Hecken aus Bambus verbinden auf einzigartige Weise natürliche Schönheit und Robustheit. Mit ihrem schnellen Wachstum und ihrem dichten Laub sorgen sie für perfekten Sichtschutz und verleihen dem Garten zugleich einen Hauch Exotik. Außerdem sind diese Hecken bemerkenswert widerstandsfähig und bieten einen natürlichen Schutz vor Wind und Lärm. Lassen Sie sich von unseren Expertentipps zum Pflanzen und Pflegen einer Bambushecke inspirieren und schaffen Sie sich eine ruhige Oase in Ihrem Zuhause.

Tipps für eine Bambushecke
Bambus bietet schnell einen dichten Sichtschutz

Die richtige Sorte für eine Bambushecke auswählen

Die Auswahl der passenden Bambussorte ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Hecke. Bambus wird in zwei Hauptgruppen eingeteilt: ausläuferbildender und nicht ausläuferbildender Bambus.

  • Ausläuferbildender Bambus wie Phyllostachys aureosulcata ist für sein schnelles Wachstum und seine Fähigkeit bekannt, sich weit auszubreiten. Er eignet sich hervorragend, um rasch eine dichte Hecke anzulegen. Allerdings müssen Sie seine Ausbreitung sorgfältig kontrollieren.
  • Nicht ausläuferbildender Bambus wie Fargesia murielae 'Simba' wächst dagegen kompakter. Diese Arten eignen sich ideal für kleine Gärten oder wenn Sie den Pflegeaufwand für die Kontrolle der Rhizome gering halten möchten.

Auch das Klima Ihrer Region sollte Ihre Wahl beeinflussen. Einige Sorten wie Bambusa oldhamii (winterhart bis -8 °C) gedeihen vor allem in warmen Regionen. Andere, etwa Phyllostachys nigra, sind frosthärter und überstehen auch gemäßigtere Klimabedingungen. Berücksichtigen Sie außerdem den verfügbaren Platz. Ausläuferbildender Bambus benötigt in einem kleinen Garten regelmäßige Kontrolle. Nicht ausläuferbildender Bambus ist dort besser geeignet und erfordert weniger Aufwand, um seine Form zu erhalten. Wenn Sie diese Aspekte berücksichtigen, finden Sie die Bambussorte, die am besten zu Ihrem Heckenprojekt passt.

Schließlich spielt auch die ausgewachsene Höhe des Bambus eine wichtige Rolle. Einige Sorten werden sehr groß, etwa Fargesia papyrifera 'Blue Dragon', der eine Höhe von 6 m erreichen kann. Andere bleiben deutlich niedriger, wie Fargesia nitida 'Volcano', der nicht höher als 2 m wird. Überlegen Sie, welche Höhe Ihre Hecke haben soll.

Alles Wissenswerte zur Kultur von Bambus erfahren Sie in unserem Ratgeber Bambus: pflanzen, schneiden und pflegen.

Bevor Sie Bambus kaufen und pflanzen, lesen Sie auch diesen hilfreichen Ratgeber: Bambushecke: Welche Sorte wählen?

Bambushecke: Sorten und Arten
Phyllostachus aureaosulcata und Bambusa oldhamii (© Forest and Kim Starr): ausläuferbildend oder wenig winterhart – treffen Sie die richtige Wahl!

Den Standort der Bambushecke auswählen

Bevor Sie Ihre Bambushecke pflanzen, müssen Sie sorgfältig den passenden Standort auswählen. Entscheiden Sie sich für einen Platz mit ausreichend Sonnenlicht. Berücksichtigen Sie außerdem die vorherrschende Windrichtung und die Nähe zu bereits vorhandenen Strukturen wie Zäunen oder Gebäuden.

Bei ausläuferbildendem Bambus sorgt ein Pflanzabstand von 1 bis 1,5 m für ein schnelles und dichtes Wachstum. So entsteht innerhalb kurzer Zeit eine üppige Hecke. Bei nicht ausläuferbildendem Bambus empfiehlt sich ein Abstand von 1,5 bis 2 m, da diese Sorten eher kompakte Horste bilden. Die benötigte Pflanzenzahl lässt sich einfach berechnen, indem Sie die geplante Gesamtlänge der Hecke durch den gewählten Pflanzabstand teilen. Für eine 15 m lange Hecke mit einem Abstand von 1,5 m benötigen Sie beispielsweise etwa 10 Pflanzen.

Bambushecke anlegen und pflanzen
Ein ausreichend sonniger Standort ist entscheidend.

Wann pflanzen Sie Bambus?

Das Frühjahr, von März bis Mai, ist in gemäßigten Regionen meist der ideale Pflanzzeitpunkt. Der Boden erwärmt sich jetzt, was das Anwachsen der Wurzeln fördert. Auch der Herbst, von September bis November, eignet sich gut. Der Boden ist noch warm, und häufige Niederschläge helfen den Pflanzen beim Anwachsen.

In Regionen mit strengen Wintern pflanzen Sie jedoch besser im Frühjahr, sobald keine Frostgefahr mehr besteht. Vermeiden Sie eine späte Herbstpflanzung, da die Pflanzen möglicherweise nicht genügend Zeit haben, vor dem ersten Frost einzuwurzeln.

Den Boden vorbereiten

Eine gute Bodenvorbereitung ist entscheidend für das gesunde und kräftige Wachstum Ihrer Bambushecke. Entfernen Sie zunächst sorgfältig das Unkraut aus dem vorgesehenen Pflanzbereich. Beseitigen Sie alle Unkräuter und Pflanzenreste, damit sie nicht mit dem Bambus um Nährstoffe und Wasser konkurrieren. Lockern Sie den Boden anschließend mit dem Spaten oder einer Grabegabel 30 bis 40 cm tief. So wird der Boden belüftet, und die Wurzeln können leichter eindringen.

