Wacholder: Pflanzung, Rückschnitt & Pflege
Inhaltsverzeichnis
Wacholder kurz erklärt
- Wacholder sind niederliegende, ausgebreitete, kriechende oder aufrechte Nadelgehölze und bieten eine große Auswahl an Wuchsformen sowie Blattfarben und -strukturen.
- Ihr aromatisches Laub besteht aus Nadeln oder Schuppen. Ihre kleinen, fleischigen Früchte ähneln Beeren mit Narben und werden manchmal zum Würzen von Pasteten oder Sauerkraut verwendet.
- Wacholder sind sehr anspruchslos, meist hitze- und trockenheitsverträglich und kalktolerant.
Das Wort unserer Expertin
Wacholder (Juniperus): Immergrün, langlebig und robust. Tipps zu Formschnitt, Standort und Pflege für Garten, Terrasse und naturnahe Beete.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Wacholder
- Height 0,15 bis 10 m
- Exposition Sonne
- Art des Bodens jeder lockere, gut durchlässige Boden, auch kalkhaltiger
- Winterhärte ausgezeichnet (-40 bis -15 °C)
Juniperus gehören zur Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae), ebenso wie Zypressen (Cupressus), Scheinzypressen (Chamaecyparis), Lebensbäume und Calocedrus. Die Gattung umfasst fast 70 Arten, wenn man die in der Natur vorkommenden interspezifischen Hybriden ausschließt. Wie die Zypressen sind Wacholder in der Alten und Neuen Welt verbreitet, während Lebensbäume und Scheinzypressen nur in Nordamerika und Ostasien vorkommen. Die Gattung ist ebenso wie die Kiefern, mit denen sie häufig denselben offenen Lebensraum teilt, sehr widerstandsfähig gegen Kälte und Trockenheit.
Diese bis zu 10 m hohen, kräftigen Bäume oder aufrechten beziehungsweise ausgebreiteten, buschigen Sträucher zeichnen sich durch langsames Wachstum und eine hohe Langlebigkeit aus.

Juniperus communis – botanische Illustration
Das immergrüne Laub tritt in zwei deutlich unterschiedlichen Formen auf: kurze, stechende oder nicht stechende Nadeln, die wie beim Gemeinen Wacholder (Juniperus communis) zu dritt am Zweig angeordnet sind, oder gegenständige Schuppen, die paarweise an den Zweig angelegt sind, wie bei den Zypressen. Einige Arten, etwa Juniperus chinensis, tragen jedoch beide Blattformen an derselben Pflanze. Andere entwickeln nach einer Nadelphase eine erwachsene Form mit Schuppenblättern. In jedem Fall besitzt das Laub aromatische Drüsen, die ihm beim Zerreiben oder bei Wärme den charakteristischen Gin-Geruch verleihen.
Männliche und weibliche Blüten erscheinen meist an unterschiedlichen Pflanzen. Die schwefelgelben Kätzchen bilden an den Zweigenden kleine Keulen. Die weiblichen Blüten haben die Form winziger Zapfen. Ihre drei Schuppen bleiben fleischig und verwachsen nach der Befruchtung miteinander, sodass eine kugelige Frucht mit drei Samen entsteht. Diese werden als Galbuli oder Scheinbeeren bezeichnet und haben eine bläulich-schwarze oder rötliche Färbung.
Das Kernholz (Duramen) des Wacholders ist ebenfalls für seinen starken Duft, seine Härte und seine rötliche Färbung bekannt, die sich vom Weiß des Splintholzes abhebt, das bei alten, im Laufe der Zeit entrindeten Pflanzen oft sichtbar ist.
Das ätherische Öl von Juniperus besitzt zahlreiche medizinische Eigenschaften, insbesondere antiseptische und harntreibende, und wird auch in der Homöopathie verwendet.

