Sie möchten Ihre Alokasie oder Ihr Pfeilblatt vermehren – für sich selbst oder um Ihren Angehörigen ein kleines Stück Dschungel zu schenken? Gute Nachrichten: Diese Zimmerpflanze mit ihren großen, auffälligen Blättern in Form einer riesigen Speerspitze lässt sich sehr gut vermehren. Diese Anleitung begleitet Sie Schritt für Schritt bei der Teilung Ihrer Alokasie, damit sie unter bestmöglichen Bedingungen weiterwächst.

Was ist eine Alokasie?
Die Alokasie ist eine auffällige tropische Pflanze, die mit ihrem einzigartigen Laub alle Blicke auf sich zieht. Ihre großen Blätter werden wegen ihrer Form oft als „Elefantenohren“ bezeichnet und sind eine echte dekorative Bereicherung für moderne Innenräume und für Liebhaber exotischer Pflanzen. Es gibt mehrere Arten und zahlreiche Sorten.
Die Alokasie stammt aus den feuchten Wäldern Südostasiens. Dort wächst sie natürlicherweise unter dem Kronendach, wo sie gedämpftes Licht und eine hohe Luftfeuchtigkeit vorfindet. Deshalb bevorzugt sie als Zimmerpflanze einen hellen Standort ohne direkte Sonne. Außerdem benötigt sie besondere Pflege, damit ihre natürlichen Lebensbedingungen möglichst gut nachgebildet werden.
Die Vielfalt der Alokasien reicht von großen Arten wie Alocasia macrorrhiza, deren Blätter über einen Meter lang werden können, bis zu kompakteren Sorten wie Alocasia amazonica 'Polly', die wegen ihrer hellen Blattadern und ihres tiefgrünen Laubs geschätzt wird. Zu den weiteren beliebten Arten gehört Alocasia zebrina mit ihren elegant gestreiften Blattstielen. Einige Alokasien können in Regionen mit milden Wintern auch im Freiland kultiviert werden, zum Beispiel Alocasia odora.
Gut zu wissen: Die Alokasie gehört nicht zu den pflegeleichtesten Zimmerpflanzen. Sie benötigt den richtigen Standort, regelmäßiges, aber maßvolles Gießen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Fehler beim Gießen oder Zugluft können die Pflanze schnell stressen und zu gelben Blättern führen. Für Liebhaber von Zimmerpflanzen ist es jedoch eine lohnende Erfahrung und ein echter Grund zur Freude, eine Alokasie gesund zu erhalten.
Alokasie oder Zehrwurz?
Alokasie und Pfeilblatt sowie Zehrwurz gehören zur Familie der Aronstabgewächse und ähneln sich mit ihren großen, imposanten Blättern. Zehrwurz eignet sich jedoch meist besser für die Kultur im Freien und bevorzugt feuchte bis staunasse Böden. Alokasien reagieren dagegen empfindlich auf dauerhaft nasse Erde. Auch bei der Vermehrung ist die Methode ähnlich: Zehrwurz lässt sich ebenfalls durch das Teilen von Rhizomen oder Wurzelschösslingen vermehren. Zehrwurz ist jedoch oft wuchsfreudiger und robuster. Deshalb verträgt sie häufigere Teilungen und weniger vorsichtige Handgriffe besser als die empfindlicheren Alokasien.

Wann sollten Sie die Alokasie vermehren?
Vermehren Sie Alokasien im Frühjahr oder zu Beginn des Sommers. Zu dieser Zeit erwacht die Pflanze aus ihrer winterlichen Dormanz und wächst kräftig. Dadurch kann sie sich schneller erholen. Vermehren Sie Ihre Alokasie nicht im Herbst oder Winter. Dann ist die Pflanze empfindlicher und benötigt möglicherweise länger, um sich einzugewöhnen.
Benötigtes Material
- Eine saubere und scharfe Gartenschere
- Gartenhandschuhe (der Pflanzensaft von Alokasien kann Hautreizungen verursachen)
- Ein Topf oder Gefäß mit Abzugslöchern
- Ein leichtes, gut drainierendes Substrat: eine Mischung aus Blumenerde und Sand oder Perlite
Wie vermehren Sie eine Alokasie?
- Suchen Sie nach Wurzelschösslingen oder Rhizomen: Sehen Sie sich den Bereich rund um die Basis Ihrer Mutterpflanze an. Dort sollten Sie kleine Wurzelschösslinge („Alokasien-Babys“) oder Rhizome entdecken, die sich abtrennen lassen.

