Tanne (Abies): Pflanzen, Rückschnitt, Pflege
Inhaltsverzeichnis
Tanne (Abies) kurz erklärt
- Abies-Tannen: immergrüne Nadelgehölze mit Pyramidenwuchs.
- Bevorzugen kühle, feuchte Höhenlagen oder Küstennähe.
- Kurze, weiche Nadeln, oft zweireihig, mit weißen Streifen; aufrechte Zapfen.
- Auch klein und langsam wachsend, pflegeleicht in durchlässigem Boden ohne pralle Sonne.
Das Wort unserer Expertin
Die stattliche Tanne Abies ist ein Schlüsselelement gelungener Weihnachtsstimmung, wie die Nordmanntanne. Mit ihrem aufrechten Wuchs symbolisiert sie die Verbindung von Erde und Himmel und steht für Erneuerung, da ihr Fällen ursprünglich zur keltischen Wintersonnenwende gehörte.
Diese immergrünen Nadelgehölze wachsen langsam und behalten ihre Nadeln länger als die Gewöhnliche Fichte (Picea abies), wenn sie im Wohnzimmer stehen. Im Gegensatz zu Fichten tragen die oft flachen Tannenzweige weiche, angenehm anzufassende Nadeln und aufrecht stehende Zapfen, während Fichten spitze, spiralförmig um die Zweige angeordnete Nadeln und hängende Zapfen besitzen. Tannen tragen aromatische Nadeln in Farbtönen von Dunkelgrün wie bei Abies nordmanniana oder Abies omorika bis Blaugrau wie bei der Edel-Tanne (Abies procera, syn. nobilis). Besonders dekorativ sind die Zapfen der Koreanischen Tanne, einer eher buschig wachsenden, bis zu 9 m hohen Tanne von bescheidener Größe, die bereits in jungen Jahren Zapfen in einem schönen Blauviolett bildet.
Tannen wachsen meist langsam, mit wenigen Ausnahmen wie die Weiß-Tanne (Abies alba). Ihr zunächst langsames Wachstum beschleunigt sich ab dem sechsten Jahr plötzlich auf 1 m pro Jahr; sie kann eine Höhe von 45 m erreichen. Die Küsten-Tanne (Abies grandis) ist ein „Phänomen“: Auf Vancouver Island wächst sie in 20 Jahren um 16 m und erreicht 90 m Höhe. Die angebotenen Kultivare bleiben mit 0,50 bis 6 m Höhe eher klein und haben unterschiedliche Wuchsformen: buschig, kugelig, konisch oder pyramidal.
Tannen sind meist sehr winterhart und lieben kühle Bedingungen, wie sie in höheren Lagen oder an der Küste herrschen. Sie sind leicht zu kultivieren und benötigen meist einen frischen, tiefen, gut drainierten Boden sowie einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Blattläuse erzeugen auf ihren Nadeln Honigtau, den Bienen sehr schätzen und zu hervorragendem Honig verarbeiten. Abgesehen von wenigen Ausnahmen vertragen Tannen weder Luftverschmutzung noch große Hitze gut.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Abies
- Familie Pinaceae
- Gebräuchlicher Name Colorado-Tanne, Spanische Tanne, Weiß-Tanne, Weiß-Tanne aus den Vogesen
- Blüte April bis Mai
- Height 0,30 bis 90 m
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens jeder tiefe, frische und gut drainierte Boden, gelegentlich auch kalkhaltig
- Winterhärte ausgezeichnet bis mittel (-34 bis -15 °C)
Die Gattung Abies umfasst fast 50 Arten immergrüner Nadelgehölze aus der Familie der Kieferngewächse, zu der auch Kiefern und Fichten gehören. Die Douglasie gehört zu einer anderen Gattung, Pseudotsuga menzieisii, die an ihren hängenden Zapfen mit dreispitzigen Hochblättern erkennbar ist. Abies sind meist imposante Bäume, die schon von Weitem an ihrer schlanken, kegelförmigen Silhouette und ihren länglichen, aufrecht am Ende der Zweige stehenden Zapfen zu erkennen sind, im Gegensatz zu den hängenden Zapfen der Gattungen Picea und Pseudotsuga.