Wacholderfrüchte
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Juniperus communis subsp. hemisphaerica Hornibrookii
- Höhe bei Reife 45 cm
Juniperus conferta Blue Pacific
- Höhe bei Reife 30 cm
Juniperus pfitzeriana Old Gold
- Höhe bei Reife 1 m
Juniperus horizontalis Wiltonii
- Höhe bei Reife 20 cm
Juniperus squamata Floreant
- Höhe bei Reife 45 cm
Juniperus chinensis Blaauw
- Höhe bei Reife 1,80 m
Juniperus communis Arnold
- Höhe bei Reife 2,50 m
Juniperus squamata Loderi
- Höhe bei Reife 2,50 m
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Pflanzung
Wo Juniperus pflanzen?
Der Wacholder bevorzugt volle Sonne und einen gut durchlässigen Boden sowie kalte, auch im Sommer trockene, steinige oder flachgründige Standorte. Einige Arten gedeihen auch an der Küste, etwa der Strand-Wacholder. Pflanzen Sie den Wacholder mit ausreichend Abstand zu Sträuchern mit flachem Wurzelsystem wie der Japanischen Kamelie oder zu Stauden, da er mit ihnen direkt um Wasser und Nährstoffe konkurrieren könnte.
Vor allem Gemeiner Wacholder besitzt ein flaches Wurzelsystem und ist daher empfindlich gegenüber starken Winden. Wählen Sie einen vor den vorherrschenden Winden geschützten Standort, besonders wenn der Strauch eine aufrechte Wuchsform hat. Kriechende oder ausgebreitete Arten laufen nicht Gefahr, entwurzelt zu werden.
Wann pflanzen?
Pflanzen Sie Juniperus vorzugsweise im Februar/März oder im Oktober/November.
Wie pflanzen?
Diese Pflanze bereitet auch in kaltem, trockenem Klima keine Schwierigkeiten.
- Stellen Sie den Anzuchttopf in einen Eimer Wasser, damit er sich gut vollsaugt.
- Heben Sie ein Loch aus, das dreimal breiter als der Wurzelballen ist, und lockern Sie die Erde ringsum mit den Zinken der Grabegabel.
- Geben Sie einige Handvoll Sand und Kies hinzu, um eine gute Drainage rund um die Wurzeln sicherzustellen. Bei schwerem Boden pflanzen Sie auf einem Erdwall oder in einer Steinanlage.
- Arbeiten Sie bei sandigem Boden Mist oder gut verrotteten Kompost ein.
- Setzen Sie die Pflanze in das Pflanzloch.
- Füllen Sie das Loch mit Erde und drücken Sie diese leicht an.
- Gießen Sie.

