Fuchsien erhellen die schattigen Bereiche des Gartens den ganzen Sommer über mit ihren kleinen, herabhängenden und farbenfrohen Glockenblüten. Diese Stauden können verschiedene Wuchsformen haben: buschig, überhängend, ausladend oder als Hochstämmchen. In diesem Fall bildet die Fuchsie einen aufrechten, geraden Stamm, der in einer rundlichen Blätterkrone endet. Damit wird sie zu einem echten kleinen Hochstämmchen-Strauch, der sowohl im Garten als auch im Topf für schönes Volumen und eine dekorative Note sorgt.

Diese recht einfache Technik lässt sich zu Hause durchführen. Sie erfordert vor allem Geduld, damit ein schönes Exemplar entsteht. Befolgen Sie daher unsere Anleitung, um zu erfahren, wie Sie Ihre Fuchsie zum Hochstämmchen erziehen, und beachten Sie unsere Pflegetipps.

Welche Sorten eignen sich für ein Fuchsien-Hochstämmchen?

Für ein Fuchsien-Hochstämmchen bevorzugen Sie aufrechte, kräftig wachsende Sorten mit straffem Wuchs. Idealerweise sollten sie eine Höhe von mindestens 50 bis 75 cm erreichen. Wählen Sie die Sorte vor allem nach der gewünschten Endhöhe Ihres Hochstämmchens aus. Vermeiden Sie dagegen ausladende Sorten, die breiter als hoch wachsen, und Kletterpflanzen, deren Zweige unbedingt gestützt werden müssen.

Geeignet sind zum Beispiel:

Wählen Sie eine gesunde Jungpflanze mit einem gut aufrecht wachsenden Mitteltrieb. Sie kann aus einer gekauften Topfpflanze stammen oder durch Stecklinge vermehrt worden sein.

Hochstämmchen-Strauch
Geeignete Exemplare für die Erziehung zum Hochstämmchen: Fuchsia magellanica var. gracilis, Fuchsia 'Mrs Popple' und Fuchsia 'Marjory Black'

Wann wird die Fuchsie zum Hochstämmchen erzogen?

Der ideale Zeitraum, um eine Fuchsie zum Hochstämmchen zu erziehen, liegt in der Vegetationsperiode, vom späten Frühjahr bis zum Ende des Sommers (von Ende Mai bis Anfang September).

Die einzelnen Schritte zum Rückschnitt und zur Erziehung eines Fuchsien-Hochstämmchens

Das Anbinden

Um eine schöne Fuchsie mit Stamm zu erhalten, binden Sie im ersten Schritt den Mitteltrieb an einen Stab, damit er gerade und aufrecht wächst.

  • Wählen Sie einen Stab, der höher ist als die gewünschte Endhöhe Ihres Stammes.
  • Stecken Sie ihn vorsichtig in das Substrat Ihrer Fuchsie, etwa 5 bis 10 cm vom Pflanzenfuß entfernt.
  • Binden Sie den Haupttrieb auf mehreren Höhenstufen mit Bindematerial an, etwa alle 5 cm. Er soll stabil stehen, darf aber nicht zu fest angebunden werden, damit der Pflanzensaft weiterhin zirkulieren kann.
  • Fügen Sie während des Wachstums weitere Bindungen hinzu, damit sich der Trieb in die Höhe entwickeln kann.
  • Lockern Sie auch die älteren Bindungen, damit der Trieb dicker werden kann und nicht eingeschnürt wird.

Der Rückschnitt

Um einen Strauch zum Hochstämmchen zu erziehen, besteht der zweite Schritt darin, die neuen Seitentriebe regelmäßig zu entfernen, damit der Pflanzensaft nach oben fließen kann.

  • Schneiden Sie mit einer Gartenschere oder von Hand alle neuen Seitentriebe ab, sobald sie etwa 10 cm lang sind. Sie können das Schnittgut für Stecklinge verwenden. Eine Anleitung finden Sie in unserem Tutorial „Fuchsien vermehren“.
  • Entfernen Sie außerdem alle Wurzelschösslinge, die aus dem Wurzelstock wachsen.
  • Lassen Sie die Blätter am Mittelstamm wachsen, damit die Photosynthese stattfinden kann.
  • Behalten Sie 4 bis 6 Zweige am oberen Ende des Stammes. Sie bilden die Krone.
  • Sobald die gewünschte Höhe erreicht ist, kneifen Sie die Spitze des Mitteltriebs mit den Fingernägeln ab, um das weitere Wachstum zu stoppen.
  • Kürzen Sie die Zweige der Krone auf eine einheitliche Länge, damit eine ausgewogene und kompakte Krone entsteht. Für eine gleichmäßige Krone können Sie den Topf Ihrer Fuchsie einmal pro Woche um etwa ¼ Umdrehung drehen.