Bambus gedeiht meist in einem nährstoffreichen, gut durchlässigen und leicht sauren Boden. Arbeiten Sie reifen Kompost oder gut verrotteten Stallmist ein, um die Bodenqualität zu verbessern. Diese organischen Materialien liefern Nährstoffe, verbessern die Bodenstruktur und fördern eine gute Feuchtigkeitsspeicherung, ohne den Wasserabzug zu beeinträchtigen. Ist Ihr Boden von Natur aus lehmig oder schwer, verbessern Sie die Drainage mit grobem Sand. Bei einem zu sauren Boden können Sie den pH-Wert mit Dolomitkalk anheben.

Für Bambus liegt der ideale pH-Wert des Bodens zwischen 6,0 und 6,5. Führen Sie bei Bedarf einen pH-Test durch, um festzustellen, ob eine Anpassung erforderlich ist.

Bambus für eine Hecke
Wie bei jeder Pflanzung sollten Sie einen nährstoffarmen Boden gezielt verbessern, zum Beispiel mit Kompost.

Bambus pflanzen

  1. Pflanzlöcher vorbereiten:
    • Heben Sie Pflanzlöcher aus, die doppelt so breit wie der Wurzelballen des Bambus und etwas tiefer sind.
    • Achten Sie darauf, dass der Abstand zwischen den Pflanzlöchern dem geplanten Pflanzabstand entspricht.
  2. Pflanzen einsetzen:
    • Nehmen Sie den Bambus vorsichtig aus dem Pflanzgefäß, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden.
    • Setzen Sie jede Pflanze in ihr Pflanzloch. Die Oberseite des Wurzelballens sollte auf Höhe des Bodens liegen.
  3. Pflanzlöcher auffüllen:
    • Füllen Sie die Pflanzlöcher mit dem gelockerten Boden auf. Mischen Sie ihn nach Möglichkeit mit Kompost, um den Boden anzureichern.
    • Drücken Sie den Boden rund um die Pflanzenbasis leicht an, um Lufteinschlüsse zu beseitigen.
  4. Angießen:
    • Gießen Sie jede Pflanze nach dem Pflanzen reichlich, damit die Wurzeln guten Kontakt zum Boden bekommen.
    • Das Angießen beseitigt außerdem verbleibende Lufteinschlüsse.
  5. Mulchen:
    • Bringen Sie rund um die Basis jeder Pflanze eine Schicht organischen Mulch aus. Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden, hemmt das Unkrautwachstum und sorgt für eine gleichmäßige Bodentemperatur.
  6. Pflege nach der Pflanzung:
    • Kontrollieren Sie in den ersten Wochen die Bodenfeuchtigkeit und gießen Sie regelmäßig, besonders bei Trockenheit.
    • Verzichten Sie unmittelbar nach der Pflanzung auf Kunstdünger, damit die jungen Wurzeln keinen Schaden nehmen.
Bambushecke: Tipps

Und was ist mit einer Rhizomsperre?

Die Installation einer Rhizomsperre ist beim Anlegen einer Bambushecke besonders wichtig. Das gilt vor allem für ausläuferbildende Sorten, die sich schnell ausbreiten können. Die Rhizomsperre begrenzt das Wachstum der Rhizome und verhindert, dass der Bambus unerwünschte Bereiche Ihres Gartens oder das Grundstück Ihrer Nachbarn erobert.

  1. Die richtige Rhizomsperre auswählen:
    • Wählen Sie ein robustes Material wie hochdichtes Polyethylen mit einer Stärke von mindestens 2 mm.
    • Die Rhizomsperre sollte ausreichend hoch sein, meist 60 bis 70 cm, damit die Rhizome nicht darüber hinwegwachsen.
  2. Den Graben vorbereiten:
    • Heben Sie rund um den Pflanzbereich einen Graben aus, der etwas tiefer als die Rhizomsperre ist.
    • Der Graben muss breit genug sein, damit Sie die Rhizomsperre bequem einsetzen können.
  3. Die Rhizomsperre einsetzen:
    • Setzen Sie die Rhizomsperre senkrecht und standsicher in den Graben ein.
    • Lassen Sie die Rhizomsperre einige Zentimeter über das Bodenniveau hinausragen, damit die Rhizome nicht darüber hinwegwachsen.
  4. Die Rhizomsperre befestigen:
    • Fixieren Sie die Rhizomsperre mit Klammern oder Pflöcken am Boden, damit sie sicher an ihrem Platz bleibt.
    • Achten Sie auf dicht verschlossene Verbindungsstellen. Verwenden Sie dafür widerstandsfähiges Klebeband oder spezielle Clips für Rhizomsperren.
  5. Den Graben auffüllen:
    • Füllen Sie den Boden rund um die Rhizomsperre wieder auf und verdichten Sie ihn sorgfältig, um Lufteinschlüsse zu beseitigen.
    • Achten Sie darauf, dass keine Lücke bleibt, durch die Rhizome unter der Rhizomsperre hindurchwachsen können.
Bambushecke mit Rhizomsperre
Bambus, eingefasst mit einer Rhizomsperre (© Gwenaëlle David)

Benötigtes Material

  • Spaten: zum Ausheben der Pflanzlöcher.
  • Rhizomsperre oder Wurzelsperre: widerstandsfähiges Material wie hochdichtes Polyethylen, um die Ausbreitung der Rhizome zu begrenzen.
  • Clips für Rhizomsperren: zum Abdichten der Verbindungsstellen.
  • Klammern oder Pflöcke: zur Befestigung der Rhizomsperre am Boden.
  • Maßband oder Richtschnur: zum Messen und Markieren des Abstands zwischen den Pflanzen.