Die bezaubernden, hängenden Glockenblüten der Fuchsien kann man einfach immer wieder bewundern. Ob Weiß, Rosa, Mauve, Rot oder Violett: Sie schmücken Ampeln und Töpfe auf der Terrasse ebenso wie Beete und Rabatten im Garten. Außerdem erfreuen sie mit einer langen Blütezeit von Juni bis Oktober. Die Fuchsie ist leicht zu kultivieren und lässt sich schnell und einfach durch Stecklingsvermehrung vermehren. Erfahren Sie in unserer Anleitung und mit unseren Tipps, wie Sie eine Fuchsie durch Stecklingsvermehrung vermehren.

Wann vermehren Sie die Fuchsie durch Stecklinge?

Die Stecklingsvermehrung von Fuchsien erfolgt hauptsächlich im August, indem Sie Stecklinge unter gespannter Luft bewurzeln. Man spricht auch von „ausgereiften“ Stecklingen. Die Sonneneinstrahlung und die Wärme dieser Jahreszeit fördern eine gute Wurzelbildung. Dadurch erzielen Sie in diesem Zeitraum besonders gute Ergebnisse.

Sie können außerdem das Auskneifen der Fuchsien ab Juni nutzen, um Stecklinge zu gewinnen. Genau diese Technik wird in dieser Anleitung verwendet.

Das benötigte Material

Für die Stecklingsvermehrung Ihrer Fuchsie benötigen Sie:

  • einen oder mehrere Töpfe beziehungsweise große Anzuchttöpfe, vorzugsweise biologisch abbaubar
  • einen Bleistift
  • eine Sprühflasche
  • eine Gartenschere (vor der Verwendung gereinigt und desinfiziert, um die Übertragung von Krankheiten zwischen den Pflanzen zu vermeiden)
  • eine Anzuchtglocke, eine Plastikflasche, einen Plastikbeutel oder ein Mini-Gewächshaus zum Abdecken der Stecklinge
  • Aussaat- und Pikiererde oder eine Mischung aus 2/3 Torf und 1/3 Gartensand
  • Blähton
  • optional: ein Wurzelaktivator

Wie vermehren Sie eine Fuchsie unter gespannter Luft?

1- Geben Sie Blähton in einer 2 bis 3 cm dicken Schicht auf den Topfboden. So kann das Wasser besser ablaufen.

2- Füllen Sie den Topf anschließend bis 2 cm unter den Rand mit Aussaaterde und drücken Sie sie leicht mit der Hand an.

3- Bohren Sie mit dem Bleistift ein 1 bis 2 cm tiefes Pflanzloch.

4- Befeuchten Sie die Blumenerde mit der Sprühflasche, vorzugsweise mit Regenwasser. Das Substrat sollte feucht, aber nicht durchnässt sein.

Bohren Sie ein 1 bis 2 cm tiefes Pflanzloch und befeuchten Sie die Blumenerde

5- Schneiden Sie an Ihrer Fuchsie Triebspitzen ab, die möglichst keine Blüten tragen. Sie sollten 4 bis 10 cm lang sein und 3 bis 4 Blattknoten aufweisen. Damit mindestens ein Steckling sicher anwächst, empfehlen wir Ihnen, 4 bis 5 Fuchsienstecklinge zu schneiden.

6- Entfernen Sie mit der Gartenschere vorhandene Blüten und Blütenknospen.

7- Entfernen Sie die unteren Blätter des Stecklings und lassen Sie nur die Hälfte der oberen Blätter stehen. Zu viele Blätter würden den Steckling durch die Verdunstung über das Laub schwächen.

So vermehren Sie eine Fuchsie durch Stecklinge

Hier wurde der Trieb von einer jungen Fuchsie entnommen, die Sie auskneifen möchten. Das hat zwei Vorteile: Sie gewinnen einen Steckling, und die ausgekniffene Fuchsie bildet zwei Triebe und damit mehr Blüten.

8- Optional: Für ein optimales Ergebnis können Sie die Basis des Triebs vorsichtig in ein Bewurzelungshormon tauchen. Es fördert die Wurzelbildung.

9- Pflanzen Sie den Trieb in den Topf.

10- Drücken Sie die Blumenerde rund um den Steckling an, damit er aufrecht stehen bleibt.

10- Stellen Sie eine Anzuchtglocke über den Trieb. Alternativ können Sie eine Plastikflasche ohne Boden oder einen durchsichtigen Beutel verwenden, den Sie mit Stäben abstützen. Die Glocke hält die Luft um die Stecklinge feucht und fördert so die Wurzelbildung. Achten Sie darauf, dass Trieb und Blätter die Glocke nicht berühren. Andernfalls können sich Schimmelpilze bilden! 

Pflanzen Sie den Trieb ein und setzen Sie eine Anzuchtglocke darüber (hier der obere Teil einer Plastikflasche), um einen Steckling unter gespannter Luft zu bewurzeln

11- Gießen Sie regelmäßig, damit die Blumenerde stets leicht feucht bleibt, aber nicht zu nass ist. Heben Sie die Glocke alle 3 bis 4 Tage für eine halbe Stunde an, um die Luft auszutauschen.

12- Stellen Sie den Topf an einen hellen Ort, aber nicht in die pralle Sonne.

13- Im Gegensatz zu Sträuchern bilden Fuchsien sehr schnell Wurzeln. Nach 2 bis 3 Wochen sollten Sie neue Blätter sehen. Sie sind ein Zeichen für die Wurzelbildung. Ja, das geht wirklich sehr schnell! Dann können Sie die Glocke entfernen.

14- Wenn Ihr Fuchsiensteckling in einem biologisch abbaubaren Anzuchttopf steht, können Sie ihn anschließend mitsamt Topf ins Freiland pflanzen. Der biologisch abbaubare Anzuchttopf verhindert den Stress des Umtopfens. Sie können den Steckling auch in einen Topf, einen Pflanzkübel oder eine Ampel umtopfen.

Pflege junger Fuchsien

  • Wenn die Sorte Ihrer jungen Fuchsie nur bedingt winterhart ist, schützen Sie sie im Winter vor Kälte. Stellen Sie sie dafür in einen hellen, unbeheizten Raum oder in ein ungeheiztes Gewächshaus.
  • Schneiden Sie die Fuchsie am Ende des Winters und zu Beginn des Frühjahrs auf die Hälfte ihrer Höhe zurück.
  • Bei Fuchsien im Topf: Geben Sie im Frühjahr und während der Blütezeit alle 15 Tage Flüssigdünger (zum Beispiel Geraniendünger). Verwenden Sie keinen zu stickstoffreichen Dünger, da er die Blüte einschränken kann.
  • Bei Fuchsien im Freiland: Verteilen Sie im Frühjahr gut ausgereiften Kompost rund um den Fuß der Pflanze. Blutmehl oder Hornspäne erzielen gute Ergebnisse, wenn Sie sie durch leichtes Einharken in den Boden einarbeiten.
  • Kneifen Sie im Juni die Triebe aus, damit die Fuchsie üppig blüht.

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