Igel werden sowohl in der Stadt als auch auf dem Land immer seltener und sind möglicherweise sogar vom Aussterben bedroht. Dabei ist dieses niedliche Tier für die Biodiversität unverzichtbar und außerdem ein großer Verbündeter im Garten. Dieser eifrige Schneckenvertilger verdient unsere Hilfe, damit er sich in unseren Gärten wohl und sicher fühlt. Dazu braucht er einen geschützten Unterschlupf, in dem er gut überwintern kann. In unserer Anleitung erfahren Sie, wie Sie ganz einfach einen Unterschlupf für Igel im Garten bauen.

Warum ein Igelhaus bauen?
Der Igel braucht Schutz vor der Kälte, um während des Winters in Ruhe Winterschlaf zu halten. In der Natur findet er leicht einen geeigneten Unterschlupf: in einem verlassenen Bau, einem Holzstapel, im Inneren eines alten Wurzelstocks oder unter einem Haufen Laub. Doch heute gibt es in unseren Gärten oft nur wenige naturnahe Bereiche, in denen diese Materialien für unsere stacheligen Freunde vorhanden sind.
Wann sollten Sie den Igelunterschlupf bauen?
Auch wenn der Igel je nach Region von Oktober oder November bis März Winterschlaf hält, empfehle ich Ihnen, den Unterschlupf im Frühjahr aufzustellen. Dann beginnt die Paarungszeit der Igel. Das Igelweibchen sucht meist im April oder Mai den idealen Ort, um dort geschützt seine Jungen zur Welt zu bringen. Die Jungtiere bleiben einige Monate dort, bis sie groß genug sind, um die Welt zu erkunden. Sie können den Unterschlupf auch im Sommer oder am Ende der warmen Jahreszeit bauen, spätestens im September oder Oktober. So hat sich der kleine Stachelträger rechtzeitig an den neuen Platz gewöhnt.
Die einzelnen Schritte zum Bau des Igelunterschlupfs
1 – Nehmen Sie eine Holzkiste mit einer Größe von mindestens 40 × 60 cm. So bietet sie ausreichend Platz für eine ganze Igelfamilie. Drehen Sie die Kiste anschließend um, damit ihr Boden als Dach dient.

2 – Schneiden Sie an einer Seite der Kiste einen quadratischen Eingang von 12 × 12 cm für den Igel aus.
Tipp: Der Eingang sollte weder zu klein noch zu groß sein, damit sich dort keine anderen, opportunistischen Bewohner einnisten. Nur nebenbei: Der zu große Eingang meines früheren Igelhauses gefiel meiner Katze sehr gut!

3 – Nehmen Sie anschließend ein Stück Abdeckplane oder ein anderes wasserdichtes Material, zum Beispiel eine Wachstuchtischdecke oder ein Stück Bodenbelag. Befestigen Sie es auf dem Dach des Igelhauses, damit dieses wasserdicht wird. Ich habe die Plane hier mit einem Tacker befestigt.
Wichtig: Lassen Sie die Seiten des Igelhauses offen, damit die Luft gut zirkulieren kann.

4 – Stellen Sie den Unterschlupf anschließend an einem ruhigen, schattigen Platz im Garten auf, der nicht in einem Durchgangsbereich liegt. Idealerweise schützen Sie ihn vor Wind, zum Beispiel an einer Mauer, einem Gartenhaus, einer Hecke oder einem Holzstapel.

5 – Legen Sie Laub, Heu oder Stroh in das Igelhaus.
6 – Verstecken Sie den Unterschlupf anschließend unter einem Haufen aus Zweigen, Laub und Stroh. So ahmen Sie den natürlichen Lebensraum des Igels nach und schützen ihn vor Kälte.

Tipp: Wenn Ihr Garten starken Winden ausgesetzt ist, können Sie das Igelhaus zusätzlich beschweren. Legen Sie dazu einige alte Holzscheite, einen Stein oder einen Ziegelstein auf das Dach.
Einige Tipps
- Im Frühjahr und Sommer wechselt der Igel gerne regelmäßig für einen oder mehrere Tage seinen Unterschlupf. Lassen Sie deshalb ruhig einige naturnahe Bereiche oder Zweighaufen in Ihrem Garten bestehen.
- Nehmen Sie niemals einen Igel aus der Natur mit, um ihn in Ihren Garten zu setzen! Es könnte sich um ein säugendes Weibchen handeln. Dann würden Sie seine Jungen ihrem Schicksal überlassen, während sie auf die Rückkehr des Muttertiers warten.
- Achten Sie darauf, dass sich die Igel in Ihrem Garten jederzeit frei bewegen können.
Weitere Informationen
- Lesen Sie alle unsere Tipps, wie Sie einen Igel im Garten willkommen heißen.
- Weitere Tipps und Ideen für Igelhäuser finden Sie auf der Website des Vereins „Le hameau du hérisson“.
- Hören Sie auch unseren Podcast über den Igel:
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