Je nach Wachstum Ihrer Fuchsie und den Kulturbedingungen erhalten Sie Ihr Hochstämmchen nach etwa 1 bis 2 Jahren. Sobald die Pflanze gut geformt und ausreichend stabil ist, können Sie den Stab und die Bindungen entfernen.

Strauch
Buschig wachsende Fuchsien lassen sich zum Hochstämmchen erziehen

Der Standort

Stellen Sie den Topf Ihrer Fuchsie als Hochstämmchen vom Frühjahr bis zum Herbst ins Freie, solange keine Frostgefahr besteht. Wählen Sie einen hellen, aber eher halbschattigen Standort, der unbedingt vor direkter Sonneneinstrahlung und vorherrschenden Winden geschützt ist.

Das benötigte Material

Für die Erziehung einer Fuchsie zum Hochstämmchen benötigen Sie nur wenig Material:

Die Pflege des Fuchsien-Hochstämmchens

Das Umtopfen oder Auspflanzen

Nach 2 bis 3 Jahren ist Ihre Fuchsie als Hochstämmchen normalerweise groß und kräftig genug, um in ein größeres Gefäß umgetopft zu werden. Wählen Sie ein ausreichend schweres und stabiles Gefäß, das durch die Wuchsform Ihrer Fuchsie nicht aus dem Gleichgewicht geraten kann.

Sie können das Hochstämmchen auch ins Freiland pflanzen.

Der Rückschnitt

Entfernen Sie am Ende des Winters, bevor die Vegetation wieder einsetzt, neue Seitentriebe, vertrocknete oder beschädigte Triebe sowie Wurzelschösslinge.

Entfernen Sie während der Blütezeit nach und nach die verblühten Blumen.

Das Gießen

Die Fuchsie benötigt stets frische Erde, die feucht, aber nicht nass sein sollte. Gießen Sie regelmäßig, sobald das Substrat in den oberen 2 cm trocken ist. Während der Vegetationsperiode gießen Sie je nach Wetterlage ein- bis mehrmals pro Woche.

Verwenden Sie vorzugsweise Regenwasser, da es weniger Kalk und Chlor enthält als Leitungswasser.

Wenn Sie einen Untersetzer unter das Gefäß gestellt haben, leeren Sie ihn etwa 20 Minuten nach dem Gießen.

Gießen
Die Fuchsie benötigt relativ häufiges Gießen

Die Düngung

Fuchsien sind recht nährstoffbedürftige Pflanzen und schätzen humusreiche Böden.

Geben Sie während der gesamten Vegetationsperiode, vom späten Frühjahr bis zum Ende des Sommers, regelmäßig Dünger. Im ersten Jahr bevorzugen Sie einen stickstoffreichen Dünger, um das Wachstum zu fördern. In den folgenden Jahren verwenden Sie einen ausgewogeneren Dünger, der auch die Blüte anregt. Greifen Sie zu einem Dünger für Balkonkästen und Topfpflanzen oder einem Spezialdünger für Storchschnabel und Blütenpflanzen.

Dosieren Sie den Dünger entsprechend den Anwendungshinweisen auf der Verpackung.

Sie können auch organische Dünger wie gut verrotteten Kompost oder Mist verwenden. Arbeiten Sie diese im Frühjahr leicht in die oberste Bodenschicht ein.

Die Überwinterung

Fuchsien sind nicht besonders winterhart. Vor allem im Topf kultivierte Sorten und Fuchsien-Hochstämmchen reagieren noch empfindlicher auf Frost. Holen Sie Ihre Fuchsie daher vor dem Ende des Herbstes in einen frostfreien, aber ungeheizten Raum wie ein Gewächshaus oder einen Wintergarten. Die Temperatur sollte dort etwa 5 bis 10 °C betragen.

Wenn Ihre Fuchsie als Hochstämmchen im Freiland wächst, sollten Sie sie ausgraben, außer in Regionen mit milden, frostarmen Wintern. Heben Sie das Wurzelsystem mit dem Wurzelballen aus der Erde und setzen Sie es in ein Gefäß, das Sie geschützt aufstellen.

Reduzieren Sie das Gießen auf etwa einmal alle 15 Tage und stellen Sie die Düngung ein.

Weitere Tipps finden Sie im Artikel „Fuchsie: Wie überwintert man sie?“.