Mit ihren duftenden Trauben aus violetten, weißen oder sogar rosafarbenen Blüten sind Glyzinien eine der schönsten Lobeshymnen auf den nahenden Frühling! Diese üppigen Kletterpflanzen lassen sich im gesamten französischen Staatsgebiet kultivieren. Damit Sie sie im Garten vermehren und mit wenig Aufwand einen duftenden Tunnel oder Bogen gestalten können, zeigen wir Ihnen in diesem Ratgeber die beste Methode: das Absenken!

Warum sollten Sie den Blauregen durch Absenken vermehren?
Sie können im März versuchen, einen Blauregen zu pfropfen. Diese Technik ist jedoch nicht unbedingt für jeden einfach. Auch die Stecklingsvermehrung mit Fußstecklingen im Spätsommer ist bei dieser schönen Kletterpflanze möglich. Wir empfehlen dennoch das Absenken, weil sich Blauregen häufig ganz von selbst absenkt, wenn seine Triebe den Boden berühren. Außerdem ist dies die schnellste Methode zur Vermehrung: Schon nach einem Jahr wächst eine neue Pflanze aus dem Boden. Auch wenn der Begriff „Absenken“ zunächst kompliziert klingt, ist das Verfahren zuverlässig und gelingt immer. Die Verbindung zur Mutterpflanze hilft dem neuen Trieb entscheidend dabei, Wurzeln zu bilden.
Hinweis: Das Pfropfen führt beim Blauregen nach dem Auspflanzen zwar zur schnellsten Blüte. Das Absenken liefert jedoch ebenfalls zufriedenstellende Ergebnisse.
Lassen sich alle Blauregen durch Absenken vermehren?
Ja! Chinesischer Blauregen (Wisteria sinensis) und japanischer Blauregen (Wisteria floribunda) lassen sich auf die gleiche Weise absenken.
Wann sollten Sie den Blauregen absenken?
Führen Sie das Absenken idealerweise im Mai, im Sommer oder zu Beginn des Herbstes durch, wenn die Triebe biegsam sind.
Wie senken Sie einen Blauregen ab?
Das Material
- eine Hacke
- ein desinfiziertes Pfropfmesser
- ein U-förmiger Haken, ein Stein oder ein großer Kiesel
- etwas Sand, um das Substrat aufzulockern
- ein kleiner Stützstab (optional)
Die Technik
- Wählen Sie einen der längsten Triebe aus, der aus dem unteren Bereich des Blauregens wächst. Der Trieb muss gesund und kräftig sein.
- Bereiten Sie den Absenker vor: Entfernen Sie die kleinen Blätter vom Trieb, und zwar auf der gesamten Länge, die in die Erde kommt, also auf etwa 20 bis 30 cm. Ritzen Sie den Trieb anschließend oberflächlich ein, damit er leichter Wurzeln bildet.
- Lockern Sie den Boden gründlich, und entfernen Sie Unkräuter sowie vorhandene Wurzeln. Ziehen Sie eine 5 bis 10 cm tiefe Furche, in die Sie den Trieb legen.
- Bringen Sie den vorbereiteten Triebabschnitt mit der Erde in Kontakt. Neigen Sie den Trieb so weit, dass er gut bedeckt werden kann. Bedecken Sie ihn mit einer Schicht Erde, die Sie mit Blumenerde angereichert und mit etwas Sand aufgelockert haben. Drücken Sie die Erde leicht an.
- Befestigen Sie den Absenker mit einem Haken oder, falls nötig, mit einem großen Stein.
- Richten Sie das oberirdische Triebende auf und binden Sie es gegebenenfalls an einem kleinen Stützstab fest (50 cm).
- Gießen Sie während der gesamten Bewurzelungszeit regelmäßig, aber nicht zu viel. Der Boden darf nicht austrocknen. Die Wurzeln entwickeln sich nur, wenn die Erde feucht bleibt.
- Nach einem Jahr hat der Trieb Wurzeln gebildet. Um dies zu überprüfen, achten Sie auf neue Triebe an der abgesenkten Jungpflanze.
- Dann können Sie die neue Jungpflanze von der Mutterpflanze „absetzen“. Durchtrennen Sie dazu den Trieb an der Stelle, an der er in den Boden eingewachsen ist.
- Pflanzen Sie den bewurzelten Absenker in einen Topf oder an seinen endgültigen Standort.
Sie können mit den biegsamen Trieben des Blauregens auch mehrere Absenker an einem einzigen langen Trieb bilden. So gewinnen Sie mehrere Jungpflanzen zum Auspflanzen, etwa für ein geplantes Tunnel- oder Bogenprojekt.

- Möchten Sie mehr über die Technik des Absenkens erfahren? Folgen Sie den Tipps von Alexandra.
- In unserem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie viel mehr über den Blauregen: Blauregen: pflanzen, schneiden und kombinieren. Entdecken Sie den Blauregen außerdem in unserer Sommerserie: Wandernde Pflanzen: der Chinesische Blauregen.
- Es gibt noch weitere Pflanzen, die sich leicht absenken lassen! Lesen Sie unseren Ratgeber: 6 Kletterpflanzen, die sich leicht absenken lassen.
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