis fagi) befällt junge Triebe und die Blattunterseiten sehr junger Bäume. Dann sind kleine, watteartige Ansammlungen zu beobachten; die Blätter vertrocknen schließlich und fallen vor dem Herbst ab. Bei ausgewachsenen Bäumen besteht kein Grund zur Sorge. Junge Rotbuchen sollten Sie jedoch beobachten. Bei einem Befall können Sie die Blattläuse mit Schmierseifenlösung besprühen oder von Hand entfernen.
Einige Wollläuse der Art Cryptococcus fagi, die Rinde des Stammes und der dicken Äste befallen, können braune Ausflüsse sowie unschöne weiße Flecken verursachen. Dieser Befall ist für den Baum nicht wirklich gefährlich, begünstigt jedoch das Auftreten des Pilzes Nectria coccinea, der den Baum zum Absterben bringen kann.
Die Buchen-Zikade oder Typhlocyba Cruenta befällt junge Bäume aus Aussaat. Die Blätter nehmen dann eine bleigraue Färbung an, bevor sie vollständig abfallen.
Die Rotbuche ist außerdem eine der Wirtspflanzen der Raupe des Schwammspinners oder Lymantria dispar. Sie ernährt sich von den Blättern, bevor sie sich schließlich in einen Schmetterling verwandelt. Bei starkem Auftreten kann dieser Schmetterling problematisch werden. Im Handel ist ein Präparat mit Bacillus thuringiensis erhältlich, das den Befall eindämmen kann.
Als letzte auf die Rotbuche spezialisierte Insektenart sei der Buchenfruchtstecher oder Orchestes fagi genannt, der sich von den Blättern des Baumes ernährt. Ausgewachsene Bäume überstehen diesen Befall meist ohne größere Schäden. Bei sehr jungen Bäumen ist das leider nicht der Fall. Die beste Methode, einen Befall einzudämmen, besteht darin, die Insekten abzusammeln und umzusiedeln.
Bitte beachten: Ein naturnaher Garten, in dem möglichst viele Tiere leben, trägt dazu bei, Anzahl und Auswirkungen der „Schädlinge“ an der Rotbuche und an anderen Pflanzen zu verringern. Denken Sie daran!
Pilzkrankheiten
Der durch Neonectria ditissima verursachte Rindenkrebs der Rotbuche verformt Stamm und Äste durch Krebswucherungen, die schließlich vertrocknen. Junge Bäume können daran absterben. Die einzige mögliche Bekämpfung besteht darin, befallene Äste zu entfernen und zu verbrennen.
Die durch Phytophtora cambivora oder Phytophtora cinnamomi verursachte Tintenkrankheit befällt die Wurzeln der Rotbuche, die sich daraufhin schwarz verfärben. Am Stammfuß sind flammenförmige Flecken zu sehen. Keine Behandlung ist wirksam. Pflanzen Sie den Baum vor allem in einen gut drainierten Boden, um das Risiko zu verringern.
Der Honiggelbe Hallimasch oder Armillaria Mellea ist ein gefürchteter Basidiomycet, der zunächst die Wurzeln befällt und sich im Laufe der Jahre im gesamten Baum ausbreitet. Wenn die Fruchtkörper (die sichtbaren „Pilze“) am Fuß des Baumes erscheinen, ist es zu spät. Der Baum stirbt bereits ab.
Aufgrund ihres natürlichen Lebensraums, eines feuchten und schlecht belüfteten Waldmilieus, leidet die Rotbuche auch unter Mehltau. Ein weißlicher, pudriger Belag bedeckt den gesamten jungen Baum. Wenn Ihre Rotbuche nicht zwischen zu dicht stehenden Pflanzen „erstickt“ und die Feuchtigkeit nicht stagniert, besteht kein Grund, dass sie Mehltau bekommt.
→ Mehr erfahren über die Pflanzengalle, von der auch die Rotbuche betroffen sein kann

Rotbuchenhecke mit marzeszentem Laub
Vermehrung
Durch Aussaat
Die Samen der Wildarten werden im Herbst oder zu Winterbeginn entweder direkt ins Freiland oder unter einem Kaltbeetfenster ausgesät. Das Substrat besteht zur Hälfte aus Blumenerde und zur Hälfte aus Flusssand und wird stets feucht, aber nicht nass gehalten. Die Keimung erfolgt im darauffolgenden Frühjahr.
Die Natur lässt sich nachahmen, indem die Samen den ganzen Winter im Kühlschrank aufbewahrt werden. Im Frühjahr müssen sie dann nur noch unter einem Kaltbeetfenster ausgesät werden. Die Triebe erscheinen einige Wochen später.
Durch Stecklingsvermehrung und Absenken
Die Stecklingsvermehrung ist praktisch unmöglich. Das Absenken ist theoretisch möglich, bleibt aber kompliziert.
Durch Pfropfen
Zur Vermehrung der Sorten kann auf eine aus Samen gezogene, unveredelte Rotbuche als Unterlage gepfropft werden. Das Edelreis ist ein junger Jahrestrieb. Möglich sind eine Kopulation oder eine Okulation.