Juniperus squamata ‘Chinese Silver’
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Im ersten Sommer nach der Pflanzung gießen: Der Boden muss leicht feucht bleiben, damit die Pflanze gut anwächst.
Der Wacholder ist wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Leicht vergilbende und anschließend plötzlich vertrocknende Nadeln können jedoch auf einen Befall mit Nadelholzblattläusen hindeuten. Spritzen Sie ein Insektizid wie Farnjauche, Pyrethrin oder Schmierseife und wiederholen Sie die Anwendung nach 8 bis 10 Tagen. Wenn Triebe braun werden, schneiden Sie sie sofort ab und verbrennen Sie sie. Wenden Sie Kupfer oder einen Ackerschachtelhalm-Sud an: Wahrscheinlich handelt es sich um eine Pilzerkrankung.
Der Rückschnitt von Juniperus
Er kann durchgeführt werden, indem man ein Drittel der diesjährigen Triebe entfernt, wenn eine kompaktere Wuchsform gewünscht ist oder das Wachstum gebremst werden soll. Beachten Sie jedoch, dass aus altem Holz keine neuen Triebe mehr austreiben, wenn Sie es freilegen. Das ist bei der Erziehung als Wolkenform von Vorteil, da die Stämme, die das Gerüst des Strauchs bilden, nach dessen Formgebung nicht mehr von Trieben befreit werden müssen. Kürzen Sie lediglich die diesjährigen Triebe, um die Wolkenformen zu erhalten. Wie bei der Bonsai-Kunst können Sie die Äste führen, indem Sie sie mit Draht spiralförmig biegen. So entsteht eine ungewöhnliche Form, die den besonderen Reiz und die Einzigartigkeit des Exemplars ausmacht.
Vermehrung
Die einfachste Vermehrung ist das Abtrennen von Absenkern bei kriechenden Formen, die sich oft durch Wurzelbildung ausbreiten. Die Stecklingsvermehrung ist recht heikel. Eine Aussaat ist nur möglich, wenn die weibliche Pflanze Früchte trägt und sich daher in der Nähe einer männlichen Pflanze derselben Art befindet. Die Eigenschaften der Kultivare werden dabei jedoch nicht erhalten.
Absenken
- Lockern Sie zunächst den Boden unter einem tief liegenden Trieb.
- Entfernen Sie die Blätter an der Stelle, die eingegraben werden soll, und ritzen Sie die Rinde leicht mit dem Fingernagel an.
- Bestäuben Sie die Wunde mit Wachstumshormon.
- Graben Sie den Triebabschnitt ein, lassen Sie die Spitze herausschauen und fixieren Sie ihn mit einem Metallbügel.
- Die Bewurzelung dauert 12 bis 18 Monate.
- Trennen Sie den Absenker dann mit einer Gartenschere ab.
- Heben Sie den Wurzelballen mit dem Spaten aus und pflanzen Sie ihn umgehend in einen Topf oder direkt an den gewünschten Standort.Entdecken Sie unsere Anleitung: Wie vermehrt man Nadelgehölze durch Stecklinge?
Verwendung und Kombinationen
Aufgrund ihres langsamen Wachstums eignen sich Wacholder perfekt für große Steinbeete oder zur Strukturierung des Gartens, zum Markieren von Wegen und für Einfassungen wie Buchsbaum, der derzeit von zahlreichen Krankheiten befallen wird, oder die teurere Stechpalme.

Eine herbstliche Kombination: Juniperus squamata ‘Blue Star’, Cornus sanguinea ‘Winter Beauty’ und Cotinus coggygria ‘Lilla’
Säulenförmige Formen können einzeln oder in Dreiergruppen gepflanzt werden, um eine stärkere Wirkung zu erzielen. Breite oder kriechende Formen eignen sich perfekt als Bodendecker für große Flächen oder schwer zugängliche Bereiche wie Böschungen.
Mit den horizontalen, vertikalen und runden Formen dieser kleinen Steingartenkoniferen lassen sich dekorative Szenen in nuancierten Grün-, Grau- und Blautönen gestalten, im Winter bei kältefärbenden Kultivaren auch in Rost- oder Violetttönen.
Wacholder lässt sich auch sehr gut im Topf kultivieren und verträgt den Rückschnitt gut, was zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten eröffnet. Die dekorativen Qualitäten von Koniferen kommen in der Gestaltung eines modernen Gartens ganz natürlich zur Geltung: Hier zählen Formen, Silhouetten und Texturen mehr als ein Wechselspiel der Blüten.

Eine Kombination für eine Böschung oder ein großes Steinbeet: Juniperus communis ‘Compressa’ (oder ‘Arnold’, ‘Gold Cone’ mit goldgelbem Laub), Yucca gloriosa ‘Variegata’, Carex testacea ‘Prairie Fire’ (bei sehr trockenem Boden durch Schwingel, Blaustrahlhafer oder Sporobolus ersetzen) und Euphorbia myrsinites
Juniperus können mit Stachellosen Mahonien kombiniert werden, diesen Sträuchern mit Stechpalmenlaub und goldgelber, duftender Blüte im Spätwinter, ebenso mit Englischer Heide, deren Blütezeit sich über alle Jahreszeiten erstrecken kann, oder mit den zerzausten Ziergräsern, die einen reizvollen Kontrast bilden. Auch anspruchslose Schattenstauden für trockene Böden lassen sich zu ihren Füßen pflanzen, etwa Immergrün, Euphorbia amygdaloides purpurea, Elfenblume oder Trachystemon orientalis.
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