Die meisten Tannen wachsen in Höhenlagen mit kühlem oder kaltem Klima oder in Meeresnähe, wie die Küsten-Tanne (Abies grandis) und die Edel-Tanne (Abies procera), und ausschließlich auf der Nordhalbkugel, insbesondere in China und im Westen Nordamerikas. Einige Arten kommen jedoch auch auf Berggipfeln tropischer Regionen Mittelamerikas und Südostasiens vor. Zudem gibt es einige wenige vollständig an Trockenheit angepasste Arten, etwa die Spanische Tanne (Abies pinsapo) und die Griechische Tanne, auch Kefalonia-Tanne genannt (Abies cephalonica).

Abies alba – botanische Illustration
Der zylindrische Stamm der Tannen ist glatt, grau und mit Harzblasen versehen, bis die Rinde im Alter verhärtet. Die regelmäßig in etagenförmigen Wirteln um den Stamm angeordneten Zweige verleihen ihnen die beliebte Kegelform, die sich besonders gut für Weihnachtsschmuck eignet. Die Knospen der Tannen sind meist rund. Tannen werden häufig über zwei oder drei Jahrhunderte alt, wobei ihr Wachstum in den ersten zehn Jahren meist langsam ist. Danach beschleunigt es sich, außer bei den Zwergsorten für den Ziergarten.
Die Nadeln der Tannen sind kurze Blätter (1 bis 7 cm lang), flach und hart, aber an den Spitzen nicht stechend, mit stumpfen, manchmal gekerbten Enden. Meist sind sie in zwei Reihen angeordnet und tragen auf der Unterseite zwei weiße Streifen aus Spaltöffnungen (beweglichen Zellen für den Gasaustausch). Eine Ausnahme bilden Abies pinsapo, Abies koreana und Abies balsamea mit ihren kurzen, bürstenförmigen Nadeln, die rund um den Zweig angeordnet sind und auf beiden Seiten weiße Streifen tragen. Abies bracteata aus einem begrenzten Gebiet Kaliforniens ist eine ungewöhnliche Art mit langen, stechenden Nadeln und ebenso spitzen Knospen wie die Rotbuche. Graublaue Farbtöne sind besonders begehrt und gehen auf Selektionen aus Wildpopulationen zurück, etwa bei der Colorado-Tanne (Abies concolor), der Edel-Tanne (Abies procera) oder der Spanischen Tanne (Abies pinsapo).
Kleiner Tipp, um einen Fichtenzweig von einem Tannenzweig zu unterscheiden: Ziehen Sie an einer Nadel: Wird dabei ein Stück Rinde abgerissen, handelt es sich um eine Fichte. Bleibt nach dem Abreißen eine deutlich erkennbare, runde Narbe am Zweig zurück, ist es eine Tanne.
Tannen sind monözisch. Die männlichen Kätzchen in gelblichen, grünlichen oder rötlichen Farbtönen sind mit Pollen beladen und öffnen sich im April oder Mai nahe der Baumbasis an einjährigen Trieben. Die weiblichen Blüten oder Zapfenanlagen an den Zweigen im oberen Bereich der Tanne bilden nach der Befruchtung aufrechte, zylindrische Zapfen. Diese lösen sich unter dem Einfluss sommerlicher Trockenheit oder durch Eichhörnchen Schuppe für Schuppe ab und zerfallen, wobei eine aufrechte Achse am Zweig zurückbleibt. Die Zapfen sind klebrig, sondern bei der Reife Harztropfen ab und benötigen ein Jahr zum Ausreifen. Sie tragen mehr oder weniger hervorstehende Hochblätter, die bei Abies bracteata besonders lang und zugespitzt sind und den Zapfen ein igelartiges Aussehen verleihen. Die dreieckigen Samen sind geflügelt und nur kurze Zeit keimfähig.
