Der in Gärten und auf Brachland sehr häufige Holunder wird zwar oft nicht besonders geschätzt, ist für Gartenbesitzer jedoch sehr nützlich.
Der Holunder ist ein sommergrüner Pionierstrauch mit weißer Frühjahrsblüte, die zahlreiche Bienen und andere Bestäuber anlockt. Im Sommer trägt er essbare Früchte, die bei Vögeln sehr beliebt sind.
Früher wurde der Holunder sehr geschätzt. Sie können seine medizinisch wertvollen Blüten und seine Beeren, aus denen sich köstliche Konfitüren herstellen lassen, verwenden. Auch seine Blätter sind im Gemüsegarten, im Obstgarten und im Ziergarten nützlich.
Holunderblätter lassen sich für verschiedene Zubereitungen verwenden. Hier geht es um die Herstellung einer Jauche.

Sambucus nigra
Was ist Holunderjauche?
Zunächst stellt sich die Frage: Was ist Pflanzenjauche? Dabei handelt es sich um einen Pflanzenauszug, der mehrere Tage lang in Wasser mazeriert, normalerweise etwa zwei Wochen.
Der Vorteil einer Jauche gegenüber anderen Zubereitungen wie Aufgüssen oder Abkochungen besteht darin, dass sie lange haltbar ist und mehrere Monate aufbewahrt werden kann. Außerdem wächst Holunder sehr häufig, sodass sich das Ausgangsmaterial leicht beschaffen lässt.
Frische Holunderblätter riechen sehr stark und für manche Menschen etwas unangenehm. Nach dem Mazerieren erhalten Sie eine übelriechende, vergorene Mischung, die unter anderem gegen verschiedene Schädlinge abschreckend wirkt: gegen Maulwurf, Schermaus, Wühlmaus, Blattlaus und Raupe.
Wann stellen Sie Holunderjauche her?
Sie können diese Jauche vom Frühjahr bis zum Herbst herstellen, solange der Strauch Blätter trägt.
Wie stellen Sie Holunderjauche her?
Sie benötigen:
- 1 kg frische Holunderblätter
- 10 l Wasser
- Ein Kunststoffgefäß mit Deckel
Verwenden Sie vorzugsweise Regenwasser. Wenn Ihnen kein Regenwasser zur Verfügung steht, lassen Sie Leitungswasser vor der Herstellung der Jauche einige Stunden an der frischen Luft stehen. Durch das Verdunsten des Chlors kann die Gärung besser ablaufen.
Verwenden Sie für die Herstellung der Jauche keinen Metalleimer. Während der Gärung könnte das Metall oxidieren.
Die einzelnen Schritte:
- Hacken oder schneiden Sie die Blätter und grünen Stängel in kleine Stücke. Je kleiner die Stücke sind, desto besser vergären sie.
- Gießen Sie die 10 l Regenwasser darüber und geben Sie alles in das Kunststoffgefäß.
- Verschließen Sie den Eimer mit dem Deckel und stellen Sie ihn in den Schatten, damit die Temperatur nicht zu stark ansteigt.
- Rühren Sie die Mischung täglich um, und zwar etwa zehn Tage lang, gegebenenfalls auch 15 Tage.
Nach ein bis zwei Tagen sollten sich Blasen bilden. Das zeigt, dass die Gärung begonnen hat. Wenn keine Blasen mehr aufsteigen, ist die Jauche fertig.
- Filtern Sie die Jauche und füllen Sie sie in einen lichtundurchlässigen, luftdicht verschlossenen Kunststoffkanister. So lagern Sie die Zubereitung optimal und erhalten ihre Wirksamkeit.

