Als umweltbewusster Gärtner fragen Sie sich vielleicht, ob Sie Ihre Aussaat in biologisch abbaubaren Töpfen vornehmen sollten? Damit liegen Sie richtig! Diese Gefäße, die sich im Boden zersetzen, bieten eine ökologische und praktische Lösung für das Wachstum junger Pflanzen. Sie erleichtern das Umpflanzen, ohne die empfindlichen Wurzeln zu stören, reichern den Boden während ihrer Zersetzung mit Nährstoffen an und fördern eine nachhaltige Gartenpraxis.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche verschiedenen biologisch abbaubaren Töpfe es gibt, wie Sie darin Samen aussäen und wie Sie Ihre Sämlinge problemlos ins Freiland oder in größere Gefäße pflanzen – und dabei zugleich die Umwelt schonen.

Die verschiedenen Arten biologisch abbaubarer Töpfe
Biologisch abbaubare Töpfe werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Jedes Material hat besondere Vor- und Nachteile.
Torftöpfe
Diese Töpfe halten die Feuchtigkeit gut und versorgen die Pflanzen mit Nährstoffen. Ihre Verwendung ist jedoch wegen der Umweltbelastung durch den Torfabbau umstritten.
Töpfe aus Zellulose oder Recyclingpapier
Sie sind leicht und kostengünstig und eignen sich hervorragend für die Aussaat im Haus. Sie sorgen für eine gute Belüftung, können sich jedoch schnell zersetzen und müssen vorsichtig gehandhabt werden.
Einige Töpfe aus Zellulose können nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) zertifiziert sein. Dieses Siegel garantiert, dass die für ihre Herstellung verwendete Zellulose aus nachhaltig und verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt.
Töpfe aus Mais- oder Kartoffelstärke
Diese Töpfe sind biologisch abbaubar und bieten eine nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen. Im Boden zersetzen sie sich wirksam, sind jedoch möglicherweise weniger feuchtigkeitsbeständig und weniger widerstandsfähig bei häufigem Umsetzen.
Töpfe aus Pflanzenfasern
Töpfe aus Pflanzenfasern werden aus natürlichen Materialien wie Kokosfasern, Stroh, Bambus, Reisschalen sowie Flachs oder Hanf hergestellt. Jedes dieser Materialien bietet besondere Vorteile in Bezug auf Haltbarkeit, Belüftung und biologische Abbaubarkeit. Dadurch eignen sich diese Töpfe besonders gut für umweltfreundliches Gärtnern. Um die Umweltbelastung zu verringern, bevorzugen Sie jedoch regionale Materialien wie Flachs, Hanf und Stroh.
Biologisch abbaubare Töpfe für die Aussaat vorbereiten
1- Wählen Sie eine Aussaaterde, die speziell auf die Aussaat abgestimmt ist und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Feuchtigkeitsspeicherung und Drainage bietet.
2- Füllen Sie die Töpfe vorsichtig mit dem Substrat. Drücken Sie es nicht zu stark an, damit die Luft gut zirkulieren kann. Lassen Sie am oberen Rand etwa einen Zentimeter frei, um das Gießen zu erleichtern.
3- Befeuchten Sie das Substrat leicht mit Wasser auf Zimmertemperatur, idealerweise mit Regenwasser.
4- Säen Sie die Samen entsprechend den Angaben auf der Saatgutpackung zur Saattiefe und zum Abstand aus. In der Regel säen Sie zwei bis drei Samen pro Topf aus, um die Keimung abzusichern.
5- Bedecken Sie die Samen leicht mit Substrat und drücken Sie es vorsichtig an, damit ein guter Kontakt mit der Erde entsteht.
6- Stellen Sie die Töpfe schließlich an einen warmen, hellen Standort mit einer Temperatur von etwa 20 °C. Vermeiden Sie direkte Sonne, damit die Samen gut keimen.

Pflege der Sämlinge
Halten Sie das Substrat während des Wachstums feucht, ohne es zu durchnässen. Verwenden Sie idealerweise eine Sprühflasche, um die Erde leicht zu befeuchten. Achten Sie darauf, den Topf nicht zu stark zu wässern.
Biologisch abbaubare Töpfe trocknen schneller aus als Kunststofftöpfe. Passen Sie die Gießhäufigkeit entsprechend an. Prüfen Sie dazu die Oberfläche des Substrats: Fühlt sie sich trocken an, ist es Zeit zu gießen.
Sämlinge umpflanzen
Wann sollten Sie Ihre Sämlinge umpflanzen?
Die Sämlinge können umgepflanzt werden, sobald ihre Wurzeln begonnen haben, den Topf auszufüllen. Manchmal sind bereits einzelne Wurzeln zu sehen, die aus dem Topf herauswachsen.
Ein weiterer guter Hinweis sind mehrere Paare echter Blätter – nicht die Keimblätter, also die ersten Blätter, die erscheinen. Das zeigt in der Regel, dass die Pflanze ein ausreichend kräftiges Wurzelsystem entwickelt hat, um das Umpflanzen zu verkraften.

Wie pflanzen Sie Ihre Sämlinge um?
Der Vorteil biologisch abbaubarer Töpfe besteht darin, dass Sie sie direkt in den Boden pflanzen können. Dadurch werden die Wurzeln möglichst wenig gestört.
Falls Sie den Topf aus irgendeinem Grund entfernen müssen, gehen Sie vorsichtig vor, damit Sie die Wurzeln nicht beschädigen.
1- Heben Sie im Gartenboden oder in einem größeren Topf ein Pflanzloch aus, das groß genug für den Sämling und sein Wurzelsystem ist.
Tipp: Sie können den Topf kurz in eine Schale mit Wasser tauchen, um seine Zersetzung im Boden zu beschleunigen.
2- Setzen Sie den Sämling mitsamt Topf vorsichtig in das Pflanzloch. Füllen Sie es mit Erde auf und drücken Sie diese rund um den Pflanzenfuß leicht an, damit ein guter Kontakt mit dem Boden entsteht.
3- Gießen Sie und halten Sie den Boden feucht, aber nicht durchnässt. So können sich die Wurzeln in ihrer neuen Umgebung gut entwickeln.
4- Bringen Sie idealerweise eine Mulchschicht rund um den Pflanzenfuß aus. Sie hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren und die Wurzeln vor Temperaturschwankungen zu schützen.
Wenn Sie diese Schritte befolgen und die Belastung für die Pflanzen beim Umpflanzen möglichst gering halten, erleichtern Sie ihnen den Übergang und fördern ein gesundes Wachstum in ihrer neuen Umgebung.
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