Die Tanne wird wegen ihres weißen, leicht zu bearbeitenden Holzes geschätzt, das sowohl im Bauwesen und in der Tischlerei als auch für die Papierherstellung verwendet wird. Aus dem Harz der Weiß-Tanne (Abies alba) wird das Vogesen-Terpentin gewonnen. Außerdem wird aus ihren Nadeln ein ätherisches Öl zur Behandlung von Atemwegsinfektionen gewonnen.
Tannenhonig ist sehr aromatisch und balsamisch und duftet leicht nach Harz.

Abies nordmanniana (berühmte Nordmanntanne) / Abies koreana
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Pflanzung
Wo pflanzt man die Tanne?
Tannen wachsen in jedem tiefgründigen, frischen und gut drainierten Gartenboden. Einige Arten vertragen jedoch keinen Kalk, darunter nobilis und grandis – im Gegensatz etwa zu nordmaniana und pinsapo. Letztere kommen sogar mit trockenen Böden zurecht und entwickeln sich im Süden Frankreichs zu besonders schönen Exemplaren.
Die Nikko-Tanne, Abies homolepis, gehört zu den wenigen Tannen, die Stadtverschmutzung und Trockenheit vertragen. Sie wird kaum 5 bis 10 m hoch und bildet schon in jungen Jahren leuchtend purpurfarbene Zapfen – ebenso wie koreana, eine ebenfalls sehr dekorative, aber anspruchsvollere Art.
Wann pflanzen?
Pflanzen Sie vorzugsweise im Herbst zwischen Oktober und Dezember, damit die Tanne vor der sommerlichen Trockenheit gut einwurzeln kann.
Wie pflanzen?
Diese Pflanze ist pflegeleicht, wenn Sie bei der Pflanzung einige Grundregeln beachten. Die Tanne wird als Ballen- oder Containerpflanze gepflanzt, niemals mit nackten Wurzeln.
- Stellen Sie den Wurzelballen in einen Eimer Wasser, damit er sich gut vollsaugt. Lockern Sie den äußeren Rand etwas, damit sich die Wurzeln nicht im Kreis drehen, ohne sie dabei zu stark zu stören.
- Heben Sie ein 0,60 bis 1 m breites und 0,50 bis 0,70 cm tiefes Pflanzloch aus und lockern Sie die Erde an den Seiten mit den Zinken einer Grabegabel.
- Geben Sie bei schwerem Boden einige Schaufeln Sand und Kies hinzu, um die Drainage rund um die Wurzeln zu verbessern.
- Stallmist oder Kompost sind nicht nötig, da die Pflanze mit eher nährstoffarmem Boden auskommt. Bei armem Boden können Sie etwas Hornmehl einarbeiten.
- Setzen Sie die Pflanze nur 5–6 cm tiefer als zuvor.
- Stellen Sie einen schrägen Pfahl oder drei senkrechte Pfähle auf, um die Pflanze bei starkem Wind zu stützen.
- Füllen Sie das Pflanzloch mit Erde und treten Sie diese leicht an, sodass eine Gießmulde entsteht.
- Gießen Sie reichlich und mulchen Sie bei Bedarf.

Metasequoia glyptostroboides ‘Gold Rush’, Abies koreana ‘Silver Show’ (eine Sorte ähnlich ‘Silberlocke’) und Picea engelmannii ‘Blush’s Lace’ im Hintergrund im Botanischen Garten von Chicago
Lesen Sie auch
Der Nadelbaum, ein kitschiger Strauch?Pflege und Rückschnitt
Tannen nicht schneiden: So bleibt die Kegelform. Untere Zweige sterben ab; Krone schrittweise aufasten. Chermes, Rost, Spinnmilben und Hallimasch drohen.
Vermehrung
Die einfachste Vermehrung erfolgt durch Aussaat der Wildarten. Sorten mit bläulichen Nadeln sind oft Auslesen, deren Färbung sich in der Nachkommenschaft nicht unbedingt wiederfindet. Stecklingsvermehrung mit Fuß an Seitentrieben eignet sich für Zwergsorten; auch die Pfropfung ist möglich, bleibt jedoch Profis vorbehalten.
Stecklingsvermehrung
Bereiten Sie einen tiefen Topf vor und füllen Sie ihn mit einem Sand-Blumenerde-Gemisch.