Bewahren Sie die Holunderjauche nach dem Filtern in einem Kanister auf, den Sie vor Licht geschützt lagern.
Bewahren Sie den Kanister an einem schattigen Ort auf, damit er keinen zu hohen Temperaturen ausgesetzt ist.
Eigenschaften
Holunderjauche kann sowohl vorbeugend als auch zur Behandlung eingesetzt werden. Je nach gewünschter Wirkung verwenden Sie sie verdünnt oder unverdünnt.
Holunderjauche ist vor allem für ihre abschreckende Wirkung bekannt. Ihr intensiver Geruch hält verschiedene Schädlinge im Garten fern, insbesondere Maulwürfe und Wühlmäuse. Diese kleinen Tiere können erhebliche Schäden verursachen. Wenn sie in Ihrem Garten zum Problem werden, greifen Sie statt zu chemischen Mitteln zu dieser natürlichen Lösung. Sie vertreibt Nagetiere und Maulwürfe, ohne sie zu töten.
Der unangenehme Geruch der Zubereitung soll außerdem eine insektenabwehrende Wirkung haben. Das bedeutet, dass er dazu beitragen kann, Insekten wie Erdflöhe, Blattläuse und Raupen fernzuhalten. Auch diese Schädlinge werden nicht getötet. Sie können die Jauche vorbeugend einsetzen, damit sich unerwünschte Insekten gar nicht erst ansiedeln, oder zur Behandlung bereits befallener Pflanzen.
Darüber hinaus kann Holunderjauche bei der Bekämpfung von Pilzkrankheiten eine große Hilfe sein. Im Garten können Sie sie beim Auftreten von Kraut- und Braunfäule, Mehltau oder Rost einsetzen. Dabei handelt es sich um besonders häufige Pilzerkrankungen.
Außerdem kann diese Jauche das Pflanzenwachstum stimulieren, da sie sehr reich an Stickstoff ist.
Verwendung als Vergrämungsmittel
Holunderjauche wird verwendet, um Maulwürfe und kleine Nagetiere wie Wühlmäuse und Schermäuse fernzuhalten, die manchmal ganze Kulturen verwüsten.
Arbeiten Sie dabei immer bei trockenem Wetter. Nach Regen verliert die Jauche ihre Wirkung. Sie müssen die Anwendung dann wiederholen.
Suchen Sie die Maulwurfshügel und entfernen Sie die Erde vom Hügel, um den Ausgang des Gangs freizulegen. Gießen Sie anschließend die Jauche hinein. Der Maulwurf sollte diesen Abschnitt des Gangs künftig meiden.
Bei Wühlmäusen und Schermäusen können Sie genauso vorgehen. Allerdings ist es schwieriger, die Eingänge ihrer Gänge zu finden. Gießen Sie deshalb Ihr Wurzelgemüse, das besonders anfällig für diese Schädlinge ist, mit verdünnter Jauche (1 l auf 10 l Wasser). So halten Sie die Tiere möglichst weit fern.

Links eine Wühlmaus, rechts eine Schermaus
Verwendung als Insektenschutzmittel
Der intensive Geruch der Holunderjauche ist ein Vorteil, wenn Sie Insekten fernhalten möchten.
Verdünnen Sie 1 l Jauche mit 10 l Wasser. Damit erzielen Sie eine vorbeugende Wirkung. Sprühen Sie die Mischung auf Pflanzen, die besonders anfällig für Insektenbefall sind, insbesondere auf Pflanzen, die durch Blattläuse, Erdflöhe oder Raupen gefährdet werden.
Wenn sich die Schädlinge bereits angesiedelt haben, verwenden Sie die Zubereitung unverdünnt. Nur so erzielen Sie eine Wirkung zur Behandlung. Sprühen Sie die Jauche einmal pro Woche auf die Pflanzen.
Ob vorbeugend oder zur Behandlung: Sprühen Sie ausschließlich bei trockenem Wetter.
Verwendung als Fungizid
Zu den Inhaltsstoffen des Holunders gehört ein Alkaloid – die Sambucin – mit pilzhemmenden Eigenschaften. Daher können Sie die Jauche beispielsweise gegen Kraut- und Braunfäule, Mehltau und Rost einsetzen, die zu den bekanntesten Pilzkrankheiten gehören.
Zur Vorbeugung sprühen Sie eine verdünnte Jauche auf die Blätter: Verwenden Sie 100 ml Jauche auf 1 l Wasser. Zur Behandlung können Sie die unverdünnte Jauche als feinen Sprühnebel auf die betroffenen Blätter auftragen.

Verdünnen Sie Ihre Holunderjauche mit Wasser, damit Sie sie versprühen können
Verwendung als Dünger
Um das Pflanzenwachstum anzuregen, können Sie verschiedene Dünger verwenden. Dank ihres hohen Stickstoffgehalts fördert Holunderjauche besonders das Wachstum der Blätter.
Verwenden Sie die Jauche für diesen Zweck verdünnt. Mischen Sie 1 l Jauche mit 10 l Wasser. Gießen Sie anschließend Pflanzen, die schwach wirken, mit dieser Mischung. Im Gemüsegarten eignet sie sich besonders für Blattgemüse.
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