- Kopulation von Juni bis August: Schneiden Sie die Unterlage schräg an und bringen Sie einen etwa gleich starken Trieb der zu vermehrenden Sorte, ebenfalls im gleichen Winkel schräg angeschnitten, so an, dass die Schnittflächen genau aufeinanderliegen. Verbinden Sie alles fest mit Bast. Die Veredelung ist erfolgreich, sobald das Edelreis beginnt, Blätter zu bilden.
- Okulation: Schneiden Sie einen Teil der Rinde der Unterlage T-förmig ein und lösen Sie die Rinde leicht ab. Schieben Sie einen „Schild“, also ein von der zu vermehrenden Sorte entnommenes Auge, darunter. Dieses Auge wird mit einer Rasierklinge oder einem sehr scharfen Messer entnommen. Fixieren Sie alles mit Bast oder Wäscheklammern. Die Veredelung ist erfolgreich, sobald das Edelreis beginnt, Blätter zu bilden.
Rotbuche im Garten kombinieren
In der Gehölzgruppe
Auch wenn eine Rotbuche schnell zu groß werden kann, lohnt sich der Versuch mit einer schönen Blutbuche. Kombinieren Sie sie mit Sträuchern mit buntem Laub, das einen Kontrast zum Purpur ihrer Blätter bildet. Zudem profitieren diese Sträucher vom Schatten der Buche. Ein einfacher, aber stets wirkungsvoller Cornus alba ‘Gouchaultii’ bringt mit seinem gelb panaschierten Laub Fröhlichkeit und Kontrast in den Schatten der Buche. Zugleich greifen die purpurfarbenen, fast schwarzen Zweige, die im Winter sichtbar sind, deren Farbe wieder auf. Ein weniger subtiler Farbakzent wäre ein Cercis canadensis ‘Forest Pansy’ mit purpurfarbenem Laub und spektakulärer Blüte ab dem zeitigen Frühjahr. Eine Rosmarin-Weide (Salix rosmarinifolia) – ja, die gibt es! – ist in der Sonne eine schöne Lösung, um neben der Buche einen silbrigen Akzent zu setzen. Ergänzen Sie das Bild mit einem Teppich aus Busch-Windröschen ‘Lychette’ und Atlantischen Hasenglöckchen. Sie bringen im Frühjahr Farbe an den Fuß der Buche, bevor diese ihr Laub entwickelt. Eine Hydrangea grimpant ‘Silver Lining’ als Bodendecker und Kletterpflanze ist eine ausgezeichnete Lösung, um den Schatten des Baumes und seine Verzweigung etwas aufzuhellen.

Ein Beispiel für eine Gehölzgruppe: Fagus sylvativa ‘Atropurpurea’, Cornus alba ‘Gouchaultii’, Cercis canadensis ‘Forest Pansy’, Anemone nemorosa ‘Lychette’, Salix rosmarinifolia und Scilla nutans
Als zweifarbige Hecke
Warum nicht grünes und purpurfarbenes Laub abwechseln, indem Sie Buchen mit unterschiedlicher Laubfarbe pflanzen? Diese Idee ist in unseren Gärten noch wenig verbreitet, sorgt aber für ein schönes Ergebnis und bringt Dynamik in eine strenge Hecke. Pflanzen Sie dafür in zwei Reihen: 2 + 2 Blutbuchen und direkt daneben 2 + 2 Grünbuchen. So geht es weiter. Für eine schmalere Hecke genügt eine Reihe. Sie können die Buchen auch schneller abwechseln – für einen eher „zebraartigen“ Look.
Außerdem
Die Buche ist auch ein schöner Baum, der als Solitär zur Geltung kommt, wenn er genügend Platz hat, um sich in seiner ganzen Pracht zu entfalten. Bei den typischen Arten ist dies natürlich nur in sehr großen Gärten oder Parks möglich. Es gibt jedoch zahlreiche Sorten und Kultivare von deutlich kleinerem Wuchs, die problemlos in jedem Garten Platz finden.
Dank ihrer Robustheit, ihres kompakten Wurzelsystems und ihrer Fähigkeit, wiederholte Rückschnitte problemlos zu vertragen, eignet sich die Buche gut für erste Versuche mit der Bonsai-Kunst. Bedenken Sie jedoch, dass sie weder Hitze noch Trockenheit mag – und beides in einem winzigen Topf noch schlechter verträgt …
Schon gewusst?
- Die bei Verzehr großer Mengen giftigen Früchte werden kaum noch als Lebensmittel genutzt. Früher wurde daraus ein essbares Öl gewonnen.
- Vögel und viele andere Tiere, etwa Nagetiere, schätzen sie dagegen sehr und verbreiten sie in der Natur.
- Rotbuchenholz ist dicht und hart und hat eine feine Maserung. Es wird auch heute noch im Tischler- und Kunsttischlerhandwerk verwendet.
- Rotbuchenholz wird außerdem zur Papierherstellung und als Brennholz verwendet.
- Die Rinde wurde in der Medizin gegen Malaria, als Wurmmittel, bei bestimmten Lungenerkrankungen und zur Förderung der Harnausscheidung eingesetzt.
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