- Topfen Sie die Mutterpflanze vorsichtig aus: Nehmen Sie die Alokasie behutsam aus ihrem Topf, damit Sie die Hauptwurzeln nicht beschädigen. Entfernen Sie vorsichtig die Erde rund um die Rhizome, damit Sie sie besser erkennen.
- Trennen Sie die Rhizome oder Wurzelschösslinge ab: Schneiden Sie mit Ihrer Gartenschere oder einem Gartenmesser einen Wurzelschössling oder ein Rhizom sauber ab. Lassen Sie einige Wurzeln daran. Achten Sie darauf, dass das Teilstück gut entwickelt und kräftig ist.
- Pflanzen Sie den neuen Steckling ein: Setzen Sie den Wurzelschössling oder das Rhizom in einen Topf mit feuchtem, gut drainierendem Substrat. Richten Sie das Teilstück auf und drücken Sie die Erde rundherum leicht an.
- Gießen Sie und wählen Sie einen hellen Standort: Gießen Sie leicht und stellen Sie die neue Pflanze an einen hellen Standort ohne direkte Sonne. Sorgen Sie für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit, vermeiden Sie jedoch überschüssiges Wasser.

Pflege des Stecklings
Sobald Sie den Steckling eingepflanzt haben:
- Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, vermeiden Sie jedoch überschüssiges Wasser.
- Stellen Sie die Pflanze an einen hellen Standort, vermeiden Sie jedoch direkte Sonne.
- Besprühen Sie die Umgebung der Pflanze regelmäßig mit Wasser, um die feuchten Bedingungen ihres natürlichen Lebensraums nachzuahmen.
- Achten Sie auf Stresssymptome wie gelbe oder weiche Blätter. Passen Sie die Pflege bei Bedarf an, indem Sie weniger gießen oder für mehr Licht sorgen.
Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Eine Alokasie zu vermehren, mag einfach erscheinen. Einige häufige Fehler können den Erfolg Ihrer Stecklinge jedoch gefährden.
- Zu früh oder zu spät schneiden
Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt, um Wurzelschösslinge oder Rhizome von der Mutterpflanze zu trennen. Wenn Sie sie zu früh abtrennen, haben sie möglicherweise noch keine ausreichend kräftigen Wurzeln entwickelt. Dann fällt ihnen das Anwachsen schwer und sie überleben möglicherweise nicht. Wenn Sie dagegen zu lange warten, kann die Mutterpflanze geschwächt werden. Außerdem lässt sich das Teilstück möglicherweise schwieriger entnehmen, da die Wurzeln bereits stark miteinander verflochten sind. Warten Sie am besten, bis die Wurzelschösslinge gut entwickelt sind und einige sichtbare Wurzeln besitzen. So können sie sich nach dem Einpflanzen schnell etablieren. - Zu viel gießen
Nach dem Abtrennen möchten Sie den Steckling vielleicht reichlich gießen, um ihm „einen Schub zu geben“. Überschüssiges Wasser gehört jedoch zu den häufigsten Ursachen für Misserfolge. Es fördert Wurzelfäule, die für junge Pflanzen oft tödlich endet. Verwenden Sie ein gut drainierendes Substrat, zum Beispiel eine Mischung aus Blumenerde, Perlite und Kokosfaser. Gießen Sie nur leicht, damit das Substrat gleichmäßig feucht bleibt. Achten Sie darauf, dass der Topf Abzugslöcher besitzt, damit kein Wasser stehen bleibt. - Direkter Sonne aussetzen
Junge Alokasien sind deutlich empfindlicher als ausgewachsene Pflanzen und vertragen keine direkte Sonne. Diese kann ihre zarten Blätter verbrennen oder das Substrat zu schnell austrocknen, wodurch das Anwachsen beeinträchtigt wird. Stellen Sie die Stecklinge an einen hellen, geschützten Standort, zum Beispiel in die Nähe eines Fensters mit einem leichten Vorhang. - Die Desinfektion der Werkzeuge vernachlässigen
Eine schlecht gereinigte Gartenschere kann Bakterien, Pilze oder andere Pathogene in die Stecklinge oder die Mutterpflanze einbringen. Dadurch können Infektionen entstehen, die das Anwachsen verlangsamen oder die Pflanze im schlimmsten Fall absterben lassen. Desinfizieren Sie Ihre Werkzeuge vor dem Schneiden immer mit 70-prozentigem Alkohol.
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