- Schneiden Sie die verholzten Spitzen von Seitentrieben ab und ziehen Sie daran, damit ein Fuß entsteht.
- Entfernen Sie die Nadeln im unteren Bereich des Stecklings.
- Stecken Sie die Stecklinge zu zwei Dritteln ihrer Länge in die Erde. Sie dürfen sich nicht berühren.
- Drücken Sie die Erde vorsichtig rundherum an, um Luftlöcher zu entfernen und einen guten Kontakt zwischen Blumenerde und Steckling zu gewährleisten.
- Stellen Sie sie unter gespannte Luft an einen warmen, feuchten Standort.
- Trennen Sie die bewurzelten Stecklinge im Herbst und pflanzen Sie sie in tiefe Töpfe.
- Pflanzen Sie Ihre Jungpflanzen im folgenden Herbst ins Freiland.→ Entdecken Sie unsere Anleitung: Wie vermehrt man Nadelgehölze durch Stecklinge?
Aussaat
- Säen Sie die Samen direkt nach der Ernte im Herbst in ein sandiges Substrat oder stratifizieren Sie sie kalt für die Aussaat im Frühjahr.
- Achten Sie auf gleichmäßige Feuchtigkeit.
- Pikieren Sie die Jungpflanzen im September.
Verwendung und Kombinationen im Garten
Die Kultur kleinwüchsiger oder sehr langsam wachsender Sorten in tiefen Töpfen wie Abies balsamea Nana oder auch koreana ist möglich. Diese eignen sich natürlich gut für kleine Gärten mit feuchtem Klima, etwa am Meer oder in den Bergen. Das zarte, im Frühjahr blaugrüne oder anisgrüne Laub, geschmückt mit leuchtend gefärbten Zapfen wie bei der Koreanischen Tanne, kommt in einem Steingarten wunderbar zur Geltung, wo sich die dekorativen kugeligen, kegelförmigen oder ausladenden Wuchsformen entfalten können. Möglich ist ein alpiner Steingarten mit farbenprächtigen Bodendeckern wie Blaukissen und Hornkraut oder eine mit Englischer Heide bepflanzte Felsanlage.

Eine Beet-Idee: Abies balsamea ‘Nana’, Sedum ‘Purple Emperor’, Spirea thunbergii ‘Fujino Pink’, Rosa chinensis ‘Mutabilis’ und Berberis thunbergii ‘Atropurpurea’
Zwergtannen können mit oder ohne andere kleine Steingartenkoniferen kleinen Rosen, Blütensträuchern wie Azaleen, Päonienbüscheln oder auch zerzausten Gräsern als Rahmen dienen, deren Eigenschaften sie wunderbar ergänzen. Diese charaktervollen Pflanzen sind sehr langlebig und benötigen bei ausreichender Bewässerung während längerer Trockenheit keinerlei Pflege.
Etwas kräftiger wachsende kegelförmige Exemplare können isoliert, in Dreiergruppen oder als große Windschutzhecke gepflanzt werden. Diese ausdrucksstarken Pflanzen geben einem Beet dauerhaft Struktur, säumen Wege und begrenzen die Terrasse. Sie können die markante Wirkung geschnittenen Buchsbaums problemlos ersetzen.
Wussten Sie schon?
Vermutlich vorindoeuropäisch: Abies. „Sapin“ kommt von gallischem sapo; Savoyen bedeutet „Tannenwald“. SPAR heißt niederländisch Tanne.
Entdecken Sie:
- Unser Sortiment an Tannen
- Tannen: Vorteile der verschiedenen Sorten
- Unser Video: Koreanische Tanne: außergewöhnliche Nadeln
- Unser Tutorial: Koniferen durch Stecklinge vermehren
Häufig gestellte Fragen
-
Was tun mit einer Gewöhnlichen Fichte mit oder ohne Wurzelballen?
Nordmanntanne oder Edel-Tanne auspflanzen? Nach warmem Innenaufenthalt hell und kühl stellen, nachts hinausbringen. Händler nehmen sie teils zur Kompostierung.
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